Walfang

Greenpeace protestiert mit Segelbooten gegen norwegische Pläne

Mit Schiffen, Booten und Schwimmern hat die Umweltorganisation Greenpeace am Sonntag auf der Kieler Förde während der Ausfahrt der Kiel-Oslo-Fähre gegen den norwegischen Walfang demonstriert. "Stop whaling" ("Stoppt den Walfang") forderten 35 Aktivisten auf Fahnen zwischen den Segeln von vier Segelschiffen, auf zwölf Kanus und sechs Booten. Sie protestierten damit gegen die in den nächsten Tagen beginnende Waljagd der Norweger im Nordostatlantik und der Nordsee sowie gegen die Pläne der norwegischen Regierung, Walfleisch und Walfett nach Japan zu exportieren.

Nach dem Amoklauf von Erfurt

Kanzler und Ministerpräsidenten beraten - Gutenberg-Schüler lernen wieder

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Montagabend in Berlin über die politischen Konsequenzen aus dem Blutbad von Erfurt. Dabei sollen auch die Vorschläge von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) zu einer Verschärfung des Waffenrechts diskutiert werden. Zentraler Punkt ist die Heraufsetzung der Altersgrenze für den Erwerb von Sportwaffen von 18 auf 21 Jahre. Das Gespräch soll zudem Gelegenheit bieten, eine breite Initiative gegen Gewalt auf den Weg zu bringen.

Kirch-Insolvenz

Klagen gegen Kirch und Deutsche Bank eingereicht

Der Insolvenzfall KirchMedia beschäftigt nun auch die Justiz: Medienberichten zufolge wurden in der vergangenen Woche mehrere Klagen eingereicht. So stellte Medienunternehmer Leo Kirch nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Strafanzeige gegen den Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf-E. Breuer. Kirch werfe Breuer vor, in einem Fernsehinterview Geschäftsgeheimnisse verraten und falsche Angaben zur Finanzlage der Kirch-Gruppe gemacht zu haben. Unterdessen soll der Axel Springer Verlag eine Zahlungsklage über 30 Millionen Euro gegen Kirch-Media eingereicht haben.

"Sehsüchte"

Gewinner des Potsdamer Studentenfilmfestival

Beim Potsdamer Studentenfilmfestival "Sehsüchte" sind am Sonntag die Gewinner gekürt worden. Insgesamt wurden Preise in neun Kategorien mit Dotierungen im Gesamtwert von 27 500 Euro vergeben, wie Anke Bergmann von der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) sagte. Der Spielfilmpreis mit 5000 Euro ging an "Lotus Style" von Birgit Möller (Berlin). Den ebenfalls mit 5000 Euro dotierten Produzentenpreis holte sich der Film "Die rote Jacke" von Kai Lichtenauer (Hamburg). Den Publikumspreis erhielt "Treitum" von Javier Ruiz (Spanien). 2500 Euro waren der Lohn für seine Arbeit. An den sechs Festivaltagen hatten über 10 000 Besucher 173 Streifen von Filmstudierenden und Amateurfilmern aus 28 Ländern gesehen. Das Internationale Studentenfilmfestival gehört zu den größten seiner Art in Europa.

Metallarbeiterstreik

Schon 30.000 im Ausstand

In der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie beginnen nach wochenlangen ergebnislosen Tarifverhandlungen die Streiks. Zu ersten Ausständen kam es bereits am Sonntagabend in der Spätschicht bei DaimlerChrysler in Sindelfingen. Zum eigentlichen Streikbeginn am Montag ruht auch bei den Autoherstellern Audi und Porsche die Arbeit. Im Laufe der Woche sollen nach Angaben der IG Metall rund 50 weitere Betriebe in den ersten Metall-Streik seit sieben Jahren einbezogen werden. Die so genannten Flexi-Streiks, kurzzeitige Arbeitsniederlegungen in strategisch wichtigen Unternehmen, sollen möglichst viele Betriebe treffen.

Drogenbericht 2001

Zehn Prozent weniger Tote, mehr Ecstasykonsumenten

Die Zahl der Rauschgifttoten ist im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent zurückgegangen. Insgesamt starben bundesweit 1.835 Menschen an den Folgen ihres Rauschgiftkonsums, wie aus dem Drogen- und Suchtbericht hervorgeht, der am Montag in Berlin von der Drogenbeauftragten Marion Caspers-Merk (SPD) vorgelegt wurde. Erstmals seit drei Jahren ist die Zahl der Todesfälle damit rückläufig.

Hausarrest

Burmesische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi frei

Nach zwölf Jahren wurde am Wochenende der Hausarrest gegen die burmesische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aufgehoben. Das Militärregime von Burma hatte sie mit dieser Massnahme in die Isolation und ins Vergessen drängen wollen. Aung San Suu Kyi hatte keine Zugeständnisse wie eine Aufgabe ihres politischen Engagements gemacht.

Gen-Pflanzen

Greenpeace protestiert gegen Gen-Raps auf Versuchsfeld bei Magdeburg

Auf einem Versuchsfeld mit genmanipuliertem Raps südlich von Magdeburg haben Greenpeace-Aktivisten am Montag früh damit begonnen, einige der zwei mal sechs Meter grossen Parzellen mit Gen-Pflanzen mit durchsichtigen Kunststoff-Containern abzuschirmen. Damit warnen die Umweltschützer vor der Gefahr, dass Gen-Pflanzen sich in der freien Natur unkontrolliert ausbreiten. Durch Wind und Insekten kann sich der Pollen über Raps-Äcker und verwandte Wildpflanzen ausbreiten. Aus diesem Grund hat die belgische Regierung letzte Woche die Gen-Raps-Versuche der Firma Aventis/Bayer untersagt, in Deutschland finden solche Versuche trotz der Gefahr weiterhin statt.

Datenschutz

Jeder Einzelne muss Verantwortung übernehmen

Die Deutschen gehen zu sorglos mit ihren persönlichen Daten um, meint Joachim Jacob, Bundesbeauftragter für den Datenschutz, in einem „Focus“-Interview mit. Zum Beispiel würden sie ihre Angaben häufig ohne Bedenken bei Umfragen über das Internet senden, nur weil ein Gewinn winke. Die Bürger sollten den Datenschutz nicht allein dem Staat überlassen. Aber auch die Privatwirtschaft mahnt Jacob zu mehr Sorgfalt. Besonders Unternehmen aus der New Economy hätten sich zunächst mehr um ihre Bilanzen als um den Datenschutz gekümmert. Rabatt-Systeme wie Payback, bei denen Käuferprofile auf Kundenkarten gespeichert werden, sind für Jacob unbedenklich, so lange darüber aufgeklärt wird, was mit den Daten passiert. Außerdem soll sich der Teilnehmer jederzeit wieder ausklinken können.

Gasmarkt

RWE expandiert nach Tschechien und wird Nummer vier in Europa

Die RWE Gas AG, Dortmund, hat am Montag von der Kartellbehörde der Tschechischen Republik die Genehmigung zum Erwerb von 97% der Anteile am Gasversorgungsunternehmen Transgas sowie zwischen rund 46 und 58% der Anteile an den acht regionalen Gasversorgungsunternehmen des Landes erhalten. Die Genehmigung wurde unter Auflagen erteilt, die im wesentlichen eine Minderheitsbeteiligung der Transgas und die Aktivitäten im Wärmegeschäft betreffen.

Initiative "Energiewende Schwaben"

Großer Castor-Transport von Ohu durch Bayern genehmigt

Seit der Aufdeckung im Mai 98, dass Castoren mit abgebrannten und dadurch tödlich radioaktiven Brennelementen auch außen unzulässig stark strahlten, sind keine Castor-Transporte mehr durch Südbayern gefahren worden. Jetzt wurden dem bei Landshut in Niederbayern gelegenen Kernkraftwerk Isar 2 vom Bundesamt für Strahlenschutz sechs Transporte zur französischen Plutoniumfabrik (WAA) in La Hague an der Kanalküste genehmigt.

Grüne Liga Berlin

Grosses Umweltfestival am 2. Juni

Als ein Höhepunkt der Berliner Aktionstage unter dem Motto "Zukunft für alle! Mitmachen - Bewegen - Verändern" verwandelt das Festival wir von 11 bis 20 Uhr gemeinsam mit den Besuchern den Bereich Unter den Linden in eine Bummelzone. Mit seiner bunten Vielfalt wird das Umweltfestival auch in diesem Jahr für zehntausende Berlinerinnen und Berliner ein eindrucksvolles Erlebnis werden. Originelle Aktionen informieren und mobilisieren für Klimaschutz und alternative Angebote.

DDR-Grenzoffiziere vor Gericht

Prozess um Ermordung von Regimegegner Gartenschläger

Rund 26 Jahre nach dem Tod des DDR-Regimegegners Michael Gartenschläger müssen sich ab Dienstag drei frühere DDR-Grenzoffiziere im Alter von 61 bis 90 Jahren wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor dem Landgericht Berlin verantworten. Gartenschläger war in der Nacht zum 1. Mai 1976 von einem Sondereinsatzkommando der Staatssicherheit bei dem Versuch erschossen worden, vom Westen aus einen Selbstschussautomaten an der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg zu demontieren.

Nach dem Amoklauf von Erfurt

Kanzler und Ministerpräsidenten beraten über Konsequenzen

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Montagabend in Berlin über die politischen Konsequenzen aus dem Blutbad von Erfurt. Dabei sollen auch die Vorschläge von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) zu einer Verschärfung des Waffenrechts diskutiert werden. Zentraler Punkt ist die Heraufsetzung der Altersgrenze für den Erwerb von Sportwaffen von 18 auf 21 Jahre. Das Gespräch soll zudem Gelegenheit bieten, eine breite Initiative gegen Gewalt auf den Weg zu bringen.

Grüner Strom

NaturEnergie AG mit erfolgreichem Geschäftsjahr 2001

Um rund 36 Prozent konnte der bundesweit tätige Marktführer bei Grünstrom seinen Umsatz auf knapp 21,4 Millionen Euro erhöhen. Der Stromabsatz stieg im Vergleich zum Geschäftsjahr 2000 (1.10.1999 bis 30.9.2000) um 21,3 Prozent auf 756 Gigawattstunden. Die Anzahl der Bezieher von Strom der Marke NaturEnergie erhöhte sich um 14,2 Prozent auf 165.000.

Plutoniumskandal

Verstrahlt die Hanauer Atomfabrik seit Jahren die Umgebung?

Die Umgebung der Hanauer Nuklearbetriebe ist möglicherweise seit Jahren durch radioaktive Partikel belastet. Die Staatsanwaltschaft Hanau bestätigte am Montag, dass sie seit März 2001 wegen des Verdachts der Bodenverunreinigung gegen Unbekannt ermittelt. Auslöser dafür sei der Fund radioaktiver Mikrokügelchen in Bodenproben gewesen. Es handelt sich um Proben aus den 80-er Jahren vom Gelände der Firma Nukem-Alt. Laut ARD-Magazin "Report Mainz" enthalten die etwa einen Millimeter großen Kügelchen unter anderem Plutonium und angereichertes Uran.

Regisseur Wedel

Zensur gegen Gewalt im Fernsehen hilft nicht weiter

Der Regisseur Dieter Wedel hält die Mediendebatte über eine Zensur von Gewaltdarstellung als Konsequenz aus dem Erfurter Amoklauf für überflüssig. Die tägliche Gewalt im Fernsehen sei "nicht in erster Linie die Ursache für eine schleichende gesellschaftliche Verrohung", sagte Wedel im Interview der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Gesprächsgipfel wie zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und den Fernseh-Verantwortlichen über die Eindämmung von Gewaltdarstellungen seien daher wenig hilfreich. Wedel nannte dies ein weiteres Beispiel für "bloßes Reagieren der Politik, wenn gesellschaftliche Probleme hochkochen". Die wirklichen Ursachen lägen aber an anderer Stelle.

Internationaler Tag der Pressefreiheit

Mord an Journalisten und Gefängnis für kritische Berichte weltweit üblich

Anlässlich des internationalen Tags der Pressefreiheit am Freitag stellt Reporter ohne Grenzen den aktuellen Jahresbericht für den Zeitraum 2001 vor. Der Bericht dokumentiert Verstöße gegen die Pressefreiheit, die die internationale Menschenrechtsorganisation im vergangenen Jahr in 150 Ländern von Afghanistan bis Zypern registrierte. Mindestens 31 Journalistinnen und Journalisten wurden im Jahr 2001 wegen ihrer Recherchen und Veröffentlichungen oder bei Ausübung ihres Berufes getötet, im Jahr davor waren es 32. Bei weiteren 27 Fällen wird noch untersucht, ob ihr Tod im Zusammenhang mit ihrem Beruf steht. Die Zahl der zeitweilig festgenommenen oder länger inhaftierten Journalisten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent auf insgesamt 489. 716 Reporter wurden bedroht, überfallen oder gezielt attackiert, 40 Prozent mehr als im Jahr 2000.

Umfrage

Breite Mehrheit will höhere Altersgrenze für Waffenbesitz

85 Prozent der Bundesbürger fordern als Konsequenz aus der Bluttat von Erfurt eine Herausetzung des Mindestalters für den Waffenbesitz von 18 auf 21 Jahre. Nur 15 Prozent hielten in einer Emnid-Umfrage für den Nachrichtensender n-tv das Alter von 18 Jahren für ausreichend.

100 000 Menschen gedachten der Opfer

Rau warnt vor übereilten Konsequenzen aus Erfurter Amok-Lauf

Mit einer der größten Trauerfeiern in der Nachkriegsgeschichte hat Deutschland Abschied genommen von den Opfern des Schulmassakers von Erfurt. Mehr als 100 000 Menschen gedachten am Freitag auf dem Erfurter Domplatz der 16 Menschen, die ein 19-Jähriger eine Woche zuvor an seinem ehemaligen Gymnasium erschossen hatte. Bundespräsident Johannes Rau warnte in seiner Ansprache vor vorschnellen Konsequenzen. Die Ratlosigkeit dürfe nicht mit scheinbar einfachen Erklärungen überdeckt werden.