Greenpeace

Ölkonzerne sollen Klimaverantwortung übernehmen

International tätige Ölkonzerne können langfristig Gewinne erwirtschaften, wenn sie jetzt in Klimaschutz investieren. Das ist das Ergebnis der Greenpeace-Studie "Mineralölkonzerne und Klimazerstörung". Demnach sollten Ölkonzerne ihre Investitionen in erneuerbare Energien umlenken, statt weiter Öl und Gas zu fördern. Greenpeace fordert, dass sich Ölkonzerne in vergleichbarer Weise ihrer Verantwortung zur Senkung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen stellen, wie es die Industriestaaten im Klimaschutzabkommen von Kyoto getan haben. Die Greenpeace-Studie belegt, dass eine alternative Energiewirtschaft technisch möglich sei und die Mineralölindustrie ihren Anteil daran finanzieren könne.

New Scientist

Quecksilberwerte in Walfleisch ernüchtern Forscher

Tests an in Japan vermarktetem Walfleisch haben enorm hohe Quecksilberwerte zu Tage gebracht. Seit langem ist bekannt, dass die Tiere Schwermetalle im Gewebe akkumulieren. Die durchschnittlichen Quecksilber-Konzentrationen in den Lebern von Walen und Delfinen von 370 Mikrogramm pro Gramm Fleisch erstaunten die Forscher aber erneut, berichtet das Fachmagazin New Scientist. Die Werte übersteigen den von der japanischen Regierung festgelegten Grenzwert von 0,4 Mikrogramm pro Gramm Fleisch um das 900-Fache.

Nitrofen-Skandal

Verbraucherzentrale fordert scharfe Kontrollen

Als Konsequenz aus dem Nitrofen-Skandal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband die Verschärfung von Kontrollen sowie eine Aufnahme verbotener Pestizide in den staatlichen Überwachungsplan für Lebens- und Futtermittel gefordert. Verschärfte Kontrollen, erweiterte Meldepflichten sowie Transparenz für Verbraucher über betroffene Produkte sind die Kernforderungen eines 5-Punkte-Katalogs, den der Verband vorgelegt hat. Der Katalog ist von den Ernährungsfachleuten aller 16 Verbraucherzentralen bei ihrer Tagung in Erfurt erarbeitet worden.

Verkehr

Bodewig hält am Transrapid fest

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig hält ungeachtet der Kritik des Bundesrechnungshofes an den Transrapid-Projekten fest. Im ARD-Morgenmagazin sagte Bodewig, die am Vortag bekannt gewordene Bewertung enthalte nichts Neues. Die aufgeführten Punkte seien bereits Gegenstand der vorliegenden Gutachten gewesen. Bodewig sagte, es handele sich um Einschätzungsfragen und fügte hinzu, sein Ministerium teile die Einschätzung des Bundesrechnungshofes nicht.

Blutbad

Bund und Länder einig über Waffenrecht

Sechs Wochen nach dem Blutbad von Erfurt sind sich Bund und Länder über die Verschärfung des Waffenrechts einig. Die zuständige Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses verständigte sich darauf, die Altersgrenze für den Erwerb und den Besitz von Schusswaffen anzuheben, teilten mehrere Innenminister am Rande ihres Treffens in Bremerhaven mit. Für Sportschützen wird die Altersgrenze von 18 auf 21, für Jäger von 16 auf 18 Jahre heraufgesetzt. Die als besonders gefährlich geltenden "Pump-Guns" werden komplett verboten. Zudem sollen sich Personen, die noch nicht 25 Jahre alt sind, vor dem Erwerb einer Schusswaffe einer medizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen.

FDP

Möllemann nimmt Friedman von seiner Entschuldigung an Juden aus

FDP-Vize Jürgen Möllemann hat den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, von seiner Entschuldigung an der jüdischen Bevölkerung ausgenommen. Seine Entschuldigung habe den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gegolten, "aber nicht Herrn Friedman", sagte Möllemann dem TV-Sender Phoenix. Er werde sich nicht bei Herrn Friedman entschuldigen, "der hat das gar nicht verdient". Der FDP-Vize fügte hinzu: "Ich mag Leute nicht, die, wenn ich ihnen die Hand entgegenstrecke, mir draufhauen." Möllemann hatte sich zuvor vor dem nordrhein-westfälischen Landtag für Äußerungen entschuldigt, in denen er die Juden in Deutschland für antisemitische Ressentiments mitverantwortlich gemacht hatte.

Krieg

Auslandseinsätze der Bundeswehr sollen verlängert werden

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr in Afghanistan und Mazedonien sollen um sechs beziehungsweise vier Monate verlängert werden. Mit entsprechenden Anträgen der Bundesregierung befasste sich der Bundestag. Ein Parlamentsbeschluss wird in der kommenden Woche erwartet. Bereits am Freitag soll der Bundestag der von der Regierung am 8. Mai beschlossenen Fortsetzung einer deutschen Beteiligung an der internationalen Sicherheitspräsenz im Kosovo über den 11. Juni hinaus zustimmen. Hier sind derzeit 4620 Mann stationiert.

Für Gorillas ist es fünf Sekunden vor zwölf

Ausrottung der Menschenaffen in Zentralafrika schon fast vollzogen

Für die Menschenaffen in Zentralafrika sieht die Zukunft sehr trist aus. Nach jüngsten Berichten des britischen "Television Trust for the Environment" (TVE) gibt es in einigen zentralafrikanischen Staaten so gut wie keine Gorillas mehr. Korruption, unsichere politische Situationen und Armut bedeuten auch für unsere nächsten Artverwandten den sicheren Tod.

Nitrofen-Skandal

Rund 250 000 Nitrofen-belastete Tiere sind schon verarbeitet

Rund 250 000 möglicherweise mit Nitrofen-belastete Öko-Puten, -Hähnchen und -Legehennen sind bereits geschlachtet und an 93 Abnehmer in zehn deutschen Bundesländern sowie drei europäischen Nachbarstaaten ausgeliefert worden, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Mittwoch in Hannover mit.

Kunst in Kassel

Samstag startet die Dokumenta11

Von Samstag an ist die nordhessische Stadt Kassel für 100 Tage Mittelpunkt der internationalen Kultur- und Kunstszene. Bei der Documenta11 präsentieren 118 Künstler aus allen Teilen der Welt ihre neuesten Werke. Seit Anfang vergangenen Jahres tourten die Documenta-Macher rund um den Erdball, um auf so genannten Plattformen aktuelle Probleme aus Kunst, Politik und Gesellschaft zu diskutieren. In Kassel - der fünften Plattform - sollen die Ergebnisse der Diskussionen nun einfließen.

Ver.dis Forderungen im Tarifkonflikt

Streiks im Einzelhandel werden ausgedehnt

Zum Auftakt verstärkter Kampfmaßnahmen im deutschen Einzelhandel legten am Mittwoch Beschäftige das Warenverteilzentrum Unna (Nordrhein-Westfalen) des Handelsriesen KarstadtQuelle lahm. Dadurch wurde die Belieferung zahlreicher Filialen blockiert. Ver.di-Fachgebietsleiterin Franziska Wiethold kündigte am Mittwoch in Berlin an, dass die Streiks jetzt erneut ausgeweitet werden.

Bundeswehr bleibt länger in Afghanistan

Bundeskabinett beschließt Verlängerung des Mandats

Das Bundeskabinett hat die Verlängerung der Bundeswehrbeteiligung an der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) beschlossen. Das Mandat gilt jetzt sechs Monate länger und damit bis zum 20. Dezember, wie Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Mittwoch in Berlin sagte. Der Bundestag muss der Verlängerung des Mandats noch zustimmen. Des Weiteren beschloss die Bundesregierung, das Kontingent aufzustocken.

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Walser

Suhrkamp veröffentlicht "Tod eines Kritikers" trotz Debatte

Der Suhrkamp Verlag wird Martin Walsers umstrittenes Buch "Tod eines Kritikers" wie geplant veröffentlichen. Wie der Verlag am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte, soll der Roman am 26. Juni erscheinen. Walser sei "ein wichtiger Autor" des Verlages heißt es in der von Verlagsleiter Günter Berg unterzeichneten Erklärung.

Pleite von KirchMedia

Altgesellschafter verweigern finanzielle Hilfe für den Konzern

Die Altgesellschafter der KirchMedia rund um Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch haben sich nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) zu keiner Kapitalspritze für den schwer angeschlagenen Medienkonzern durchringen können. Die KirchMedia bereite sich nun für eine Eröffnung des Insolvenzverfahrens Mitte Juni vor, heißt es weiter.

Atomtransport in die USA

Forschungsreaktor Garching jetzt frei von Brennelementen

Die letzten abgebrannten Brennelemente des ersten Garchinger Forschungsreaktors sind abtransportiert worden. Der Transport ist am Montag über die Autobahn A9 unter Polizeibegleitung Richtung Norden gestartet, ohne das Stadtgebiet von Garching zu durchqueren. Derzeit befindet sich der Sammeltransport auf See in Richtung USA.

Entwicklung und Naturschutz

NABU und Kindernothilfe starten strategische Allianz

Der Naturschutzbund NABU und die Kindernothilfe haben am Mittwoch unter dem Motto "Gemeinsam stark für Mensch und Natur" ihre strategische Allianz am Beispiel des Arabuko-Sokoke-Waldes in Kenia vorgestellt. Die beiden Organisationen werden durch diese Kooperation ihre Aktivitäten in Kenia jeweils um die Aspekte "Entwicklung" und "Naturschutz" ergänzen, um so Entwicklungszusammenarbeit und Ressourcenschutz zum Wohle von Mensch und Natur zu verbinden.

Neue Studie

Gentechnisch manipulierte Baumwolle in China hat unerwartete Umweltfolgen

Felder mit gentechnisch veränderter Baumwolle in China haben unerwartet viel schädlichere Auswirkungen auf die Umwelt als bisher angenommen. Dies belegt eine Studie, die der chinesische Experte Xue Dayuan vom Nanjinger Institut für Umweltwissenschaften der Staatlichen Umweltschutzbehörde (SEPA) und die Umweltorganisation Greenpeace vorgestellt haben. Demnach ist schon nach fünf Jahren Anbau deutlich geworden, dass die Schädlingsbekämpfung per gentechnischer Manipulation nicht funktioniert.

Bahn zwischen Verbraucherschutz und Wettbewerb

Mehr Rechte für Fahrgäste und klare Spielregeln auf der Schiene

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Fahrgastverband Pro Bahn haben nachhaltige Verbesserungen beim Verbraucherschutz für Fahrgäste in öffentlichen Verkehrmitteln angemahnt. "Die Züge fahren heute Tempo 300, während die Verbraucherrechte weitgehend auf dem Niveau der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts stehen geblieben sind", stellte Edda Müller, Vorstand des vzbv, auf einer Tagung in Berlin fest. Das Problem werde sich durch neue Anbieter und die europäische Marktöffnung eher noch verschärfen. Deshalb müsse es klare Spielregeln geben. "Vernünftige Allgemeine Geschäftsbedingungen für Entschädigungen der Fahrgäste, transparente Tarife, aussagekräftige Fahrscheine sowie eine Auskunft, die alle Anbieter gleichberechtigt aufführt, sind unsere Hauptforderungen", so Müller weiter.

389 Journalisten in zehn Jahren getötet

Algerien, Russland, Kolumbien, Balkan und Türkei am gefährlichsten

In den Jahren von 1992 bis 2001 sind weltweit 389 Journalisten bei und wegen der Ausübung ihres Berufes getötet worden. Die überwiegende Mehrheit der getöteten Reporter, nämlich 298 oder 77 Prozent, wurden wegen ihrer Berichterstattung ermordet. Ein deutlich geringerer Teil, 62 Journalisten, starb im Zuge von Kampfhandlungen, in die sie bei ihrer Tätigkeit gerieten. Das geht aus einer aktuellen Studie des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) hervor. Weiteres trauriges Detail der Analyse ist, dass die internationale Organisation nur 20 Fälle registriert hat, bei denen die Mörder oder die Auftraggeber der Morde auch zur Verantwortung gezogen wurden. In 94 Prozent aller Fälle hatte der Mord an Journalisten für die Täter also keinerlei Folgen.

Robbenjagd in Kanada

Regierung erhöht Fangquote auf 310.000 Robben

Rund 310.000 Sattelrobben mussten bei der kommerziellen kanadischen Robbenjagd dieses Jahres ihr Leben lassen. Dies berichtet der Internationale Tierschutz-Fonds. So viele wie zuletzt vor Jahrzehnten: im Jahr 1967. Obwohl die Quote bereits Ende April überschritten war, war die Jagdsaison 2002 verlängert und erst am vergangenen Wochenende beendet worden.