Lachen, nicht nur am Weltlachtag

Lachen ist menschlich und gesund

 Lachen am Weltlachtag mit Sonja. Lachen ist wichtig! „Eigentlich ist das, was gerade in meinem Leben passiert ein Witz, ein mehr oder weniger schlechter. Wenn es nicht so tragisch und traurig wäre, dann wäre es wohl zum Lachen,“ so die Worte einer Führungskraft, die bei mir im Coaching sitzt. „Dann lachen wir doch einfach eine Runde, denn kann man denn nicht auch lachend sehr ernsthaftig sein?(Gotthold Ephraim Lessing),“ war meine ernstgemeinte Antwort und wir lächelten den schlechten Witz ein wenig in die Flucht, bevor wir weiter arbeiteten. Heute ist Weltlachtag, an dem es sich lohnt, diesem menschlichen Phänomen ein wenig nachzuspüren, denn Lächeln und Lachen ist menschlich und tut richtig gut, zumindest meist.

Wozu wir lachen

1. Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Menschen sind soziale Wesen, die gerne zu einer Gemeinschaft dazugehören wollen. Es gilt als eine noch ältere Kommunikationsweise zwischen Menschen, als die Sprache. Ein lächelndes Gesicht wirkt besänftigend, Konflikt begrenzend und wirkt sich daher positiv auf das mitmenschliche Zusammenleben aus.

2. Lachen als Ausdrucksweise von Freude

Doch nicht nur für die Gemeinschaft macht Lachen Sinn, auch dem Einzelmenschen dient das Lachen als nützliche Lebensbewältigungsstrategie. Lachen ist eine natürliche Reaktion auf komische und erheiternde Situationen, Freude ist eine biologisch verankerte Emotion, die meist in Form von Lächeln oder auch Lachen zum Ausdruck kommt. Lachen kann aber auch als Abwehr von Angst verstanden werden oder gar als Entlastungsreaktion nach überwundenen Gefahren.

3. Lachen als Mittel der Ausgrenzung

Der Mensch wäre aber nicht Mensch, wenn nicht auch das Lachen eine Kehrseite hätte. Lachen kann auch als Waffe eingesetzt werden, um Menschen aus einer Gemeinschaft auszugrenzen. Das Auslachen könnte dabei als eine Weiterentwicklung des Zähne Fletschens verstanden werden. Das ist nicht zum lachen

Bevor der Mensch sprechen kann, kann er lächeln und lachen, er flirtet sich sozusagen in die Gemeinschaft. Lachweltmeister sind unsere Kinder. Mit durchschnittlich 400 mal pro Tag lachen sie sich ins Leben und in die Herzen von Erwachsenen. Die tun es im „ernsten“ Deutschland nur noch durchschnittlich 15 mal pro Tag. Und was wollen Forscher herausgefunden haben: Während in den aufstrebenden Wirtschaftswunderjahren noch 18 Minuten täglich gelacht wurde, sind es heute gerade noch ganze sechs Minuten.

Auch mein Klient hat momentan nur wenig zu lachen. Immer höher, weiter, mehr, schneller, immer mehr Leistung bei sinkendem Lächelfaktor und sinkender Fehlertoleranz. In Zeiten von hire and fire bleibt Vielen einfach das Lächeln und Lachen im Halse stecken und das ist tragisch, denn: Lachen ist tatsächlich gesund (1)

Mehr als 300 Muskeln sind in Aktion, wenn der Mensch sich schüttelt vor Lachen, immerhin 18 Muskeln sind es im Gesicht. Dabei atmet er in der Regel dreimal soviel Luft durch seine Lungen, als normal und prustet sie mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h wieder aus. Das macht das Lachen zu einer Art Ganzkörpermassage bei der die Organe kräftig durchgeknetet werden. Lachen versetzt uns darüber hinaus in eine positive Stimmung. Endorphine werden ausgeschüttelt, die eine euphorisierende Wirkung erzeugen, also sozusagen Gute-Laune-Stoffe sind. Dieser Effekt wird noch verstärkt, dadurch, dass Stesshormone durch Lachen reduziert werden. Entspannung stellt sich ein und die Schmerzempfindung lässt nach.

Der Sauerstoffgehalt des Blutes wird gesteigert, die Durchblutung angeregt, die Lungen profitieren folglich vom Lachen. Auch die Wirkung auf die Herzfunktion ist belegt. Es gibt Studien, die davon ausgehen, dass das Herzinfarktrisiko durch Lachen halbiert werden kann und der Blutdruck dauerhaft gesenkt wird. Eine positive Wirkung auf die Blutfette wird ebenfalls postuliert. Lachen durchblutet die Haut und strafft sie, und Lachen stimuliert die Immunabwehr. Lachen ist ansteckend und bereitet Lust, was erklärt, weshalb wir lieber mit lachen, als mit weinen. Die Gelotologie (2-4) geht mittlerweile auch davon aus, dass Lachen den Genesungsprozess von Menschen unterstützen kann. Gezielt werden daher in vielen Kliniken seit Jahren Clown-Doktoren eingesetzt (5).

Lachen, nicht nur am Weltlachtag

Bringen wir das Lachen wieder zurück in die Welt, indem wir am besten selbst damit anfangen. Der heutige Weltlachtag mag dafür ein Anfang sein, doch halten wir es mit Nietzsche „Das Lachen sprach ich heilig; ihr höheren Menschen, lernt mir – lachen!“ (F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra), so sollten wir keinen Tag ohne sein wollen, auch wenn unser Leben manchmal einem schlechten Witz gleicht.

Zum Weltlachtag:

  • Jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai
  • Um 14 Uhr soll wieder weltweit drei Minuten Lachen verordnet werden, bis sich die Welt aus den Angeln hebt
  • Der Tag wurde 1998 vom Inder Madan Kataria ins Leben gerufen (Er gründete das Lachyoga)
  • Im Jahre 2000 fanden sich 10 000 Menschen in Kopenhagen auf den Rathausplatz ein und lachten sich ins Guinessbuch der Rekorde
  • Es gibt 150 Lachclubs in Deutschland
  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Lachen
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Gelotologie
  3. http://mitglied.multimania.de/spasstherapie/mtitze.html
  4. Michael Titze: Therapeutischer Humor. Grundlagen und Anwendungen. Fischer, Frankfurt/Main 1998, ISBN 3-596-12650-9.
  5. http://de.wikipedia.org/wiki/Clowndoktor
Sonja Mannhardt

Ihre Expertin für Menschliches & Zwischenmenschliches - Mannhardt-Führungskräftecoaching