Polizisten belasten ihre Kollegen massiv

Kölner nach mutmaßlicher Polizei-Prügel gestorben

Nach dem Tod eines 31-jährigen Kölners gerät die Polizei der Stadt immer mehr unter Druck. Der Mann soll von sechs Polizisten verprügelt worden sein. Am Freitag starb er nach rund zweiwöchigen Koma in einem Krankenhaus. In den Vernehmungen der Staatsanwaltschaft haben zwei Beamte ihre Kollegen massiv belastet. Gegen einen der Hauptbeschuldigten sollen bereits mehrfach erfolglos Strafanzeigen gegen Körperverletzung im Amt erstattet worden sein.

Türkische Küstenwache beschießt Flüchtlingsschiff

Pro Asyl: Verfehlte Flüchtlingspolitik der EU trägt Mitverantwortung

Der Beschuss eines Flüchtlingsbootes vor der Küste Nordzyperns stellt nach Auffassung der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Pro Asyl eine neue Stufe der Eskalation an den Außengrenzen der Europäischen Union dar. Die verfehlte Flüchtlingspolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten trage Mitschuld an dem Tod des Flüchtlings und den Verletzten. Der Türkei werde zunehmend die Türsteherfunktion einer vorverlagerten Abschottungspolitik zugewiesen.

Arbeitsrechte unter den Rädern der Globalisierung?

Entlassene Continental-Arbeiter aus Mexiko kommen nach Deutschland

Deutschlands führender Reifenkonzern Continental schloss im Dezember vergangenen Jahres nach längeren Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft sein Werk in El Salto/Mexiko und entließ 1164 Arbeiter. Eine Delegation entlassener Arbeiter besucht vom 24. bis 30. Mai Deutschland. Sie werden mit Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Bundeswirtschaftsministeriums sowie der deutschen Gewerkschaften zusammentreffen und diese bitten, sich für den Schutz ihrer Arbeitsrechte einzusetzen. Die Delegation will außerdem bei der Aktionärsversammlung der Continental AG am 29. Mai in Hannover ihre Kritik zum Ausdruck bringen.

Niederländisches Gericht

Greenpeace darf Aktionen gegen Atomtransporte machen

Das Oberlandesgericht in Den Haag hat heute eine von der französischen Atomfirma Cogema erwirkte einstweilige Verfügung gegen Greenpeace Holland aufgehoben und das Handeln der Anti-Atom-Aktivisten ausdrücklich für rechtmässig erklärt.

Flächennutzung

NABU fordert ökologische Reformschritte in Gemeinden

Der Naturschutzbund NABU hat von der Kommission zur Reform der Gemeindefinanzen eine Orientierung am Leitbild der nachhaltigen Flächennutzung gefordert. Einen Tag vor der konstituierenden Sitzung des Gremiums unter dem Vorsitz der Bundesminister Eichel und Riester betonte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen die Notwendigkeit, der enormen Ausdehnung der Siedlungsflächen Einhalt zu gebieten. Eine intelligente kommunale Steuer- und Förderpolitik biete wirksame Instrumente zur Beendigung des ökologisch katastrophalen Flächenverbrauchs in Deutschland.

Bundestag

PDS-Politiker unterbrechen Bush

Die Rede von US-Präsident George W. Bush vor dem Deutschen Bundestag ist durch eine Protestaktion von drei PDS-Abgeordneten gestört worden. Als Bush die internationale Staatengemeinschaft zur Fortsetzung des Kampfes gegen den Terrorismus aufrief, hielten Winfried Wolf, Ulla Jelpke und Heidi Lippmann ein Plakat mit der Aufschrift "Stop your wars, Mister Bush + Mister Schröder" hoch. Aus dem Plenum ernteten die drei Politiker dafür Murren und Buh-Rufe. Ein Saaldiener entfernte das Plakat, woraufhin auch die drei Abgeordneten das Plenum verließen.

Gegen Polizeigewalt

Jugendliche Demonstranten legen S-Bahnhof Alexanderplatz lahm

Rund 300 jugendliche Demonstranten haben am Donnerstag den Berliner S-Bahnhof Alexanderplatz lahm gelegt. Die Jugendlichen hatten unter dem Motto "Reclaim the Street" (Die Straße zurückerobern) den Bahnhof gestürmt und waren zwischen den Gleisen herumgelaufen. Die S-Bahn-Verkehrsleitung stellte daraufhin den Fahrstrom ab. Der Bahnhof wurde geschlossen.

Keine Erinnerung

Letzter lebender Zeuge im Engel-Prozess vernommen

Im Prozess gegen den ehemaligen SS-Offizier Friedrich Engel vor dem Hamburger Landgericht ist der einzige noch lebende Augenzeuge der Erschießungen vom 19. Mai 1944 bei Genua gehört worden. Der 80-jährige Karl-Heinz Günther aus Schleswig-Holstein sagte vor Gericht, er könne sich nicht erinnern, wer den Befehl zur Erschießung der 59 Häftlinge am Turchino-Pass gegeben habe.

Konflikt

Neuer Verhandlungstermin in Druck-Tarifrunde vereinbart

Im festgefahrenen Tarifkonflikt der Druckindustrie wollen Gewerkschaften und Arbeitgeber am 29. Mai einen neuen Verhandlungsversuch unternehmen, um Streiks in der Branche doch noch abzuwenden. Die Gewerkschaft habe dem Terminvorschlag ohne Zögern zugestimmt, so der Sprecher des Bundesverbandes Druck und Medien.

Der Repräsentant

Bush beschwört neues Zeitalter

Eine Weiterentwicklung der NATO und ein neues Verhältnis zu Russland sind für US-Präsident George W. Bush Eckpfeiler der künftigen internationalen Entwicklung. Durch die Ereignisse des 11. September und den gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus sei ein "neues Zeitalter" angebrochen, sagte Bush in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag. In seiner 30-minütigen Ansprache erneuerte der Präsident seine Warnung vor der "Achse des Bösen" und fügte hinzu, dass den Herausforderungen militärisch, ökonomisch und entwicklungspolitisch begegnet werden müsse.

Studie belegt Beeinträchtigung

Telefonieren am Steuer gefährlicher als Alkohol

Im Auto mit dem Handy telefonieren kann gefährlicher sein als Fahren nach Alkoholgenuss. Das belegt eine Studie des englischen Versicherers Direct Line, die das vom Telekommunikationsmagazin "connect" vorab veröffentlichte. Dabei überraschte, dass selbst Fahrer mit einer Freisprech-Einrichtung (Car-Kit) schlechter abschnitten als ihre mit gut 0,8 Promille alkoholisierten Kollegen. Am schlechtesten reagierten Fahrer beim Telefonieren mit dem Handy in der Hand: Bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde traten sie erst 13 Meter später als bei einer normalen Reaktion auf die Bremse, mit Freisprech-Einrichtung war der Bremsweg immerhin acht Meter länger als normal. Nicht weniger gefährlich die Reaktionszeit bei alkoholisierten Autofahrern: Vier Meter später als im nüchternen Zustand bremsten die angeheiterten Testpersonen. Untersucht wurde die Reaktionszeit im Fahrsimulator auf einer Teststrecke bei 20 Personen zwischen 21 und 45 Jahren.

Ergebnisse des Mikrozensus

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer arbeitet flexibel

Flexible Arbeitszeiten sind auf dem Vormarsch: Über die Hälfte der abhängig Erwerbstätigen in Deutschland arbeitete im April 2001 unter den Bedingungen flexibler Arbeitszeiten. Tägliche Arbeitszeiten mit festem Beginn und festem Ende gehörten nach den aktuellen Ergebnissen des Mikrozensus, der europaweit größten jährlichen Haushaltsbefragung zu den Lebens- und Arbeitsverhältnissen in Deutschland, nur noch für 49 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Arbeitsalltag, so das Statistische Bundesamt.

Neue Meeres-Ausstellung in Stralsund

Mischung aus Umweltinformation und Erlebnis

Am Mittwoch startete das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Erlebnis- und Bildungsprojekt MeeresWelten. Kunst, Kulturgeschichte, Naturwissenschaft und Umweltbildung werden unter der blauen Kuppel einer eigens errichteten Traglufthalle präsentiert.

Zerstörung der Lebensräume durch den Menschen ist schuld

UNEP: Ein Viertel der Säugetiere vom Aussterben bedroht

Mit schlimmen Zahlen wartet die UNO Umweltorganisation UNEP auf. Nach einem neuen Bericht ist knapp ein Viertel aller Säugetiere massiv vom Aussterben bedroht. Innerhalb der kommenden 30 Jahren werden diese Tiere vom Globus verschwunden sein, befürchtet die UNEP. Die Zerstörung der Habitate und globale Umweltverschmutzung setzen den Tieren extrem zu.

Auch die Fischerei profitiert

Meeresschutzzonen stellen Artenvielfalt in wenigen Jahren wieder her

Amerikanische Meeresbiologen haben bewiesen, dass sich Meereschutzzonen schneller wieder besiedeln als bisher angenommen. In den "No-Take"-Gebieten wuchs die Zahl an Arten innerhalb von drei Jahren wieder an. Die Forscher untersuchten 80 Meereschutzgebiete und berichteten über ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Ecology Letters".

"Kaum Informationen zum Artenschutz vorhanden"

16-jähriger Schüler kritisiert Schulen und Medien

Anlässlich des internationalen Tages der biologischen Vielfalt am Mittwoch kritisiert der 16-jährige Christoph Schneider die schlechte Informationslage zu Themen des Umwelt- und Artenschutzes. Seiner Ansicht nach seien die meisten Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene nur unzureichend über die Problematik des weltweiten Artensterbens aufgeklärt. Der Jugendliche kritisiert vor allem die unzureichende Information der Kinder und Jugendlichen in der Schule. Seiner Erfahrung nach würde man in den Bildungseinrichtungen kaum über das Thema sprechen.

Korruption in Deutschland verbreitet

Jeder siebte Unternehmer hat bereits einmal bestochen

Korruption ist in der deutschen Wirtschaft offenbar weitaus stärker verbreitet als bislang angenommen: Jeder siebte deutsche Firmenchef hat bereits einmal einen potenziellen Auftraggeber bestochen. Dies ergab eine anonyme Umfrage unter 500 bundesweit repräsentativ ausgewählten Unternehmern, die das Berliner Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von "impulse" durchführte. Hochgerechnet haben sich damit rund 150.000 Unternehmer der Korruption schuldig gemacht. Für viele scheint Bestechung aber ein notwendiges Übel, um an Aufträge zu kommen. So bestätigten insgesamt 54 Prozent der Befragten, schon einmal einen Auftrag verloren zu haben, weil sie kein Schmiergeld zahlten. Bei mehr als der Hälfte von ihnen sei das sogar schon häufiger der Fall gewesen.

Globale Regeln für "global players"

BUND fordert mehr Verantwortung der Großkonzerne

Anlässlich der Konferenz "Committed to Sustainability" von Weltbank, Bundesverband der Deutschen Industrie und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weltweite Regeln für internationale Konzerne. Die Umweltschützer protestierten vor dem Konferenzgebäude in Berlin gegen die Macht, die global operierende Unternehmen angehäuft haben. Die sogenannten "global players" müssten zu mehr ökologischer und sozialer Verantwortung verpflichtet werden.

Vertrag zur Armutsbekämpfung unterzeichnet

Künast fordert Verhaltenskodex gegen Welthunger

Die Bundesregierung stockt die Entwicklungshilfe für ländliche Gebiete in den ärmsten Regionen der Welt auf. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) unterzeichnete am Mittwoch in Berlin mit der Welternährungsorganisation FAO einen Rahmenvertrag, der Hilfsprojekte für eine bessere Lebensmittelproduktion und -verteilung außerhalb von Städten vorsieht. Dazu gehört auch die Verteilung von Saatgut in Afghanistan, um die Getreideproduktion in dem von Bürgerkriegen erschütterten Land aufzubauen. Künast bekräftigte ihre Forderung nach einem internationalen "Verhaltens-Kodex" gegen den Welthunger. Dieser solle ethische Richtlinien zur Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung festschreiben und die eigene Lebensmittelproduktion in den armen Ländern schützen.

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

Pro Wildlife: Bundesregierung gefährdet Artenvielfalt

Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt am vergangenen Mittwoch kritisiert Pro Wildlife, dass Deutschland als eines der größten Einfuhrländer von Wildtieren den weltweiten Artenschwund mit verursacht. Jährlich importiert Deutschland über 100.000 international geschützte lebende Wildtiere. Dazu kommt ein Vielfaches an Lederprodukten, Jagdtrophäen, Souvenirs und Schmuck aus geschützten Arten sowie zahllose ungeschützte Tiere.