Dennoch kein Anti-Mobbing-Gesetz

Moderne Arbeitswelt führt zu Massenproblem Mobbing

Mobbing ist in Deutschland ein Massenproblem: Über 800 000 Arbeitnehmer leiden derzeit darunter, wie die erste repräsentative Studie zum Thema Mobbing ergab, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Hochgerechnet auf die Lebensarbeitszeit werde jeder Neunte einmal in seinem Berufsleben Mobbing-Opfer, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, Ulrike Mascher (SPD). Nach Ansicht von Experten begünstigen die härteren Arbeitsbedingungen das Phänomen des Mobbings.

Nitrofen-Skandal

Lagerhalle in Malchin weiterhin Hauptquelle

Am 9. Juni 2002 haben sich die Agrarstaatssekretäre von Bund und Ländern getroffen. Sie informierten sich über den gegenwärtigen Stand der Ermittlungen im Nitrofen-Skandal informieren und erstellten einen Bericht für die EU-Kommission. Damit soll die EU-Kommission umfassend über die Ermittlungen und die eingeleiteten Maßnahmen informiert werden. So wollen Bund und Länder eventuelle Maßnahmen der EU-Kommission gegen deutsche Bioprodukte abwenden.

Giftige Last für kleine Heuler

WWF: Seehunde sind hoher Schadstoffbelastung in Nord- und Ostsee ausgeliefert

Das aktuelle und nachweislich durch den Seehundstaupevirus PDV (Phocine Distemper Virus) ausgelöste Seehundsterben in Dänemark und Schweden ist nach Meinung des WWF mit großer Wahrscheinlichkeit auf die hohe Belastung der Tiere mit Schadstoffen zurückzuführen. Bislang wurden etwa 300 tote Tiere gefunden. Behörden, Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftler befürchten, dass die Seuche bis Ende Juni auf die deutschen Küsten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein übergreifen wird, und warnen vor ähnlich verheerenden Ausmaßen wie bei der Massenerkrankung von Seehunden im Jahre 1988.

Natura 2000

NABU und BUND fordern Nachmeldungen für europäisches Schutzgebietsnetz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund NABU haben auf einem Bewertungstreffen der EU-Kommission in Den Haag umfangreiche Nachmeldung bedrohter Lebensräume für das europäische Netzwerk NATURA 2000 gefordert. Ein von der EU beauftragtes unabhängiges Institut hat die von den Mitgliedstaaten nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) gemeldeten Gebiete für die atlantische Region bewertet. NABU und BUND legten zuvor eine Studie zu den Gebietsmeldungen vor, die gleichfalls große Versäumnisse in den relevanten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein aufgedeckt hat.

Unwetterkatastrophe in Chile

14 Tote, 68.000 Obdachlose - Kindernothilfe ruft zu Spenden auf

Die Hauptstadtregion Chiles sowie die Küstenstädte Valparaiso und Viña wurden seit der Nacht auf Montag, 3. Juni, von den verheerendsten Regenfällen seit 1926 heimgesucht. Vierzehn Menschen konnten nur noch tot aus den Fluten und Schlammmassen geborgen werden und an die 70.000 mussten aus Armenvierteln und anderen betroffenen Zonen evakuiert werden. In insgesamt 48 Stunden fielen in Santiago mit 505 Millimetern fünfmal mehr Niederschläge als normalerweise in einem ganzen Jahr. Der Regen verursachte Geröll- und Schlammlawinen, durch die zahlreiche Armenviertel zerstört und Häuser verschüttet wurden.

WSSD-Weltgipfel Vorbereitung in Bali

Enttäuschung und Unzufriedenheit bei WWF und BDKJ

"Mehr Schatten als Licht". Mit dieser Erkenntnis kehren die Delegatierten des WWF aus Bali von der vierten und letzten Vorbereitungskonferenz für den geplanten Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung heim. Ende August, zehn Jahre nach der Konferenz von Rio, sollen in Johannesburg beim Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) die Weichen für eine bessere Welt gestellt werden. "Die Aussichten, dass die Konferenz ihrem ehrgeizigen Anspruch gerecht wird, sind nach den mageren Ergebnissen von Bali eher düster", prognostiziert der WWF.

Prozess um Plutoniumdiebstahl

Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft, Zeuge beschreibt fehlende Kontrollen

Im Prozess gegen den Karlsruher Plutoniumdieb fordert die Staatsanwaltschaft vier Jahre Haft für den Angeklagten. Der 47-jährige Arbeiter müsse wegen der Freisetzung ionisierender Strahlen sowie wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen und gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden, sagte Oberstaatsanwalt Peter Zimmermann am Montag in seinem Plädoyer vor dem Karlsruher Landgericht.

Briefmarken-Umtausch

Ab 1. Juli nur noch Euro-Postzeichen gültig

Ab dem ersten 1. Juli sind nur noch Euro-Briefmarken gültig. Darauf wies die Deutsche Post am Montag in Bonn hin. Deshalb bietet das Unternehmen ab diesem Datum einen Umtauschservice an. Dabei können die alten Pfennig-Marken in Euro-Marken umgetauscht werden. Briefmarken, die in Euro und Pfennig ausgezeichnet sind, bleiben auch weiterhin gültig.

Tarifstreit bei Post, Telekom und Bau

Warnstreiks und Urabstimmung

Kurz vor Beginn der vermutlich entscheidenden Tarifrunde für die Beschäftigten der Deutschen Post hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Montagmorgen ihre Warnstreiks fortgesetzt. Mit Beginn der Frühschicht legten nach ver.di-Angaben rund 700 Briefträger in mehreren Zustellstützpunkten in Nordrhein-Westfalen die Arbeit nieder. Von den Aktionen betroffen waren den Angaben zufolge Bochum, Moers, Düsseldorf, Münster, Iserlohn, Köln, Hürth, Siegen und Haan. Ver.di fordert für die rund 240 000 Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Post hat für diese Gesprächsrunde ein erstes Angebot angekündigt.

Greenpeace meldet Patent auf die Currywurst an

Protestwoche gegen Gen-Patente gestartet

Zum ersten Mal in der Geschichte der Umweltorganisation meldete Greenpeace am Montag ein Patent am Europäischen Patentamt an. Unter dem Titel "Richtig leckere Currywurst" wird ein technisches Verfahren zur Herstellung von Currywürsten beschrieben und ein Patent auf alle Würste mit Sauce beansprucht. Unter dem Motto "Alles ist möglich: Greenpeace-Patent auf Currywurst" errichten Aktivisten vor der Niederlassung des Europäischen Patentamtes in Berlin einen Wurstbude und verteilen Kostproben an die Passanten.

Nationaler Radverkehrsplan

Bundesverkehrsminister Bodewig eröffnet Fahrradkampagne

"Das Fahrrad als Verkehrsmittel ist im Kommen." Dies sagte der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Kurt Bodewig am Montag in Düsseldorf beim Auftakt der Aktion "Fahrradwochen/Kampagne FahrRad ... aber sicher" der Deutschen Verkehrswacht. In die Aktion investiert die Bundesregierung eine Million Euro. Um Fahrradverkehr attraktiv zu machen, ist vor wenigen Wochen ein Nationaler Radverkehrsplan vorgestellt worden. Ziel des Nationalen Radverkehrsplanes sei es, für den Zeitraum 2002 bis 2012 neue Wege und Umsetzungsstrategien zur Radverkehrsförderung zu initiieren, Handlungsempfehlungen zu geben und insgesamt einen Beitrag für ein fahrradfreundliches Klima zu leisten, sagte Bodewig.

Sommerferien Jugendfreizeitreisen

Noch Plätze bei BUNDjugend und MediaNatureCamp 2002

Die BUNDjugend Hessen veranstaltet auch in diesem Sommer wieder Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche. Vom 29.7. bis 4.8. können 9 bis 12jährige das "Leben auf dem Bauernhof" lernen. Eine Woche lang helfen die Kinder bei allem mit, was auf einem Selbstversorgerhof zu tun ist: Kühe melken, Käsen, Brot backen, Wolle filzen und natürlich die vielen Tiere versorgen. Der Teilnahmebeitrag liegt bei 210,- Euro. Für die 10 bis 12jährigen findet vom 8. bis 18.7. eine Nordseefreizeit auf Hallig Hooge statt. Im Mittelpunkt steht die Erkundung des spannenden Lebensraums Wattenmeer, aber auch Baden gehen, Spiel und Spaß und Ausflüge stehen auf dem Programm. Hier betragen die Kosten 310,- Euro.

Abschiebung von Minderheiten ins ehemalige Jugoslawien

PDS unterstützt Protest der Roma

Seit dem 27. April 2002 protestieren rund 500 Roma-Familien in verschiedenen Städten Deutschlands gegen ihre drohende Abschiebung nach Serbien und Montenegro wie auch in andere Staaten des ehemaligen Jugoslawien. Sie demonstrieren nun in Berlin, um auch auf Bundesebene auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Von der Berliner Senatsverwaltung sind sie provisorisch untergebracht worden, und man hat ihnen das Durchführen von Öffentlichkeitsaktionen ermöglicht. Die Proteste der Roma gegen ihre drohende Abschiebung in das ehemalige Jugoslawien unterstützt auch die stellvertretende PDS-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Mitglied des Innenausschusses, Petra Pau.

Brief der Klimkampagne an kulumbianischen Präsidenten

Bevölkerung in der Region Chocó leidet unter Krieg

Die Bevölkerung in der kolumbianischen Region Chocó - vorwiegend indianische und schwarzkolumbianische Gemeinschaften - leidet massiv unter den Kriegshandlungen zwischen der Guerilla Farc und Paramilitärs. Bei einem einzigen Angriff am 2. Mai sind 117 Menschen getötet, 19 schwer verletzt und weitere 95 Personen leicht verletzt worden. Ein großer Teil der Überlebenden flüchtete daraufhin in die Wälder. Auf Hilfe und Versorgung durch den kolumbianischen Staat warten sie vergeblich.

13. Juni Umwelt-Kinder-Tag

Tausende von Kindern fordern mehr Tier- und Umweltschutz

Am 13. Juni 2002 ist wieder Umwelt-Kinder-Tag. Die Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend) richtet diesen bundesweiten Aktionstag seit sieben Jahren im Juni aus - in diesem Jahr steht er unter dem Motto "Tierwelten". Am Umwelt-Kinder-Tag zeigen Tausende von Kindern, dass ihnen die Umwelt nicht schnuppe ist. Mit jeder Menge Einsatz kämpfen sie zusammen mit Freunden oder ihrer Schulklasse für die Rechte großer und kleiner, auffälliger und unscheinbarer Tiere.

Welternährungsgipfel in Rom

Regierungen verpflichten sich auf Menschenrechte

Nach langem Ringen habe sich die Regierungsvertreter der FAO-Mitgliedsstaaten auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Ein Fortschritt bei der Hungerbekämpfung ist insbesondere von einer stärkeren Berücksichtigung des Rechts auf Nahrung in der Politik der Weltorganisation für Ernährung und Landwirtschaft zu erwarten. "Endlich haben die Regierungen die UN-Organisation auf eine menschenrechtliche Ausrichtung der Bekämpfung des Hungers verpflichtet. Damit muss in Zukunft die Perspektive der Betroffenen ins Zentrum der Politik gerückt werden." sagte Michael Windfuhr, Exekutivdirektor von FIAN International, am Rande der Konferenz der FAO.

"Müllheims Plätze sollen friedlich bleiben"

Friedensrat Markgräflerland protestiert gegen Militärfest am 20. Juni

Bereits am 15. Juni lädt die Deutsch-Französische Brigade zu einem " Brigadehock auf der Standortschießanlage Eschbach" ein, auf dem für Besucher die Gelegenheit besteht, "nach einer kurzen Einweisung mit deutschen und französischen Handwaffen zu schießen." Der FRIEDENSRAT MARKGRÄFLERLAND kann darin, wie auch in der Waffenschau und der Mitfahrt auf Militärfahrzeugen keinen Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft erkennen. Am 20. Juni ist ein Fest in Müllheim geplant. Der Friedensrat lehnt beide Veranstaltungen ab und ruft die Gemeinderäte auf, sie abzusagen, zumal inzwischen bekannt ist, dass auch Kinder des deutsch-französischen Kindergarten und der deutsch-französische Grundschule zur Glorifizierung der Brigade herhalten sollen.

Mobil ohne Auto am 16.Juni

Fahrraddemo in Hamburg

Anläßlich des freiwilligen autofreien "Mobil ohne Auto" - Tages findet eine Fahrradsternfahrt durch Hamburg statt. Die einzelnen Touren vereinigen sich und fahren dann gemeinsam zur Stresemannstraße. Dort findet die Abschlusskundgebung statt.

"Bund der ökologischen Lebensmittelwirtschaft" gegründet

Bio-Branche zieht Konsequenzen aus Nitrofen-Skandal

Vertreter der Öko-Landbauverbände, der ökologischen Lebensmittelverarbeitung und des Handels haben sich am vergangenen Donnerstag über die Gründung eines gemeinsamen "Bund der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft" verständigt. Initiatoren sind für die Anbauverbände Bioland, Demeter, Gäa und Naturland, für Lebensmittelverarbeitung und Handel der Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN) und namhafte Vertreter der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, mit den Unternehmen Alnatura und Frosta AG, sowie die Assoziation Ökologischer Lebensmittelverarbeiter (AÖL) die Vorbereitungsarbeiten mit getragen haben.

Rettet Adebar

Nationaler Aktionsplan zum Weißstorchschutz

Der Naturschutzbund NABU hat mit der großzügigen Unterstützung der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz einen umfassenden Aktionsplan zum Schutz des Weißstorchs in Deutschland vorgelegt. Dabei wurde erstmals eine Fülle von Datenmaterial aus Bestandserhebungen und Veröffentlichungen zusammengetragen und zukunftsweisend ausgewertet. Fragen zur regional unterschiedlichen Bestandsentwicklung oder zur Beschaffenheit idealer Weißstorchregionen können nun für das gesamte Bundesgebiet fundiert beantwortet werden.