US-Truppenaufstockung in Afghanistan laut Gysi "grundfalsch"

Abzug der Bundeswehr gefordert

Die Linke kritisiert die Strategie der neuen US-Administration zur Befriedung Afghanistans. Nach Auffassung von Linke- Fraktionschef Gregor Gysi ist die geplante Aufstockung der US-Truppen am Hindukusch "grundfalsch". Obama mache deutlich, dass er den Krieg in Afghanistan für die USA und ihre westlichen Verbündeten nicht für gewinnbar halte, erklärte Gysi am Montag in Berlin. Er gehe sogar so weit, "gemäßigte Taliban" in Verhandlungen einbeziehen zu wollen. Vor diesem Hintergrund sei die weitere Beteiligung der Bundeswehr an Kampfeinsätzen in Afghanistan unverantwortlich, meint Gysi.

Die Bundesregierung sollte die Erkenntnisse des US-Präsidenten zum Anlass nehmen, "unverzüglich mit dem Abzug der Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan zu beginnen und im Gegenzug die Mittel für zivile Hilfe zu erhöhen", forderte der Linke-Politiker. Damit könnte Deutschland helfen, "Obama und die westliche Allianz vom Kriegspfad abzubringen."