benzinpreise

Im Gegenzug Auto-Steuern senken

CSU will Straßenbenutzungsgebühr für alle auf allen Strecken

Die CSU entfacht mit einem Umweltpapier die Diskussion über eine Straßennutzungsgebühr für alle Autofahrer neu. Die Christsozialen forderten am Montag mittelfristig eine "Maut für alle Fahrzeuge auf allen Straßen". Allerdings sollen die Einnahmen für den Ausbau der Verkehrswege eingesetzt und Auto-Steuern gesenkt werden. Die Unions-Fraktion im Bundestag und die FDP reagierten ablehnend, die Bauindustrie unterstützte dagegen den Vorstoß. Die Bundesregierung hatte eine Pkw-Maut bislang ebenfalls abgelehnt.

Leben nach dem Krieg

Zwei Drittel der irakischen Ernte vernichtet

Nur rund ein Drittel der Frühjahrsernte im Irak sollen durch den Krieg unversehrt geblieben sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine erste Erhebung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Wie die Organisation am heutigen Montag bekanntgibt, basieren die Daten auf Berichten von Mitarbeitern im Irak. Die FAO warnt in einer Stellungnahme aber, dass das Schicksal der Winter-Getreideernte - rund 1,2 Millionen Tonnen Weizen und Gerste - weiterhin ungewiss ist.

Verkehr

Benzin-Tourismus nach Belgien boomt

Angesichts der steigenden Benzinpreise boomt der Benzin-Tourismus in Belgien. In Scharen frequentierten deutsche Autofahrer die 32 Zapfsäulen seiner Pumpstation, so der Tankstellen-Betreiber Guy Ernst. Bereits im vergangenen Jahr hätten mehr Autofahrer aus dem Nachbarland seine Tankstelle an der Lütticher Straße besucht. "Mein Umsatz hat sich 2002 verdoppelt, obwohl der Preisunterschied noch nicht so krass war wie heute", sagt der Tankstellen-Betreiber, bei dem an einem Samstag rund 1400 Fahrzeuge vorfahren. Werktags seien es um die 1000. Sonntag sei gesetzlicher Ruhetag, dann würden die Zapfsäulen nur mit Bankkarten oder Geldscheinen funktionieren.

Aral-BP-Fusion

Kartellamt will Vereinigung prüfen

Das Bundeskartellamt befürchtet durch die Fusion der Mineralölkonzerne Aral und BP eine Erhöhung der Benzinpreise und will den Zusammenschluss prüfen. Kartellamtspräsident Ulf Böge sagte der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch: "Die Fusion ist noch nicht in trockenen Tüchern." Sie würde zu einer starken Konzentration unter den Anbietern führen. Dies dürfe nicht den Autofahrer treffen.

Klimakonferenz

Verkehrsclub fordert höhere Ökosteuer und Obergrenze für Verbrauch

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert die Bundesregierung auf, ihre nationalen Klimaziele ernst zu nehmen und die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich deutlich zu senken. Dazu sei eine dauerhafte und regelmäßige Erhöhung der Ökosteuer notwendig. Der Verkehr ist in Deutschland der einzige Sektor, in dem der CO2-Ausstoß nicht sinkt, sondern steigt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) ist der klimaschädliche Verbrauch aller Straßenfahrzeuge in den 90er Jahren um 10 Prozent gestiegen. Insgesamt liegt der Verkehr inzwischen bei rund 22 Prozent der Gesamtemissionen. Deswegen sei auch eine Verbrauchs-Obergrenze für Neufahrzeuge erforderlich.

Klimaschutz

DIW fordert Ökosteuer-Erhöhung

Trotz der bereits hohen Benzinpreise rät das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) dazu, die nächste Stufe der Ökosteuer durchzuziehen. Deutschland laufe sonst Gefahr, das eigene Klimaschutzziel zu verpassen, warnte DIW-Präsident Klaus Zimmermann im ddp-Interview in Berlin und fügte hinzu: "Nur wenn die Kosten der CO2-Emissionen voll in die Energiepreise integriert sind, ändern die Verbraucher und die Industrie ihr Verhalten beziehungsweise ihre Produktionsmethoden." Für die Autofahrer hat der Wirtschaftsexperte wenig Trost. "Man muss klar sagen: Bei der Ökosteuer geht es um langfristige strukturelle Veränderungen unserer Gesellschaft, die zunächst weh tun müssen, wenn sie sich erfolgreich durchsetzen sollen."

Sparautos

SPD-Fraktionsvize droht mit gesetzlichen Maßnahmen

SPD-Fraktionsvize Michael Müller fordert angesichts der hohen Benzinpreise die Automobilindustrie auf, den Spritverbrauch der deutschen Kraftfahrzeuge auf breiter Front zu senken. Müller betonte in der "Berliner Zeitung", die Automobilkonzerne müssten jetzt klarmachen, wie sie die Einsparungen umsetzen wollten." Er mahnte: "Wenn sie nichts auf den Tisch legen, muss man gesetzlich handeln." Bislang verkauften die Unternehmen "Sparautos nur als Alibi". Der Verband der Automobilindustrie (VDA) verwies in einer Stellungnahme auf die abgegebene Selbstverpflichtung zu Verbrauchssenkungen und darauf, dass sich der Anteil von Fahrzeugen mit geringen Verbräuchen erhöht hat.

Wachsender Freizeitverkehr

Verkehrsclubs für autofreie Sonntage

Der umweltorientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die letztwöchige Initiative des Auto Club Europa(ACE) für die Einführung eines autofreien Sonntags auf freiwilliger Basis begrüßt. Die VCD-Bundesvorsitzende Ute Wiegand-Nehab wandte sich am Donnerstag in einem Schreiben an die Vorsitzenden von ACE, AvD und ADAC und plädierte angesichts rasant steigender Benzinpreise für die Einführung eines freiwilligen autofreien Sonntags. Der VCD sieht darin eine Möglichkeit, das Bewusstsein der Autofahrer für einen sparsamen Umgang mit dem begrenzten Rohstoff Mineralöl zu schärfen.