Eurofighter Übersicht II

Leere Kassen? 14 Milliarden Euro für Kampfflugzeug "Eurofighter" beschlossen

Der deutsch-französisch-spanische Rüstungskonzern EADS, an dem Daimler-Chrysler mit über 30 Prozent beteiligt ist, kann sich freuen. Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien haben sich einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge auf den Bau von weiteren 236 Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter verständigt. Nach einem halbjährlichen "Gerangel über Preise" könne der Vertrag für die zweite Bautranche im Umfang von rund 14 Milliarden Euro nun noch vor Jahresende unterschrieben werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages soll offenbar bereits am kommenden Mittwoch den deutschen Anteil von rund 4,2 Milliarden Euro absegnen.

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) will Regierungskreisen zufolge den paraphierten Vertrag in den nächsten Tagen an den Haushaltsausschuss schicken, schreibt die Zeitung.

Im ersten Bauabschnitt werden bereits 148 Kampfflugzeuge für rund 7 Milliarden Euro gefertigt. Deutschland wird nach den bisherigen Planungen 180 der insgesamt 620 Kampfflugzeuge abnehmen.

Nach Angaben der EADS "besticht" der Eurofighter "durch seine extreme Wendigkeit. Er ist in erster Linie für den Jagdeinsatz ausgelegt. Hierfür wird der Eurofighter mit einer Mischbewaffnung aus leistungsfähigen Luft-Luft-Lenkflugkörpern kurzer und mittlerer Reichweite ausgerüstet. Für den erweiterten Luft-Boden-Einsatz verfügt der Eurofighter über eine hohe Kapazität an Waffenzuladung und funktionell angepasste Waffenstationen."

Die EADS

Die "European Aeronautic Defence and Space Company (EADS)" wurde im Jahre 2000 offiziell im Beisein der Staatsmänner Schröder und Chirac gegründet. Das Unternehmen entstand am 10. Juli 2000 aus der Fusion der französischen Aerospatiale Matra, der spanischen CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.) und der deutschen DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa).

Die EADS mit Sitz in Paris beschäftigt nach eigenen Angaben an mehr als 70 Produktionsstandorten rund 110.000 Mitarbeiter. 35 Außenbüros halten weltweit Kontakt zu den "Kunden". Die Konzernfunktionen Finanzen, Einkauf und Kommunikation sind in München angesiedelt. Die EADS, eine Gesellschaft niederländischen Rechts (N.V.), ist an den Börsen in Frankfurt, Madrid und Paris notiert.

DaimlerChrysler und die französische Holding SOGEADE (Lagardère, französischer Staat) halten jeweils über 30 Prozent der Anteile von EADS. Die spanische Staatsholding SEPI besitzt 5,5 Prozent. Rund 34 Prozent der Anteile befinden sich in "Streubesitz". Die Stimmrechte hierfür werden in der Regel überwiegend von Großbanken und Versicherungskonzernen wahrgenommen.

Waffensysteme für Auslandseinsätze

Die EADS ist ein bedeutender Lieferant von Rüstungsgütern für Auslandseinsätze. Beispielsweise fertigt das Unternehmen den Militärtransporter A400M, der insbesondere "taktischen Transporteinsätzen" dienen soll. Im Juni 2003 wurde zwischen Airbus Military und OCCAR (im Auftrag der bisherigen Kundenländer) der Beschaffungsvertrag für das Transportflugzeug unterzeichnet, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Deutschland, Belgien, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Großbritannien und die Türkei sollen insgesamt 180 Flugzeuge erhalten. Deutschland hat mit 60 Maschinen den größten Auftrag erteilt.

Der neue Transporter solle die bisherigen Hercules C-130- und Transall C-160-Flotten ablösen. Eine A400M kann offenbar "bis zu 120 Fallschirmjägern mit Ausrüstung" in die Einsatzgebiete fliegen. "Das Flugzeug ist ausgelegt für Einsätze in Gebieten mit schwacher Infrastruktur und kurzen/unbefestigten Pisten und luftbetankungsfähig, d.h. es kann Treibstoff im Flug sowohl selbst aufnehmen als auch abgeben."

Die EADS baut im Auftrag von Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden beispielsweise auch den Militärhubschrauber NH90. "Er erfüllt die strengen Anforderungen der Auftraggeber-Länder und ist auf die militärischen Szenarien der kommenden Jahrzehnte vorbereitet", heisst es dazu bei EADS. "Die TTH-Version wurde in erster Linie für den taktischen Transport von Truppen (14 - 20 Mann) und Material (über 2.500 kg Frachtkapazität) sowie luftgestützte Operationen und SAR-Aufgaben konzipiert."

Am 26-11-2004

Eurofighter, Zielsimulationshalle & Fregatten

Der Bundesrechnungshof (BRH) prangert erneut die öffentliche Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe an. Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Dieter Engels, sagte am Donnerstag in Berlin, allein die im Jahresbericht 2007 vorgelegten Prüfergebnisse wiesen einen Schaden von 1,9 Milliarden Euro auf. Besonders im Visier der Rechnungsprüfer stand erneut das Verteidigungsministerium. Engels begründete dies mit den hohen Summen, die in diesem Bereich umgesetzt würden. So könne sich ein Prüfer etwa "ein Leben lang an dem Eurofighterprojekt abarbeiten".

Auch im Jahresbericht 2007 wird die geplante Organisation der 180 Eurofighter in fünf Geschwader als unnötig kritisiert, drei Geschwader seien völlig ausreichend. Die Zahl der Flugstunden sei ebenso überdimensioniert wie die personelle Ausstattung. Mit einer entsprechenden Planung könnten 1,2 Milliarden Euro eingespart werden.

Auch eine für 16 Millionen Euro errichtete, aber bislang nicht genutzte Zielsimulationshalle der Bundeswehr sei eine unnötige Ausgabe. Grund für das nicht genutzte Gebäude seien ölhaltige Verschmutzungen an der Projektionswand, welchen die Bundeswehr mit einer 1 Million Euro teuren und mit "Ohrenhaaren südamerikanischer Rinder" ausgestatteten Reinigungsanlage begegnen wollte. Diese Anlage konnte das Öl jedoch nicht beseitigen. Laut BRH beabsichtigt das Verteidigungsministerium nun, die zu erprobenden Waffensysteme säubern zu lassen, um weitere Verschmutzungen zu verhindern. Es wolle für die dafür erforderliche Reinigungshalle weitere 2,4 Millionen Euro ausgeben.

Bemängelt wurde ebenfalls die Vergabe der Hard- und Softwarepflege der Fregatten durch die Marine. Dies habe Mehrausgaben in zweistelliger Millionenhöhe entstehen lasse.

"Rundum-Sorglos-Paket" des Deutschen Patent- und Markenamtes

Das "Rundum-Sorglos-Paket" in Höhe von fast 8 Millionen Euro, mit dem das Deutsche Patent- und Markenamt den Großteil seiner Computer, Software und Dienstleistungen für drei Jahre anmietete, wird von den Rechnungsprüfern als überhöht kritisiert. Wenn das Amt die Sachen gekauft und fünf Jahre genutzt hätte, hätte sich eine Million Euro einsparen lassen, so der Bundesrechnungshof.

Im Visier des BRH stehen außerdem öffentliche Bauvorhaben. Die Fraunhofer-Gesellschaft habe beispielsweise "zu groß und zu repräsentativ" gebaut.

Aus einer vom Bundesforschungsministerium mit 60 Quadratmetern genehmigten Bibliothek sei ein 110 Quadratmeter großer "dreigeschossiger gewölbter Hallenraum mit Galerien und Wendeltreppe und 130 Quadratmetern großer Dachterrasse" geworden. Trotz der größeren Fläche verteidigte das Bundesministerium den Angaben zufolge die Bibliothek auch im Nachhinein als "wirtschaftlich".

Auch die Deutsche Rentenversicherung Bund steht in der Kritik. Sie plane in der Nähe ihres Hauptsitzes in Berlin zwei Verwaltungsgebäude mit Baukosten von mehr als 180 Millionen Euro. Durch "unnötige Räume, Flächen und Lichthöfe, aufwendige Fassaden sowie gläserne Aufzüge" würden rund 60 Millionen Euro vermeidbare Kosten entstehen.

Der BRH-Präsident legte Wert darauf, dass es bei den kritisierten Bauvorhaben nicht darum gehe, ausschließlich triste Häuserfassaden in die Höhe zu ziehen. "Aber müssen Glasaufzüge denn wirklich sein?"

Engels kritisierte grundsätzlich, dass es bei rund 40.000 vom Bundesrechnungshof in den vergangenen Jahren überprüften Maßnahmen in 85 Prozent der Fälle keine Wirtschaftlichkeitsprüfung gegeben habe oder dass diese "methodisch fehlerhaft" durchgeführt worden seien.

Am 22-11-2007