Umweltverbände zur Regierungserklärung

Nachhaltigkeitsstrategie

Die Vorsitzenden der großen Umweltverbände, Angelika Zahrnt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND, Jochen Flasbarth vom Naturschutzbund NABU und Hubert Weinzierl vom Deutscher Naturschutzring DNR haben die Verabschiedung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie durch die Bundesregierung begrüßt. Bei der Überarbeitung der ersten Fassung seien wichtige Anliegen der Verbände übernommen worden. Mit dieser Nachhaltigkeitsstrategie vom Mittwoch habe die Bundesregierung ein verbindliches und ressortabgestimmtes Programm erarbeitet, das als deutscher Beitrag zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im August 2002 in Johannesburg vorgelegt werden könne.

PETA darf weiter gegen Angeln protestieren

Tierschützer vor Gericht

Die Tierschützer von Peta Deutschland können aufatmen. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat mit seinem heutigen Urteil verhindert, dass die Angler den Tierschützern einen Maulkorb verpassen. Das Gericht hat sich auf das Recht auf freie Meinungsäußerung berufen und der PETA zugestanden, auch weiterhin behaupten zu dürfen, dass "Angeln die Empfindungslosigkeit und die Ignoranz gegenüber dem Leben verstärke und zur erheblichen Verrohung der Gesellschaft beitragen könne und so der Grundstein gelegt werden könnte, dass sich junge Menschen zu Gewalttätern entwickelten".

Wissenschaftler: Pottwale stärker bedroht als bisher bekannt

Walfang

Bei der Pressekonferenz der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) am Mittwoch in München präsentierte Prof. Dr. Hal Whitehead, international renommierter Walforscher, Aufsehen erregendes Datenmaterial. Er beweist, dass sich weit weniger Pottwale in unseren Meeren tummeln als angenommen. Die vorliegenden wissenschaftlichen Informationen lassen stark daran zweifeln, dass sich der Pottwalbestand von der jahrzehntelangen, intensiven kommerziellen Bejagung erholt hat.

Israels Atomwaffen

IPPNW-Factsheet

ngo-online dokumentiert das IPPNW-Factsheet "Israels Atomwaffen" von Xanthe Hall, Atomwaffen-Expertin der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW).

Verbraucherinformationsgesetz soll auch Firmen zur Auskunft verpflichten

"Schweigen, beschönigen, tricksen"

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat erneut einen Auskunftsanspruch der Verbraucher zu Produktinformationen bei Unternehmen gefordert. Zwei Tage vor der Bundestagsdebatte zum Verbraucherinformationsgesetz legte der vzbv eine Untersuchung zum Auskunftsverhalten von Unternehmen bei Verbraucheranfragen vor. "Die Untersuchung zeigt, dass sich die Verbraucher auf rein freiwillige Unternehmensangaben nicht verlassen können," sagte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller in Berlin. "Viele Unternehmen entziehen sich kritischen Verbraucheranfragen durch Nichterreichbarkeit, Schweigen, beschönigende oder falsche Antworten." Sie nannte es besonders bestürzend, dass "offenbar vor allem Unternehmen der Lebensmittelbranche immer nur über das informieren, was die Öffentlichkeit ohnehin bereits weiß."

Geschlechterrollen manifestieren sich im Vorschulalter

Studie über Wahl des Musikinstruments

Kinder wissen bereits im Alter von fünf Jahren, welches Musikinstrument zum Geschlecht passt. Dass Buben Schlagzeug, Saxophon und Trompete, Mädchen Flöte und Violine bevorzugen, zeigt Forschern der Macquarie University in Sydney zufolge, dass sich die Rollenverteilung der Geschlechter bereits im Vorschulalter manifestiert. Diese stereotypen Präferenzen seien wahrscheinlich beim männlichen Geschlecht stärker als beim weiblichen ausgeprägt.

Bürgerrechtler Schorlemmer warnt vor Bündnis mit Schill-Partei

Sachsen-Anhalt

Der Wittenberger Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hat Union und FDP vor einem Zusammengehen mit der Schill-Partei nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewarnt. Wenn es zu einem "Hamburger Modell" käme, würde die demokratische Kultur einen tiefen Schaden nehmen, sagte Schorlemmer in der Dienstagausgabe der Chemitzer "Freien Presse". Wer mit "Gnadenlosen" wie die Schill-Partei koaliere, hebe die Prinzipien des Rechtsstaates auf und sei gewissenlos. In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag gewählt.

Apotheken warnen nicht vor gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen

Obwohl wichtig und vorgeschrieben

Viele Apotheken kommen ihrer gesetzlichen Beratungspflicht nicht nach, so das Ergebnis einer Stichprobe des ARD-Wirtschaftsmagazins "plusminus" in 50 Apotheken. In allen Fällen wurden Nasentropfen verkauft, ohne auf Nebenwirkungen hinzuweisen, die bis zur Abhängigkeit und zu verstärkten Problemen bei Herz- und Kreislaufkrankheiten führen können. Der Experte für Arzneimittelversorgungsforschung, Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen, bewertet dies in "plusminus" als "blamables Ergebnis".

Jobs vom Arbeitsamt zu sittenwidrigen Bedingungen

ARD-Magazin "plusminus"

Die Arbeitsämter verbessern ihre Arbeitslosen-Statistik bundesweit unter anderem durch die Vermittlung in sittenwidrige Beschäftigungsverhältnisse. Dies berichtet das ARD-Wirtschaftsmagazin "plusminus". Nach Recherchen des WDR liegen die Löhne bis zu 50 Prozent und mehr unter Tarif bzw. einem üblicherweise gezahlten Gehalt. Arbeitsgerichte wie auch der Bundesgerichtshof haben derartige Beschäftigungsverhältnisse bereits für sittenwidrig erklärt.

PEN-Zentrum kritisiert Manipulation der Medien in Krisenregionen

"Manipulation als Mittel der Kriegsführung"

Deutsche Schriftsteller beklagen eine zunehmende Manipulation der Medien durch Akteure in den weltweiten Krisenregionen. Zudem zeigten Untersuchungen, dass durch die Dominanz der Bilder im Fernsehen die Fähigkeit zur Aufnahme komplizierter Sachverhalte schwinde, sagte der Generalsekretär der Schriftstellervereinigung PEN, Johano Strasser, am Montag in Darmstadt. Am Mittwoch beginnt die Jahrestagung des deutschen PEN-Zentrums mit dem Thema "Macht der Medien - Freiheit der Sprache".

Herbizid Atrazin macht Frösche zu Zwittern

Amphibien besitzen weibliche und männliche Geschlechtsorgane

Das meist verkaufte Unkrautbekämpfungsmittel der USA, Atrazin, unterbricht die sexuelle Entwicklung von Fröschen, und zwar bereits bei einer Konzentration, die dreißigmal niedriger ist als die von der Environmental Protection Agency (EPA) zugelassene. Das Herbizid macht aus Kaulquappen Hermaphroditen, also Kreaturen mit sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtsmerkmalen.

VCD gratuliert VW zum Sparmobil und fordert Serienproduktion

VW-Chef Piech präsentiert Ein-Liter-Auto

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) gratuliert Volkswagen zum ersten Ein-Liter-Auto. Mit der Vorstellung des Sparmobils zeige der Autokonzern, dass enorme technische Innovationen möglich seien und nach wie vor ein riesiges Einsparpotential beim Spritverbrauch ungenutzt schlummere. "Hier weist das Ein-Liter-Fahrzeug den richtigen Weg in die Zukunft", urteilt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Nötig sei jetzt die Serienproduktion.

AWO fordert DIHK-Präsident zum Dialog auf

Betriebskindergärten

Enttäuscht hat sich die AWO in einem Brief an den Präsidenten des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, über dessen strikte Ablehnung für ein stärkeres Engagement der Wirtschaft beim Betrieb von Betriebskindergärten gezeigt. Braun hatte damit auf einen entsprechenden Vorschlag von Bundeskanzler Schröder reagiert.

Weiterhin Infos über Ölförderung unter oil-of-elf.de

Schriftlich: Domain ist wie Buchtitel

Wenn im Internet kritisch über Firmen berichtet wird, geht künftig Meinungsfreiheit über Markenrecht. Das schließt auch den Domainnamen mit ein. So begründet das Berliner Kammergericht jetzt schriftlich eine bereits im Oktober vergangenen Jahres gefällte Entscheidung. Damit endet ein Rechtsstreit zwischen Greenpeace und dem Ölkonzern TotalFinaElf um die Nutzung der Internet-Adresse "www.oil-of-elf.de". Dem Gericht zufolge darf Greenpeace auch weiterhin Informationen über den Ölmulti und die umweltverseuchende Ölförderung in Westsibirien unter dieser Adresse veröffentlichen. TotalFinaElf ist damit mit dem Versuch gescheitert, die Verbreitung von kritischen Informationen im Internet über den Umweg des Markenrechtes verbieten zu lassen.

Deutsche Greenpeace-Aktivisten in den USA zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt

Wegen "Star Wars"-Protest

Zwei deutsche Greenpeace-Aktivisten sind am Freitag vom US-Bundesgericht in Los Angeles zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Tom Knappe (35) aus Dresden und Mathias Pendzialek (35) aus der Nähe von Hamburg müssen daher nicht wie befürchtet wegen ihres friedlichen Proteste gegen die Aufrüstungspläne der USA ins Gefängnis.

Generalbundesanwalt Nehm übernimmt Ermittlungen

Explosion auf Djerba

Generalbundesanwalt Kay Nehm übernimmt die Ermittlungen im Fall der Explosionskatastrophe auf der tunesischen Ferieninsel Djerba. Das bestätigte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Katrin Scheuten in Karlsruhe. Nehm habe das Verfahren bereits am Samstag von der Staatsanwaltschaft Heilbronn in seine Zuständigkeit übernommen. Scheuten bestätigte damit einen vorab verbreiteten Bericht der "Stuttgarter Zeitung", die am Dienstag erscheint.

Sieben Fachausstellungen unter einem Dach

Hannover Messe

Die diesjährige Hannover Messe findet vom 15. bis 20. April 2002 statt. Auf sieben weltweit führenden Fachmessen zeigen rund 6.950 Aussteller aus 60 Nationen unter dem Dach der Hannover Messe, mit welchen Technologien sie die Anforderungen der internationalen Märkte von heute und morgen erfüllen. In seiner Eröffnungsrede würdigte Bundeskanzler Gerhard Schröder am 14. April die große Anzahl der Austeller als ein deutliches Zeichen für den Aufbruch: "Das Vertrauen in einen neuen Aufschwung ist da. Dadurch werden wir auch absehbar wieder an die Beschäftigungsdynamik anknüpfen, die die Bundesregierung mit ihrer Reformpolitik eingeleitet hat und durch die seit 1998 mehr als eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen wurden," sagte der Kanzler.

Reinhold Messner am Sonntag als Kanufahrer

Kampf gegen den Elbausbau

Der bekannte Extrembergsteiger und Naturschützer Reinhold Messner befuhr am Sonntag per Kanu die Elbe über dem Magdeburger Domfelsen. Damit demonstrierte er gegen den geplanten Ausbau der Elbe für größere Frachtschiffe, dem auch der Felsen weichen soll. Da die Elbe bis zu sechs Monate im Jahr nicht genug Wasser für größere Schiffe führt, halten viele Naturschutzverbände den Ausbau des letzten deutschen Flusses mit Auenlandschaften für unvertretbar.

400 Wissenschaftler für den Schutz der Urwälder

Urwaldgipfel in Den Haag

Mehr als 400 deutsche Wissenschaftler haben gemeinsam mit Greenpeace die Regierungen der UN-Staaten aufgerufen, auf dem derzeit in Den Haag tagenden UN-Urwaldgipfel wirksame Maßnahmen zum Schutz der letzten Urwälder zu ergreifen. "Die Zerstörung der letzten Urwälder zieht ein massives Artensterben mit sich", so Sandra Pfotenhauer, Waldexpertin bei Greenpeace. "Menschen, die von Urwäldern leben, wird die Lebensgrundlage entzogen. Und das Verschwinden der Urwälder beeinflusst das Weltklima. Die Fakten liegen unumstritten auf dem Tisch. Die Teilnehmer des Urwaldgipfels in Den Haag sind jetzt in der Verantwortung, die Vernichtung der Urwälder zu stoppen."

Erstes internationales Attac-Treffen in Deutschland

Globalisierung

Vom 12. bis zum 14. April kamen im Haus der Gewerkschaftsjugend in Oberursel 30 Delegierte von 14 europäischen Attac-Sektionen zusammen, um über die zukünftige Zusammenarbeit von Attac in Europa zu diskutieren. "Der Prozess neoliberaler Globalisierung wird zur Zeit gemeinsam von internationaler Institutionen - wie der Welthandelsorganisation (WTO) oder der Europäischen Union - und von transnationalen Konzernen nach ihren Interessen vorrangetrieben. Um neoliberale Globalisierung einzudämmen, muss die globalisierungskritische Bewegung ebenso international organisiert sein", erläuterte Sven Giegold von Attac Deutschland das Ziel des Treffens.