Chemiepreis geht an zwei US-Amerikaner und einen Japaner

Nobelkomitee

Den diesjährigen Nobelpreis für Chemie teilen sich ein Japaner und zwei US-Amerikaner. Wie die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Mittwoch bekannt gab, geht eine Hälfte der Auszeichnung an William S. Knowles aus St. Louis, Missouri, und Ryoji Noyori von der Nagoya University in Chikusa (Japan).

Einstellung am Donnerstag erwartet

Prozess um Flughafenbrand

Der von Pannen überschattete Prozess um die verheerende Brandkatastrophe auf dem Düsseldorfer Flughafen soll am Donnerstag eingestellt werden. Die 3. Strafkammer des Landgerichts Düsseldorf hatte nach knapp zwei Jahren Hauptverhandlung und 80 Prozesstagen vorgeschlagen, das Verfahren gegen die neun verbliebenen Angeklagten wegen geringer Schuld zu beenden. Acht Männer - Arbeiter, Architekten, Bauleiter, Flughafen-Manager und Feuerwehrleute – sollen dafür Geldauflagen bis zu 40.000 Mark zahlen. Einer soll ohne Geldauflage davonkommen. Bei der Brandkatastrophe waren am 11. April 1996 insgesamt 17 Menschen ums Leben gekommen und 88 zum Teil schwer verletzt worden.

Entwurf für neue Kronzeugenregelung

Neue Kronzeugenregelung im Entwurf

Im Kampf gegen den Terrorismus gewinnt derzeit wieder ein Instrument an Charme, das 1999 wegen Untauglichkeit vorübergehend eingemottet wurde: die Kronzeugenregelung. In der Schublade der rot-grünen Koalition liegt seit einem Jahr einen Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD). Jetzt will Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) die Regelung in sein Sicherheitspaket einbeziehen, das derzeit in der Koalition abgestimmt wird.

Eine Million leere Wohnungen in Ostdeutschland

Wohnungsbau

Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) stehen in den neuen Bundesländern rund eine Million Wohnungen leer. Der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) zählte zum Jahresbeginn bei seinen Mitgliedsunternehmen in den neuen Bundesländern 380.000 leer stehende Wohnungen. Die Leerstandsquote betrug damit mehr als 14 Prozent, nach 13 Prozent ein Jahr zuvor.

Bis zu 100.000 Menschen am Samstag in Berlin erwartet

Friedensdemonstration

Mit einer Friedensdemonstration wollen Kriegsgegner am Samstag in Berlin gegen die amerikanisch-britischen Militäreinsätze in Afghanistan protestieren. Zu der bundesweiten Veranstaltung unter dem Motto "Kein Krieg! Für Solidarität und soziale Gerechtigkeit" würden bis zu 100.000 Menschen erwartet, sagte Hans-Peter Richter vom Demonstrationsbüro am Mittwoch in Berlin. Rund 60 Trägerorganisationen und Unterstützerverbände wollen sich beteiligen.

"Pro Bahn" fordert Gebühr auch für Bundesstraßen"

Lkw-Maut

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert eine Lkw-Maut auch für wichtige Bundesstraßen. Nur so könne verhindert werden, dass sich nach Einführung der Maut 2003 auf Autobahnen der Lkw-Verkehr auf gut ausgebaute Bundes- und Landesstraßen verlagere, sagte Pro-Bahn-Sprecher Holger Jansen am Dienstag in Dresden. Ein falscher Weg sei dagegen, bestimmte Autobahnen aus der Maut-Pflicht heraus zu nehmen. Der Pro-Bahn-Sprecher forderte die Verkehrsminister des Bundes und der Länder auf, sich für eine Änderung des EU-Rechts einzusetzen, um die Maut künftig auf allen Straßen erheben zu können. Die Verkehrsminister tagen am Mittwoch und Donnerstag in Dresden.

Verwaltungsgericht prüft Klage aus Mannheim

Videoüberwachung

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe befasst sich seit Mittwoch mit der Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen in Mannheim. Anlass ist die Klage eines Lokalpolitikers der Grünen, der die Überwachungsmaßnahmen für unrechtmäßig hält. Der Kläger sieht unter anderem sein Grundrecht auf Informationsfreiheit verletzt. Die Verhandlung des Karlsruher Gerichts findet in Mannheim statt. Wann die Richter das Urteil verkünden, steht noch nicht fest.

Antibiotika in Shrimps und Garnelen gefunden

Meeresfrüchte belastet

Sachsen-Anhalts Agrarministerium warnt vor Antibiotikarückständen in Shrimps und Garnelen aus dem Südpazifik. Lebensmittelkontrolleure haben bei Untersuchungen vom Meeresfrüchten aus China und Vietnam wiederholt Spuren von Chloramphenicol gefunden, wie Minister Konrad Keller (SPD) am Mittwoch in Magdeburg mitteilte. Er habe die Vernichtung der Erzeugnisse angeordnet. Den Handel und alle gastronomischen Einrichtungen forderte er auf, ihre Bestände zu überprüfen und belastete Waren aus dem Verkehr zu ziehen.

USA erhalten drei NATO-Awacs-Flugzeuge

Terrorabwehr

Drei von fünf angeforderten Awacs-Überwachungsflugzeugen sind inzwischen von der NATO-Airbase in Geilenkirchen bei Aachen in die USA verlegt worden. Bereits am Dienstagabend sei ein Aufklärungsflugzeug gestartet und zwei seien am Mittwochmorgen gefolgt, bestätigte ein Sprecher des NATO-Verbandes. Zwei weitere sollten "in Kürze" in die USA fliegen. Neuer Standort ist ein Militärflughafen bei Washington.

Walschützer stoppten Treibjagd auf Kleinwale in Japan

Walfang

Amerikanische und japanische Walschützer haben vorläufig ein Massaker an mindestens 20 Grindwalen durch Fischer aus Taiji in Japan, wo vor kurzem wieder die jährlichen Waltreibjagden begonnen haben, zum Stehen gebracht. Die Walschützer, angeführt von dem renommierten US-Naturfilmer Hardy Jones, wurden von den Fischern mit Messern bedroht, als sie die Treibjagd für eine Internet-Live-Übertragung filmten. Es handelt sich dabei um ein Projekt der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) Deutschland in Kooperation mit Bluevoice.org, um durch das Dokumentieren der anhaltenden Abschlachtungen von Walen und Delfinen in japanischen Gewässern öffentlichen Protest hervorzurufen.

USA kündigen weitere Luftschläge gegen Ziele in Afghanistan an

Gegenschlag

Nach dem Ende der ersten Welle von Luftangriffen gegen Afghanistan haben die USA weitere Angriffe angekündigt. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf US-Militärkreise, dass die Bombardierungen "für einige Abende weitergehen würden".

Wowereit kündigt weitere Sicherheitsmaßnahmen in Berlin an

Sicherheit

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat nach den Angriffen der USA und Großbritanniens auf Ziele in Afghanistan weitere Sicherheitsmaßnahmen für die Hauptstadt angekündigt. Neben der zusätzlichen Präsenz von Polizisten vor gefährdeten Objekten und Botschaften müsse auch mit Kontrollstellen in der Stadt gerechnet werden, sagte Wowereit im Inforadio Berlin-Brandenburg. Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Nach Angaben der Polizei gab es in der Nacht in Berlin keine besonderen Vorkommnisse.

Shelter-Now-Mitarbeitern geht es scheinbar gut

Afghanistan-Festnahme

Den in Afghanistan inhaftierten Shelter-Now-Mitarbeitern geht es nach Angaben des Auswärtigen Amtes scheinbar gut. Das Außenamt habe in der Nacht über den pakistanischen Anwalt Kontakt zu den Gefangenen gehabt. Die Bundesregierung bemühe sich nachdrücklich um die Sicherheit der Gefangenen, welche sich nun mitten im Kriegsgebiet befinden.

Offenbar mehr als 100 Tote bei Flugzeugkatastrophe in Mailand

Flugzeugunglück

Bei einem Flugzeugunglück auf dem Mailänder Flughafen Linate sind offenbar mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Ein deutsches Kleinflugzeug vom Typ Cessna war auf dem Rollfeld mit einer Passagiermaschine der skandinavischen Fluggesellschaft SAS zusammengestoßen. Zum Zeitpunkt des Unglücks kurz nach acht Uhr herrschte auf dem Flughafen offenbar dichter Nebel.

2500 Berliner Schüler protestieren gegen US-Militärschlag

Demonstration

Rund 2.500 Berliner Schüler haben am Montag gegen die amerikanisch-britischen Angriffe auf Ziele in Afghanistan protestiert. Unter dem Motto "Schüler und Schülerinnen gegen den Krieg" forderten die Jugendlichen das sofortige Ende der Aktion. Nach Angaben der Veranstalter kamen Teilnehmer von 20 Schulen aus der gesamten Stadt zu der Protestveranstaltung. Nach der Auftaktkundgebung auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte zog der Demonstrationszug zur Amerikanischen Botschaft und zum Auswärtigen Amt. Die Schüler trugen Plakate mit Aufschriften wie "Krieg rächt keine Toten" und "Für Frieden - Gegen Krieg und Terror".

Lukrative Geschäfte für Wirtschaft, Staat und Parteien

Betrugsfall Flowtex

Der Flowtex-Skandal scheint kein Einzelfall zu sein und zeigt, wie Politiker, Staatsanwälte und Finanzämter in Deutschland gelegentlich ihre schützende Hand über betrügerische Geschäfte halten. Ostdeutsche Finanzbeamte, die in der Bundesrepublik Deutschland rechtsstaatliche Verhaltensweisen erwarten, wundern sich, wenn ihre westdeutschen KollegInnen herbeigeeilt kommen, und auf die guten Beziehungen der Geschäftsleute in der Politik verweisen. Gelder fließen in die Kassen der Parteien, Geburtstagsfeiern verschlingen mal so eben eine Million Mark. Von Sparen und "den Gürtel enger schnallen" ist da keine Rede.

Bundesregierung nimmt Zwangsarbeiter-Stiftung in Schutz

Stiftung

Die Bundesregierung nimmt die Zwangsarbeiter-Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" vor Kritik im Zusammenhang mit Wechselkurs-Verlusten beim Umtausch in polnische Zloty in Schutz. Das Bundesfinanzministerium habe als zuständige Rechtsaufsichtsbehörde entsprechende Vorwürfe intensiv geprüft, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten. Danach sei das Verhalten der Stiftung nicht zu beanstanden.

Mehrheit der Deutschen zur Terrorbekämpfung bereit

Umfrage

Die Deutschen sind bei der Terrorismusbekämpfung nach einer Emnid-Umfrage mehrheitlich auch zu finanziellen Einschnitten und rechtlichen Beschränkungen bereit. So sprechen sich 66 Prozent der Befragten für eine Einbeziehung der Bundeswehr in die Terrorbekämpfung aus, auch wenn dafür das Grundgesetz geändert werden müsste. Nur ein knappes Drittel ist dagegen, heißt es in einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstitutes Emnid.

Inhhaftierten Shelter-Now-Mitarbeitern sind körperlich gesund

Afghanistan-Festnahme

Den acht in Afghanistan inhaftierten ausländischen Mitarbeitern der Organisation Shelter Now geht es nach Angaben des Auswärtigen Amtes körperlich gut. Ein Außenamtssprecher verwies darauf, dass es Kontakte über den pakistanischen Anwalt der Häftlinge gebe, der Zugang zu seinen Mandanten habe. Danach gehe es den Gefangenen "physisch gut". Unter ihnen befinden sich auch vier Deutsche.

Rückbau der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe soll weitergehen

Atomkraft

Der im Zuge eines Plutonium-Diebstahls unterbrochene Abbau der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe soll zügig wieder aufgenommen werden. Wie das baden-württembergische Umweltministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte, sollten kleinere Abbauarbeiten noch in diesem Jahr erfolgen. Nach Nachrüstungen bis Frühjahr 2002 soll der uneingeschränkte Rückbau wieder aufgenommen werden.