Mit Dioxin belastete Krabbenschalen beschlagnahmt

Umweltgift

Hochgradig mit dem Umweltgift Dioxin belastete Krabben-Bestandteile sind im ostfriesischen Küstenort Greetsiel aufgetaucht. Die kontaminierten Krabbenschalen wurden bei einer amtlichen Futtermittelkontrolle in einem Betrieb entdeckt, bestätigte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium. 38 Tonnen der Ware seien beschlagnahmt worden.

Umweltschützer protestieren gegen Genehmigung des Schacht Konrad

Atommüll

Umweltschützer haben gegen das geplante Atommüllendlager Schacht Konrad in Salzgitter demonstriert. Wie die Organisation Robin Wood am Freitag mitteilte, befestigten sie auf dem Förderturm ein etwa 120 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift "Konrad und Co: Wir sind doch nicht ganz dicht. Endlagerprojekte stoppen".

200 Zeugen wegen Erfurter Massaker vernommen

Ermittlungen

Zwei Wochen nach dem Massaker am Erfurter Gutenberg-Gymnasium hat die Polizei bisher mehr als 200 Personen als Zeugen vernommen. Mit weiteren 120 Personen seien lediglich Gespräche geführt worden, da sie keine Hinweise zur Straftat geben konnten, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Ehrung für Kriegs-Gegner

Aachener Friedenspreis

Der Aachener Friedenspreis 2002 geht an die amerikanische Kongressabgeordnete Barbara Lee und den deutschen Pazifisten Bernhard Nolz. Beide Preisträger hatten sich gegen eine militärische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September ausgesprochen, teilte der Verein Aachener Friedenspreis am Mittwoch mit.

Übergewicht | Gesundheitsrisiko der Wohlstandsgesellschaft

Problem dicke Kinder

Kaum sind Felder und Wälder begrünt, bevölkern wieder Jogger, Inline-Skater und Radfahrer ihre Wege. Ältere Männer mit Waschbrettbauch joggen ohne Pause auf kilometerlangen Touren. Frauen im mittleren Alter rasen unermüdlich in Rollschuhen umher und überholen Altersgenossinnen, die auf dem Weg ins Fitnessstudio sind. Eine allgemeine Sportlichkeit ist nicht zu übersehen und vermittelt den Eindruck, dass die Deutschen immer trainierter und schlanker werden. Dich das Bild trügt. Denn der Nachwuchs wird immer dicker.

"Bushtrommeln für den Frieden" am 21. und 22. Mai

Bush-Besuch

Mit Verwunderung reagiert das bundesweite Koordinierungsgremium "Achse des Friedens" auf den offen ausgebrochenen Parteienstreit über die Demonstrationen, die anlässlich des Deutschland-Besuchs des US-Präsidenten in zwei Wochen in Berlin stattfinden sollen. Die Friedensbewegung hat für den Vorabend des Staatsbesuchs, also für den 21. Mai, zu einer bundesweiten Demonstration und Kundgebung in Berlin aufgerufen. Der Protest richtet sich dabei nicht gegen den Staatsbesuch als solchen - derartige Besuche sind auch nach Ansicht des Gremiums selbstverständlicher Grundbestandteil jeglicher internationaler Politik -, sondern gegen die konkrete Politik der US-Regierung, "insbesondere deren kriegerische Außenpolitik". Dieser Protest wird - wie das bei der Friedensbewegung üblich ist - ausschließlich mit friedlichen Mitteln ausgedrückt.

Umweltschützer und Globalisierungskritiker rücken zusammen

Globalisierung ökologisch begrenzen

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) arbeiten in Zukunft enger zusammen. Beide haben dazu heute in Frankfurt die bundesweite Attac-Arbeitsgruppe "Ökologie und Globalisierung" initiiert. Mehr als 60 Einzelpersonen und Vertreter von Umweltverbänden und -initiativen kamen zusammen, um über die Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung für die Umwelt zu diskutieren und gemeinsame Aktionen abzustimmen.

Familienverband kritisiert Wahlprogramme von SPD und CDU

Geld und Kindergärten

Der Deutsche Familienverband (DFV) kritisiert die Wahlprogramme von SPD und CDU. In der Donnerstagausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung" forderte der scheidende DFV-Präsident Günther Koolmann die politischen Parteien auf, ihre "vagen familienpolitischen Wahlversprechen" nachzubessern und zu konkretisieren, "damit die Familien genau wissen und einklagen können, was ihnen zusteht".

Euro hat die Preise im Ergebnis steigen lassen

Erst erhöhen, dann senken

Einzelhandel und Dienstleister haben den Euro nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) in vielen Fällen zu Preisanhebungen genutzt. Vor allem in der Gastronomie und bei Dienstleistern habe die Währungsumstellung zu "teilweise großzügigen" Preisanpassungen geführt, sagte vzbv-Vorstand Edda Müller der Nachrichtenagentur ddp.

Rau würdigt Verdienste der Ärzte gegen Atomkrieg

20 Jahre IPPNW

Mit einem Festakt haben die "Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW) am Donnerstag in Berlin den 20. Jahrestag ihrer Gründung begangen. Bundespräsident Johannes Rau würdigte in seiner Festrede im Konzerthaus am Gendarmenmarkt die Verdienste der Organisation bei der Unterstützung von Menschen, die unter Krieg, Diktatur und Folter leiden. IPPNW stehe auch für "Ärzte in sozialer Verantwortung". Organisationen wie die IPPNW würden gerade dort gebraucht, wo die Politik an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gerate. Sie führten den Dialog mit allen Seiten - neutral, aber nicht unpolitisch. "Ihre Vereinigung erinnert die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft daran, dass es nicht reicht, den Frieden zu fordern", sagte Rau.

Juden haben wieder Angst in Deutschland

57 Jahre nach der Befreiung

57 Jahre nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus sind viele Juden besorgt über wachsende antisemitische Stimmungen. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Paul Spiegel, sagte am Donnerstag, es gebe kaum noch eine Hemmschwelle für antisemitische Äußerungen. Der Schauspieler Michael Degen erwägt angesichts dieser Entwicklung, Deutschland den Rücken zu kehren. Spiegel kritisierte auch die Diskussion von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit dem Schriftsteller Martin Walser. Die Proteste dagegen seien berechtigt gewesen.

Ökolandbau nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch gesünder

Weniger Pestizide im Bio-Gemüse

Biologisch angebautes Obst und Gemüse enthält um ein Drittel weniger Pestizide als das aus konventioneller Landwirtschaft. Das ergab eine im "Food Additives and Contaminants Journal" veröffentlichte Studie. Die Debatte um die Pestizidbelastung in ökologisch angebautem Obst und Gemüse war in einer TV-Sendung des ABC-News-Programms "20/20" im Februar 2000 losgetreten worden. Damals behauptete John Stossel, Korrespondent von ABC, dass es Forschungsberichte gebe, die bewiesen, dass biologisch angebautes Obst und Gemüse ebenso mit Pestiziden belastet sei wie herkömmlich angebautes. Obwohl der Reporter in einem weiteren Statement die Behauptung später zurückzog, gab es heftige Reaktionen seitens der Consumer Union, die darin eine Attacke gegen die biologische Landwirtschaft sah. Jetzt gibt es endlich Fakten zu der Frage.

Verbraucherschützer begrüßen Schritt in Richtung Verbraucher-Binnenmarkt

Fünf-Jahresprogramm der EU zur Verbraucherpolitik

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat das von der EU-Kommission vorgelegte Fünf-Jahresprogramm zur Verbraucherpolitik in einer ersten Stellungnahme begrüßt. "Vor allem freut uns das formulierte Ziel einer umfassenden bereichsübergreifenden Verbraucherpolitik, wonach Verbraucherinteressen in allen Politikfeldern systematisch und gezielt berücksichtigt werden sollen", so vzbv-Vorstand Edda Müller. Damit setze die Kommission eine seit Jahren hartnäckig vertretene und bisher kaum aufgenommene Forderung um. Weiter begrüßte Müller das Ziel einer stärkeren Einbeziehung der Verbraucherverbände in die EU-Politik. In diesem Zusammenhang wies sie jedoch darauf hin, dass für eine effektive Beteiligung ausreichend Kapazitäten und Ressourcen unabdingbare Voraussetzung seien. Sie warnte aber vor einer Angleichung des Verbraucherschutz-Niveaus in den fortschrittlichen EU-Ländern an das der rückständigeren.

Defekte Pumpgun verhinderte offenbar noch schlimmeres Massaker

Erfurter Amok-Lauf

Ein technischer Defekt hat möglicherweise ein noch schlimmeres Blutbad am Erfurter Gutenberg-Gymnasium verhindert. Der Todesschütze Robert Steinhäuser benutzte seine Pumpgun offenbar nur deshalb nicht, weil sie beim ersten Schuss versagte. Eine Schrotkugel hatte sich im Lauf der Waffe verklemmt, die so umgebaut war, dass sie statt der üblichen zwei Patronen acht Schuss aufnehmen konnte, sagte Erfurts Polizeichef Rainer Grube am Mittwoch.

Kartellverfahren gegen Telekom wegen Ortsnetz

Ungemach aus Brüssel

Die EU-Kommission hat ein formelles Kartellverfahren gegen die Deutsche Telekom eingeleitet. Das Unternehmen behindere in unzulässiger Weise den Wettbewerb im Ortsnetzbereich, teilte die EU-Behörde am Mittwoch in Brüssel mit. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti werfe der Telekom vor, ihre Marktstellung durch "unangemessene Preise" für den Zugang zum Ortsnetz zu missbrauchen, da der Bonner Konzern von Wettbewerbern höhere Entgelte als von den eigenen Endkunden verlange. Dies erschwere den Markteintritt für Konkurrenten und verhindere damit die Schaffung von Arbeitsplätzen.

USA sollen Widerstand gegen Kinderrechtskonvention aufgeben

Weltkindergipfel beginnt

Am Mittwoch hat in New York der zweite UN-Weltkindergipfel begonnen. Bis zum 10. Mai stehet die Verabschiedung eines Aktionsplanes auf der Agenda, mit dem der Schutz von Kindern vor Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch verbessert werden soll. Darüber hinaus sollen Massnahmen zur Verbesserung in den Bereichen Gesundheit und Bildung sowie bei der AIDS-Bekaempfung beschlossen werden. Bereits im Vorfeld haben einige Staaten ihren Widerstand gegen einzelne Punkte des Abschlussdokuments angekündigt. Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes kritisiert in diesem Zusammenhang die Haltung der USA, die jeden Bezug der Abschlusserklärung auf die UN-Kinderrechtkonvention verhindern wollen. Bis auf die USA und Somalia haben bisher alle UN-Mitgliedsstaaten diese Konvention unterzeichnet.

Folgen der Qualmerei kosten die Allgemeinheit 40 Milliarden Euro jährlich

6,8 Millionen süchtige Raucher in Deutschland

Die Folgen des Rauchens kosten die Gesellschaft bis zu 40 Milliarden Euro im Jahr. Allein die Kosten für direkt vom Rauchen ausgelöste Erkrankungen betrügen 13 bis 14 Milliarden Euro jährlich, sagte der Leiter der Deutschen Gesellschaft für Nikotinforschung, Knut-Olaf Haustein, am Mittwoch anlässlich der 5. Nikotinkonferenz. Dem stünden Einnahmen des Staates aus der Tabaksteuer in Höhe von nur elf bis zwölf Milliarden Euro gegenüber.

Ersatzkassen warnen vor "Teilprivatisierung von Krankheitsrisiken"

CDU-Vorschlag

Die Ersatzkassen wenden sich vehement gegen Vorschläge der Union, den Versicherten im Gesundheitswesen mehr Wahlmöglichkeiten einzuräumen. Der einheitliche Leistungsrahmen der gesetzlichen Krankenkassen müsse unbedingt erhalten bleiben, forderte die Vorsitzende des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), Margret Mönig-Raane, am Mittwoch in Berlin. Die Umverteilung nach Einkommen, Alter und Familienstand habe sich bewährt. Eine "Teilprivatisierung von Krankheitsrisiken" komme für die Ersatzkassen nicht in Frage.

Auch KirchPayTV meldet Insolvenz an

Pleite geht weiter

Genau einen Monat nach dem Insolvenzantrag von KirchMedia hat am Mittwoch mit KirchPayTV ein zweites Unternehmen der hochverschuldeten KirchGruppe beim Amtsgericht München die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Ungeachtet dieses Schrittes sendet der Bezahlsender Premiere weiter. Auch die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft ist nach Angaben von Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler nicht gefährdet. Die Insolvenz der KirchPayTV GmbH & Co. KGaA sei eine "einmalige Chance, den Ballast der Vergangenheit abzuwerfen" und mit einer Radikalkur neue Investoren zu gewinnen, betonte Kofler. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Mitarbeiter um 1000 auf 1400 sinken. Neben KirchPayTV stellten auch die Tochterunternehmen PayTV Rechtehandel, BetaDigital und Premiere Beteiligungs GmbH einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, nicht jedoch die Premiere Fernsehen GmbH.

Bundesverband kämpft für Gleichberechtigung des ältesten Gewerbes

Sex als normale Dienstleistung

Der erste öffentliche Auftritt des "Bundesverbandes Sexuelle Dienstleistungen" sollte eigentlich in einem Berliner Hotel stattfinden. Als man dort allerdings erfuhr, dass es bei dem Termin um die - natürlich medienwirksame - Vorstellung des neu gegründeten Berufsverbandes von Prostituierten und Bordellinhabern gehen sollte, standen die Räume kurzerhand doch nicht mehr zur Verfügung. Das sei nur ein kleines Beispiel der alltäglichen Diskriminierungen, mit denen ihr Gewerbe noch immer zu kämpfen habe, betont Stephanie Klee, die 1. Vorsitzende des Verbandes am Mittwoch in Berlin.