NDR-TV-Magazin Panorama 3: Folter-Vorwürfe jetzt dringend aufklären

UKE-Beteiligung im Jemen

Welche Rolle spielte das UKE im Jemen? Gestern Abend hat das NDR-TV-Magazin Panorama 3 über Menschenrechtsverletzungen in einem Krankenhaus der jemenitischen Hauptstadt Sana’a berichtet, an dem das UKE über ein Tochterunternehmen beteiligt war. Berichtet wird über den Fall eines US-Terrorverdächtigen, der dort nach eigenen Angaben tagelang gefesselt war und verhört wurde – unter den Augen des deutschen Klinikpersonals. Mit einer kleinen Anfrage fordern die Grünen nun Aufklärung vom Senat.

Eva Gümbel, stellv. Fraktionsvorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion und wissenschaftspolitische Sprecherin, erklärt dazu: „Die in der Sendung erhobenen Vorwürfe sind ungeheuerlich. Wenn es zutrifft, dass das UKE oder eine Tochterfirma von Menschenrechtsverletzungen gewusst oder sie geduldet hat, dann wäre das ein handfester Skandal. Der Senat muss diese Vorwürfe umgehend aufklären. Hier steht auch der Ruf des Uni-Klinikums auf dem Spiel, das für die Ausbildung der Medizinerinnen und Mediziner zuständig ist.“

Hintergrund Panorama 3 berichtete am 19.11. in einem über siebenminütigen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in einem Krankenhaus der jemenitischen Hauptstadt Sana’a. Der 2010 unter Terrorverdacht festgenommene Sherif Mobley soll dort tagelang mit verbundenen Augen gefesselt worden sein, nachdem er bei der Festnahme durch die jemenitischen Sicherheitskräfte angeschossen wurde. Der Terrorverdacht gegen Sherif Mobley soll sich bis heute nicht bestätigt haben.

An der Stimme eines behandelnden Arztes hat der Sherif Mobley dem Bericht zufolge erkennen können, dass es sich dabei vermutlich um einen Deutschen handelte. Durch Recherchen einer Menschenrechtsorganisation wurde bekannt, dass zum damaligen Zeitpunkt das Krankenhaus vom jemenitischen Sicherheitsdienst zusammen mit der Tochterfirma des UKE, der UKE Consult and Management GmbH, geleitet wurde. Eine ehemalige Mitarbeiterin des UKE bestätigt in dem Fernsehbericht, dass dort Patienten so behandelt worden waren, dass sie ihre Umgebung nicht erkennen konnten - also mit verbundenen die Augen. Das UKE bestreitet die Vorwürfe.