Teilnehmerrekord bei "Jugend musiziert"

Bundeswettbewerb

Rund 1.500 junge Musiker aus ganz Deutschland stellen sich ab Donnerstag dem Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Hamburg. Damit werde ein neuer Teilnehmerrekord erreicht, sagte der Bundesgeschäftsführer von "Jugend musiziert", Hans Peter Pairott, am heutigen Montag in Hamburg. Die hohe Zahl der Teilnehmer bringe die Veranstalter inzwischen an den Rand des Möglichen. Trotzdem werde es weiterhin keine zahlenmäßigen Begrenzungen geben.

Rechte für Illegale gefordert

Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz mahnt humanitäre Verbesserungen für die hier lebenden Ausländer ohne Aufenthaltsrecht und Duldung an. In einer am heutigen Montag vom Konferenz-Vorsitzenden, Kardinal Karl Lehmann, in Bonn vorgestellten Denkschrift heißt es, die in Deutschland in der Illegalität lebenden Menschen seien zwar Träger von garantierten Rechtsansprüchen. Diese Rechte ließen sich aber allenfalls unter Inkaufnahme einer Ausweisung durchsetzen. Durch diese "faktische Rechtlosigkeit" seien die Menschen weiteren Bedrohungen, Erpressungen und Ausbeutungen aller Art ohne ausreichenden Rechtsschutz ausgeliefert.

Lebensmüdes Huhn verursacht Unfall

Radrennen

Ein Huhn auf Erkundungstour hat am Sonntag im schleswig-holsteinischen St. Michaelisdonn einen schweren Unfall ausgelöst. Nach Polizeiangaben vom Montag war das freilaufende Huhn in der Nähe eines Bauernhofes plötzlich aus dem Straßengraben aufgetaucht und mitten in ein organisiertes Radrennen hineingelaufen. Ein Radrennfahrer konnte gerade noch ausweichen, doch der nachfolgende Sportler überfuhr das unvorsichtige Tier.

Geheimnis um Verhandlungen und Kritik an Cockpit

Lufthansa

Im festgefahrenen Tarifstreit zwischen Piloten und Lufthansa hat die Schlichtung begonnen. Der Schlichter Hans-Dietrich Genscher (FDP) habe sich mit Vertretern der Piloten-Vereinigung Cockpit (VC) und der Fluggesellschaft an einem geheimen Ort getroffen, hieß es am Montag aus Verhandlungskreisen. Über den Stand der Gespräche wurde bis zum Nachmittag nichts bekannt. Die Vize-Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ursula Engelen-Kefer, kritisierte das Vorgehen der VC. "Wenn einzelne Berufsgruppen, die sehr stark sind, beginnen, ihre Forderungen auszureizen, wird es für alle gefährlich", warnte sie. Es gehe nicht, "dass eine Berufsgruppe ausschert und alle anderen in die Röhre gucken". Die Gewerkschaften seien gehalten, "eine gewisse Gerechtigkeit zwischen den Berufsgruppen" zu gewährleisten.

Deutschland Schlusslicht bei Umsetzung von Umwelt-Richtlinien

EU-Richtlinien

Deutschland hinkt bei der Umsetzung von EU-Richtlinien hinterher. Wie aus einem am heutigen Montag in Brüssel veröffentlichten Bericht der EU-Kommission hervorgeht, droht die Bundesrepublik sogar das für 2002 EU-weit gesetzte Ziel zu verfehlen, 98,5 Prozent aller Binnenmarktvorschriften in nationales Recht umzusetzen. Bei der Umsetzung der Umweltrichtlinien weist der Bericht Deutschland mit einem Rückstand von 12,2 Prozent sogar als Schlusslicht aus. Das durchschnittliche Defizit in der Gemeinschaft liegt bei 7,1 Prozent, was die EU-Kommission als "alarmierend hoch" bewertete.

Beste Nachwuchs-Jazzbands geehrt

Wettbewerb

Bands aus Bayern, Niedersachsen und Hessen haben den Hauptpreis im Wettbewerb des deutschen Jazz-Nachwuchses in Erfurt gewonnen. MAX.BAB aus Bayern, "Groove Conspiracy" aus Niedersachsen und die hessische Gruppe "Trioscene" werden zum Lohn vom DeutschlandRadio zu Studioaufnahmen in Köln eingeladen, wie die Veranstalter am Sonntag in Erfurt mitteilten. Die drei Bands hätten die Jury aus namhaften Jazzmusikern mit ihrer Professionalität und ihren "herausragenden musikalischen Konzepten" überzeugt. "MAX.BAB" erhielt zusätzlich eine Einladung zum Ostsee-Jazz-Festival 2001. "Groove Conspiracy" wird bei der "Jazzmeile Thüringen" auftreten. Außerdem wurden Sachpreise in Höhe von insgesamt 100.000 Mark und sieben Förderpreise vergeben.

Empfängnisverhütung bereits bei den alten Ägyptern

40 Jahre "Pille"

Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, wussten sich schon die alten Ägypter zu helfen: Vor 4000 Jahren zerstießen sie Granatapfelkerne und formten mit Hilfe von Wachs kleine Zäpfchen. Die Frucht enthält ein natürliches Östrogen. Wie die Antibabypille, die vor 40 Jahren am 1. Juni 1961 in Deutschland auf den Markt kam, könnte sie bei der Frau den Eisprung verhindert haben. Im Jahr 1550 vor Christus wird die vermutlich erste Verschreibung für ein Kontrazeptivum auf Papyrus ausgestellt. Historiker vermuten, dass es sich um Krokodilmist handelte, der vor dem Geschlechtsverkehr von der Frau eingeführt wurde.

Antibabypille: Seit 40 Jahren auf dem Markt

Anti-Baby-Pille

Als "grüne Bombe" machte die erste Antibabypille in Deutschland Schlagzeilen. Dabei wurde das Mittel vor 40 Jahren zunächst gründlich verkannt: Die grasfarbenen und in silbernes Stanniolpapier eingeschweißten Kügelchen des Berliner Pharmakonzerns Schering kamen am 1. Juni 1961 auf den Markt - als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden. Wer jedoch den Beipackzettel genau las, fand unter "Nebenwirkungen" den Hinweis auf die empfängnisverhütende Wirkung. Nach einem großen Zeitungsbericht war der Siegeszug der Antibabypille nicht mehr aufzuhalten. Klein aber oho - die winzigen Tabletten gelten heutzutage als der sicherste Schutz vor ungewollten Schwangerschaften.

"Verantwortliche Medizin ohne Präimplantationsdiagnostik"

Ärztevereinigung IPPNW

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) lehnen die Präimplantationsdiagnostik (PID) ab. Die "Selektion menschlicher Embryonen aufgrund ihrer genetischen Unerwünschtheit" sei mit dem ärztlichen Heilauftrag nicht zu vereinbaren, heißt es in einer Resolution, die am Sonntag nach einem viertägigen Ethik-Kongress der deutschen Sektion des IPPNW in Erlangen vorgelegt wurde. Aufgabe eines Arztes sei es, Krankheiten vorzubeugen und sie zu behandeln, nicht die Existenz eines behinderten Kindes zu verhindern, heißt es in dem Papier.

Kohl-Sohn Walter spielt Ernst-August

Hochzeitsfeier

Der ältere Sohn von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), Walter, hat bei der Hochzeit seines Bruders Peter am Samstag in Istanbul einen Kameramann angegriffen. Walter Kohl sei wortlos auf die vor der Basilica Sant'Antonio wartenden Journalisten zugestürmt und habe den türkischen Kameramann des Senders "Deutsche Welle-tv" ins Gesicht geschlagen und in die Rippen geboxt, sagte der verantwortliche Redakteur der Sendung "Deutschland heute", Rolf Grunert, in Berlin der Nachrichtenagentur ddp. Walter Kohl habe dann die Kamera gegen ein Eisentor geschleudert. Das Gerät sei aber ganz geblieben. Daher habe der Auslandssender "DW-tv" wie geplant über die Kohl-Hochzeit berichten können.

Verkehrsminister will Radler-Forderungen entsprechen

ADFC-Jahresversammlung

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) greift die Forderungen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf: Zur Förderung des Fahrradverkehr soll gemeinsam mit Ländern und Gemeinden ein Nationaler Radverkehrsplan erarbeitet werden, kündigte er am Samstag auf der ADFC-Jahreshauptversammlung in Hamburg an. Ziel sei es, die Nutzung des Fahrrads deutlich zu steigern.

Europaparlament: USA und Großbritannien hören uns ab

Zwischenbericht

Ein Arbeitsbericht des Europäischen Parlaments hat die Existenz des internationalen Abhörprogrammes des US-Geheimdienstes National Security Agency erstmals offiziell bestätigt. Wie es in einem ersten am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht heißt, werden mit Echelon vor allem Daten, die via Satellit übertragen werden, belauscht. Eine vorsätzliche Wirtschaftsspionage wird allerdings im Bericht nicht nachgewiesen.

Leichtes Spiel für Atom-Schmuggler und Terroristen

Experten-Konferenz

Der Schmuggel von radioaktivem Material ist weit verbreitet. Das ist das Ergebnis einer Konferenz der Internationalen Atomenergie-Agentur in Stockholm. Grenzkontrollen seien fast nicht existent, Überwachungssysteme funktionierten nicht, und der Schmuggel von radioaktivem Material sei gang und gäbe. Die Experten warnten, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich Terroristen diese Tatsache zunutze machen.

Berliner Koalition rechnet mit sechs Milliarden Mark neuen Schulden

Bankenkrise Berlin

Berlin braucht für das laufende Haushaltsjahr voraussichtlich weitere sechs Milliarden Mark Kredit. Nach einem dreistündigen Krisengipfel gehen die Regierungspartner davon aus, dass die Stadt sich wegen der Bankenkrise weiter verschulden muss. Ein entsprechender Nachtragshaushalt soll am 5. Juni im Senat beschlossen werden. Bei der Bankgesellschaft Berlin könnten nun 3000 statt 1600 Arbeitsplätze wegfallen.

Wirtschaft verhält sich "kaltschnäuzig und kleinlich"

Günther Grass

Das langwierige Tauziehen um die Entschädigungszahlungen für ehemalige NS-Zwangsarbeiter ist nach Ansicht von Literaturnobelpreisträger Günter Grass eine Blamage für die Wirtschaft. Dass Woche für Woche Hunderte ehemaliger Zwangsarbeiter wegsterben, habe man ungerührt angehört und abstrakt auf Rechtssicherheit gepocht, kritisiert Grass in der Sendung "polis", die am Montag im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wird. Grass sprach von "Kaltschnäuzigkeit und Hartherzigkeit ohnegleichen", teilte der WDR am Sonntag vorab mit. "Dass man nun auch noch kleinlich hinterher nicht die gesamten aufgelaufenen Zinsen auszahlen will, ist ein Beleg dafür, mit welcher Mentalität man es zu tun hat", kritisierte der Literat.

Flughäfen Tegel und Tempelhof dichtmachen

Bürgerinitiative

Die Berliner Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz verlangt die sofortige Schließung der innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof. Seit zehn Jahren warne die Initiative vor dem Gefahrenpotenzial dieser beiden Airports, sagte am Freitag ihr Sprecher Johannes Hauenstein. Der Absturz eines Kleinflugzeuges beim Landeanflug auf Tempelhof mache deutlich, dass die Warnungen vor einer Katastrophe berechtigt seien. Das Fehlen jeglicher Notlandeflächen außerhalb der Flughäfen in den Einflugschneisen zeige, dass Tegel und Tempelhof nicht nur eine Gefahr für die Anwohner, sondern auch für die Flugzeuginsassen darstellten.

Umweltverband verlangt wegen Gesundheitsgefahren Änderung des Chemikalienrechts

Hormone in Gewässern

Eine deutliche Senkung des Eintrags hormonell wirksamer Substanzen in die Gewässer hat am Freitag der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin gefordert. Notwendig seien dafür Ergänzungen der Abwasservorschriften und Änderungen des Chemikalienrechtes. Die Bundesregierung müsse mit dem Verbot aller hormonell aktiven Chemikalien endlich die Vorgaben der internationalen Konvention zum Schutz des Nordost-Atlantiks umsetzen, die das Gebot einer vollständige Minimierung der Einträge hormonwirksamer Substanzen in die Gewässer innerhalb von 25 Jahren enthalte.

"Der Traum ein Leben" in Regensburg uraufgeführt

Oper

Mit überwältigendem Erfolg ist am Donnerstag in Regensburg Walter Braunfels Oper "Der Traum ein Leben" uraufgeführt worden. Die Vertonung von Franz Grillparzers Zaubermärchen entstand bereits in den 30er Jahren und spiegelt die Versuchung des faschistischen Größenwahns wider. Der Komponist war unter Hitler als "Halbjude" und erklärter Gegner des Naziregimes geächtet worden.

Krankenkassen fordern Beibehaltung der Arzneimittel-Budgets

Gesundheitskosten

Die gesetzlichen Krankenkassen warnen die Bundesregierung nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" vor der akuten Gefahr steigender Beiträge. In einem Brief an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) heiße es, durch enorm steigende Arzneimittelausgaben sei "die Beitragssatzstabilität der gesetzlichen Krankenversicherung massiv gefährdet". Die Krankenkassen forderten deshalb eine Beibehaltung der Arzneimittelbudgets und die Festlegung von wirksamen Regressregelungen bei deren Überschreitung.

Deppendorf will Meinung machen

"Bericht aus Berlin"

ARD-Hauptstadtstudioleiter Ulrich Deppendorf sieht den "Bericht aus Berlin" als meinungsbildendes Magazin. "Man muss deutlich machen, was man will", sagte Deppendorf am Freitag im ARD-Morgenmagazin vor der 100. Sendung des Magazins. Die Internet-Zeitung ngo-online sieht hingegen in dem direkt oder indirekt betriebenen Meinungsjournalismus eine Gefahr für demokratische Entscheidungsprozesse. "Sind heute eigentlich die Journalisten die eigentlichen Politiker und wessen Interessen vertreten sie - die ihrer einflußreichen Anzeigenkunden aus der Wirtschaft", fragt der verantwortliche Redakteur der Internet-Zeitung, Henrik Paulitz.