"Keine bedrohten Tiere auf Rezept!"

China-Medizin gefährdet Arten

Aufklärung als Artenschutzmaßnahme – Darauf setzt Pro Wildlife in einer aktuellen Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Chinesische Medizin. Millionen Wildtiere werden jedes Jahr allein in China zu Pulvern, Salben und Tinkturen für die sog. "Traditionelle Chinesische Medizin" (TCM) verarbeitet - Tendenz steigend. Auch in Deutschland lassen sich immer mehr Menschen mit TCM-Produkten behandeln. "Die meisten Patienten wissen dabei nicht, dass in den Arzneien, v.a. bei Importen von Fertigprodukten, bedrohte Wildtiere enthalten sein können", betont Pro Wildlife-Expertin Dr. Sandra Altherr. "Die Aufklärung von Patienten und Ärzten ist deshalb eine essentielle Ergänzung zu gesetzlichen Artenschutzmaßnahmen."

Greenpeace-Aktivisten vor Gericht

US-Staatsanwaltschaft lässt Straftat-Vorwurf fallen -Urteil am 18. Januar

Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten lässt die schwersten Anklagepunkte gegen die 15 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten fallen, die am 14. Juli 2001 friedlich bei der Vandenberg Air Force Basis in Los Angeles gegen das US- Raketen-Abwehr-Programm protestiert hatten. Damit ist der Vorwurf einer schweren Straftat aus der Welt. Bisher hatte die Staatanwaltschaft den Greenpeace-Aktivisten Verschwörung vorgeworfen, sowie das unbefugte Eindringen in die Sicherheitszone des Raketentestgeländes. Außerdem hätten die Angeklagten die Anweisungen der Küstenwache nicht befolgt. Eine solche Straftat kann mit bis zu sechs Jahren Haft geahndet werden.

"Blauer Engel"

Verbesserte Informationsplattform des Umweltzeichens im Netz

Übersichtlicher, mehr Informationen und interaktiv. So präsentiert sich der gründlich ueberarbeitete Internet-Auftritt des Umweltzeichens "Blauer Engel“. Das Umweltbundesamt und der RAL, das Deutsche Institut fuer Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., legen mit der Aktualisierung der Homepage einen Grundstein für ein neues Marketingkonzept, um dem ältesten und weltweit erfolgreichsten Umweltzeichen neuen Schwung zu verleihen. Anwenderfreundlich lässt sich nach Umweltzeichenprodukten und –anwendern innerhalb einer Datenbank recherchieren. Diese umfasst gegenwärtig rund 3900 Umweltzeichenprodukte und etwa 800 Zeichenanwender. Die Informationen sind schnell und problemlos zu finden. Alle Grundlagen für die Vergabe des Umweltzeichens sowie die benötigten Antragsunterlagen sind als Downloadversion vorhanden und koennen direkt am Bildschirm ausgefüllt werden.

EU-Gelder

EU droht Deutschland mit Verfahren in Fördermittel-Affäre

Im Streit um die rechtswidrige Abwicklung von EU-Geldern im Bundesarbeitsministerium droht Deutschland ein Verfahren der EU-Kommission. Ein Sprecher der Berliner Vertretung der EU-Kommission bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Welt". Es werde derzeit geprüft, ob wegen der Vergabe eines Auftrags zur Steuerung des EU-Beschäftigungsprogramms Equal an die Bonner Firma EfP ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet werden solle, sagte der Sprecher. Das Bundesarbeitsministerium hatte den Auftrag ohne vorherige öffentliche Ausschreibung an EfP erteilt.

Arbeitsmarkt

DGB erteilt generellen Kombilöhnen klare Absage

Eine flächendeckende Subventionierung von Niedrigeinkommen durch so genannte Kombilöhne stößt beim Deutschen Gewerkschaftsbund auf klare Ablehnung. Schon der Ansatz sei falsch, damit den Anreiz zur Aufnahme von Billig-Jobs erhöhen zu wollen, sagte DGB-Vize Ursula Engelen-Kefer. Schließlich liege die Ursache der Arbeitslosigkeit nicht in mangelnden finanziellen Anreizen bei der Arbeitsaufnahme. Vielmehr sei die unzureichende Qualifikation der Arbeitsuchenden ein wesentlicher Grund der Arbeitslosigkeit.

Kriegseinsatz

Erste deutsche Soldaten zu Einsatz nach Afghanistan abgeflogen

Das Vorauskommando der Bundeswehr für die internationale Truppe in Afghanistan ist vom Militärflugplatz Wahn bei Köln zum Hindukusch abgeflogen. Auf der 5000 Kilometer weiten Reise werden die 70 Fallschirmjäger mehrere Zwischenstops einlegen müssen. Der Befehlshaber des Potsdamer Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Friedrich Riechmann, hatte die angetretenen Soldaten vor ihrem Abflug mit einem militärischen Zeremoniell in Wahn verabschiedet. Sie stehen bei ihrem Einsatz unter der Befehlsgewalt des Potsdamer Kommandos. Bereits am Mittwochabend soll der Voraustrupp in Kabul seine Arbeit aufnehmen.

Fleischwirtschaft

Greenpeace fordert strenge Kriterien für Fleisch-Siegel

Für das geplante Gütesiegel für konventionell produziertes Fleisch fordert Greenpeace deutlich strengere Auflagen. Das Siegel dürfe kein Freibrief für Massentierhalter, Pestizid-Verwender oder Gentechnik-Anbauer werden, mahnte die Umweltschutzorganisation. Bisher stelle die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft jedoch zu lasche Qualitätsanforderungen und bremse damit die Agrarwende aus, kritisierte Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter.

Deutscher Naturschutzring

Künast soll ökologische Fischzucht in Brüssel durchsetzen

Der Deutsche Naturschutzring hat heute Bundesministerin Renate Künast aufgefordert, bis spätestens 2003 die ökologische Fischzucht in der EG-Öko-Verordnung durchzusetzen. Lebensmittel aus der Aquakultur sind in der Verordnung bisher nicht enthalten, da zu wenig praktische Erfahrungen vorliegen. An die bundesdeutschen Verbraucher appellierte der DNR, zukünftig verstärkt Forellen und Karpfen aus der Öko-Fischzucht einzukaufen.

Wettbewerb

Wirtschaftsverband für "modernere" Wettbewerbsgesetze

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hält das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb für dringend reformbedürftig. Der Spitzenverband der gewerblichen Wirtschaft erklärte, das Verbot der Euro-Rabattaktion der Modehandelskette C&A entspreche zwar geltendem Recht, zeige allerdings, dass nach dem Fortfall des Rabattgesetzes und der Zugabe-Verordnung eine grundlegende Reform des UWG dringender denn je sei.

Agrarwirtschaft

NABU fordert konsequente Umsetzung der Agrarwende

Der Naturschutzbund NABU fordert eine konsequente Fortführung der Wende in der Agrarpolitik. Die Agrarwende bleibe eine der wichtigsten politischen Herausforderungen und werde deshalb auch im Bundestagswahlkampf eine zentrale Rolle spielen, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Er bezeichnete Verbraucherschutzministerin Renate Künast als "Glücksfall" für die Agrarwirtschaft. Seit ihrem Amtsantritt vor knapp einem Jahr habe Künast viele Verkrustungen aufgebrochen und so erste wichtige Schritte in Richtung einer neuen Agrarpolitik getan. Trotzdem bleibe noch eine ganze Menge zu tun, nicht zuletzt auf europäischer Ebene.

Arbeitsmarkt

Sozialverband VdK für bundesweite Erprobung des Mainzer Modells

Angesichts von vier Millionen Arbeitslosen bekommen Forderungen nach einem Ausbau des Niedriglohnsektors und der Einführung von Kombilöhnen neuen Auftrieb. Der Sozialverband VdK sprach sich dafür aus, das so genannte Mainzer Modell in ganz Deutschland zu erproben. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering sagte im ZDF, noch vor der Bundestagswahl werde es eine Entscheidung über eine bundesweite Ausdehnung von Kombi-Lohnmodellen geben. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (BCE), Hubertus Schmoldt, warnte indes vor zu hohen Erwartungen an die Förderung von Kombilöhnen.

Justiz

Leipziger Gericht ahndet Tötung von zwölf Pferden mit Bewährungsstrafe

Wegen der Tötung mehrerer Pferde hat das Landgericht Leipzig am Montag eine Frau zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die 28-Jährige wurde von den Richtern als vermindert schuldfähig eingestuft, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Frau muss zudem eine bereits begonnene Therapie fortsetzen.

Tierschutz

Bundesforst plant Schreiadler-Schutzprojekt

Der vom Aussterben bedrohte Schreiadler erhält in Vorpommern ein begrenztes Schutzgebiet. Nach Plänen der Bundesforstverwaltung sollen in einem rund 150 Hektar großen Waldgebiet ideale Lebensvoraussetzungen für den so genannten Pommernadler geschaffen werden. Das Projekt sei als Ausgleich zu der in Bau befindlichen Autobahn A 20 in Vorpommern geplant, sagte Burkhard Schneider vom Bundesforstamt Prora auf Rügen.

Gen-Forschung

Japaner züchten künstliche Augen aus Froschembryonen-Zellen

Wissenschaftler der Universität von Tokyo haben nach eigenen Angaben erstmals künstliche Augäpfel gezüchtet. Die Organe wachsen aus Froschembryonen-Zellen, die Kaulquappen implantiert wurden. Für das Team um den Biologen Makoto Asashima sind die künstlichen Augen die Basis für neue Therapie-Formen gegen Augenkrankheiten und Blindheit, so ein Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Wirtschaft & Forschung

Warnung vor gentechnischen Heilsversprechen

Die Vorsitzenden von Bundestags-Enquetekommission und Nationalem Ethikrat, Margot von Renesse (SPD) und Spiros Simitis, warnen vor zu großen Erwartungen an die Gentechnik. Von Berichten britischer und US-amerikanischer Firmen über gentechnisch veränderte Schweine für die Organspende dürfe man sich nicht blenden lassen, sagte von Renesse am Wochenende. Vielmehr führe der international scharfe Wettbewerb um Forschungsgelder und Fördermittel dazu, dass die Firmen schnell positive Ergebnisse präsentieren wollten.

Namensrechte

Schily will von Neonazis Internet-Adressen zurück

Der US-amerikanische Neonazi Garry Lauck benutzt den Namen des Bundesinnenministeriums für rechtsextremistische Propaganda im Internet. Wie der "Spiegel" berichtet, liegt Innenminister Otto Schily (SPD) deshalb in einem Wettstreit mit dem Rechtsextremisten um Namensrechte im Internet. Lauck sicherte sich die Adresse "bundesinnenministerium.com" und stellt darunter Hakenkreuz-gezierte Seiten ins Netz.

Arbeitslosigkeit

Förderung von Billigjobs soll offenbar ausgeweitet werden

Angesichts der Krise auf dem Arbeitsmarkt will die Bundesregierung die staatliche Förderung von Billigjobs offenbar nun doch erheblich ausweiten. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" soll die Aufnahme einer niedrig entlohnten Tätigkeit attraktiver gemacht werden, indem die Beschäftigten gestaffelte Zuschüsse zu ihren Sozialversicherungsbeiträgen erhalten. Damit soll vor allem Langzeitarbeitslosen, Sozialhilfeempfängern oder allein erziehenden Müttern angeblich der Sprung in ein reguläres Arbeitsverhältnis erleichtert werden.

Bundesarbeitsministerium

Rechnungshof soll Affäre um EU-Fördergelder aufklären

Der Bundesrechnungshof soll die umstrittene Abwicklung von EU-Geldern durch das Bundesarbeitsministerium prüfen. Gegen die zuständigen Beamten im Ministerium seien disziplinarische Maßnahmen verhängt worden, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater am Freitag in Berlin. Das Bundesarbeitsministerium hatte ohne öffentliche Ausschreibung einen Auftrag zur Umsetzung des EU-Beschäftigungsprogramms Equal an die Bonner Firma EfP vergeben.

Wohnraum für Obdachlose

Bundesarbeitsgemeinschaft fordert mehr Unterstützung für Obdachlose

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe verlangt eine stärkere Unterstützung für Menschen, die auf der Straße leben. Gerade im Winter seien mehr individuelle Beratung und Hilfe notwendig, sagte der Geschäftsführer des Verbands, Heinrich Holtmannspötter. Neben einer umfassenden Beratung über ärztliche Behandlungen, Rechte und Ansprüche benötigten Obdachlose vor allem individuellen Wohnraum, sagte Holtmannspötter weiter. Sammelunterkünfte und Heime würden meist schlecht angenommen, weil viele dort bereits negative Erfahrungen etwa mit Schlägereien oder Diebstählen gemacht hätten. Holtmannspötter appellierte daher an Immobilieneigentümer, Wohnraum auch an Obdachlose zu vermieten. Städte und Gemeinden seien gefordert, eine "Ghettoisierung" und die Entstehung sozialer Brennpunkte zu vermeiden.

Lebensgrundlagen schützen

Greenpeace setzt auf Landwirtschafts- und Ernährungskampagnen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will im neuen Jahr verstärkt mit Landwirtschaft- und Ernährungskampagnen auf Missstände aufmerksam machen. Der Erfolg der sechsmonatigen Putenkampagne im vergangenen Jahr habe das große Interesse der Verbraucher an diesen Themen gezeigt, sagte Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens. "Da sind wir weitaus glaubwürdiger als jede Behörde", sagte sie. So hätten die beiden größten Anbieter für Putenfleisch in Deutschland, die Firmen Gutfried und Heidemark, angekündigt, ab 2002 Puten aus akzeptabler Haltung anzubieten.