Kinderprostitution und Klau-Kinder

terre des hommes fordert Gesetzänderungen gegen Kinderhandel

Das Kinderhilfswerk terre des hommes fordert von der Bundesregierung Reformen im Ausländerrecht. Mit der derzeitigen Gesetzgebung mache sich Deutschland "ungewollt zum Komplizen des internationalen Kinderhandels", sagte die Vorsitzende von terre des hommes Deutschland, Petra Boxler, am Freitag in Berlin. Zuvor hatte die Organisation den rot-grünen Vertretern der Bundestags Kinderrechtskommission, Rolf Stöckel (SPD) und Ekin Deligöz (Grüne), eine Liste mit 27 000 Unterschriften unterreicht. Darin wird an die Regierung appelliert, sich für die weltweite Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention einzusetzen und Kinder besser vor Ausbeutung, Missbrauch und Handel zu schützen.

Geänderter Entwurf völlig verwässert

Datenschützer warnen vor Verschlimmbesserung bei Informationsfreiheit

In den letzten Tagen ist wieder Bewegung in die Diskussion um ein Informationsfreiheitsgesetz (IFG) auf Bundesebene gekommen. Nachdem vor drei Wochen ein Regierungsentwurf vom September 2001 bekannt geworden ist, liegen nun weiter aktualisierte Regierungsvorschläge vor, bei denen die Wünsche der Bundesministerien für Verteidigung, für Finanzen, für Wirtschaft sowie des Bundeskanzleramtes praktisch vollständig umgesetzt wurden: Die Geheimdienste und der Wehrbereich sollen vollständig von der Möglichkeit der Akteneinischt ausgenommen werden. Nicht nur gesetzliche Geheimhaltungsvorschriften sollen die Offenlegung ausschließen - von der Verwaltung selbst erlassene Vorschriften sollen genügen. Durch den absoluten Ausschluss von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen wird es privaten Unternehmen ins Belieben gestellt, öffentlich relevante Firmendaten der absoluten Geheimhaltung zu unterwerfen.

Jedes 12. Kind stirbt unter fünf Jahren

Gesunde Kinder mit guter Schulbildung sind Motor der Staaten

Jedes zwölfte Kind stirbt, bevor es das fünfte Lebensjahr vollendet hat. Das geht aus einem UNO-Bericht hervor, den UNO-Generalsekretär Kofi Annan zur Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen über Kinder vom 8. bis 10. Mai vorgelegt hat. Die Angaben zur Kindersterblichkeit und andere in dem Bericht enthaltene Statistiken unterstreichen die Auffassung der UNO, dass Investionen auf dem Gebiet der Rechte und der Entwicklung der Kinder entscheidend für die Überwindung der Armut sind.

Das viele Metall stört

Telefonieren im Zug verursacht extremen Elektro-Smog

Japanische Wissenschaftler der Tohuku Universität warnen vor dem exzessiven Handy-Gebrauch in Eisenbahnen. Aufgrund der vielen Metallteile werden die Strahlungen reflektiert und dadurch können die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlungen leicht überschritten werden, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner jüngsten Ausgabe. Besonders drastisch ist nach Angaben des Wissenschaftlers Tsuyoshi Hondou die Situation, wenn mehrere Menschen gleichzeitig telefonieren.

Arm auch im Alter

Private Altersvorsorge ist Sache für Reiche

Die Bereitschaft zum Abschluss einer privaten Altersvorsorge ist in Deutschland vom abhängig. Wie der am Freitag in Berlin vorgestellte Mikrozensus des Statistischen Bundesamts zeigt, hatten aus dem Personenkreis mit mehr als 3070 Euro netto im Monat im Frühjahr vergangenen Jahres rund 65 Prozent eine private Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen. Im mittleren Einkommensbereich waren es 54 Prozent. Bei einem Verdienst unter 1500 Euro allerdings nur 32 Prozent. Mit dem Einkommen steigen laut Statistischem Bundesamt auch die vereinbarten Versicherungssummen.

Andere Holz-Siegel sind Schmu

NABU gratuliert OBI zum Umstieg auf FSC-Holz

Der Naturschutzbund NABU begrüßt die Entscheidung der Baumarktkette OBI, sein Sortiment zunehmend auf Holzprodukte aus natur- und sozialverträglichern Forstwirtschaft auszurichten. Wie andere deutsche und internationale Handelsunternehmen auch, setzte OBI hierbei auf die Kontrolle der Waldbewirtschaftung durch das international anerkannte Zertifizierungssystem des Forest Stewardship Council (FSC). "Mit der Entscheidung für den FSC übernimmt OBI als führende Baumarktkette eine Vorreiterrolle beim Schutz der Wälder. Nur das FSC-Zeichen garantiert Verbrauchern, dass Holzprodukte aus naturverträglich bewirtschafteten Wäldern stammen -- und zwar weltweit", sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth.

Nach mehrfachem Einbruch in Bank-Rechner

Verbraucherschützer fordern verschärfte Haftung der Banken bei Online-Konten

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat vor dem Hintergrund erfolgreicher Hackerangriffe eine gesetzliche Verschärfung der Haftung der Banken beim Onlinebanking und bei Bankkarten gefordert. "Wenn Hacker in der Lage sind, unbemerkt Millionenbeträge von Konten abzubuchen, kann es nicht sein, dass der geprellte Kunde seine Unschuld beweisen muss", so Maren Geisler, Bankexpertin des vzbv. Im Streitfall müssten - entsprechend der Produkthaftung -die Banken beweisen, dass die von ihr angebotenen Dienstleistungen 100 Prozent sicher sind. Eine Gelegenheit, die Haftungsbestimmungen zu ändern,böte sich im Rahmen der anstehenden Umsetzung der Fernabsatzrichtlinie für Finanzdienstleistungen. Laut Aussage der ARD war es Hackern im Auftrag des Verbrauchermagazins ARD-Ratgeber Technik innerhalb von sechs Monaten zwei Mal gelungen, ungehindert in den Online-Rechner einer Bank einzudringen.

Vor Japanischer Botschaft in Berlin

500 Meter langes Protestbanner anlässlich kommender Walfangtagung

Die japanische Botschaft in Berlin sieht sich am heutigen Donnerstag mit massiven Protesten konfrontiert: Ein 500 Meter langes Banner aus Unterschriftenlisten sowie ein Meer von gemalten Walen und Delfinen umringen das Botschaftsgebäude. Sie sind Ausdruck der Empörung über die Tötung von jährlich über 15.000 Delfinen und Hunderten Walen durch die japanische Fangflotte. Anlass der Aktion von Pro Wildlife ist die in zwei Wochen beginnende Tagung der Internationalen Walfangkommission in Shimoneseki, Japan. Die Münchner Artenschutzorganisation fordert die japanische Regierung auf, die Jagd auf die Meeressäuger umgehend einzustellen.

OpenOffice 1.0 steht im Netz

Freie Office-Suite für Windows, Linux und Unix Systeme

OpenOffice.org hat die Version 1.0 seines Office-Pakets ins Netz gestellt. Die Software stellt eine freie Alternative für Windows, Linux oder Solaris-Systeme dar. Die Suite besteht aus einer Textverarbeitung, einem Tabellenkalkulations-, einem Präsentations- und einem Zeichenprogramm. OpenOffice kann eine Reihe unterschiedlicher Dateiformate verwerten und exportieren. Das Projekt basiert auf dem von Sun freigegebenen Code von StarOffice. StarOffice gilt als einziges Office-Paket, das es in der Bedienbarkeit mit Microsofts Office aufnehmen kann bzw. dieses teilweise gar überflügelt. Allerdings teilt es nicht die vielen Sicherheitslücken des Marktführers.

Beschlossen

IG Metall streikt ab Montag

Erstmals seit sieben Jahren wird ab Montag in der deutschen Metall- und Elektroindustrie gestreikt. Der Arbeitskampf beginne zunächst in 21 Betrieben mit insgesamt mehr als 50 000 Beschäftigten im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg, sagte IG-Metall-Vorsitzender Klaus Zwickel am Donnerstag in Frankfurt am Main. Der Gewerkschaftschef warnte die Arbeitgeber vor Aussperrungen, da diese den Tarifkonflikt verschärften. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, zeigte sich erneut enttäuscht über das Scheitern der Tarifverhandlungen, appellierte aber an die Mitgliedsfirmen, auf Aussperrungen zu verzichten.

Weltkindergipfel

UNICEF ruft zur Verwirklichung der Kinderrechte auf

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) ruft die Staatschefs und Regierungen auf, den Weltkindergipfel vom 8. bis 10. Mai in New York als Wendepunkt für die Verwirklichung der Kinderrechte zu nutzen. Die Sondersitzung der UN-Vollversammlung biete die Chance, die Weichen für die Verbesserung der Lebenssituation der rund 2,1 Milliarden Kinder und Jugendlichen weltweit zu stellen und gegen die verbreitete Missachtung der Kinderrechte mit einem globalen Aktionsplan vorzugehen, betonte UNICEF Deutschland am Donnerstag in Köln. Zum Weltkindergipfel werden rund 70 Staats- und Regierungschefs erwartet.

Das Ende der Volksaktie

T-Aktie unter Emissionksurs abgesackt

Für die T-Aktie kommt es knüppeldick: Der Kurs des früher als Volksaktie gepriesenen Papiers sackte am Donnerstag an der Frankfurt Börse unter den Ausgabepreis für Privatanleger beim Börsengang 1996. Gegen 12.00 Uhr kostete eine Aktie der Deutschen Telekom nur noch 14,20 Euro. Sie gab damit um 3,7 Prozent auf ein neues Jahrestief nach. Bei Börsengang hatten Privatanleger 28,00 Mark, institutionelle Investoren noch 50 Pfennig mehr bezahlt. Das entspricht 14,31 beziehungsweise 14,57 Euro.

Hochzeit 16. bis 18. Jahrhundert

Berliner Ausstellung geht dem "Hexenwahn" auf den Grund

Mit einer multimedial inszenierten Ausstellung geht das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin dem "Hexenwahn" auf den Grund. Dabei werde das Phänomen der Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung als ein "bis in die Gegenwart aktuelles Thema behandelt", sagte DHM-Generaldirektor Hans Ottomeyer am Donnerstag vor der Eröffnung in Berlin. "Hexenwahn - Ängste der Neuzeit" wird ab Freitag bis 6. August im Kronprinzenpalais Unter den Linden gezeigt.

Osteuropäisch-deutsch

19 Inszenierungen bei Off-Theaterfestival "unidram"

Potsdam rückt im Juni erneut ins Zentrum der osteuropäischen Off-Theaterszene. Beim 9. osteuropäisch-deutschen Festival für Off-Theater "unidram 2002" werden vom 2. bis 8. Juni insgesamt 19 internationale Inszenierungen aufgeführt. Die Theatergruppen kommen aus Polen, Ungarn, Kroatien, Russland und Deutschland. Insgesamt werden rund 100 Theaterschaffende aus elf Ländern erwartet, sagte Thomas Pösl vom Veranstalter DeGater '87 am Donnerstag in Potsdam. DeGater '87 ist ein freies Theater, das vor 15 Jahren in der brandenburgischen Landeshauptstadt gegründet wurde und seit 1994 das "unidram" organisiert.

Aktion an zwei E.ON-Atomkraftwerken

Verbraucher sollen Strom-Herkunft kennen

Mit zwei zeitgleichen Aktionen an den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Gundremmingen protestierte Greenpeace am Donnerstag für eine gesetzliche Pflicht zur Stromkennzeichnung. Aktivisten beschrieben über 100 Meter lange Transparente mit einer Auswahl schwerer Störfälle der vergangenen Jahre an beiden Standorten. Gleichzeitig warnen die Umweltschützer mit einem verfremdeten Werbeplakat vor dem gefährlichen Strommix des Energieversorgers E.ON, der an beiden Atomkraftwerken beteiligt ist. Vor den Toren der AKWs betonieren Aktivisten jeweils eine Plakatwand ein, auf der Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger anstelle eines Mixers ein Atomkraftwerk in der Hand hält.

"Für Journalisten gefährlichstes Land Europas"

Erneut russischer Journalist erschossen

Wieder ist ein russischer Journalist ermordet worden: Valeri Iwanow, Chefredakteur der Wochenzeitung Toliaitinskoje obosrenie und Leiter des unabhängigen Fernsehsenders Lada-TV, wurde am 29. April in Togliatti (Ural) tot in seinem Auto vor seiner Wohnung aufgefunden, berichtet Reporter ohne Grenzen. Er wurde mit einem Maschinengewehr erschossen. "Heute ist Russland das gefährlichste Land Europas für Journalisten", erklärte Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, in Paris. "Journalisten riskieren ihr Leben, wenn sie in den russischen Regionen Korruptionsaffären untersuchen."

Kinderrechte

terre des hommes fordert bessere Gesetze gegen Kinderhandel

Das Kinderhilfswerk terre des hommes drängt die Bundesregierung, sich stärker für die Bekämpfung des Kinderhandels zu engagieren. terre des hommes will deshalb am Freitag Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) eine Liste mit 27 000 Unterschriften überreichen. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, die Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention überall auf der Welt zu verwirklichen und Kinder besser vor Ausbeutung, Missbrauch und Handel zu schützen.

Das Streikkonzept der IG Metall

Nadelstiche statt Flächenstreik

In ihrem ersten Arbeitskampf seit sieben Jahren will die IG Metall nicht wie früher flächendeckend einen ganzen Tarifbezirk bestreiken, sondern setzt stattdessen auf kurzzeitige Arbeitsniederlegungen in strategisch wichtigen Unternehmen. Klassische Streiks, bei denen in einzelnen Betrieben für mehrere Tage oder Wochen die Bänder stillstehen, sollen damit der Vergangenheit angehören. "Flexi-Streik" heißt die neue Strategie der Gewerkschaft, bei der möglichst viele Unternehmen in einer festgelegten Reihenfolge in den Arbeitskampf einbezogen werden.

Wissenschaft

Kernspinresonanz gegen Landminen

Forscher der Technischen Universität Darmstadt haben ein neues Verfahren zum Aufspüren von versteckten Landminen entwickelt. Dabei wird das Kernspinresonanz-Verfahren, das sonst zur Abbildung menschlicher Organe dient, angewandt. Die Methode soll auch geringste Sprengstoffspuren sichtbar machen, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Journal of Physics D – Applied Physics" in seiner jüngsten Ausgabe.

Tag der Arbeit

Demonstrationen gegen Rechts

Am Tag der Arbeit haben sich in mehreren deutschen Städten Tausende Menschen gegen rechtsextreme Aufmärsche zur Wehr gesetzt. In Berlin, Fürth und Dresden demonstrierten nach Polizeiangaben insgesamt rund 10 000 Menschen gegen Neonazis. Große Aufgebote der Polizei hielten die Demonstrantengruppen in Schach, so dass es bis zum Nachmittag nicht zu größeren Übergriffen kam. In Frankfurt am Main fiel eine geplante Kundgebung von Rechtsextremisten aus.