atomkraftwerk

Wann die AKW ans Netz gingen

Die 19 deutschen Atomkraftwerke

Mit dem AKW Stade ist am Freitag das erste von 19 zum Zeitpunkt des Atomkonsenses noch laufenden deutschen Atomkraftwerke endgültig vom Netz gegangen. Der zweitälteste deutsche Atommeiler war mehr als drei Jahrzehnte im Betrieb. Die 19 mit Jahr der Inbetriebnahme, Betreiber und Bundesland:

Stade ist vom Netz

Eins abgeschaltet, andere Atomkraftwerke laufen länger

Seit Freitag ist in Deutschland ein Atomkraftwerk weniger in Betrieb. Um 8:30 Uhr ging der Meiler in Stade nach über drei Jahrzehnten vom Netz. Während führende Grünen-Politiker in Berlin feierten, sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der Abschaltung des AKW Stade keinen Grund zum Feiern. Das Ende des Atomkraftwerks Stade sei nicht der Anfang eines echten Atomausstiegs. Die mit dem sogenannten Atomkonsens für Stade vereinbarte noch vorhandene restliche Strommenge in Höhe von rund 5000 Gigawattstunden werde lediglich auf andere Atomkraftwerke übertragen. Das verlängere die Laufzeit dieser anderen risikoreichen Atomanlagen. Die Abschaltung des letzten deutschen AKWs sei erst frühestens 2021 vorgesehen. Der Stade-Betreiber E.On betonte, das Aus für Stade sei allein wirtschaftlichen Gesichtspunkten geschuldet. Atomkraftgegner kritisierten, der Zeitpunkt der Abschaltung solle davon ablenken, dass gerade in dieser Woche ein Castor-Transport mit Atommüll nach Gorleben gebracht worden sei, während die Frage der sicheren Lagerung des über Millionen Jahre strahlenden Abfalls noch völlig ungeklärt ist und ständig neuer Atommüll produziert wird.

Kernenergie

Proteste gegen Atomkraftwerk Cattenom jetzt schicken

Die Initiative für Atomausstieg (IfAT) protestierte am 2.10.03 anläßlich der nicht-öffentlichen Informationsveranstaltung im Robert Schumannhaus in Trier und fordert zu Einwendungen und Widerstand gegen die Atomindustrie und die vertuschenden Behörden auf. "Unter Ausschluß der Öffentlichkeit soll dieser Atomskandal weiter verschleiert und verschleppt werden" so die Kritik der Initiative für Atomausstieg Trier (IfAT). "Auch mit den bereits bestehenden Einleitungen wird die Mosel radioaktiv verseucht, aus medizinischer Sicht müßten die Grenzwerte bei Null liegen. Bis 15.10.2003 sollen alle besorgten Bürger ihre Einwendungen schicken.

Ungenügend gesichert

Regierung vernachlässigt Terrorgefahr für Atomkraftwerke

Zwei Jahre nach den Anschlägen des 11. September 2001 hat Greenpeace am heutigen Mittwoch gemeinsam mit Anwohnern Klage gegen Schleswig- Holstein und Hessen eingereicht, um die Abschaltung der Atomkraftwerke Brunsbüttel und Biblis durchzusetzen. Die beiden über 25 Jahre alten Reaktoren seien baulich gegen einen geplanten Absturz eines Verkehrsflugzeuges völlig ungeschützt, warnt die Organisation. Greenpeace hatte bereits im Dezember 2001 den Widerruf aller Betriebsgenehmigungen für deutsche AKWs beantragt. Die zuständigen Behörden hätten aber bis heute nicht reagiert. Mit der Untätigkeitsklage sollten nun die Ministerien in Schleswig-Holstein (Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz) und Hessen (Umwelt, Landwirtschaft und Forsten) gezwungen werden, zwei der riskantesten deutschen Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen, so die Umweltschützer. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte, wegen der anhaltendenden Terrorgefahr unverzüglich aus der Atomenergie auszusteigen. Der Staat stelle die finanziellen Interessen der Stromkonzerne über den Schutz der Bevölkerung vor Anschlägen.

Nicht für Linienmaschinen

Flugsicherung untersagt private Flüge über Atomkraftwerke

Die deutsche Flugsicherung (DFS) hat das niedrige Überfliegen von 16 Atomkraft- und Forschungsanlagen im Bundesgebiet untersagt. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Sonntag vorab berichtete, dürfen sich Privatmaschinen den Standorten nur bis auf 1,5 Kilometer nähern und müssen einen vertikalen Abstand von mindestens 600 Meter einhalten. Verstöße gegen die neue Luftraumbeschränkung gelten als Straftat.

Super-GAU droht

Atomkraftwerk Biblis A wegen schwerer Sicherheitsmängel vom Netz

Der Block A des südhessischen Atomkraftwerks Biblis darf wegen Sicherheitsproblemen vorerst nicht wieder angefahren werden. Wie das Bundesumweltministerium am Freitag in Berlin mitteilte, sind Öffnungen von Notkühlpumpen dieses Blocks nur gut halb so groß wie vorgeschrieben (3 statt 5,9 Quadratmeter). Ob diese Ansaugflächen schon seit Betriebsbeginn vor 29 Jahren so klein sind oder durch spätere Einbauten verkleinert wurden, ist den Angaben zufolge unklar. Das Defizit kann nach Einschätzung des Umweltministeriums "von großer sicherheitstechnischer Bedeutung sein". Das Notkühlsystem muss im Falle einer Leckage die Kühlung des Reaktors gewährleisten. Sind die betroffenen Ansaugflächen verstopft, droht eine Kernschmelze und damit ein Super-GAU. Biblis A als ältestes deutsches Atomkraftwerk gilt als "Schrottreaktor" und fällt regelmäßig durch Sicherheitsmängel auf.

EURATOM-Vertrag

IPPNW verlangt Beweislastumkehr für Gefahren der Atomkraftwerke

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW fordert Außenminister Joseph Fischer auf, bei der Schaffung einer europäischen Verfassung auf der notwendigen Beendigung des EURATOM-Vertrages zu bestehen. Es dürfe nicht sein, dass Fischer im EU-Konvent am Ende einer Beibehaltung des Fördervertrags für die Atomindustrie zustimmt, nur um in Fragen der Außenpolitik und der Berufung eines europäischen Außenministers eine Einigung mit Frankreich zu erzielen. Fischer wird nachgesagt, die Position eines europäischen Außenministers besetzen zu wollen. Frankreich wiederum beharrt auf der Beibehaltung einer Förderung der Atomindustrie durch den EURATOM-Vertrag.

Atomenergie

BUND: Atomkraftwerk Unterweser ist Beispiel für mangelndes Sicherheitsdenken

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Entscheidung des niedersächsischen Umweltministers Wolfgang Jüttner wegen der Mängel an Zwischenkühlern im EON-Atomkraftwerk Unterweser die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Helmut Hirsch, Atomexperte und Mitglied der BUND-Strahlenkommission: "Der Fall offenbart erhebliche Lücken bei jenen Systemen, die für die Sicherheit von Atomkraftwerken wichtig sind. Wenn Schweißnähte von der Dokumentation abweichen und der Hersteller sogar insgeheim Reparaturen durchführt, bedeutet dies, dass eine ausreichende Kontrolle der Sicherheit nicht mehr möglich ist. Offenbar bestehen bei der Qualitätskontrolle von Siemens-Framatome und seinen Zulieferern schwere Defizite. Entweder mangelt es den Verantwortlichen an Kompetenz oder man arbeitet nach dem falschen Prinzip: Wirtschaftlichkeit geht vor Sicherheit."

Risse und Störfälle

Siemens-Tochter lieferte schadhafte Bauteile für das Atomkraftwerk Unterweser

Das niedersächsische Umweltministerium hat "vorsorglich" die Staatsanwaltschaft Hannover darüber informiert, dass eine Tochtergesellschaft von Siemens Bauteile für das Atomkraftwerk Unterweser geliefert hat, deren Qualität offenbar nicht den geforderten sicherheitstechnischen Ansprüchen genügt. An drei von vier dieser für die Kühlung des Atomreaktors wichtigen Komponenten wurden kürzlich Risse mit bis zu 26 Zentimeter Länge gefunden. Alle vier sogenannte "Zwischenkühler" waren innerhalb der letzten drei Jahre ausgetauscht und durch neue ersetzt worden. Nach Angaben des Umweltministeriums wichen die Schweißnähte der neuen Zwischenkühler bezüglich der Breite und Stärke von den Angaben in der Dokumentation ab. Weiterhin teilte die Behörde mit, dass bei einer speziellen Schweißnaht offenbar bereits bei dem von der Siemens-Tochter beauftragten Lieferanten umfangreiche Reparaturmaßnahmen vorgenommen wurden. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, man gehe üblicherweise davon aus, dass die Produkte für Atomkraftwerke neuwertig seien. Daher seien die Bauteile beim Einbau in das dem E.ON-Konzern gehörenden Atomkraftwerk (Werbeslogan "Neue Energie") nicht geprüft worden. Der TÜV Nord attestierte bei zwei Bauteilen "gravierende Qualitätsmängel". Die Staatsanwaltschaft soll prüfen, ob Betrug, Urkundenfälschung oder Untreue vorliegen. "Das gesamte System der Kontrolle und Qualitätssicherung bei den Herstellern dieser Zwischenkühler muss auf den Prüfstand", urteilte Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD). Die Siemens-Tochter "Framatome ANP", ein deutsch-französisches Joint-Venture ist der weltweit größte Hersteller von Atomkraftwerken und Lieferant von Atomkraftwerks-Komponenten. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW und andere Verbände rufen vor diesem Hintergrund seit Jahren zu einem Boykott von Siemens-Produkten auf.

Atomenergie

Gefährliche Risse im Atomkraftwerk Unterweser

Bei Prüfungen im derzeit abgeschalteten Atomkraftwerk Unterweser sind in drei für die Reaktorsicherheit wichtigen Rohrleitungen Risse festgestellt worden. Das berichtete das Bundesumweltministerium am Freitag. Der innenliegende Riss in einer der drei Rohrleitungen habe eine Länge von etwa 260 mm und eine Tiefe von mehr als 2 mm bei einer Wanddicke von 30 mm.

Poker um Obrigheim

Das älteste deutsche Atomkraftwerk ist ein Dauerbrenner vor Gericht

Beim Thema Atomkraftwerk Obrigheim kämpft Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) derzeit an zwei Fronten. Laut Atomkonsens sollen in dem Meiler Ende des Jahres die Lichter ausgehen. Dagegen brachte die Betreiberin, die Energie Baden-Württemberg (EnBW), eine Kanzlerzusage ins Spiel, wonach der älteste Atomreaktor Deutschlands noch weitere fünf Jahre Strom produzieren dürfe. Daneben sorgen nicht eingehaltene Sicherheitsvorschriften für erhitzte Gemüter.

BUND kritisiert unzureichende Sicherung

Atomkraftwerke als Terrorziele

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert, dass ein Jahr nach den Terroranschlägen in den USA die Bedrohungslage für deutsche Atomkraftwerke noch immer nicht umfassend analysiert sei. Zwar habe Bundesumweltminister Jürgen Trittin der zuständigen Reaktorsicherheitskommission damals einen entsprechenden Prüfauftrag erteilt, aber ein Ergebnis sei bis heute nicht veröffentlicht. Der BUND fordert, die Atomkraftwerke wegen ihrer unkalkulierbaren Risiken sofort abzuschalten und durch ungefährliche Energiequellen zu ersetzen. Insbesondere die ältesten Atomkraftwerke seien nicht gegen Flugzeugabstürze angelegt. Sie könnten bestenfalls dem Absturz eines leichten und langsamfliegenden Sportflugzeuges standhalten.

Atomkraft

RWE droht Bußgeld wegen Panne im Atomkraftwerk Biblis

Nach der jüngsten Panne im südhessischen Atomkraftwerk Biblis B muss die Betreiberfirma RWE Power AG wegen eines Verstoßes gegen die Vorschriften mit finanziellen Konsequenzen rechnen. Hessens Umweltminister Wilhelm Dietzel kündigte nach einem Treffen mit dem RWE-Vorstand an, die Einleitung eines Bußgeldverfahrens zu prüfen. Der Vorfall zeige, dass beim Sicherheitsmanagement "Optimierungsbedarf" bestehe.

Statt Ausstieg Verschieben nach Osteuropa

Weltweit 42 Atomkraftwerke in Bau und 142 weitere geplant

Die Atomenergie steht womöglich vor einem weltweiten Comeback. Wie das Greenpeace Magazin für seine neueste Ausgabe ermittelte, sind insgesamt 42 Atomkraftwerke im Bau und weitere 142 in verschiedenen Stufen der Planung. Etliche der 438 AKWs, die derzeit auf dem ganzen Globus in Betrieb sind, blieben zudem länger am Netz als ursprünglich vorgesehen. Dadurch wachse die Gefahr einer nuklearen Katastrophe. Beispielsweise würde sich nach Angaben des Greenpeace Magazins die Menge hochradioaktiven Atommülls bis 2020 auf 500.000 Tonnen verdoppeln. Aus diesen Abfällen, deren Strahlung über Hundertausende von Jahren für Menschen tödlich ist, ließe sich genug Plutonium für 500.000 Atombomben gewinnen.

"Seit dem 11.September 2001 nur heiße Luft und Aktionismus"

BUND fordert Überflugverbot für Atomkraftwerke

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht schwere Versäumnisse der zuständigen Behörden in der Sicherung von Atomkraftwerken gegen Flugzeugunfälle bzw. gezielte terroristische Anschläge. Nach Ansicht der baden-württembergischen BUND-Landesvorsitzenden Brigitte Dahlbender müssen diese enormen Gefahrenquellen unbedingt in die gegenwärtigen Staatsvertragsverhandlungen über den Flugverkehr am Hochrhein mit einbezogen werden: "Nach dem 11. September 2001 gab es in Sachen Sicherheit nur Versprechungen, heiße Luft und Aktionismus. Nach dem Unglück von Überlingen lässt sich die Bevölkerung jedoch nicht länger mit Beruhigungsrhetorik abspeisen."

Ungeklärte Wasserstoffexplosion vor Jahren

Atomkraftwerk Brunsbüttel geht vorerst nicht ans Netz

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel wird in absehbarer Zeit nicht ans Netz gehen. Zunächst müsse ein alter, bisher nicht klar identifizierter Störfall geklärt werden, der rund zehn Jahre zurückliege, sagte Schleswig-Holsteins Energiestaatssekretär Wilfried Voigt am Montag in Kiel. Dabei gehe es um eine Wasserstoffexplosion. Die Betreiber hätten zudem einen vom Land geforderten Reparaturkatalog nicht erfüllt. Das Sicherheitsmanagement weise ebenfalls noch Mängel auf.

Beim Wiederanfahren

Schnellabschaltungen im Atomkraftwerk Biblis A

Das erst kürzlich begonnene Wiederanfahren des Atomkraftwerks Biblis A ist nach zwei Schnellabschaltungen unterbrochen worden. Am Sonntag habe eine Überwachungsmessstelle durch fehlerhafte Angaben eine der Schnellabschaltungen ausgelöst, wie das hessische Umweltministerium am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Einen Tag später kam es den Angaben zufolge durch Fehlfunktionen an einer Regeleinrichtung zu einer weiteren Abschaltung. Schon am Samstag zuvor hatten Defekte an elektrischen Bauteilen den Angaben zufolge Fehlsignale ausgelöst.

Zuviel Radioaktivität

Atomkraftwerk Krümmel außerplanmäßig vom Netz

Das Atomkraftwerk Krümmel im schleswig-holsteinischen Geesthacht muss außerplanmäßig vom Netz. In den vergangenen Wochen sei eine deutlich erhöhte radioaktive Belastung des Reaktorwassers festgestellt worden, teilte der Kraftwerksbetreiber HEW am Mittwoch in Hamburg mit. Darum werde der Reaktor am Donnerstag abgeschaltet, um einzelne Brennelemente auszutauschen.

Atomkraft

Atomkraftwerk Brunsbüttel auf unbestimmte Zeit vom Netz

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel geht auf unbestimmte Zeit nicht mehr ans Netz. Zunächst soll die KernkraftwerkBrunsbüttel GmbH als Betreiber der Anlage einen umfassenden Fragenkatalog der Kieler Atomaufsicht beantworten. Schleswig-Holsteins Energieminister Claus Möller sagte, das Wiederanfahren des Reaktors werde erst genehmigt, wenn sämtliche Fragen beantwortet und die Zweifel an der Zuverlässigkeit der Betreiber ausgeräumt seien. Eine Wasserstoffexplosion hatte im Dezember vergangenen Jahres im Sicherheitsbehälter des Reaktors eine Rohrleitung zerfetzt.

Atomkraft

Ursache für Störfall im Atomkraftwerk Brunsbüttel offenbar gefunden

Rund zwei Monate nach der Leckage einer Kühlleitung im AKW-Brunsbüttel ist die Ursache für den Unfall heute gefunden worden. Der Kraftwerksbetreiber HEW bestaetigte Greenpeace, dass der heute entdeckte Abriss einer Kühlleitung durch eine Wasserstoffexplosion im Sicherheitsbehälter des Reaktors verursacht worden sein könnte. Die abgerissene Kühlwasserleitung führt unmittelbar in den Reaktordruckbehälter, den sensibelsten Bereich des Atomkraftwerkes. Der betroffene Kühlkreislauf wird zum Herunterfahren des Reaktors benötigt.