Je höher das Ausbildungsniveau, desto größer der Abstand

Frauen verdienen weiterhin ein Viertel weniger als Männer

Deutschland ist vom Grundsatz gleicher Lohn für gleiche Arbeit nach wie vor weit entfernt. Nach Angaben von Frauenministerin Christine Bergmann (SPD) liegt das durchschnittliche Einkommen von Frauen mit Vollzeitbeschäftigung um 25 Prozent unter dem vergleichbaren Einkommen eines Mannes. Damit habe sich der Abstand in den vergangenen 20 Jahren nur um 2,8 Prozentpunkte verringert, sagte die Ministerin am Mittwoch bei der Vorstellung einer entsprechenden Studie der Bundesregierung im Bundestag.

690.000 Euro für deutsche Tropenholzfirma

Deutsche Entwicklungshilfegelder für Holzeinschlag im Urwald

Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die Erstellung eines forstlichen Managementplanes durch die Firma Congolaise Industrielle du Bois (CIB) mit 690.000 Euro. Die Tochterfirma der Bremer Feldmeyer-Gruppe schlägt im Urwald der Republik Kongo-Brazzaville jährlich über 100.000 Kubikmeter wertvoller Tropenhölzer wie Sipo- und Sapelli-Mahagoni ein. Pro Regenwald kritisierte, aus Entwicklungshilfegeldern würde damit der Raubbau im afrikanischen Regenwald subventioniert.

Erfolgskontrolle bei Telefon-Überwachung dringend nötig

Anti-Terror-Gesetze aus Sicht des Datenschutzes "ausgereizt"

Zur Abwehr terroristischer Gewalt sind nach Ansicht des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Joachim Jacob, keine weiteren staatlichen Eingriffsbefugnisse in Persönlichkeitsrechte erforderlich. Mit den nach dem 11. September verabschiedeten Anti-Terror-Gesetzen sei der Gesetzgeber einen vernünftigen Weg zwischen dem nachvollziehbaren Sicherheitsinteresse des Staates und den schutzwürdigen Freiheitsrechten des Einzelnen gegangen, sagte Jacob der Nachrichtenagentur ddp. In Deutschland sei die bestehende Gesetzeslage nun "weitgehend ausgereizt". Bevor über Änderungen am bestehenden Instrumentarium diskutiert werden könne, sollten die gesammelten Erfahrungen gründlich ausgewertet werden. Zudem müsse bei der Telefonüberwachung endlich eine Erfolgskontrolle eingeführt werden.

Radverkehrsplan verabschiedet

ADFC-Vorsitzender fordert mehr Geld für Radverkehr

Radfahrer werden nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in der Verkehrsplanung immer noch stiefmütterlich behandelt. Für Radwege müsse in Zukunft wesentlich mehr Geld zur Verfügung gestellt werden, forderte der Bundesvorsitzende des ADFC, Wolfgang Große, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp. Nach Auffassung seines Verbandes müsse die Bundesregierung jährlich 800 Millionen Euro für den Bau neuer Radwege, Radstationen oder Imagekampagnen zur Verfügung stellen. Gleichwohl begrüßt der Verband den neuen nationalen Radverkehrsplan, den das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet hat.

An- und Abreise besonders klimaschädlich

Sanfter Tourismus in heimischen Gefilden

Die Bundesregierung setzt zum Schutz der Umwelt auf sanften Tourismus und Urlaub in heimischen Gefilden. Wie aus dem Bericht der Bundesregierung zum "Umweltschutz und Tourismus" hervorgeht, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedete, leidet die Natur an Urlaubszielen wie den Alpen oder südeuropäischen Küstenregionen zunehmend unter dem Einfluss des Reiserummels.

Lärm

VCD, BUND und Umweltbundesamt fordern besseren Lärmschutz

Anlässlich des internationalen Tags gegen Lärm am Mittwoch fordern der Verkehrsclub Deutschland, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und das Umweltbundesamt besseren Lärmschutz. Noch immer mangele es an Aufklärung über die Folgen von Lärmbelastungen sowie an Maßnahmen zur Lärmbekämpfung. Dabei sei für viele Menschen in Deutschland Lärm inzwischen das Umweltproblem Nummer eins. Besonders in den Städten gehörten gesundheitsschädliche Dauerschallpegel von über 70 Dezibel zum lauten Alltag. Dies belegten Probemessungen, die VCD, BUND und Umweltbundesamt heute an einer Berliner Straßenkreuzung vornahmen.

Verkehr

EU plant Steuer auf Biokraftstoffe

Die EU plant die Einführung einer Verbrauchsteuer auf Biokraftstoffe. Die Forderung soll bei der Aussprache im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments eingebracht werden. EU-Parlamentarier und Energieexperte Hans Kronberger wird diesen Vorschlag ablehnen.

Pressefreiheit

"Reporter ohne Grenzen" verurteilen Israel

Die internationale Journalistenvereinigung Reporter ohne Grenzen (RSF) hat Israel für die Einschränkung der Pressefreiheit aufs Schärfste verurteilt. Auf ihrer Internetseite veröffentlicht die Organisation eine Liste aller Verletzungen der Pressefreiheit. Die israelische Armee habe während ihrer seit drei Wochen andauernden Okkupation palästinensischer Städte die Pressefreiheit "vorsätzlich" verletzt, heißt es dort. Zudem beschuldigt die Organisation Israel, ein rassistisches Verhalten gegenüber arabischen Medien an den Tag zu legen.

Tierschutz

Berlusconiregierung plant Ausweitung der Zugvogeljagd

Italiens Regierung will die Jagd auf Sing- und Zugvögel erheblich ausweiten. Wie das Komitee gegen den Vogelmord in Aachen mitteilte, soll den Regionen gesetzlich gestattet werden, zukünftig auch die Jagd auf nach EU-Recht geschützte Finken, Stare, Sperlinge und andere Singvögel zu erlauben. Bislang konnten Vorhaben der Toskana und anderer Regionen, Millionen geschützte Kleinvögel zum Abschuß freizugeben, regelmäßig vor Gericht gestoppt werden, erklärt hierzu Eugen Tönnis vom Komitee gegen den Vogelmord. Dies werde aufgrund des neuen Gesetzes bald nicht mehr möglich sein. Berlusconi habe damit dem Druck von Jägern und Gourmets nachgegeben, die auf die traditionelle "Polenta uccelli" - Maisbrei mit gebratenen Singvögeln, nicht verzichten wollten.

Symbolischer Protest

Greenpeace liefert Walfleischkartons an japanische Botschaft

Greenpeace protestierte weltweit gegen die Waljagd der japanischen Regierung. In Berlin haben 20 Aktivisten symbolisch 150 leere Walfleisch-Kartons an die japanische Botschaft geliefert. In diesen Verpackungen wird in Japan das aus angeblichen Forschungszwecken gewonnene Fleisch an Delikatessen-Restaurants verkauft. Zusätzlich postierten die Aktivisten eine drei Meter hohe Walfleischkiste vor dem Haupteingang der Botschaft, aus der Fluke und Kopf eines Wals ragen.

Fahndung

Durchsuchungsaktion gegen Terrorbewegung "Al Tawhid"

Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe hat in mehreren Städten Deutschlands Wohnungen und Objekte von elf mutmaßlichen Mitgliedern der sunnitisch-palästinensischen Terrorbewegung "Al Tawhid" durchsuchen lassen. Die Aktion des Bundeskriminalamtes in insgesamt 19 Objekten in Essen, Düsseldorf, Krefeld, Berlin, München, Hamburg, Nürnberg und anderen Städten hätten früh morgens begonnen, teilte der Generalbundesanwalt mit.

Kyoto-Protokoll

Globale Treibhausgas-Emissionen steigen weiter

Auch zehn Jahre nach dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro nehmen nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Worldwatch Institute die weltweiten Kohlendioxidemissionen weiter zu. Die globalen Emissionen seien in den 90er Jahren um über neun Prozent gestiegen, sagte die Vizepräsidentin des Instituts, Hilary French. Als Beispiel für die negativen Folgen verwies French darauf, dass mittlerweile weltweit fast 30 Prozent aller Korallenriffe geschädigt seien. Zum Zeitpunkt des Rio-Gipfels seien es erst zehn Prozent gewesen.

Arbeitsamt

Mitarbeiterproteste bei Jubiläum der Bundesanstalt für Arbeit

Begleitet von lautstarken Protesten hat im historischen Nürnberger Rathaussaal der Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Bundesanstalt für Arbeit begonnen. Vor dem Rathaus begrüßten mehrere hundert Mitarbeiter unterstützt durch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Gäste der Feier, unter ihnen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auf Transparenten demonstrierten sie gegen Personalabbau und eine Privatisierung der Behörde. DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer sagte in einer Rede, Reformen dürften nicht dazu führen, dass die Bundesanstalt zerschlagen werde. Die Nürnberger Behörde müsse eine sozialstaatliche Einrichtung mit einer starken Selbstverwaltung bleiben.

Atommülltransporte

Zug durch Niedersachsen gestartet

Am Montagmorgen, kurz vor 5.30 Uhr ist erneut ein Atommülltransport gestartet. Der Zug verliess mit zwei Atommüllbehältern das niedersächsische Kernkraftwerk Unterweser, wie ein Sprecher des Bundesgrenzschutzes (BGS) mitteilte.

Präsidentschaftswahlen in Frankreich

Straßburger demonstrieren gegen rechtsradikale "Front National"

In Straßburg haben am Sonntagabend laut Polizeiangaben über 2000 Menschen gegen die rechtsextreme Partei Front National und den Präsidentschaftskandidaten Jean-Marie Le Pen demonstriert. Auf dem Kléberplatz in der Stadtmitte trafen sich vor allem Jugendliche. Sie hielten Plakate mit Aufschriften wie "Gegen Rassismus" und "Ich schäme mich". Danach zogen die Demonstranten friedlich durch die Straßburger Innenstadt und riefen "Nieder mit der Nationalen Front".

Machtwechsel in Sachsen-Anhalt

CDU und FDP sind Sieger der Landtagswahl

Fünf Monate vor der Bundestagswahl steht Sachsen-Anhalt vor einem Machtwechsel. Mit einem zweistelligen Zuwachs ist die CDU am Sonntag als klarer Sieger aus der Landtagswahl hervorgegangen. Im gleichen Umfang verloren die Sozialdemokraten unter Ministerpräsident Reinhard Höppner. Zweitstärkste politische Kraft wurde die PDS. Die FDP zieht erstmals nach acht Jahren wieder in den Magdeburger Landtag ein und ermöglicht die Bildung einer bürgerlichen Koalition mit der CDU. Die Schill-Partei, die erstmals in Sachsen-Anhalt antrat, sowie die Grünen verfehlten den Einzug in das Landesparlament.

Super-Airbus

Baubeginn für Montagehalle in Hamburg

Nach langjährigen Vorbereitungen und juristischem Tauziehen fällt am Montag in Hamburg der Startschuss für den Bau der ersten Montagehalle für den Airbus A380. Die in der ersten Ausbaustufe 230 Meter lange und 120 Meter breite Halle wird auf dem zugeschütteten Areal des Mühlenberger Lochs errichtet. In der Halle sollen künftig die vorderen und hinteren Rumpfsektionen des Super-Airbus gebaut und die Flugzeuge mit allen flugwichtigen Systemen ausgerüstet werden. Die Sektionsmontage für den Bau der ersten A380 soll Anfang 2003 in Hamburg beginnen.

Konferenz zur Biologischen Vielfalt

NABU: Kein Durchbruch für den Schutz der Wälder in Den Haag

Der Naturschutzbund NABU hat die Ergebnisse der 6. Vertragsstaatenkonferenz über die Konvention zu biologischen Vielfalt in Den Haag als unzureichend kritisiert. "Die historische Chance für einen echten Durchbruch beim Schutz der letzten Naturwälder wurde leichtfertig vergeben", kritisierte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Dabei habe mit dem im Vorfeld der Konferenz erarbeiten Arbeitsprogramm eine Grundlage vorgelegen, die auch die Zustimmung der internationalen Naturschutzverbände gefunden hatte. Es habe sich jedoch im Verlauf der Konferenz gezeigt, dass vor allem Länder wie Brasilien und Kanada, die noch über bedeutende Urwaldflächen verfügen, an einer Verabschiedung eines wirkungsvollen Arbeitsprogramms kein Interesse haben.

Weltkindergipfel

Treffen im Mai 2002 in New York

Der Termin für den Weltkindergipfel in New York steht fest: Vom 8. Bis 10. Mai 2002 werden Regierungsvertreter aus aller Welt gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen sowie Kindern und Jugendlichen überprüfen, inwieweit sich die Situation von Kindern seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention vor zwölf Jahren verbessert hat. Die deutsche Delegation führt Bundesjugendministerin Christine Bergmann an.

Liberalisierung des Strommarktes

Greenpeace stellt Konzept zur Energiekennzeichnung vor

Am Montag hat die Umweltorganisation in Berlin ein Konzept zur Kennzeichnung von Strom vorgestellt. Danach sollen künftig die Erzeugungsart des Stromes, die damit verbundenen Umweltauswirkungen (z.B. Kohlendioxidemission, Atommüllproduktion) sowie das Herkunftsland auf jeder Stromrechnung stehen. Durch die Liberalisierung des Strommarktes in ganz Europa werden gegenwärtig immer größere Teile des Geschäfts über Zwischenhändler und Strombörsen abgewickelt. und die Herkunft des Stroms verschleiert. Mittlerweile geben die großen Stromkonzerne E.on, RWE und EnBW für rund die Hälfte ihres verkauften Stromes keine Energiequellen mehr an.