Verbraucherschutz: Ostereier - wie Verbraucher zu Ostern getäuscht werden

Bunte Ostereier haben keine Kennzeichnungspflicht

Ostereier In diesen Tagen landen immer wieder bunte Eier auf den Frühstückstischen. Besonders mit Salz oder mit Maggi sind sie zur Osterzeit ein Genuss, der sein muss. Seit dem 12. Jahrhundert ist der Karsamstag traditionell der Tag, an dem die Eier gefärbt werden – der sogenannte „Färbersamstag“, schreibt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Doch, wenn die Familie keine Lust hat, ihre Frühstückseier selbst zu bemalen, geht sie in den Supermarkt und kauft dort fertig gekochte, bunt bemalte Eier.

Doch STOPP:

Der Deutsche Tierschutzbund warnt jetzt davor, dass genau diese bunten Ostereier von der Kennzeichnungspflicht ausgeschlossen sind. Das heißt also, dass die bunten Eier auch von Hühnern stammen könnten, die in Käfigen gehalten werden. Die Lebensmittelindustrie verstecke die Käfigqual unter der Farbe, so der Deutsche Tierschutzbund, und profitiere davon, dass sie die günstig produzierten Eier aus Käfighaltung „versteckt“ verkaufen kann. Der Einzelhandel nutze die fehlende Kennzeichnungspflicht somit schamlos aus, so der Tierschutzbund.

Nun fordern die Tierschützer, dass die Firmen die Haltungssysteme der Hühner auf allen bunten Eiern und auch auf allen Fertigprodukten kennzeichnen. Denn: auch bei Nudeln, Fertigkuchen, Keksen und Co. herrscht diese Kennzeichnungspflicht NOCH nicht.

Was der Stempel auf den Eiern verrät

Jedes farblose Ei ist mit einem Stempel versehen. Seit 2004 herrscht diese Kennzeichnungspflicht. Und sie nützt etwas: Immer mehr Verbraucher kaufen seitdem Eier aus artgerechter Haltung, schreibt der Deutsche Tierschutzbund. Bei einer klaren Kennzeichnung entscheiden sich die Konsumenten also für den Tierschutz. Doch was bedeuten die Codes auf den Eiern eigentlich? Am Anfang steht eine Nummer, die für die Haltung der Tiere steht:

0= ökologische Haltung

1= Freilandhaltung

2= Bodenhaltung

3= Käfighaltung

Dann kommt der Ländercode (z.B. DE). Als Nächstes folgen zwei Ziffern für das Bundesland (z.B. steht 02 für Hamburg). Dann folgt die Identifizierungsnummer, die dem Betrieb zugeordnet ist. Unter www.was-steht-auf-dem-ei.de kann man die Nummer seines Frühstückseis eingeben und herausfinden, aus welchem Betrieb es stammt.

Das Huhn steht nur auf einem Blatt

Kein Flügelschlag war möglich. Große Bewegung steckte hier nicht drin. Die Rede ist von den Legebatterien, die jahrelang auf die Kritik der Tierschützer stießen. Es waren Käfige aus Metall, in denen vier bis sechs Hennen untergebracht waren. Eine Henne hatte den Platz von 550 Quadratzentimetern, was einer Viertel DIN A4 – Seite entspricht. Diese Art der Käfighaltung gehört in Deutschland seit 2009 der Geschichte an. EU-weit ist diese Haltung seit Anfang 2012 verboten. Heute ist die Kleingruppenhaltung in der ganzen Europäischen Union der Mindeststandard. Aber auch hier hat eine Henne nicht viel mehr Platz als auf einem DIN A4-Blatt. Auch wenn es dort über einen Scharrbereich, Sitzstangen und Nester verfügt. Die Haltung auf Drahtgitterstäben sorgt in den Kleingruppen zu Verletzungen der Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert auch diese Art der Käfighaltung. In Deutschland werden etwa zehn Prozent der Legehennen in solchen Kleingruppen gehalten.

Ach du dickes Ei

Die Deutschen essen nicht nur an Ostern gerne Eier. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 214 Eiern. Auf alle deutschen Einwohner hochgerechnet sind das jährlich erstaunliche 17,5 Milliarden Eier im Jahr, schreibt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Na dann, guten Appetit.

In der Produktion von Eiern liegt Deutschland im weltweiten Vergleich weit unten. Laut einer Statistik der Welternährungsorganisation, produzierte Deutschland im Jahr 2007 mit 12,2 Milliarden Eiern mehr als Italien und die Türkei. Jedoch lag China mit 517 Milliarden Eiern ganz deutlich an der Spitze.

Ein Tipp für Ihren Eierkauf!

Damit Sie auch an Ostern kein buntes Ei mit der 3 kaufen: Bunte Eier gibt es dieser Tage auch im Sechser-Pack. Auf dem Etikett der Verpackung steht dann meistens auch, wie die Hühner gehalten wurden. Dann ist es keine Mogelpackung mehr. Was natürlich immer hilft: Eier ohne 3 selbst bemalen.