AKW-Gegner wollen Menschenkette um das AKW Grohnde bilden

Atomkraftwerke abschalten

Atomkraftgegner simulieren am Fukushima-Tag einen GAU im AKW Grohnde und markieren mit einer Menschenkette den 40-km-Katastrophen-Umkreis. Am 11. März 2011 geschah die Kernschmelze in Fukushima. Aus diesem Anlass wollen die in der Regionalkonferenz Grohnde zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen und Umweltverbände am Samstag, dem 9. März 2013, anschaulich zeigen, welches Ausmaß eine ähnliche Katastrophe in Deutschland haben könnte. Sie fordern die Stilllegung aller noch laufenden Atomanlagen, darunter die des Atomkraftwerks Grohnde an der Weser bei Hameln. (Foto: Jens J. Korff, 2011)

Die Umweltschützer werden eine spektakuläre, etwa 350 km lange Aktions- und Menschenkette bilden, die im Abstand von 40–60 km das Atomkraftwerk Grohnde umschließt. Diese Kette verläuft durch Minden, Bad Oeynhausen, Herford, Bad Salzuflen, Lage, Detmold, Bad Driburg. Auf niedersächsischer Seite konzentrieren sich die geplanten Aktionen auf die Räume Göttingen, Hildesheim, Hannover und Stadthagen. Im Internet sind Details unter dem Stichwort Grohnde-Kampagne zu finden.

Die Bielefelder Antiatominitiative "Bielefeld steigt aus" hat viele Unterstützerinnen und Unterstützer gewonnen, darunter BUND, IPPNW, Attac, Naturfreundejugend und Theaterlabor. Die BielefelderInnen wollen am nächstgelegenen Streckenpunkt, dem Gradierwerk in Bad Salzuflen, demonstrieren. Die atomkritischen Ärzte der IPPNW werden dort ein Dekontaminationszelt errichten und darstellen, warum auch sie bei einem Super-GAU in Grohnde nicht wirklich helfen könnten. Die Knebel-Chöre wollen auftreten und singen; Kinder und Erwachsene können "Strahlenmemory" spielen und viel lernen über die Gefährlichkeit der Strahlung. Weitere Aktionen sind u.a. eine Notküche, Flashmobs mit Plakaten, Notgepäck, Jodtabletten und Flatterband, um die Grenze des gedachten Sperrgebiets zu markieren.

Angelika Claußen (IPPNW) erklärt: "Wir stellen uns vor: Im Atomkraftwerk Grohnde findet eine Kernschmelze wie in Fukushima statt. Über viele Tage wird Radioaktivität freigesetzt, so viel wie in Fukushima. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat festgestellt, dass in einem solchen Fall noch in 170 km Entfernung katastrophale Folgen auftreten. Die letzte Katastrophen-Schutzübung im November hat aber nur zwei Landkreise einbezogen."

Strahlung und Atomkraftwerke sind, so die Atomkraftgegner, auch unter einer rot-grünen Bundesregierung gefährlich. Deshalb fordern sie die Stilllegung des AKW Grohnde und aller anderen Atomanlagen in Deutschland.