Gewerkschaft sieht Deutschland noch "mitten in der BSE-Krise"

Landwirtschaft

Nach dem Bekannt werden der BSE-Fälle Nummer 100 und 101 in Deutschland sehen die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und Agrarpolitiker keinen Grund für eine Entwarnung bei der Rinderseuche. Deutschland befinde sich noch immer "mitten in der BSE-Krise", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Franz-Josef Möllenberg in Hamburg. Der niedersächsische Agrarminister Uwe Bartels (SPD) erwartet aber, dass sich das BSE-Problem in Deutschland bis 2007 erledigt hat. Durch die Verfütterungsverbote von Tiermehl und Tierfetten sei die Infektionskette Ende vergangenen Jahres durchbrochen worden, sagte Bartels.

Transnet verlangt Bahnwerker-Treffen im Kanzleramt

Bahn-Arbeit

Die Eisenbahnergewerkschaft Transnet warnt Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) davor, das wegen der Mazedonien-Entscheidung bei seiner Sommerreise gestrichene Treffen mit Bahnwerkern ganz fallen zu lassen. Die Gesprächszusage des Kanzlers mit Vertretern der von Schließung bedrohten vier sächsischen Bahnausbesserungswerke müsse kurzfristig eingelöst werden, forderte Transnet-Chef Norbert Hansen in der Chemnitzer "Freien Presse". Die Gewerkschaft erwarte, "dass die Betriebsräte im Kanzleramt gehört werden". Jede Woche zähle. Es würden bereits in den bundesweit acht Werken Aufträge gestrichen und Material abtransportiert.

Lintec bringt weltweit ersten Senioren-Computer auf den Markt

Nummer 34 in Ostdeutschland

Der sächsische Computerhersteller Lintec bringt heute den weltweit ersten PC speziell für Senioren auf den Markt. Der "Lintec Senior Club" sei innerhalb von zwei Jahren von Lintec und Fördermitteln vom Freistaat entwickelt worden, sagte ein Unternehmenssprecher der börsennotierten Lintec Information Technologies AG in Taucha bei Leipzig.

Verbraucherschützer warnen vor Lipobay-Konkurrenten

Nebenwirkung Pharmaindustrie

Nach dem Skandal um Bayers Lipobay warnen amerikanische Verbraucherschützer nun vor möglichen tödlichen Nebenwirkungen auch bei anderen cholesterinsenkenden Mitteln, die auf dem Markt sind. Wie die Berliner Tageszeitung "Die Welt" berichtet, gibt es nach Beobachtung der Organisation Public Citizen auch im Zusammenhang mit Lipitor von Pfizer, Lescol von Novartis, Mevacor und Zocor von Merck sowie Pravachol von Bristol Myers-Squibb Todesfälle und schwere Erkrankungen. Zwischen Oktober 1997 und Dezember 2000 sollen danach 385 Personen, die andere Cholesterin-Senker als Lipobay eingenommen haben, das in den USA unter dem Namen Baycol vertrieben wurde, an so genannter Rhabdomyolyse erkrankt sein. 52 Personen seien gestorben, behauptet Public Citizen in einer Eingabe an die US-Arzneimittelaufsicht FDA, berichtet das Blatt. Rhabdomyolyse kann die Muskeln zersetzen und zu Nierenversagen führen.

BUND kämpft gegen UMTS-Sendeanlagen

Elektrosmog

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat neuen Mobilfunk-Sendeanlagen den Kampf angesagt. Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm forderte, zulässige Strahlungswerte müssten abgesenkt und Sicherheitsabstände vergrößert werden.

Ministerin Schmidt will mehr Sicherheit mit Medikamenten-Pass

Medikamente

Mit einem elektronischen Medikamenten-Erfassungssystem und einem Arzneimittelpass will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nach dem Lipobay-Skandal die Risiken für Patienten künftig verringern. Schmidt verständigte sich am Donnerstag mit Vertretern von Ärzten und Apothekerverbänden in Berlin auf die Einrichtung einer entsprechenden Arbeitsgruppe, die Vorschläge unterbreiten soll. Das Ziel sei, die Informationen über verabreichte Arzneimittel zu vernetzen, um Patienten möglichst viel Sicherheit zu geben, sagte Schmidt.

Internationales Rotes Kreuz will Inhaftierte in Afghanistan besuchen

Afghanistan-Festnahme

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bemüht sich um einen Besuch bei den vor zweieinhalb Wochen in Afghanistan festgenommenen Mitarbeitern von „Shelter Now“. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Donnerstag auf ddp-Anfrage, ein direkter Kontakt zu den Inhaftierten wäre ein „großer Fortschritt“.

Greenpeace fordert sofortigen Importstopp für belastete Shrimps

Verbraucherschutz

Die Umweltorganisation Greenpeace fordert einen sofortigen Importstopp für antibiotikumbelastete Shrimps. Wie ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Gutachten ergab, ist der Verzehr von Shrimps, die das Antibiotikum Chloramphenicol enthalten, für Verbraucher in jedem Fall gefährlich.

Thierse macht in Italien Druck

Genua-Proteste

Wegen möglicher Übergriffe auf deutsche Globalisierungskritiker geraten die italienischen Behörden weiter unter Druck. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat sich jetzt in einem Brief an seinen italienischen Amtskollegen Ferdinando Casini gewandt. Darin bittet Thierse Casini, sich für die Freilassung während des G-8-Gipfels in Genua inhaftierter deutscher Jugendlicher einzusetzen, „wenn die Behauptung zutreffe, dass sie nicht an gewalttätigen Straftaten beteiligt waren“.

Antrag der Bundesregierung zum Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr

Kriegsvorbereitungen

Die Bundesregierung hat am Donnerstag einen Kriegs-Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien beschlossen. Dieser Einsatz steht unter Parlamentsvorbehalt. ngo-online zitiert aus dem fünfseitigen Antrag für die kommende Sitzung des Bundestages zentrale Passagen:

amnesty beklagt Folter und Misshandlung von Frauen in Haft

Libanon

Inhaftierte Frauen sind im Libanon weitgehend rechtlos. Nach Angaben von amnesty international werden sie in der Untersuchungshaft über längere Zeiträume ohne Kontakt zur Außenwelt gehalten, gefoltert, sexuell mißbraucht und häufig gezwungen, sich selbst zu belasten. Die Menschenrechtsorganisation fordert die libanesischen Behörden auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um Frauen in Haft wirksam vor Folter, Misshandlungen und geschlechtsspezifischen Übergriffen zu schützen.

Umweltminister: Globalisierung kein "blindes Schicksal" sondern Herausforderung

Trittin-Interview

Die Gewalt der Globalisierungsgegner entfachte bei den Grünen eine Debatte über den politischen Umgang mit den weltweiten Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Die Diskussion hatte der französische Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit ins Rollen gebracht. Er kritisierte, die Grünen hätten die Argumente der Globalisierungsgegner bislang nicht ernst genug genommen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), der entscheidenden Anteil am Ausgang der Weltklimakonferenz im Juli in Bonn hatte, verteidigt internationale Abkommen, um damit der Globalisierung einen sozialen und ökologischen Rahmen zu geben.

Kleinanleger verloren im Schnitt 11.500 Mark laut Umfrage

Aktienmarkt

Kleinanleger haben in den vergangenen Monaten durchschnittlich 11.500 Mark an den deutschen Aktienmärkten verloren. Dies ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern". Von den insgesamt 2.786 Befragten gaben 29 Prozent (821) an, Aktien zu besitzen. Dabei besitzen Westdeutsche häufiger Aktien als Ostdeutsche, Männer eher als Frauen, und die mittleren Altersgruppen öfter als die unter 30- und die über 60-Jährigen.

Weniger Tote im ersten Halbjahr 2001

Verkehr

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist deutlich gesunken. Im ersten Halbjahr 2001 starben 3.159 Menschen auf den Straßen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das sind 507 Personen oder 14 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2000. Dies sei das niedrigste Ergebnis in einem ersten Halbjahr seit Einführung der Statistik im Jahre 1953. Die bislang wenigsten Verkehrstoten wurden im ersten Halbjahr 1999 mit 3.599 Getöteten ermittelt, wie das Bundesamt weiter mitteilte.

Südafrikanischer Wildhüter und Baikalexperte ausgezeichnet

Naturschutzpreis des Global Nature Fund

Mit der Auszeichnung "Best Conservation Practice Award" würdigt die in Radolfzell ansässige Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) Personen, die sich in besonderer Weise um den Naturschutz verdient gemacht haben. In diesem Jahr erhielten der südafrikanische Wildhüter Henry Oram vom St. Lucia-See und der russische Baikalexperte Dr. Matvey Alexandrovich Shargaev während der 6. Living Lakes Konferenz am Baikalsee den Preis.

Kommunen wollen Umbau des Sozialrechts

Sozialhilfe

Angesichts der Debatte um Sozialhilfemissbrauch fordern die Kommunen einen gründlichen Umbau des Sozialrechts. "Kern des Problems" sei ein Mangel an einfachen Arbeitsplätzen und Anreizen, diese anzunehmen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, am Mittwoch in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Deshalb müssten Arbeitslose vornehmlich Hilfen zum Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt bekommen.

Elektronische Patientenakte könnte Realität werden

Gesundheitswesen

Die Idee einer elektronischen Patientenakte nimmt immer konkretere Formen an. Die Bundesregierung plant nach einem Bericht der "WirtschaftsWoche", dass alle Informationen über Patienten von Kassen, Kassenärztlichen Vereinigungen, Ärzten und Krankenhäusern in einen riesigen Datenpool eingespeist werden. Dies gehe aus einem Eckpunktepapier der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Birgit Fischer (SPD) hervor. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte, dass die Regierung konkret über eine elektronische Erfassung von Patientendaten nachdenkt. Vor allem gehe es darum, die Chipkarte "intelligenter" zu nutzen.

WWF rechnet mit weiteren Wolfsrudeln in Ostdeutschland

Naturschutz

Die Oberlausitz (Sachsen) könnte bald wieder von Wölfen besiedelt werden. Das Rudel, das Mitte Juli auf dem 35.000 Hektar großen Oberlausitzer Truppenübungsplatz entdeckt worden war, ist nach Ansicht des World Wide Fund for Nature (WWF) erst die Vorhut. Da sich die Tiere offenbar wohl fühlten, würden sie sich in Zukunft auch in anderen Teilen Ostdeutschland ausbreiten, vor allem in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, erklärte WWF-Biologe Frank Mörschel am Mittwoch in Frankfurt am Main.

Bauindustrie rechnet mit Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich

Erhöhung des Baukindergelds gefordert

In der Bauwirtschaft sind nach Ansicht des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie bis zu 100.000 Arbeitsplätze gefährdet. Hauptgeschäftsführer Michael Knipper sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", er rechne für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich. "Es ist unvorstellbar, aber wir müssen unsere ohnehin negativen Prognosen um 100 Prozent nach unten korrigieren", betonte Knipper in dem am Sonntag vorab verbreiteten Beitrag. Ursprünglich war der Verband den Angaben zufolge von einem Umsatzminus von fünf Prozent ausgegangen.

Rot-Grün will Handel mit der "Ware Frau" unterbinden

Frauenhandel

Der Handel mit osteuropäischen Frauen entwickelt sich in Deutschland zum Milliardengeschäft. Die rot-grüne Regierungskoalition will deshalb nach der Sommerpause einen Antrag "Prävention und Bekämpfung von Frauenhandel" in den Bundestag einbringen, kündigte die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Irmingard Schewe-Gerigk, am Montag in Berlin an.