Sofortprogramm wird noch nicht vorgestellt

Die Union zögert

Wegen der Hochwasserkatastrophe verschiebt die Union die Vorstellung ihres Sofortprogramms. Das Programm für die ersten Monate nach einer möglichen Regierungsübernahme sollte ursprünglich am Donnerstag präsentiert werden.

Kampagne von BUND und Body Shop übergibt Unterschriftenliste

"Ja zu positiver Energie"

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das englische Kosmetikunternehmen The Body Shop übergaben heute, am Dienstag dem 20. August, die im Rahmen der Kampagne "Ja zu positiver Energie" gesammelten Unterschriften dem Bundeskanzleramt. Bundeskanzler Schröder wurde gebeten, sie mit nach Johannesburg zu nehmen und sich dort dringend für einen weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien einzusetzen. Gerade angesichts der zunehmenden Wetterextreme und Hochwasserkatastrophen müsse Deutschland auf dem Weltumweltgipfel eine Vorreiterrolle übernehmen.

DRK und Diakonisches Werk sammeln weiter Spenden

Über 12,5 Mio. für Flutopfer

Die Spendenbereitschaft für die Hochwasseropfer ist seit einer Woche ungebrochen. Allein auf die Konten des Deutschen Rote Kreuzes (DRK) und des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland gingen bisher insgesamt mehr als 12,5 Millionen Euro ein. Über 8 Millionen Euro seien für die Aktion "Nachbarn in Not" zusammengekommen, sagte ein DRK-Sprecher. Davon flossen 3,4 Millionen Euro direkt an die Betroffenen der Flut. Familien erhielten über DRK-Kreisverbänden vor Ort Einmalzahlungen von bis 1000 Euro, Alleinstehende von bis 500 Euro. Vier Millionen Euro wurden zur Finanzierung des Einsatzes der rund 8000 freiwilligen DRK-Helfer in den Katastrophengebieten verwendet.

Freiwillige Feuerwehr hilft in Magdeburg

Brot, Müsli und heiße Suppe

Die Freiwillige Feuerwehr versorgt in Magdeburg im Kampf gegen die Jahrhundertflut Hilfskräfte und Evakuierte in Magdeburg mit etwa 20 000 Essenportionen täglich. "Ob kaltes Lunchpaket oder heiße Suppe - wir bereiten bis zu 10 000 Essensportionen zu und liefern aus", sagte Annette Siedentopf, Wehrleiterin und Verantwortliche bei der Versorgungsleitstelle der Freiwilligen Feuerwehr Olvenstedt. Die Freiwillige Feuerwehr Rothensee stelle weitere 10 000 Portionen bereit. Außerdem werden Getränke verteilt.

Die Hochwasserkatastrophe

Die Tiere trifft es auch

Von der Hochwasserkatastrophe sind auch Tausende Tiere betroffen. "Vor allem Wildtiere und landwirtschaftliche Nutztiere drohen in den Fluten zu ertrinken", sagte Manfred Hess, Sprecher des Bundes Deutscher Tierfreunde e.V. Wilde Tiere wie Rehe, Füchse oder Maulwürfe würden häufig von den Wassermassen überrascht und könnten nicht in andere Reviere ausweichen. Bei großen Mengen von Nutztieren sei in Einzelfällen eine rechtzeitige Evakuierung nicht mehr möglich. Einige Bauern hätten bereits ganze Herden notschlachten müssen. Außerdem könnten Haustiere oft nicht in die Notunterkünfte ihrer evakuierten Besitzer mitgenommen werden.

Neue Erkenntnisse im Reisanbau

Weniger Methan durch längere Ähren

Reispflanzen, die höhere Erträge bringen, scheiden auch weniger Methan in die Umwelt aus. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der niederländischen Wageningen Universität und dem Fraunhofer Institut bei Versuchen am internationalen Rice Research Institute auf den Philippinen gekommen. Die Forscher wollen mit diesem Wissen eine Optimierung des Reisanbaus erreichen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Bei Experimenten im Gewächshaus konnten die Wissenschaftler feststellen, dass die Pflanzen, die Kohlenstoff kanalisieren und zur Bildung von Blüten nutzen, weniger Treibhausgase in die Luft setzen.

Oppositionelle Gruppe will Irak befreien

Irakische Botschaft in Berlin besetzt

Die irakische Botschaft in Berlin-Zehlendorf ist am Dienstagnachmittag offenbar von Oppositionellen besetzt worden. Die Berliner Polizei ist mit einem Großaufgebot von Kräften vor dem Botschaftsgebäude vorgefahren. Nähere Einzelheiten wurden von der Polizei zunächst nicht mitgeteilt.

Neue Studie von Forsa veröffentlicht

Zahl der Internet-Benutzer steigt

Fast die Hälfte der Deutschen ab 14 Jahren (49,6 Prozent) ist bereits online erreichbar: 31,8 Mio. Personen haben in den vergangenen zwölf Monaten das Internet genutzt. Mit dem Überschreiten der 50-Prozent-Marke bei der Internet-Durchdringung ist noch in diesem Herbst zu rechnen. Dies ist das Ergebnis einer heute, Montag dem 19.August, veröffentlichten Studie, die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Online-Vermarkters SevenOne Interactive durchgeführt hat. Allein in den vergangenen sechs Monaten hat es in Deutschland demnach einen Zuwachs von 3,15 Mio. neuen Usern gegeben.

Hartz-Kommission

340 Seiten gegen Arbeitslosigkeit

Nach gut fünfmonatiger Arbeit hat die Hartz-Kommission ihren mehr als 340 Seiten umfassenden Abschlussbericht für eine Reform des Arbeitsmarktes vorgelegt. Hartz zeigte sich überzeugt, dass die Arbeitslosigkeit innerhalb von drei Jahren um zwei Millionen reduziert werden kann. Wichtiger Ansatzpunkt des Konzepts sei, dass es "keine Leistung ohne Gegenleistung" geben solle. So wird unter anderem die Zumutbarkeit zur Annahme einer Arbeit verschärft. Geplant ist laut Hartz auch "ein ganzer Katalog" von Anreizen für die Wirtschaft zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Neuerungen reichen darüber hinaus von einem Umbau der 181 Arbeitsämter zu effizienten "Jobmaschinen" über die stärkere Förderung der Selbstständigkeit in "Ich-AGs" bis hin zu einem Ausbau der Zeitarbeit.

Streit um Elbausbau

BUND fordert Stopp - Bundesverkehrsministerium hält an Plänen fest

Wegen des Jahrhunderthochwassers streiten sich Umweltschützer und Bundesverkehrsministerium über den Elbausbau. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte am Freitag einen sofortigen Stopp des Flussausbaus für die Schifffahrt. Der Leiter des BUND-Elbeprojektes, Ernst Paul Dörfler, sagte, die verheerenden Auswirkungen des Hochwassers machten die "Sünden der Vergangenheit" deutlich. Demgegenüber hält das Bundesverkehrsministerium am Elbausbau fest.

Papier, Bücher, Zeitschriften

Die Norm DIN A4 wird 80 Jahre alt

Den Begriff DIN A4 kennt heute jeder. Dahinter verbirgt sich die wohl bekannteste deutsche Norm, die im täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Dabei ist es erst 80 Jahre her, dass sie am 18. August 1922 unter der Bezeichnung DIN 476 "Papierformate" amtlich eingeführt wurde. Die Norm legt die Endformate für Bücher, Zeitschriften, Geschäftspapiere, Karteiblätter fest. Das Format A4 galt dabei als "Einheitsbriefbogen für das bisherige Briefquart- und Aktenformat". Damit war dem damals bestehenden Wirrwarr an Formaten und Beziehungen - von "Groß-Patria" bis "Super-Royal" - der Kampf angesagt.

Widerspruch: Mastgeflügel aus "tiergerechter Aufzucht"

Landgericht untersagt Geflügelzüchter irreführende Kennzeichnung

Im Kampf gegen die irreführende Kennzeichnung und Etikettierung von Lebensmitteln haben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen einen wichtigen Etappensieg errungen: Gemäß einem Urteil des Landgerichts Oldenburg darf Mastgeflügelfleisch nicht mit der Bezeichnung "tiergerechte Aufzucht" gekennzeichnet werden. "Dies ist ein Signal an die Lebensmittelindustrie, dass die Praxis der Irreführung und Täuschung nicht nur von den Verbrauchern, sondern endlich auch von der Rechtsprechung missbilligt wird", so der vzbv. Auslöser war eine Musterklage des vzbv gegen die Firma Stolle GmbH & Co. KG im Rahmen einer gemeinsamen Aktion der Verbraucherzentralen, die den Geflügelmarkt für den Verbraucher transparenter machen sollte.

BUND protestiert gegen "Klimakiller"

Stoiber und Westerwelle müssen umdenken

Aktivisten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben heute in Dresden gegen die mangelnde Klimaschutzpolitik von CDU/CSU und FDP protestiert. Mit Großplakaten mit den Aufschriften: "Stoiber und Westerwelle müssen umdenken! Gegen Treibhausgase helfen keine Deiche!" und "Ökosteuerkiller sind Klimakiller" auf der Augustusbrücke kritisierten sie die falsche Umweltpolitik der Opposition.

Hochwasser

Nida-Rümelin gibt Soforthilfe für Kulturstätten

Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) stellt bis zu drei Millionen Euro "Soforthilfe" für hochwassergeschädigte Kulturstätten zur Verfügung. Nida-Rümelin entschied am Freitag, diese Summe aus seinem laufenden Haushalt zu entnehmen, wie das Bundespresseamt in Berlin mitteilte. Er begründete die schnelle Maßnahme mit den katastrophalen Folgen des Hochwassers für zahlreiche herausragende Kulturstätten, insbesondere in Dresden. Ziel sei es, Theater und Museen rasch wieder öffnen zu können.

Eine Million Allianz-Kunden mit DDR-Police

Hochwasserschäden werden übernommen

Über eine Million Kunden der Allianz AG in den vom Hochwasser betroffenen Ländern Sachsen und Thüringen haben bei Schäden gute Chancen auf eine finanzielle Entschädigung. Sie besitzen DDR-Policen über eine so genannte erweiterte Haushaltversicherung, die nach der Wiedervereinigung von dem Münchner Versicherungsriesen übernommen wurden. In ihnen sind Elementarschäden wie Hochwasser automatisch enthalten. Bislang lägen nur wenige Schadenmeldungen vor, sagte ein Allianz-Sprecher am Freitag auf Anfrage. Dementsprechend gebe es "noch nicht einmal annähernd" einen Überblick über mögliche Schäden durch die Flutkatastrophe.

Deutsche Telekom AG

Justiz ermittelt wegen Telefonrechnungen

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat Ermittlungen gegen die Deutsche Telekom AG wegen angeblich falscher Telefonrechnungen aufgenommen. Die vor rund zwei Wochen von Amts wegen begonnenen Untersuchungen befänden sich noch im Anfangsstudium, sagte ein Justizsprecherin am Freitag auf Anfrage. Die Behörde habe sich auf Grund von Presseberichten veranlasst gesehen, dem Abrechnungsstreit zwischen der Telekom und der Einkaufsgemeinschaft Communitel nachzugehen. Zu dem Betrugsvorwurf wolle man aus ermittlungstechnischen Gründen nichts weiter sagen. Die Sprecherin bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatts" (Freitagausgabe).

SPD versus CDU

Skurriler Mousepad-Streit

Ein kleines Präsent der Bundesregierung zum Tag der offenen Tür am Wochenende sorgt für politischen Wirbel. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Kampeter hatte sich Ende Juli darüber beschwert, dass die Bundesregierung "unverblümt und in verbotener Weise" Steuermittel für Wahlwerbung einsetze. Dabei geht es um 100.000 Mousepads für angeblich 600.000 Euro, wie die "Bild"-Zeitung berichtete - noch dazu mit der Aufschrift "Links haben Vorfahrt". Wie der Chef vom Dienst des Bundespresseamtes, Michael Jürdens, jetzt dem Abgeordneten antwortete, stimmt lediglich die Zahl der bestellten Mousepads.

Studie:

Durchbruch des freien Musikdownloads bis 2005

Musiklabels werden sich bis 2005 auf einen Standardvertrag mit Online-Musikhändlern einigen, der den völlig unlimitierten Kauf von Musik im Internet gewährleistet. 2007 werde das Geschäft mit dem Online-Download bereits 17 Prozent des gesamten Musikgeschäfts ausmachen. Diese Prognosen stellt eine Analyse des Marktforschers Forrester Research auf. Die in der Studie in Anlehnung an die US-Grundrechte-Charta "Bill of Rights" als "Music Bill of Rights" bezeichneten Eckpunkte dieser Standardverträge werden die Wünsche und Bedürfnisse anspruchsvoller digitaler Musikkonsumenten widerspiegeln. Musiklabels werden demnach diese "Music Bill of Rights“ erfüllen oder sinkende Musikverkäufe in Kauf nehmen müssen.

Energie

Brennstoffzellen-Lokomotive erfolgreich getestet

Mit gutem Erfolg hat die erste Wasserstoff-Lokomotive der Welt erste Testfahrten abgeschlossen. Bei der Wasserstoff-Lok handelt es sich um eine Grubenlok. Sie wurde vom Fuelcell Propulsion Institute und von der Vehicle Projects LLC in den USA konzipiert und vom Canada Centre for Mineral and Energy Technology in einem Versuchsbergwerk in Val d’Or/Quebec erprobt.

"Klimakiller"

BUND protestiert gegen Stoiber und Westerwelle

Aktivisten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland haben heute in Dresden gegen die mangelnde Klimaschutzpolitik von CDU/CSU und FDP protestiert. Mit Großplakaten mit den Aufschriften: "Stoiber und Westerwelle müssen umdenken! Gegen Treibhausgase helfen keine Deiche!" und "Ökosteuerkiller sind Klimakiller" auf der Augustusbrücke kritisierten sie die Umweltpolitik der Opposition.