Staatsanwalt ermittelt wegen illegaler Entsorgung italienischen Mülls

245.000 Tonnen Müll und Chemieabfälle

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit den italienischen Mülllieferungen nach Sachsen eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf unerlaubtes Betreiben einer Abfallanlage, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag in Leipzig (21. April). Ermittelt werde zunächst gegen Unbekannt, unklar sei auch die Abfallmenge, um die es sich handelt.

Die Staatsanwaltschaft betonte, dass eine mögliche illegale Entsorgung nicht gleichbedeutend mit einer Gefährdung von Menschen oder Umwelt sei.

Sachsen hat nach Angaben der Staatsregierung 2007 und 2008 insgesamt 245.000 Tonnen Müll aus Neapel und anderen Regionen Italiens sowie mehrere Hundert Tonnen Chemie-Abfälle angenommen.

Zuständig für die Entsorgung in Sachsen war die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (WEV) mit der Deponie in Cröbern bei Leipzig. Die WEV gehört mehrheitlich der Stadt und dem Landkreis Leipzig.