"Juki Net" wird eingeführt

Überwachung in Japan

Trotz zahlreicher Proteste beginnt die japanische Regierung heute, Montag, mit ihrem umstrittenen Datenbank-Projekt "Juki Net". Das System weist jedem Japaner eine elfstellige Identifikationsnummer zu, die zentral Auskunft über Name, Alter, Geschlecht und Wohnort gibt. Mit dem Register sollen alle Regierungsstellen schnellen Zugriff auf personenbezogene Daten erhalten. Die Regierung propagiert das Juki Net vor allem als ein Mittel der Effizienzsteigerung für die Verwaltung. Wegen der Bedenken in der Öffentlichkeit, wird das System allerdings nur schrittweise eingeführt, wie die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun berichtet. Nach einer Umfrage der Tageszeitung, äußerte acht von zehn Japanern Datenschutz-Bedenken gegen Juki Net.

Nach dem Anschlag auf die Universität in Jerusalem

Ausländische Studenten bleiben in Jerusalem

Der Terroranschlag auf dem Campus der Hebräischen Universität in Jerusalem, der fünf US-amerikanischen Studenten das Leben kostete, habe Gefühle der Solidarität zwischen Amerikanern und Israel hervorgerufen. Das berichtet die Jerusalem Post. Shimon Lipsky, der Vizepräsident der Internationalen Rotheberg Schule an der Universtität in Jerusalem, bestätigte, dass dies weiterhin die vorherrschende Haltung der Studenten sei, da von den 500 eingeschriebenen Studenten für das Einjahresprogramm keine abgebrochen hätten. Nach Angaben Lipskys tuen die Mitarbeiter ihr Bestes, um die Funktionen der Schule aufrecht zu erhalten und den Studenten bei der Verarbeitung des Geschehenen zu helfen.

Filmfwettbewerb von Hiroshima

Filme für Frieden und Verständigung

Auf dem 9. Hiroshima International Animation Film Festival, das vom 22.bis zum 26. August stattfindet, laufen fünf deutsche Streifen im Wettbewerb. Insgesamt werden 14 deutsche Filme und eine Koproduktion bei dem Kurzfilmfestival gezeigt, wie die Export-Union des Deutschen Films am Dienstag in München mitteilte. Der Schwerpunkt der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung liegt auf Filmen, die sich mit den Themen Frieden und internationale Verständigung beschäftigen. Die Streifen dürfen bis zu 30 Minuten lang sein.

Entführung im Sudan

Verschleppte Entwicklungshelfer zurück in Deutschland

Die beiden im Südsudan verschleppten deutschen Entwicklungshelfer sind wieder zurück in Deutschland. Sie trafen am Dienstag auf dem Frankfurter Flughafen ein. Forberg und sein Kollege Horstmeier von der internationalen Entwicklungshilfe-Organisation "World Vision" sagten nach ihrer Ankunft, sie seien "überglücklich", wieder zu Hause zu sein. Die Folgen der mehrtägigen Gefangenschaft waren beiden noch anzusehen: Horstmeier lief auf wunden Füßen, Forberg saß wegen offener Wunden an den Füßen sogar im Rollstuhl. Vor Ort waren sie in einem Projekt zur Konfliktbearbeitung beschäftigt.

Polizei ermittelt gegen rechtsextremistischen Jugendblock

Platzverweis für rechte Jugendliche

Nach einer Durchsuchung im Vereinshaus des rechtsextremistischen "Nationalen Jugendblocks" (NJB) ermittelt die Polizei im sächsischen Zittau wegen Volksverhetzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, waren bei dem Einsatz am 27. Juli Luftgewehre sowie Schlag-, Hieb- und Stichwaffen sichergestellt worden. Außerdem seien gegen 22 Personen Platzverweise ausgesprochen worden.

Unternehmen will Berhandlungskosten für beschäftigte zahlen

Kampf gegen Aids

Der Minengigant Anglo-Americanwill für alle aidskranken Beschäftigten die Behandlungskosten übernehmen. Das Unternehmen will damit helfen, die Aids-Epidemie in Südafrika unter Kontrolle zu bringen. Anglo-American ist das erste Großunternehmen, das eine solche Kampagne startet, berichtet BBC-online am Dienstag. AngloGold, die Goldminen-Tochter des Unternehmens, hat in einer Untersuchung Anfang des Jahres veröffentlicht, dass 28 Prozent der 44.000 Beschäftigten mit Aids infiziert sind. Die Infektionsrate liege damit dreimal höher als in ganz Südafrika.

Fünf Monate nach Friedensschluss

Tausende in Angola kämpfen ums Überleben

Fünf Monate nach dem Friedensschluss in Angola ist die Ernährungssituation noch immer dramatisch. Nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen benötigen Hunderttausende Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe. Der Organisation zufolge läuft die Hilfe in den Demobilisierungslagern für ehemalige UNITA-Kämpfer und ihre Familien langsam an. Die Nahrungsmittelprogramme für die Zivilbevölkerung seien jedoch noch immer vom Zufall abhängig. Für diejenigen, die mindestens bis zur Ernte Anfang 2003 auf externe Hilfe angewiesen sind, sehe die Zukunft düster aus.

Doku räumt mit Mythos auf

"Asket" Hitler war steinreich und geldgeil

Eine NDR-Dokumentation räumt mit dem weitverbreiteten Mythos auf, dass Adolf Hitler arm war. Bei seinem Selbstmord im Bunker der Berliner Reichskanzlei war er ein steinreicher Mann, fand Fernsehjournalist Ingo Helm heraus. Der Autor ging den Spuren von "Hitlers Geld" nach und kommt zu dem Ergebnis, dass der Diktator zum Schluss umgerechnet eine "Summe im siebenstelligen D-Mark Bereich" besessen haben muss. Hitler habe das Image vom asketischen und anspruchslosen Lebenswandel gezielt durch die eigene Propagandamaschinerie erzeugen lassen. "Aber es ist eine Legende", sagte Helm bei der Vorstellung seines Filmes am Montag in Hamburg.

Ungeklärte Wasserstoffexplosion vor Jahren

Atomkraftwerk Brunsbüttel geht vorerst nicht ans Netz

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel wird in absehbarer Zeit nicht ans Netz gehen. Zunächst müsse ein alter, bisher nicht klar identifizierter Störfall geklärt werden, der rund zehn Jahre zurückliege, sagte Schleswig-Holsteins Energiestaatssekretär Wilfried Voigt am Montag in Kiel. Dabei gehe es um eine Wasserstoffexplosion. Die Betreiber hätten zudem einen vom Land geforderten Reparaturkatalog nicht erfüllt. Das Sicherheitsmanagement weise ebenfalls noch Mängel auf.

Vergewaltigung in Kaserne

Staatsanwältin fordert sieben Jahre Haft

Im Prozess um die Vergewaltigung in einer Münchner Bundeswehrkaserne fordert die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Haft für den 22-jährigen Angeklagten. Das 17-jährige Opfer habe ihn bei einer Gegenüberstellung identifiziert, betonte die Anklägerin am Montag vor dem Münchner Landgericht. Dem ehemaligen Obergefreiten in der Sanitätsakademie wird vorgeworfen, in der Nacht zum 30. März vorigen Jahres die Bundeswehrbewerberin rund vier Stunden lang mit Gewalt zum Sex gezwungen zu haben. Die Vergewaltigung sei "brutal und sadistisch" gewesen, sagte die Staatsanwältin. Das Opfer habe stundenlang unter Todesangst gelitten.

Streit um Frauenrechte

Katholische "Priesterinnen" exkommuniziert

Sieben vor fünf Wochen zu Priesterinnen geweihte Frauen sind von der katholischen Kirche exkommuniziert worden. Der Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan, Joseph Kardinal Ratzinger, unterzeichnete am Montag das entsprechende Dekret. Die Frauen sind damit von allen Sakramenten und Ämtern der katholischen Kirche ausgeschlossen. Die Exkommunikation kann rückgängig gemacht werden, wenn die Frauen, wie in dem Dekret ausdrücklich vermerkt ist, "zur Einsicht gelangen und den Weg zurück finden zur Einheit im Glauben und zur Gemeinschaft mit der Kirche, die sie durch ihr Handeln verletzt haben".

Immer weniger Geburten

Deutschlands Schulen verwaisen

Die Zahl der Schüler wird in Deutschland in den nächsten 18 Jahren rapide abnehmen. Für das Jahr 2020 rechnet die Kultusministerkonferenz (KMK) an den allgemein bildenden und beruflichen Bildungseinrichtungen mit 2,4 Millionen weniger Schülern. Dies entspreche einem Rückgang um mehr als 19 Prozent, teilte die KMK am Montag in Berlin mit.

Statt festem Mindestabstand

Windkraftbetreiber verpflichten sich zu mehr Lärmschutz

Die Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen in Nordrhein-Westfalen reagieren mit einer freiwilligen Verpflichtung zu mehr Lärmschutz auf die anhaltende Kritik betroffener Anwohner. Eine entsprechende, bundesweit bisher einmalige Erklärung des Bundesverbandes Windenergie (BWE) stellten der Städtebauminister des Landes, Michael Vesper (Grüne), und der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Johannes Lackmann, am Montag in Düsseldorf vor.

Verstoß gegen EU-Recht

NABU kritisiert Beginn der Wasservogeljagd in Frankreich

Der Naturschutzbund NABU und seine europäischen Partnerverbände von BirdLife International haben den Beginn der Wasservogeljagd in Frankreich scharf kritisiert. "Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Europäer und Barbarei in Reinkultur!", sagte NABU-Europaexperte Claus Mayr. Nach den Bestimmungen der 1979 unter dem Ratsvorsitz Frankreichs verabschiedeten EG-Vogelschutzrichtlinie dürfen Zugvögel nur in der Zeit nach dem Flüggewerden der Jungvögel und vor dem Heimzug in die Brutgebiete bejagt werden. So ist in Deutschland die Jagd auf ziehende Entenarten nur vom 1. Oktober bis zum 15. Januar, auf Bläss-, Saat-, Ringel- und Kanadagänse nur vom 1. November bis zum 15. Januar erlaubt. Frankreich wurde wegen seiner zu langen Jagdzeiten mehrmals vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verurteilt. Dennoch löst die neue Regierung jetzt ein Versprechen gegenüber der mächtigen Jagdlobby ein.

Mehr Wind im Energiemix

Windkraft knackt die 10 000 Megawatt-Grenze

Deutschland ist schon seit Jahren bei der Kapazität der installierten Windkraftanlagen Weltspitze. Der Rekord überspringt nun am Dienstag die Schwelle von 10 000 Megawatt. Nach Angaben des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) wird mit der offiziellen Inbetriebnahme von einer der insgesamt 14 Windturbinen bei Bimolten in der Nähe von Nordhorn (Niedersachsen) dieser neue Meilenstein gesetzt. In knapp 20 Jahren, die seit dem Start des ersten privaten und ins Netz einspeisenden Windrades vergangen sind, hat die Windenergie den Schritt aus der Nische vollzogen. Die Debatte um das künftige Wachstumspotenzial berührt die Grundsatzfrage, welche Rolle die Windenergie im deutschen Energiemix mittel- und langfristig einnehmen könnte.

Grundgebührerhöhung sei dank

Telefonieren im Juli wieder teurer

Für private Haushalte haben sich Telekommunikationsdienstleistungen im Juli weiter verteuert. Die Preise hätten um 0,7 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag in Wiesbaden mit. Im Juni und Mai 2002 hatten die Jahresveränderungsraten jeweils 0,6 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat sei der Gesamtindex im Juli 2002 in Folge von Preiserhöhungen im Festnetzbereich um 0,1 Prozent gestiegen, erklärte Destatis.

Nachbesserungen in Gorleben

Holzstoßdämpfer sollen Katastrophe bei Castor-Absturz verhindern

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) reagiert jetzt mit Nachbesserungen im Zwischenlager Gorleben auf Zweifel an der Sicherheit der Castorbehälter. Um einen harten Aufprall der mehr als 100 Tonnen schweren, gusseisernen Behälter nach einem möglichen Sturz abzumildern, soll der Betonboden in der Halle des Zwischenlagers Gorleben mit einem "Holzstoßdämpfer" versehen werden, berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" in ihrer Montagausgabe. Außerhalb des gedämmten Bereichs soll die Höhe des Hallenkrans so begrenzt werden, so dass der Castor am Kranhaken nicht höher als 25 Zentimeter über dem Hallenboden schweben kann.

Abschrechkung und Abschaffung des Asylrechts wirken

Immer weniger Asylbewerber in Deutschland

In den ersten sieben Monaten sind in Deutschland deutlich weniger Asylanträge gestellt worden als vor einem Jahr. Die Zahl ging um 6724 (13,8 Prozent) auf 42 160 zurück, wie Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Sonntag in Berlin mitteilte. Im Juli stellten den Angaben zufolge 5947 Menschen in Deutschland einen Asylantrag. Dies seien 283 mehr als im Juni, aber 2146 weniger als vor einem Jahr. Schily erwartet für das Gesamtjahr eine Aslybewerberzahl zwischen 65 000 und 70 000. Während der Regierungszeit von Helmut Kohl (CDU) lag die Zahl laut Innenministerium bei rund 100 000 jährlich.

63 Prozent könnten sich Manipulationen vorstellen

Journalisten halten Wahlumfragen für schädlich

55 Prozent der deutschen Bundespressekonferenzmitglieder sehen Wahlumfragen für ihre Arbeit zwar als "hilfreich", allerdings glauben auch 83 Prozent, dass sich die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen auf das Wählerverhalten auswirkt. Zu diesem Ergebnis kommt Frank Brettschneider, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Augsburg, der die 713 Mitglieder der Bundespressekonferenz nach ihren Einstellungen zu Wahlumfragen befragt hat. Dies berichtet der Informationsdienst der Wissenschaft (IDW) in einer Aussendung.

Protest gegen ESSO

"Prädikat: Besonders verantwortungslos"

"Testurteil: Besonders verantwortungslos". Das stand auf überdimensionalen Urkunden, die Greenpeace-Aktivisten am Samstag in 18 Städten vor ESSO-Tankstellen präsentierten. Unter anderem in Aachen, Augsburg, Bremerhaven und Dresden demonstrierten Greenpeace-Mitglieder gegen ESSO und seine umweltzerstörende Geschäftspolitik. Die Aktivisten verteilen Flugblätter, informieren Passanten und sammeln Unterschriften von Menschen, die mehr Verantwortung von ESSO für den Umweltschutz fordern.