Disziplinarverfahren gegen GEW-Landeschef Brandt eingeleitet

"Kritiker der Landesregierung mundtot machen"

Die niedersächsische Landesschulbehörde hat ein Disziplinarverfahren gegen den Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt, eingeleitet. Brandt sei am Nachmittag telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt worden, sagte eine Sprecherin der Landesschulbehörde am Dienstag (21. April) in Lüneburg. Das Disziplinarverfahren könnte politisch motiviert sein.

Über den Grund des Disziplinarverfahrens wollte sie keine Angaben machen. Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte am Montag berichtet, Brandt habe über Jahre als Lehrer Unterrichtsstunden geschwänzt. Das Magazin beruft sich auf interne Unterlagen der Landeschulbehörde.

Brandt erneuerte seine Äußerungen vom Montag, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe falsch seien. Der Gewerkschafter gilt als energischer Kritiker der Schulpolitik von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU).

Die Ministerin sieht sich seit Monaten wegen ihrer Schulpolitik massiver Kritik ausgesetzt.

Einige Oppositionspolitiker vermuten, die im "Focus" geäußerten Gerüchte über Brandt seien gezielt gestreut worden, um einen prominenten Kritiker der Landesregierung mundtot zu machen.