Naturschutz in der Landwirtschaft

NABU fordert weitere Unterstützung für den Ökologischen Landbau

Der Naturschutzbund NABU hat anlässlich der Zwischenbilanz des Bundesprogramms Ökologischer Landbau durch Verbraucherschutzministerin Renate Künast eine konsequente Weiterführung der Agrarwende gefordert. "Der eingeschlagene Weg zu mehr Gesundheit und Naturschutz in der Landwirtschaft muss im Interesse von Verbrauchern und Bauern entschlossen fortgesetzt werden", sagte NABU-Sprecher Bernd Pieper. Der ökologische Landbau entspreche am ehesten dem Idealbild einer nachhaltigen Landbewirtschaftung und erbringe wichtige gesellschaftliche Leistungen in den Bereichen Boden, Wasser, Luft sowie Artenvielfalt. So seien etwa die Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten auf Biobetrieben teilweise mehr als doppelt so hoch wie im konventionellen Landbau.

USA-Studie

Jeder fünfte HIV-Neuinfizierte resistent gegen Medikamente

Die Resistenz des HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) steigt. Bereits jeder fünfte Neu-Infizierte trägt einen Virus, der entweder auf ein einziges Medikament oder auf eine Mehrfach-Behandlung nicht reagiert. Die laut Forschern der University of California, San Diego, "besorgniserregenden" aber "nicht alarmierenden" Ergebnisse basieren auf einer Fünfjahres-Multicenter-Studie an 300 Patienten in zehn US-Städten.

Höchste Strafe gegen Spam-Werber

Millionenstrafe gegen Werbefax-Versender

Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat gegen das Fax-Portal Fax.com eine Strafe von 5,4 Mio. Dollar (5,59 Mio. Euro) verhängt. Das ist die bisher höchste Strafe gegen einen Spam-Versender. Das Unternehmen hat laut FCC in mindestens 489 Fällen gegen bestehende Gesetze verstoßen. "Fax.com hat ein ganzes Netz an Betrügereien geknüpft, um unerkannt zu bleiben", zitiert der Nachrichtendienst ddp die FCC-Sprecherin Kathleen Q. Abernathy.

Umweltschutz spart Milliarden ein

Zerstörung von Naturgebieten ist schlechtes Geschäft

Britische und amerikanische Forscher haben festgestellt, dass die Erhaltung des natürlichen Habitats den größten kommerziellen Nutzen für den Menschen darstellt. Das gilt für alle mögliche Ökosysteme, berichtet das Team in einem Bericht im Wissenschaftsmagazin Science. Die Kosten-Nutzen-Rechnung für die Erhaltung des natürlichen Lebensraumes beinhaltet auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und die Garantie einer klimatischen Regulierung.

Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz

Patienten legen großen Wert auf Datenschutz in der Arztpraxis

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) führt derzeit unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsministerin Heide Moser gemeinsam mit der Ärztekammer und der Zahnärztekammer die Aktion "Datenschutz in meiner Arztpraxis" durch. Im Rahmen der Aktion konnten sich die Bürgerinnen und Bürger zwei Tage lang im Sophienhof am Ausstellungsstand des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz über Datenschutzfragen informieren. 613 Personen nahmen an einer bei dieser Gelegenheit durchgeführten Umfrage zum Datenschutz in Arztpraxen teil. Nach Auswertung der Fragebögen ergibt sich ein bemerkenswert hoher Stellenwert des Patientengeheimnisses für die Bürgerinnen und Bürger.

Verkehrsclub Deutschland

Klimasteuer für PKW und Maßnahmen gegen Bodenversieglung gefordert

Angesichts der extremen Unwetter und Überschwemmungen in Deutschland, Italien und Österreich fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) entschiedenere Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Natur. In erster Linie müsse der Ausstoß des Treibhausgases CO2 rapide gesenkt werden. Gerade im Verkehrsbereich lägen nach wie vor große Einsparpotenziale brach. Um diese schnell zu erschließen, müsse europaweit für alle Fahrzeuge ein verbindlicher Grenzwert für CO2 eingeführt werden.

Bauern wollen keine Gentechnik

Greenpeace protestiert mit deutschen und kanadischen Landwirten vor der Bayer AG

Sieben von zehn Landwirten in Deutschland sind gegen Gentechnik auf dem Acker. Dies belegt eine nee repräsentative Umfrage der Wickert Institute in Hildesheim im Auftrag von Greenpeace. Demnach wollen 70 Prozent der Bauern kein genmanipuliertes Saatgut anbauen und 72 Prozent kein Gen-Futter für ihre Tiere kaufen. Ebenso viele Bauern wollen informiert werden, wenn benachbarte Landwirte Gen-Pflanzen anbauen. "Keine Gen-Pflanzen auf den Acker" fordern daher Greenpeace-Aktivisten zusammen mit Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) am Freitagmorgen in einer Protestaktion vor der Zentrale von Bayer in Leverkusen. Die Landwirte werfen dem Gentechnik-Konzern vor, dass sich seine Gen-Pflanzen unkontrolliert ausbreiten.

Irak-Konflikt

Schröder schließt Einsatz aus - Fischer sieht Verhältnis zu USA nicht belastet

Die rot-grüne Bundesregierung hält an ihrer Ablehnung eines möglichen Militärschlags gegen den Irak fest. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schloss am Freitag definitiv eine Beteiligung deutscher Truppen an einem solchen Einsatz aus. Bei der Bundeswehr sei die Grenze für Auslandseinsätze erreicht, sagte der Kanzler. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sieht dennoch keine Vertrauenskrise für das westliche Bündnis. CDU und FDP warfen Rot-Grün dagegen erneut Wahlkampf mit dem Thema Irak vor.

Arbeitsmarktpolitik

Hartz-Kommission mit einstimmigem Votum

Die Hartz-Kommission hat sich bei ihren Schlussberatungen am Freitag in Berlin auf ein Konzept zur Reform des Arbeitsmarktes geeinigt. Darin soll auf kollektive Kürzungen des Arbeitslosengeldes verzichtet werden. Der Vorsitzende der Kommission, VW-Personalvorstand Peter Hartz, sagte, es seien alle Eckpunkte einstimmig gebilligt worden. Die Kommission habe Einvernehmen bei "13 Innovationspotenzialen" erzielt. Auch der Job-Floater solle Bestandteil eines Finanzierungskonzepts werden. Hartz zeigte sich überzeugt, dass damit die Arbeitslosigkeit innerhalb von drei Jahren um zwei Millionen reduziert werden kann.

Existenzgründermesse

"Start" hilft Existengründern und Jungunternehmern

Die Hilfe für Gründer und junge Unternehmer in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist Schwerpunkt der diesjährigen Existenzgründermesse "Start". "Das wirtschaftliche Klima ist rauer geworden. Deshalb brauchen Existenzgründer und junge Unternehmer im Augenblick mehr denn je unsere Unterstützung", sagte Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) am Freitag in Düsseldorf. Die Messe findet vom 27. bis 29. September in Essen statt. Das Landes-Gründungsnetzwerk "Go!" ist Hauptpartner dieser bundesweiten Leitmesse.

Medien in Kinderhand

Ratgeber hilft beim Umgang mit Computer und Co.

Medien bestimmen unseren Alltag. Radios, Fernsehgeräte, Computer, Videorekorder und Handys gehören zur Grundausstattung der meisten Haushalte - und haben längst auch die Kinderzimmer erobert. Angesichts der Medienflut fühlen sich Eltern allerdings oft hilflos: Was soll man den Kindern erlauben und wo sollten Grenzen gesetzt werden? Voraussetzung für Spaß und Nutzen an den technischen Meiden ist der verantwortungsvollen Umgang mit Flimmerkiste, Computer und Co. Doch wie können Kinder dies lernen? Ein neuer Ratgeber der Verbraucherzentralen für Eltern mit Kindern bis zu 14 Jahren bietet jetzt Hilfe bei der Orientierung in der Welt der Medien.

Dosenpfand ist ökologisch vorteilhaft

Verbraucher Initiative zur Ökobilanz von Getränkeverpackungen

Die Diskussion um das Dosenpfand hat die Ökobilanzen von Ein- und Mehrwegverpackungen bei Verbrauchern wieder zum Thema gemacht. Nicht zuletzt deswegen wird von Seiten der Einweglobby auf die vermeintlich mangelnde ökologische Wirksamkeit des Pfandes hingewiesen. Dieser Darstellung tritt die Verbraucher Initiative entgegen und bietet der umweltbewussten Kundschaft Informationen zur Ökobilanz von Getränkeverpackungen. "Die umfassende Ökobilanz des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2000 hat wissenschaftlich fundiert die ökologische Spreu vom Weizen getrennt. Dosen und Einwegflaschen erwiesen sich dabei als die eindeutigen Verlierer," betont Ralf Schmidt, Umweltexperte der Verbraucher Initiative. Sie verbrauchen in hohem Maße natürliche Ressourcen und Energie und tragen zur Klimaänderung bei.

Politiker im Schlafanzug auf Berlins Straßen

Greenpeace-Jugendliche auf Protest-Tour zu Botschaften

In einem ungewöhnlichen Protestzug zogen rund 30 Greenpeace-Jugendliche am Donnerstag vormittag als verschlafene Politiker verkleidet durch Berlin zu den Botschaften von USA, Kanada, Australien, Südafrika, Malaysia und Finnland. Angeführt wurde die Karawane der Politiker, die Schlafanzüge und Kopfkissen trugen, von den "Regierungschefs" der USA, Kanadas und Australiens, die auf Stelzen liefen und mit einer Erdkugel Jo-Jo spielten. Anlässlich des bevorstehenden Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg protestierten die Jugendlichen dagegen, dass die Regierungschefs der Teilnehmerstaaten den globalen Umweltschutz nicht ernst nehmen.

Arznei mit bösen Folgen

Vor einem Jahr nahm Bayer Lipobay vom Markt

Die Bilanz ist verheerend: Möglicherweise rund 100 Todesfälle, bisher annähernd 1000 überwiegend in den USA eingereichte Klagen gegen das Unternehmen, dazu ein herber Gewinneinbruch und Umsatzausfälle in Milliardenhöhe, Stellenabbau sowie Schäden am Konzernimage. Auch ein Jahr, nachdem der Skandal um den Cholesterin-Senker Lipobay im August 2001 erstmals die Öffentlichkeit in Deutschland und der Welt schockte, ist für den Leverkusener Chemie- und Pharma-Konzern Bayer die Welt nicht mehr dieselbe. Immer noch hängt das Lipobay-Desaster wie ein Damoklesschwert über dem Konzern.

Vergessen ist tödlich

Experten warnen vor einem Anstieg der HIV-Infektionen

Deutschland droht ein Anstieg der HIV-Infektionen. Nach Ansicht von Medizinern und Forschern wird in diesem Jahr sowohl die Zahl sexuell übertragener Krankheiten wie Syphilis als auch die der HIV-Infektionen deutlich höher liegen als im Vorjahr. Darauf ließen die Daten verschiedener Labore und Schwerpunktpraxen schließen, sagte Bernhard Bieniek, Arzt in einem Aids-Schwerpunkt-Klinikum, vor dem Kongress "HIV im Dialog" in Berlin. Nach Angaben von Ulrich Marcus vom Robert-Koch-Institut fehlen zwar bisher verlässliche Daten, aber auch er befürchtet mehr HIV-Infektionen. Die Furcht vor Aids und damit der Gebrauch von Kondomen habe in den vergangenen Jahren nachgelassen, erklärte der Wissenschaftler die Entwicklung.

Streit um "Teilkasko"-Versicherungen

Private Krankenversicherer werden drastisch teurer

Den knapp acht Millionen privat Krankenversicherten blühen zum 1. Januar 2003 möglicherweise Beitragserhöhungen von mehr als zehn Prozent. Wie der Chef der Deutschen Krankenversicherung (DKV), Jan Boetius, am Mittwoch sagte, wollen die Unternehmen "durch die Bank" ihre Beiträge zweistellig "anpassen". Er machte dafür gestiegene Kosten für Arztbehandlungen und Arzneimittel verantwortlich. Außerdem werde die Branche die höhere Lebenserwartung berücksichtigen. Unions-Gesundheitsexperte Horst Seehofer (CSU) rechnet damit, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen teurer werden. Vermutlich würden zum 1. Januar kommenden Jahres die Beiträge für die Versicherten um 0,2 bis 0,5 Prozent steigen.

Siebenmal Seehundstaupe-Virus nachgewiesen

Fast 100 tote Seehunde an ostfriesischer Küste gefunden

Die Zahl der an der ostfriesischen Küste tot angeschwemmten Seehunde ist weiter gestiegen. Seit Mitte Juli wurden an der Küste und auf den Inseln 95 verendete Tiere registriert, wie die Sprecherin der Bezirksregierung Weser-Ems, Herma Heyken, am Mittwoch sagte. Es werde befürchtet, dass die Tiere dem Seehundstaupe-Virus zum Opfer gefallen sind. Bei sieben toten Tieren hatte die Virologie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover das gefährliche Virus nachgewiesen. Von einer Staupe-Epidemie in der deutschen Nordsee könne noch nicht gesprochen werden, sagte der Leiter der Seehundaufzuchtstation Norddeich, Peter Lienau. Weiterhin gehe jedoch die Angst vor einem Massensterben um.

Drei Tatverdächtige wieder frei

Haftbefehl nach Überfall auf Afrikaner

Nach einem Überfall auf einen Asylbewerber aus Afrika ist ein 20 Jahre alter Hauptverdächtiger aus Halle in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen den Mann wurde am Mittwoch Haftbefehl erlassen, sagte ein Polizeisprecher. Drei weitere Tatverdächtige befänden sich nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß, hieß es.

Halbjahres-Bilanz der direkten Demokratie

Bürger wehren sich immer öfter gegen Privatisierungen

Die Debatte über die direkte Demokratie in Deutschland wurde im ersten Halbjahr 2002 von der Abstimmung des Bundestages über die Aufnahme von Volksentscheiden in das Grundgesetz dominiert, die am 7. Juni am Veto der Union scheiterte. Während die Bürger also weiter auf mehr Mitsprache auf nationaler Ebene warten müssen, machen sie intensiv Gebrauch von ihren Rechten in den Ländern. Vor allem in den Kommunen ist der Trend zum Bürgerbegehren ungebrochen. Dies stellt der Fachverband Mehr Demokratie in seiner Halbjahres-Bilanz der direkten Demokratie fest.

Homo-Ehe soll Rausschmiss bringen

Schwulenverband kritisiert Kündigungsdrohung der Bischöfe

Die Ankündigung der katholischen Bischöfe, Beschäftigte im kirchlichen Dienst bei Eingehen der so genannten Homo-Ehe zu entlassen, stößt beim Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) auf massive Kritik. LSVD-Sprecher Manfred Bruns warf den Bischöfen am Donnerstag in Berlin vor, ihre homosexuellen Mitarbeiter wie "ansteckende Kranke" aussondern zu wollen. Dies betreffe nicht nur die Beschäftigten im kirchlichen Verkündigungsdienst, sondern auch die Mitarbeiter in den Einrichtungen der Caritas sowie in den katholischen Kindergärten, Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen sowie Privatschulen oder Kirchenzeitungen.