BfA-Computerfehler

500 000 Renten-Beiträge falsch gebucht

Durch einen Computerfehler bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) in Berlin sind im Sommer 2000 für rund 500 000 versicherte Arbeitslose die Beiträge falsch verbucht worden. Das Bundesarbeitsministerium in Berlin bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung, nannte aber Befürchtungen unbegründet, die Betroffenen könnten dadurch weniger Rente erhalten, als ihnen zustehe. Die BfA habe die Lage "voll im Griff", hieß es. Alle seinerzeit verloren gegangenen Daten würden nach Angaben der Behörde wieder hergestellt, teilte das Ministerium mit. Zu falschen Rentenberechnungen werde es deshalb nicht kommen.

Herlitz-Sanierung

Schreibwarenhersteller will bis Jahresende Gewinn erzielen

Der durch Forderungsverzicht der Gläubiger vor der Pleite gerettete Berliner Büro- und Schreibwarenhersteller Herlitz erwartet zum Ende des Geschäftsjahres 2002 schwarze Zahlen. "Wir werden dieses Jahr mit Gewinn abschließen", sagte Vorstand Christian Supthut am Montag in Berlin. Im ersten Halbjahr habe das Unternehmen einen Umsatz von 171 (Vorjahr: 193) Millionen Euro erzielt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei von minus 32 Millionen Euro auf minus 5,5 Millionen Euro verringert worden. Dabei seien die Insolvenzeffekte bereits berücksichtigt. Beim operativen Ergebnis habe Herlitz damit um acht Millionen Euro über dem Plan gelegen.

Brandanschläge am Wochenende in Rostock

Noch keine greifbare Täterspur

In der Nacht zum Samstag waren in Rostock-Lichtenhagen Molotow-Cocktails auf einen Asia-Markt und auf das so genannte Sonnenblumenhaus geflogen, das bei den Krawallen 1992 angezündet worden war. Der auf den Wohnblock geworfene Brandsatz landete in einem Beratungsbüro der Arbeiterwohlfahrt. Nach neuesten Ermittlungen sollen die Täter zuvor die Scheiben eines nahe gelegenen Asia-Imbisses eingeschlagen haben. Noch gibt es nach Polizeiangaben keine greifbare Spur von den Tätern.

Problem dicke Kinder

Übergewicht ist das größte Gesundheitsrisiko der Gesellschaft im 21. Jahrhundert

Es ist Sommer, auch wenn das Wetter das nicht immer vermuten lässt. Jogger, Inline-Skater und Radfahrer bevölkern die Landschaft. Ältere Männer mit Waschbrettbauch joggen ohne Pause auf kilometerlangen Touren. Frauen im mittleren Alter rasen unermüdlich in Rollschuhen umher und überholen Altersgenossinnen, die auf dem Weg ins Fitnessstudio sind. Eine allgemeine Sportlichkeit ist nicht zu übersehen und vermittelt den Eindruck, dass die Deutschen immer trainierter und schlanker werden. Dich das Bild trügt. Denn der Nachwuchs wird immer dicker.

Fördermöglichkeiten und Technik

Verbraucher Initiative informiert über den privaten Einstieg ins Solarzeitalter

Die Solarenergie boomt. Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich dafür, die umweltfreundliche Sonnenenergie zu nutzen, entweder zur Stromerzeugung mittels Fotovoltaikanlagen oder zur Warmwasserbereitung in solarthermischen Anlagen. In einer neuen Broschüre bietet die Verbraucher Initiative jetzt praktische Tipps und Informationen für die private Energiewende.

Pure Anwesenheit ist bereits Stören

Gedenken für Wehrmachtsdeserteure am 20. Juli unerwünscht

Das Bundesministerium des Inneren und die Bundeswehr verweigern dem Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V., und der Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär den Zugang vor die Berliner "Gedenkstätte Deutscher Widerstand" am 20. Juli vor und während der offiziellen Feierstunde der Bundesregierung, die um 12 Uhr beginnt. Wie in den Vorjahren beabsichtigt die Kampagne, direkt im Anschluss an die offiziellen Feierlichkeiten eine eigene Ehrung mit Kranzniederlegung in Gedenken an die Kriegsdienstverweigerer und Deserteure durchzuführen. In den vergangenen Jahren hatten die Demonstranten vor dem Eingang der Gedenkstätte bis zum Ende der Regierungsveranstaltung gewartet und sind anschließend in den Innenhof der Gedenkstätte gegangen. Dies soll in diesem Jahr erstmals so nicht mehr möglich sein, berichtet die Kampagne. Regierung und Bundeswehr gestatteten den Zugang erst um 13.30 Uhr.

Riester-Rente

Riester-Rente: Die Berichtspflicht zwischen Theorie und Praxis

Eigentlich sind die Anbieter von Riester-Produkten verpflichtet, Verbraucher mindestens einmal jährlich darüber zu informieren, ob und wie sie bei der Anlage der von ihnen eingesammelten Gelder auch ethische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen. Doch in der Praxis sieht dies anders aus: Die Zertifizierungsstelle bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) legt die gesetzlichen Vorgaben dahingehend aus, dass nur ausgewiesene Anbieter einer "grünen" Riester-Rente zu einer diesbezüglichen Berichterstattung verpflichtet sind.

Altersvorsorge mit doppeltem Nutzen

Broschüre sorgt für Durchblick bei ökologischer Riester-Rente

Die Rente sichern und zugleich die Welt verbessern? Immer mehr Verbraucher schauen auf der Suche nach einer sicheren Rente nicht nur auf den Erlös, sondern wollen auch wissen, was mit Ihrem Geld geschieht - laut einer Umfrage im Auftrag des Bundesumweltministeriums immerhin rund 84 Prozent. Demnach soll die Altersvorsorge möglichst nicht in Geldanlagen für Unternehmen fließen, die Menschenrechte missachten oder in anderen ökologisch, ethisch oder sozial problematischen Geschäftsfeldern tätig sind. Statt dessen soll das Geld Unternehmen zugute kommen, die sich etwa durch ökologisch vorbildliche Produkte von der Konkurrenz abheben, internationale Sozialstandards einhalten oder zumindest umweltfreundlicher und sozialverträglicher produzieren als ihre Mitstreiter.

Hormon-Skandal

Milch aus NRW kann wieder vermarktet werden

Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium hat eine teilweise Lockerung der Sperrungen für rinderhaltende Betriebe beschlossen, an die möglicherweise hormonbelastetes Tierfutter geliefert wurde. So darf die Milch von rund 500 betroffenen Milchviehbetrieben in NRW wieder vermarktet werden, wie ein Sprecher des Düsseldorfer Ministeriums am Freitag mitteilte.

Unfall-Untersuchungen

Piloten wollten Unglück über dem Bodensee offenbar verhindern

Die Besatzungen der über dem Bodensee zusammengestoßenen Flugzeuge haben die Kollision offenbar noch kurz vor dem Unglück verhindern wollen. Die Aufzeichnungen der Flugschreiber und Stimmrekorder ließen diesen Rückschluss zu, teilte das Bundesamt für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Freitag in Braunschweig mit. Die Auswertung der Flugdatenschreiber habe keine Erkenntnisse über mögliche technische Mängel an den Maschinen ergeben. Bei dem Unglück waren am 1. Juli 71 Menschen ums Leben gekommen.

Täter bleiben meist straffrei

Erneut Journalist in Kolumbien ermordet

Erneut wurde in Kolumbien ein Journalist ermordet. Dennis Segundo Sánchez, Mitarbeiter des lokalen Radiosenders 95.5 Estereo, wurde am 17. Juli in seinem Haus in der Stadt El Carmen de Bolívar (im Norden des Landes) von einem Unbekannten erschossen. "Dennis Segundo Sánchez ist ein weiteres Opfer der Gewalt, die sich gegen Journalisten in Kolumbien richtet. Wer den Beruf des Reporters wählt, lebt gefährlich", sagt Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit. Seit Anfang 2002 wurden in Kolumbien bereits fünf Journalisten in Ausübung ihres Berufes ermordet.

Aktion vor dem Verbraucherministerium

Vier Pfoten fordert überfällige Pelztierverordnung ein

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat am Freitag vor dem Bundesministerium für Verbraucherschutz gegen die Verschleppung einer neuen Verordnung zur Pelztierzucht demonstriert. Ein Kranwagen mit Hebebühne hievte einen als Nerz verkleideten Aktivisten vor die Fenster des Ministeriums. "Ich warte, Renate!", kündete ein von dem Aktivisten gehaltenes Schild. Mit dieser Protestaktion forderten die Tierschützer die "seit Monaten überfällige" Vorlage verschärfter Haltungsbestimmungen für die Pelztierzucht.

Informationen nach den Skandalen

Was man heute noch essen kann

Was kann man heutzutage eigentlich noch essen? - An dieser Frage kommen Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts der Häufung von Lebensmittelskandalen nicht mehr vorbei. Die Verbraucher Initiative bietet daher im Internet Informationen über die Schadstofffunde der letzten Wochen und Tipps, wie man als Verbraucher reagieren kann.

Juckreiz und Bläschen

Gesundheitsamt warnt vor Henna-Bemalungen

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg warnt vor Körperbemalungen mit Henna-Farbe. Die Behörde betonte am Freitag in Stuttgart, Henna-Tattoos könnten Allergien auslösen. Gefährlich seien Henna-Lösungen mit einem schwarzen Farbton. Das reine, rote bis dunkelbraune Henna habe dagegen keine Allergie auslösenden Eigenschaften.

Immerhin keine Dividende

Proteste bei Bankgesellschafts-Hauptversammlung

Die Aktionäre der Bankgesellschaft Berlin werden noch längere Zeit auf eine Dividende verzichten müssen. In den nächsten Jahren habe im Falle eines Gewinnes "die Stärkung der Rücklagen Vorrang vor der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung", sagte der seit vergangenem Dezember amtierende Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter am Freitag in Berlin auf der Hauptversammlung. Der Konzern hatte am Vortag mitgeteilt, dass er das laufende Geschäftsjahr erneut mit roten Zahlen beenden werde. Angesichts dessen forderte der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK), Kai Weigert, eine Entschädigung der "geprellten Kleinaktionäre" der Bankgesellschaft durch das Land Berlin. Dieses hält rund 81 Prozent des Grundkapitals. Vertreter der "Initiative Berliner Bankenskandal" störten die Rede Vetters aus Protest dagegen, dass das Institut mit seinen Milliarden-Risiken das Land Berlin belastet. Sie rissen sich T-Shirts mit der Aufschrift "Mein letztes Hemd" vom Körper und warfen sie in Richtung Rednerpult. Anschließend besetzten sie kurzzeitig das Podium mit Aufsichtsrat und Vorstand.

Bei privater Gruppenreise

Rücktrittsrecht bei Hotelreservierung

Wer privat eine Reise organisiert und dazu Hotelzimmer in größerem Umfang vorab reserviert, muss der Herberge bei einer rechtzeitigen Absage die Ausfallkosten nicht erstatten. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm wies mit dem am Freitag veröffentlichten Urteil die Klage eines Hotels ab, das einen Pfarrer zur Zahlung von mehr als 10 700 Euro heranziehen wollte. Dieser hatte für eine Gruppenreise 21 Doppel- und 7 Einzelzimmer reserviert und später storniert.

Pressefreiheit wichtiger als Kleinpartei

Westerwelle darf nicht ins Fernsehen

Der FDP-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Guido Westerwelle darf nicht an dem öffentlich-rechtlichen Fernsehduell zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) teilnehmen. Die sechste Kammer des Verwaltungsgerichts Köln lehnte am Freitag einen FDP-Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung ab. Westerwelle hat damit keinen Anspruch auf Teilnahme am TV-Duell in ARD und ZDF am 8. September. FDP-Sprecher Martin Kothé kündigte Rechtsmittel gegen die Entscheidung an.

Kölner Müll-Skandal

Trienekens ist seine Freiheit 100 Millionen Euro wert

Der Viersener Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens ist am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Für seine Haftverschonung musste Trienekens eine Sicherheitsleistung von 100 Millionen Euro als Bürgschaft hinterlegen, teilte die Kölner Staatsanwaltschaft mit. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden ist der Unternehmer eine Schlüsselfigur bei der Korruptionsaffäre um den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage. Ihm wird Beihilfe zur Bestechung und Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Bio-Energie

Erstes Dung-Kraftwerk Englands in Betrieb

In Holsworthy/Devon läuft das erste Dung-Kraftwerk Großbritanniens. Das Biotechnologie Kraftwerk wird jedes Jahr 146.000 Tonnen Tiermist von 30 umliegenden Farmen in Strom umwandeln. Die Technologie des Kraftwerks stammt vom deutschen Biotech-Energie-Unternehmen Farmatic, berichtet BBC-online.

Gentechnik

Singapur gibt Grünes Licht für Stammzellenforschung

Die Regierung des südostasiatischen Stadtstaats Singapur hat Grünes Licht für die Stammzellenforschung gegeben. Auch das Klonen von Embryonen zur Gewinnung von Zellmaterial ist nun unter strengen Auflagen erlaubt. Wie die Online-Ausgabe der Zeitung "Straits Times" heute berichtet, können für diese Zwecke neben abgetriebenen Föten auch überzählige Embryonen von Fruchtbarkeits-Kliniken herangezogen werden.