Deutsche Soldaten in Afghanistan gefallen

Feuergefecht bei Baghlan

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind im Afghanistan-Krieg am Donnerstag (15. April) vier weitere deutsche Soldaten gefallen. Fünf weitere Bundeswehr-Soldaten wurden bei dem Feuergefecht nahe der Stadt Baghlan rund 100 Kilometer südlich von Kundus "vermutlich" schwer verwundet. Sie würden zur medizinischen Versorgung vom Rettungszentrum Kunduz in das Feldlager Mazar-e Sharif ausgeflogen. Seit Beginn der "Isaf-Mission" im Jahr 2002 sind in Afghanistan bislang 43 deutsche Soldaten umgekommen. Über Tote und Verwundete der Gegenseite macht das die Behörde von Minister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CDU) keine Angaben.

Die Linke erneuerte ihre Forderung nach einem zügigen Abzug aus Afghanistan: "Im Interesse der Afghanen und der Deutschen sage ich: Raus mit der Bundeswehr aus Afghanistan, und zwar so schnell wie möglich", so Fraktionschef Gregor Gysi dem "Tagesspiegel".

Steinmeier gibt sich "tief erschüttert"

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, der als einstiges Regierungsmitglied den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan mit zu verantworten hat, gab sich hingegen nur "tief erschüttert" und verurteilte "den Anschlag".

Kritik an geplanter Erhöhung der Feuerkraft in Afghanistan

Die Linksfraktion kritisierte die von Verteidigungsminster zu Guttenberg geplante Erhöhung der deutschen Feuerkraft in Afghanistan. Die Bundeswehr in Afghanistan schwerer zu bewaffnen werde "nicht zur Verbesserung der Sicherheitslage führen, sondern zu mehr Gewalt, mehr Blutvergießen und höheren Gefahren für die Zivilbevölkerung wie auch für die Bundeswehr", meint der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Paul Schäfer.

"Wenn die Bundesregierung die deutschen Soldaten und die afghanische Zivilbevölkerung schützen will, kann sie ihre Kriegsbeteiligung beenden", so Schäfer. Wenn sie Fürsorge und Verantwortung beweisen wolle, könne sie - wie auch vom Wehrbeauftragten gefordert - ihre Hinhalte- und Verweigerungstaktik bei der Versorgung traumatisierter Soldaten und der Anerkennung von Wehrdienstbeschädigungen aufgeben. "Wenn sie zu Frieden und Sicherheit in Afghanistan beitragen will, kann sie Verhandlungsversuche unterstützen." Der Einsatz überdimensionierter Waffensysteme wie Panzerhaubitzen, Panzerabwehrraketen oder auch Kampfpanzern widerspreche diesen Zielen.