umwelt

Künast fordert klare Kennzeichnugsregelung für Gentechnikprodukte

Gentechnik

Verbraucherschutzministerin Renate Künast fordert klare Kennzeichnungsregelungen für die so genannte grüne Gentechnik. Nur so könne der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen in der Lebensmittelherstellung zurückverfolgt und eine Wahlfreiheit für die Bürger garantiert werden, sagte beim Forum Agrarpolitik des Deutschen Bauernverbandes zum Thema "Gentechnik in Futtermitteln". Es müsse die höchste Sicherheitsstufe gelten, wie bei BSE dürfe es keine Kompromisse geben. Künast sprach sich für einen nationalen Diskurs zur Gentechnik unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen aus. Nur so könne ein Ergebnis erzielt werden, das von einer breiten Bevölkerungsmehrheit getragen werde.

Heftige Kritik an Bill Gates Kinderimpfwerk

Hilfsorganisationen

Kritik an der von Microsoft-Gründer Bill Gates unterstützten Global Alliance for Vaccines and Immunisations äußert internationalen Hilfsorganisation "Save the Children" durchgeführten Report. Anstelle einer raschen und effektiven Hilfe werden von Gavi nur neue Märkte für teure Impfstoffe gesucht. Selbst innerhalb der Organisation gebe es heftige Interessenskonflikte zwischen Marketingstrategien und effektiver Hilfe, heißt es in dem Bericht.

"Ärzte ohne Grenzen" suchen Helfer

Mediziner gesucht

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" benötigt mehr qualifizierte Mitarbeiter. Zwar gebe es zahlreiche Interessierte, viele brächten aber nicht die nötigen Voraussetzungen mit, sagte Vorstandsmitglied Christine Schmitz am Mittwoch. Insgesamt habe aber auch die Bereitschaft zum aktiven Helfen in Projekten nachgelassen. Die Hilfsorganisation feiert am Donnerstag ihr 30-jähriges Bestehen.

Pharmabranche setzt auf Biotechnologie

Gesundheit

40 Prozent der pharmazeutischen Patentanmeldungen weisen Verbindung zur Biotechnologie auf, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts. Insbesondere bei der forschungsintensiven Wirkstoffforschung weisen laut Studie viele Anzeichen auf eine sinkende Wettbewerbsposition Deutschlands hin. Deutsche Unternehmen geben wesentlich weniger für Forschung und Entwicklung aus als beispielsweise die Vereinigten Staaten. Dort liegen die Ausgaben mit jährlich 19 Mrd. Euro deutlich höher als in Europa, das insgesamt rund 14 Mrd. Euro für die Erforschung und Entwicklung neuer Pharmazeutika ausgibt.

"Stern": Skandal weitet sich aus

Verstrahlte Bundeswehrsoldaten

Der Skandal um die Verstrahlung von Soldaten an Radargeräten in den 50er bis 80er Jahren weitet sich aus. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe berichtet, haben bisher schon 2 269 ehemalige oder aktive Soldaten einen Antrag auf Anerkennung von Radarschäden gestellt. Darunter sind auch 844 frühere Angehörige der Nationalen Volksarmee der DDR, die von der Bundesrepublik aufgrund des Einigungsvertrages eine Entschädigung verlangen. 406 Betroffene sind bereits gestorben, meist an Leukämie, Lymphtumoren und Hodenkrebs. In mindestens sechs Fällen besteht der Verdacht, dass Missbildungen bei Kindern durch genetische Schädigungen von Radarsoldaten hervorgerufen worden sind.

Krankenkassen genehmigten sich zinslose Kredite

Versicherungen

Die finanziell angeschlagenen Krankenkassen haben sich Kredite aus der Pflegeversicherung genehmigt und dafür zum Teil keine Zinsen bezahlt. Dies geht aus einem Prüfbericht des Bundesversicherungsamts hervor, aus dem die Bild-Zeitung zitierte. Dadurch konnten die Kassen offenbar teure Bankkredite vermeiden. BVA-Präsident Rainer Daubenbüchel sprach von über 20 Krankenkassen, die Zinsen nicht erstattet hätten. Der größte Einzelfall sei ein Zinsverlust von 10.000 Mark gewesen.

Malaria-Impfung zeigt in Gambia Wirkung

Gesundheit

Forscher der britischen Medical Research Council Laboratories haben einem Impfstoff gegen Malaria ein vielversprechendes Zeugnis ausgestellt. In einer ersten Feldstudie in Gambia stellte sich die Malaria-Impfung bei rund der Hälfte der behandelten Männer als wirksam heraus. Bereits im nächsten Jahr sollen Impf-Studien an Kindern in Mosambik folgen. In Afrika stirbt zurzeit alle 20 Sekunden ein Kind an Malaria, wie die aktuelle Online-Ausgabe von New Scientist berichtet.

Salzsäurewolke verschreckt Bevölkerung

Chemieunfall in Frankfurt/Main

Ein Chemieunfall im Frankfurter Industriepark Höchst hat am Donnerstag für eine weiße Salzsäurewolke über den angrenzenden Stadtteilen gesorgt. Wie das Chemieunternehmen Thermphos in Frankfurt am Main mitteilte, liefen beim Abfüllen der hochgiftigen Chemikalie Phosphortrichlorid am Nachmittag aus bislang ungeklärter Ursache rund 20 Liter aus. Die Substanz habe sich an der Luft sofort in Salzsäure verwandelt, ein Teil sei aus dem Gebäude ausgetreten und habe eine Wolke über dem Werksgelände gebildet. Gefahr für Mensch und Umwelt bestand nach Auskunft der Frankfurter Berufsfeuerwehr nicht.

Katholiken für strikten Schutz embryonaler Stammzellen

Stammzellenimport

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) dringt auf eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes mit dem Ziel eines Importverbots für embryonale Stammzellen. ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer sagte am Freitag zum Auftakt der Herbstvollversammlung in Bonn, die deutschen Katholiken hielten an dem unbedingten Respekt vor dem Menschenleben und der Menschenwürde fest. Der Mensch genieße vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung an rechtlichen Schutz.

Apotheker warnen vor weiteren Korrekturen am Arznei-Sparpaket

Gesundheit

Die deutschen Apotheker warnen vor weiteren Korrekturen am geplanten Arznei-Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die Diskussion um die geplante Aut-idem-Regelung, gegen die ein Teil der Pharmazeutischen Industrie Sturm läuft, habe mittlerweile groteske Züge angenommen, kritisierte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Hans-Günter Friese. Mit der Regelung würden weder die Therapiefähigkeit des Arztes eingeschränkt noch ein angeblich ruinöser Preiswettbewerb in Gang gesetzt. Dies zeigten die Erfahrungen vieler Länder.

Zahl der hohen Ozonwerte im Sommer 2001 mehr als verdoppelt

Klima

In diesem Sommer hat es mehr als doppelt so viele hohe Ozonwerte gegeben wie im Vorjahr. Der Schwellenwert von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde bundesweit 31 Stunden lang überschritten, so das Bundesumweltamt. Im Jahr 2000 waren es lediglich 15 Stunden. Die Experten der Behörde führen dies aber im Wesentlichen auf besondere Wetterbedingungen zurück. Insgesamt sei der Trend zu einer Verbesserung der Ozonlage in Deutschland ungebrochen. Ozonalarm und damit verbundene Fahrverbote gab es nicht.

Viel Arbeit und Zündstoff bleiben

40 Jahre Bundesentwicklungsministerium

„Die Gründung eines eigenständigen Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit vor vier Jahrzehnten hat sich als richtige und weitsichtige Entscheidung erwiesen“. Dies erklärte der VENRO-Vorstandsvorsitzende Reinhard Hermle anlässlich des 40jährigen Gründungsjubiläums des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) am 7. November in Bonn. „Trotz mancher herber Fehlschläge hat die deutsche Entwicklungspolitik viel erreicht. Sie verfügt über einen guten Ruf in der Welt. Aber es bleibt noch viel zu tun, um die Kluft zwischen Arm und Reich in der Welt abzubauen und der Globalisierung ein menschliches Gesicht zu geben“, so Reinhard Hermle weiter.

Bundestag besiegelt Aus für Arzneimittelbudgets

Mehr "Selbstverwaltung"

Die Budgets auf Arznei- und Heilmittel werden abgeschafft. Der Bundestag stimmte am Donnerstagabend in Berlin einem entsprechenden Gesetz von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit rot-grüner Mehrheit zu. Darin ist vorgesehen, dass die Selbstverwaltungen von Ärzten und Krankenkassen vor Ort mehr Verantwortung für die Arzneiausgaben übernehmen. In einem Gesamtpaket sollen sie künftig Obergrenzen für die Arzneiausgaben, aber auch bestimmte Zielvereinbarungen festlegen.

Zivilbevölkerung ohne Schutz vor Bio-Waffen

Terrorabwehr

Anthrax(Milzbrand)und andere Biokampfstoffe können sie kaum schocken: Die Soldaten der Bundeswehr sind gegen mögliche Angriffe islamistischer Terroristen gewappnet. Das wurde von der Sanitätsakademie in München am Mittwoch bestätigt. Die Armee hatte schon zu Zeiten des Kalten Krieges wegen drohender Gefahren im Kriegsfall ständig ihre ABC-Ausrüstung verbessert. Aus Kreisen des Bundesamtes für Zivilschutz wurde angesichts der Aufsehen erregenden Milzbrandfälle in Florida, die in Zusammenhang mit den islamistischen Extremisten gebracht werden, dagegen "Fehlanzeige" gemeldet.

Sportmedizin-Kongress fordert mehr Bewegung

Gesundheitsvorsorge

Mehr Sport und Bewegung zur Vorbeugung von Krankheiten propagiert die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin in Rotenburg an der Fulda. Zum Auftakt des 37. Deutschen Kongresses für Sportmedizin und Prävention sagte der Vorsitzende Paul E. Nowacki, wenn jeder mehr Sport treiben würde, könne dies zu einer Kostensenkung im Gesundheitswesen beitragen. Bereits 30 Prozent der Kinder im Schulalter wiesen Fehlhaltungen und Fettleibigkeit auf, was auf die mangelnde körperliche Bewegung zurückzuführen sei.

Apothekerverband befürchtet Pleitewelle durch Sparpaket

Gesundheit

Viele Kleinapotheken werden nach Einschätzung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände das jüngste Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt nicht überleben. Bis zu 40 Prozent der 21.500 Apotheken in Deutschland seien in ihrer Existenz bedroht, warnte ABDA-Präsident Hans-Günter Friese.

Schmidt verteidigt Vorschlag zu Wirkstoff-Verordnung

Medikamente

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hält an ihrem Vorschlag zur Verschreibung von Wirkstoffen statt bestimmter Medikamente fest. Patienten müssten akzeptieren, dass die Krankenkassen bei Arzneimitteln mit gleichen Wirkstoffen "in bestimmten Fällen" nur die kostengünstige Alternative bezahlen. Schmidt forderte die Ärzte auf, die Bürger darüber aufzuklären, dass "nicht der Name des Medikaments zählt, sondern der Wirkstoff".

Krankenkassen wollen Arzneimittel-Budget zurück

Gesundheitsreform

Der Verband der Angestellten-Krankenkassen plädiert für die Wiedereinführung von Obergrenzen bei der Verordnung von Arzneimitteln. Ohne eine Budgetverantwortung der Ärzte werde es nicht gelingen, die Arzneimittelausgaben auf das medizinisch Notwendige zu beschränken, sagte Verbandschef Herbert Rebscher der Chemnitzer "Freien Presse" am Mittwoch. Einen Kollektivregress wie in der Vergangenheit lehnte Rebscher aber ab. Der Kassenchef warf der Politik vor, auf wirksame Steuerungsinstrumente vorschnell verzichtet zu haben. Es sei daher nicht verwunderlich, wenn die Arzneimittelausgaben zwischen 10 und 15 Prozent jährlich anstiegen.

EU verklagt Deutschland wegen Versäumnissen beim Naturschutz

Umweltschutz

Deutschland hat nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen eine EU-Richtlinie zum Schutz von Tieren und Pflanzen verstoßen. Der Gerichtshof stellte fest, dass Deutschland, Frankreich und Irland bisher nicht genügend Schutzgebiete vorgeschlagen haben, wie dies in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) festgeschrieben sei.

Neues Vergütungssystem für Krankenhausbehandlungen beschlossen

Gesundheitsreform

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch in Berlin das seit langem geplante neue Abrechnungssystem für Krankenhausbehandlungen verabschiedet. Dabei sollen die bisherigen Tagessätze durch leistungsbezogene Fallpauschalen ersetzt werden. Die Einführung des neuen Vergütungssystems soll zum Januar 2003 auf freiwilliger Basis und ab 2004 verpflichtend eingeführt werden. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nannte die Fallpauschalen-Regelung einen "großen Schritt zur Fortsetzung der Gesundheitsreform".