Daimler Trucks vereinbart sozialverträgliche Regelungen in Brasilien

Arbeitszeit-und Entgelt-Kürzungen von 20 Prozent

Stuttgart / Sao Paulo – Vor dem Hintergrund dauerhaft schwacher Nutzfahrzeug-Märkte haben sich Geschäftsführung und Arbeitnehmer in Brasilien über ein Maßnahmenpaket verständigt, dem die Belegschaft zugestimmt hat. Damit reagieren beide Seiten auf die anhaltend schwierigen Marktbedingungen in dem lateinamerikanischen Land.

Daimler Trucks und Arbeitnehmer vereinbaren sozialverträgliche Regelungen als Reaktion auf die Marktschwäche in Brasilien

Die Regelung basiert auf dem brasilianischen Kurzarbeitsmodell nach deutschem Vorbild. Aufgrund der konjunkturellen Lage soll die Arbeitszeit im Nutzfahrzeug-Produktionswerk Sao Bernardo um 20 % gekürzt werden. Die dadurch entstehende Entgeltreduzierung in gleicher Höhe wird zur Hälfte durch den brasilianischen Staat ausgeglichen. Darüber hinaus verzichten die Mitarbeiter teilweise auf den für das nächste Jahr bereits vereinbarten Inflationsausgleich. Die Vereinbarung gilt ab September 2015 bis Mai 2016 für das Nutzfahrzeug-Werk in Sao Bernardo do Campo. Mit der Anwendung des Kurzarbeitsgesetzes stehen die Beschäftigten für zwölf Monate unter Kündigungsschutz, die bereits angekündigten Kündigungen werden zurückgenommen.

„Es ist gut, dass wir in Brasilien mit den Arbeitnehmervertretern eine tragfähige Vereinbarung abschließen konnten. Dies zeigt, dass wir gerade auch in schwierigen Situationen gemeinsam faire Lösungen finden können, “ sagte Dr. Wolfgang Bernhard, im Daimler-Vorstand verantwortlich für Trucks und Busse. „Damit tragen wir sowohl den äußerst schwierigen Marktverhältnissen als auch den Interessen unserer Belegschaft Rechnung. Die Situation der Wirtschaft und der Nutzfahrzeuge-Märkte in Brasilien bleibt bis auf weiteres sehr angespannt, “ ergänzte Bernhard.

Michael Brecht, Vorsitzender der Weltarbeitnehmervertretung der Daimler AG: „Wir sind sehr erleichtert, dass Unternehmensleitung und Gewerkschaft in Brasilien eine Einigung am Verhandlungstisch erzielen konnten und somit das Schlimmste abgewendet wurde. Die bereits ausgesprochenen 1.500 Kündigungen werden – wie von uns gefordert - zurückgenommen. Der jetzt vereinbarte Kompromiss sieht vor, dass die tiefe derzeitige Wirtschaftskrise in Brasilien mit ähnlichen Instrumenten überwunden wird, wie wir sie in Deutschland während der Krise 2009 angewendet haben. Und auch die Akteure sind die gleichen: Gewerkschaft und Betriebsrat, die Unternehmensleitung und der Staat. Gut, dass nun auch in Brasilien alle an einem Strang ziehen, um die Menschen vor Arbeits- und Aussichtlosigkeit zu schützen und ihre Zukunft zu sichern.“