Bildung und Freizeit: Radfahren in Brandenburg

Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein

entspannende Radtouren durch Brandenburg Die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftpfuhl konnte sich im vergangenen Jahr über erneut gestiegene Besucherzahlen freuen und setzt damit den Aufwärtstrend der letzten Jahre fort. Die insgesamt 30.700 Übernachtungen bedeuten eine Auslastung von 70%. Der Auslastungsdurchschnitt von Übernachtungsanbietern in Brandenburg liegt dagegen nur bei etwa 35%. Damit liegt die Jugendbildungsstätte im Trend der zunehmenden Popularität Brandenburgs als Reiseziel.

Neuer Übernachtungsrekord in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein. Mehr als 30.000 Übernachtungen im Jahr 2011. Viele internationale Gäste kamen nach Werftpfuhl.

Ausbau des Radwegenetzes geht nur schleppend voran

„Wir freuen uns sehr über diesen Zuspruch“, sagt Thomas Gill, Geschäftsführer der Jugendbildungsstätte, „insbesondere, weil wir ein nachhaltiges Bildungsprogramm anbieten und damit offenbar einen Nerv treffen“. Neben dem herkömmlichen Tourismus erfreuen sich aktive, kreative und inhaltlich anspruchsvolle Angebote zunehmender Beliebtheit. LehrerInnen und PädagogInnen von verschiedenen Einrichtungen und Institutionen kämen vor allem über die Empfehlung von zufriedenen Gästegruppen auf die Bildungsstätte zu: „Wir erfahren viel erfreuliches Feedback.“ Mit dem neuen Projekt „Vielfalt leben lernen“ für Grundschulklassen erwartet das Haus in Zukunft auch die ganz jungen Gäste. „Das bringt sicher noch mal ganz neue Herausforderungen mit sich“, erwartet Thomas Gill, „aber genau darauf sind wir sehr positiv gespannt“.

Der Großteil der Besucher kommt aus Berlin und allen Teilen Deutschlands nach Werftpfuhl, um dort das Angebot von Bildungsmaßnahmen und internationalen Begegnungen in Anspruch zu nehmen. Aber auch bei Gästen aus dem Ausland ist die Jugendbildungsstätte ein beliebtes Ziel. „Von England und Frankreich bis nach Aserbaidschan, wir hatten 2011 wieder Gäste aus ganz Europa im Haus. Das macht uns natürlich schon stolz“, freut sich Thomas Gill. Aus dem benachbarten Polen etwa reisten 2011 insgesamt 115 Personen an, aus dem entfernten Israel sogar 127 Personen. Mit Israel verbindet die Jugendbildungsstätte eine besondere Beziehung, die auf den engen Kooperationen des Bildungsstättenträgers SJD – Die Falken zu israelischen Partnerorganisationen beruht. „Anfang 2012 haben wir sogar ein Treffen zwischen israelischen und ägyptischen Vertretern zivilgesellschaftlicher Organisationen beherbergt“, so Gill.

Die gute Auslastung hängt auch damit zusammen, dass im Sommer 2010 das modern ausgebaute Dachgeschoss des Gästehauses mit zwölf neuen Betten in atmosphärischen Dachräumen eingeweiht werden konnte, womit man der wachsenden Nachfrage nach Einzelzimmern nachgekommen ist. Hinzu kamen Highlights wie das Philipp-Lahm-Sommercamp im Juli 2011, zu dem rund 80 Kinder angereist waren. Den größten Teil zum Erfolg trägt aber weiterhin das eigene Angebot des Hauses bei. „Wir führen freizeit in Kooperation mit Schulen und für Auszubildende sowie für Aktive aus Jugendverbänden durch, veranstalten Begegnungsseminare, Großveranstaltungen und Fortbildungen der außerschulischen Bildung“, erklärt Thomas Gill, „der Erfolg beruht also ganz klar auf der Kompetenz und dem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Bildungsabteilung bis zur Küche“.

Die Jugendbildungsstätte im Barnim veranstaltet als Haus der Begegnung seit vielen Jahren Bildungsseminare. Die Einrichtung ist nach Kurt Löwenstein benannt, der sich in der Weimarer Republik als Stadtschulrat in Berlin-Neukölln und Vorsitzender der „Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde“ für Kinderrechte und eine grundlegende Schulreform engagierte. Das Gebäude wurde am jetzigen Standort 1907 zunächst als Waisenheim für Mädchen errichtet. 1997 zog die Bildungsstätte in das Haus ein. Zuletzt erfolgte Ende 2011 die Modernisierung der Warmwasserversorgung, und mit zwei neuen Blockheizkraftwerken produziert die Jugendbildungsstätte jetzt sogar ihren Strom zum Teil selbst.

Handlungsbedarf besteht beim Ausbau des Radwegenetzes

Als neuen Trend verzeichnet die Bildungsstätte wie andere Anbieter in der Region den Radtourismus. Allerdings erweist sich hier die fehlende Infrastruktur noch als großes Hemmnis. „Die Bundesstraße 158 zwischen Werneuchen und Tiefensee ist für Radfahrer wie eine unüberwindbare Mauer“, meint Thomas Gill zu den bislang stets fehlgeschlagenen Bemühungen, den Bau des eigentlich im Bundesradwegenetz vorgesehenen Abschnitts zu beschleunigen. Vor allem vom Landkreis wünscht er sich dahingehend mehr Engagement. Denn ein Radwegekonzept, entwickelt durch den Regionalpark Barnimer Feldmark, liegt längst vor. Demnach sei das Potenzial, sich als Radtourismusregion zu etablieren, aufgrund der naturräumlichen Voraussetzungen gegeben. Daher befindet Thomas Gill: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“

Die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein veranstaltet als Haus der außerschulischen Jugendbildung Wochenseminare mit Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden im Alter von 13 bis 26 Jahren aus Berlin und Brandenburg. Als Bundesbildungsstätte der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken organisiert sie pädagogisch-politische Fortbildungen, Jugendseminare, Internationale Begegnungen und verschiedene Großveranstaltungen.

Informationen und Rückfragen:

Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein Education Centre Kurt Löwenstein