Österreich

Proteste gegen "Weltwirtschaftsforum Osteuropa" erwartet

Österreich hat das Schengener Abkommen über den freien Verkehr von Personen und Waren vorübergehend außer Kraft gesetzt. Seit Montag werden wieder an allen Grenzen Kontrollen durchgeführt, da Proteste von Globalisierungsgegnern gegen das "Weltwirtschaftsforum Osteuropa" in Salzburg erwartet werden.

Tschetschenien

Russische Truppen töten Rebellenführer

Russische Truppen haben den tschetschenischen Rebellenführer Barajew getötet. Dies berichten übereinstimmend die russische Regierung als auch der Internetdienst der Rebellen. Nach offiziellen Angaben in Moskau wurden bei dem Angriff nahe der Hauptstadt Grosny auch 17 Mitglieder der Einheit von Barajew getötet, berichtet der Deutschlandfunk. Rußland macht den Rebellenführer für zahlreiche Geiselnahmen und Angriffe auf die Armee verantwortlich.

So teuer wird

Preise für Anrufe zu Sondernummern

Schwer zu herauszufinden sind sie - hier finden Sie die Preise für Anrufe zu Sondernummern aus dem Telekom-Festnetz. Bitte beachten Sie, dass Anrufe aus dem Mobilfunk in der Regel nochmals um ein Vielfaches teurer sind und auch die aus dem Festnetz kostenlosen 00800-Telefonate teilweise (unzulässig) berechnet werden - eine vorherige Anfrage beim Mobilfunk-Provider ist dringend zu empfehlen, auch wenn es dabei oft Falschauskünfte gibt.

0180-Telefonnummern

Abkassieren mit falsch verstandenem "Service"

Mit Sprüchen wie "Nur 24 Pfennig pro Minute" werben immer mehr Firmen für ihre 01805-"Servicenummern". Doch korrekterweise müssten sie das Wörtchen "nur" weglassen: Ein solcher Anruf kostet bis zu achtmal so viel wie ein normales Ferngespräch über einen preiswerten Anbieter. Dass sie es nicht tun, hat neben den Zusatzfunktionen des 0180-Dienstes immer öfter auch den Grund, dass ihnen ihre Telefongesellschaft für eingehende Anrufe Geld zahlt. Eine Initiative wehrt sich dagegen und veröffentlich die billigeren "echten" Telefonnummern.

Euro-Einführung

Banken bekamen weniger "Schlafmünzen" zurück als erhofft

An der Euro-Aktion "Her mit den Schlafmünzen" haben sich weit weniger Menschen beteiligt als erhofft. Laut einer Emnid-Umfrage folgten nur acht Prozent aller Deutschen dem Aufruf der Bundesbank und brachten ihre Sparschwein-Inhalte zur Bank, sagte der Eurobeauftragte des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Reinhold Rickes, am Montag in München. Im Februar hätten bei einer Umfrage noch 42 Prozent ihre Teilnahmebereitschaft erklärt. Insgesamt seien über 1,5 Milliarden Mark beziehungsweise 4,5 Milliarden Stück Münzen bis Anfang Juni auf Konten eingezahlt worden. Die Bundesbank hatte den Angaben zufolge mit fast der doppelten Anzahl von Münzen gerechnet.

Vereinbarung

Keine gesetzliche Quote für Kraft-Wärme-Kopplung

Eine gesetzliche Quote zur Förderung der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist vom Tisch. Bundesregierung und Stromwirtschaft einigten sich am Montag in Berlin auf eine Selbstverpflichtung der Industrie, bis zum Jahr 2010 den Kohlendioxidausstoß um 23 Millionen Tonnen durch Kraft-Wärme-Kopplung zu reduzieren. Die Selbstverpflichtung der Wirtschaft wird ergänzt durch gesetzliche Regelungen zur Förderung von kleinen Blockheizkraftwerken und von Strom aus Brennstoffzellen. Umweltverbände kritisierten, mit der Vereinbarung würde das deutsche Klimaschutzprogramm "in wesentlichen Teilen zu Fall gebracht werden".

Bilanz

Mehr Gentechnik-Medikamente

Unter den insgesamt 27 im Jahr 2000 in Deutschland neu zugelassenen Wirkstoffen befinden sich auch vier gentechnisch hergestellte Arzneimittel. Das teilte der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) am Montag auf seiner Pressekonferenz "Statistics 2001" mit. Unter den betreffenden Medikamenten befinden sich ein Wachstumshormon zur Wundbehandlung, ein humanisierter Antikörper zur Behandlung von Krebskrankheiten, ein Fusionsprotein gegen chronische Arthritis sowie ein Humaninsulin.

Börse

Umweltbank startet mit kräftigem Kursgewinn

Die Aktien der Nürnberger Umweltbank AG sind am Montag mit einem Kursaufschlag an der Börse gestartet. Die Papiere wurden mit einem ersten Kurs von 11,50 Euro gelistet. Der Ausgabepreis betrug 7,50 Euro. Gegen Mittag gaben die Aktien leicht auf knapp über zehn Euro nach. Insgesamt bringt das Geldinstitut nach eigenen Angaben über 4,8 Mio. Aktien in den Frankfurter Freiverkehr. Der Erlös aus dem Börsengang soll in das weitere Wachstum des Unternehmens fließen.

Ab 2002

Neue Organisation koordiniert Entwicklungshilfe

Ab Jahresbeginn 2002 soll von Bonn aus eine neue Organisation die internationale Bildungszusammenarbeit Deutschlands koordinieren. Die Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) und die Carl Duisberg Gesellschaft (CDG) arbeiten dazu derzeit an einer Fusion, wie die DSE am Montag in Bonn mitteilte.

Globalisierung

Gewerkschafter mobilisieren gegen G8-Gipfel in Genua

Unter dem Motto "Gewerkschafter! Auf nach Genua!" mobilisieren Gewerkschafter für Proteste gegen das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der sogenannten G8-Staaten vom 19. bis 22. Juli in Genua. Die abhängig Beschäftigten seien die "Hauptzielscheibe" der von den G8-Staaten vorangetriebenen Politik. Arbeitsplatzabbau, Privatisierung, Deregulierung, Lohnabbau, unsichere Beschäftigungsverhältnisse und die deutliche Vermehrung privaten Reichtums charakterisiere diese Politik. Die Gewerkschafter kritisieren die ständige "Verbesserung der Verwertungs- und Profitbedingungen des internationalen Kapitals". In den italienischen Gewerkschaften werde anläßlich des Gipfels die Durchführung großflächiger Streikaktionen erwogen.

Kritische Aktionäre

Soziale Bedingungen bringen dicke Luft auf Post-Hauptversammlung

Dem Vorstand der Deutschen Post AG droht am Mittwoch Ungemach bei der Hauptversammlung in Köln: Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre kündigte heftige Angriffe wegen "vernichteter Arbeitsplätze und verschlechterter Tarifbedingungen für viele Beschäftigte" an. Fast 1.500 Besitzer der "Aktie Gelb" haben dem Verband ihre Stimmen übertragen um seine Anträge zu unterstützen, mit denen Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigert werden soll. Unterstützung erfahren die Kritischen Aktionäre auch von der Kölner PDS Bundestagsabgeordneten Ulla Lötzer, die in der Versammlung sprechen wird.

Vorbeugung nötig

In Europa wieder mehr Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten sind in Europa wieder auf dem Vormarsch. In Deutschland sind vor allem die ungenügende Prävention und die nachlassende Wirkung des "Aids-Schocks" der achtziger Jahre für diese Entwicklung verantwortlich, wie Ulrich Marcus vom Robert-Koch-Institut am Montag in Berlin sagte. So sei die Tendenz bei Gonorrhoe- und Syphilis-Fällen in der Bundeshauptstadt und in Hamburg seit wieder 1999 steigend. Die Situation hinsichtlich Aids und HIV-Infektionen sei aber relativ stabil. Marcus ist einer von 1.000 Experten aus 35 Ländern, die seit Sonntag am viertägigen Weltkongress für Sexuell Übertragbare Krankheiten (International Congress of Sexually Transmitted Infections) in Berlin teilnehmen.

Aids-Konferenz

Armutsbekämpfung und Mädchen-Aufklärung sollen Epidemie eindämmen

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids wird der Ruf nach internationaler Hilfe lauter. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte am Montag auf der UN-Sondergeneralversammlung in New York eine Partnerschaft der internationalen Staatengemeinschaft im Kampf gegen Aids. Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" wies darauf hin, die Armut als Hauptursache für die Ausbreitung der Krankheit nicht zu vernachlässigen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, hob hervor, dass in den Entwicklungsländern Mädchen und junge Frauen besonders von der Immunschwächekrankheit betroffen sind, aber auch der Schlüssel zur Bekämpfung des Problems sein könnten. Unterdessen warnte der Vorsitzende der Deutschen Aids-Gesellschaft, Norbert Brockmeyer, davor, die Gefahren der Krankheit in Deutschland zu unterschätzen.

Open-Air-Konzert

Stings Deutschland-Tournee bringt Musik statt Effekte

Sting mag es schlicht. Er investiere lieber Geld zu sparen in gute Musiker als in Spezialeffekte, sagte der britische Popstar Sting vor seiner großen Europa-Tournee. Die rund 20.000 Fans, die am Freitagabend zum Deutschland-Auftakt auf den Münchner Königsplatz gekommen waren, konnten sich davon überzeugen. Außer einer unspektakulären Lichtshow und fünf langen Stoffschals, die hinter den Musikern aufgespannt waren, präsentierte sich der Ex-Police-Sänger auf einer schlichten Bühne. Um so großartiger dagegen war seine Musik. Eineinhalb Stunden lang begeisterten der 49-jährige Superstar und seine fünf Musiker die Fans mit einer musikalischen Mischung aus Rock, Pop, Ethno und Country.

Christopher-Street-Day

Eine halbe Million feierte in Berlin "que(e)r gegen Rechts"

Mit einem schrillen Fest in Berlins Innenstadt haben am Samstag Lesben und Schwule den 23. Christopher-Street-Day in der Hauptstadt gefeiert. Über 500.000 Menschen kamen nach Veranstalterangaben zum acht Kilometer langen Umzug und zur anschließenden Kundgebung. Bei der traditionellen Parade, die in diesem Jahr unter dem Motto "Berlin stellt sich que(e)r gegen Rechts!" stand, zogen rund 80 bunt geschmückte Wagen vom Kurfürstendamm bis zur Siegessäule.

Einigung

Solidarpakt II und Länderfinanzausgleich in Sack und Tüten

Die Bundesländer haben sich auf eine Neuordnung des Länderfinanzausgleichs und einen neuen Solidarpakt II verständigt. Das bestätigten Hamburgs Bürgermeister Ortwin Runde (SPD) und die Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen, Roland Koch und Bernhard Vogel (beide CDU), am Samstag in Berlin. Dem Länderkompromiss zum Länderfinanzausgleich muss jetzt noch die Bundesregierung zustimmen. Dem Solidarpakt II hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bereits am Mittag im Gespräch mit den Regierungschefs der fünf neuen Länder zugestimmt, an dem außerdem auch Runde teilgenommen hatte.

Polizei

Zugunglücke waren nicht Schuld der Bahn

An den beiden schweren Zugunglücken in Bayern trägt die Bahn keine Schuld. Ein Gutachten zum Unfall mit vier Toten vom Freitagabend im schwäbischen Tapfheim habe eindeutig ergeben, dass die Bahnanlage intakt gewesen sei, sagte ein Sprecher der Polizei Dillingen am Samstag. Vermutlich habe der Fahrer das rote Blinklicht der Warnanlage wegen der tief stehenden Sonne nicht gesehen. Beim Überqueren des unbeschrankten Bahnübergangs war das Auto einer vierköpfigen Familie von einem Regionalzug erfasst und zertrümmert worden. Auch bei dem Zugunglück im oberpfälzischen Vilseck gibt es den Angaben zufolge keine Hinweise darauf, dass der Zugführer Schuld oder die Bahnanlage nicht in Ordnung war. Allerdings müsse noch das endgültige Ergebnis der Untersuchungen abgewartet werden, sagte ein Sprecher der Polizei.

"Jeanny"

Unterstützung für Verein gegen Kindesmissbrauch

Am Montag kommt das Remake von Falcos umstrittenen Hit "Jeanny" auf den Markt - ein Lied, das von sexuellem Missbrauchs handelt. Anders als Falco, der sich nie über den Hintergrund seines Liedes aus dem Jahr 1985 äußern wollte, kündigten die neuen Interpreten, Sänger Xavier Naidoo und die Gruppe Raemonn, an, einen Teil der Einnahmen an die Stiftung "Saving An Angel" zu spenden. Die Einrichtung unterstützt unter anderem den Hamburger Verein "Dunkelziffer".

Störtebeker-Festspiele

Piraten erobern Rügen

Die Insel Rügen befindet sich wieder fest in der Hand von Klaus Störtebeker und den "Freibeutern der Meere". Bei windigem, aber überwiegend sonnigem Wetter sind am Samstag in Ralswiek die inzwischen neunten Störtebeker-Festspiele eröffnet worden. Vor der malerischen Kulisse des Jasmunder Boddens erlebten annähernd 10.000 Zuschauer die Premiere des Piraten-Stücks "Hamburg-Hanse-Henker", mit dem erneut eine Geschichtenserie um den legendären Seefahrer ihren Abschluss findet.

CDU-Spendenaffäre

Weitere illegale 100.000-DM-Spende

In der CDU-Spendenaffäre sorgen neu aufgetauchte Geheimzahlungen für Wirbel. Der Vorsitzende des Bundestags-Untersuchungsausschusses, Volker Neumann (SPD), bestätigte am Freitag einen Bericht von "Spiegel Online", wonach neu entdeckte Dokumente eine 100.000-Mark-Spende des ehemaligen Verlegers der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ), Günther Grotkamp, belegen. Die Gelder wurden dem Bericht zufolge offenbar so gestückelt, dass sie nicht meldepflichtig waren und die Spender geheim blieben.