BASF-Konzern: Abbau von 350 Arbeitsplätzen in der Region Basel

Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre

Bei der Hauptversammlung am Freitag in Mannheim muss sich BASF unbequemen Fragen des Dachverbands der Kritischen Aktionäre, des Gen-ethischen Netzwerks (GeN) und der Schweizer Aktionärinnen für nachhaltiges Wirtschaften (ACTARES) stellen. Die drei Organisationen kritisieren den weltgrößten Chemiekonzern wegen seines Engagements in der Pflanzen-Biotechnologie, wegen massiver Einflussnahme auf politische Prozesse und wegen des Abbaus von 350 Arbeitsplätzen in der Region Basel beim 2008 übernommenen Spezialchemiekonzern Ciba.

Während sich der Konzern mit seinen Gentech-Produkten aus Europa immer mehr zurückzieht, treibt er damit in anderen Teilen der Welt weiter sei Unwesen. Besonders kritikwürdig ist die Begleitmusik zum Marktgeschehen. Wieder einmal wurde deutlich, dass die Gentech-Konzerne wissen, was zur Einführung gentechnisch veränderter Produkte beziehungsweise zur Absicherung ihres 'Erfolges' notwendig ist: Massive Einflussnahme auf politische Prozesse.

Torpedierte Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Pflanzen in den USA

"Im vergangenen Jahr beteiligte sich die BASF Plant Science, das Pflanzen-Biotech-Tochterunternehmen im Konzern, zum Beispiel mit mindestens 1,9 Millionen US-Dollar an einer Kampagne gegen die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln“, berichtet Christof Potthof vom Gen-ethischen Netzwerk in Berlin. Im US-Bundesstaat Kalifornien hatten Umwelt- und Verbraucherverbände eine Volksabstimmung über die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel erwirkt. Die Abstimmung fand parallel zum letztjährigen US-Präsidentschaftswahlkampf statt.

Gemeinsam mit Monsanto, Bayer CropScience, PepsiCo u.a. mobilisierten die großen Gen-, Biotech-, Lebensmittel- und Agrar-Konzerne mehr als 40 Millionen US-Dollar. Im Vergleich: Den UnterstützerInnen der Kennzeichnung standen gerade mal 6 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

"Das ist ein Rückfall ins letzte Jahrtausend", so Christof Potthof weiter, "wir waren davon ausgegangen, dass die Konzerne verstanden haben. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass sich die gentechnisch veränderten Pflanzen in Nord- und Südamerika nur deshalb ausbreiten konnten, weil es das Recht zu wissen, ob Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen oder unter deren Zuhilfenahme hergestellt werden, in den USA bisher nicht gibt."

Für Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre ist die Sache klar: "Die multinationalen Konzerne versuchen sich immer wieder um die Einhaltung universeller Standards herumzudrücken. Dass sie die Kennzeichnungspflicht in Europa nicht mehr grundsätzlich kritisieren, heißt nicht, dass sie sie akzeptiert haben." Dufner weiter: "Die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ist die Basis, damit Verbraucherinnen und Verbraucher ihrem Willen Ausdruck geben können. Wir sind gespannt, was die Aktionärinnen und Aktionäre der BASF dazu sagen werden."

„Nachdem BASF heute angekündigt hat, 30 Prozent seines Personalbestands in der Region Basel abzubauen, stellen sich einige Fragen“, sagt ACTARES-Geschäftsführer Roby Tschopp. „Wie viele entlassene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können von anderen Unternehmen der BASF-Gruppe übernommen werden wie von BASF verprochen? Welche Pläne bestehen für die, denen BASF keine Alternative mehr bieten kann? Wird auch die Anzahl Lehrplätze verringert, wie schon nach der Übernahme der CIBA im Jahr 2008 geschehen?