kinderarmut

Pressekonferenz mit den Buchautoren Bernd Siggelkow und Martin P. Danz

Die Arche: Kinderarmut abschaffen

Bernd Siggelkow, Gründer des Kinder und Jugendhilfswerks „Die Arche“ wird bei seiner Arbeit täglich mit Kinderarmut und den daraus resultierenden Folgen konfrontiert. Er sieht: Der Staat ist an vielen Stellen längst überfordert. Gemeinsam mit Unternehmer Martin P. Danz hat er das Buch „Ausgeträumt – Die Lüge vom sozialen Staat“ geschrieben, das am 26. November 2013 im adeo Verlag erscheint. Die Autoren plädieren darin für eine stärkere Verzahnung von privatwirtschaftlichen Unternehmen mit sozialen Einrichtungen, die sich zum Ziel setzt, Kinder und Jugendliche in ihrem jeweiligen Umfeld gezielter und effizienter zu fördern.

Flächendeckender existenzsichernder Mindestlohn jetzt

Flächendeckender Mindestlohn

Nun endlich ist das Thema Mindestlohn in der Medienlandschaft in den Focus (Mittelpunkt) gerückt. Die Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin sind für die Bundesregierung niederschmetternd und bedeuten, dass die Agenda 2010 endgültig gescheitert ist.

Hartz-IV und gesunde Ernährung

Kinderarmut in Deutschland

Bundesweit haben die Ergebnisse des 3. Armuts- und Reichtumsberichts (2008) der Bundesregierung und auch die Studien z. B. des Robert-Koch-Institutes zum Ernährungszustand von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu heftigen Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt.

14 Prozent aller Kinder

Kinderarmut in Deutschland nimmt offenbar weiter zu

Die Kinderarmut in Deutschland nimmt trotz guter Konjunktur weiter zu. War 1965 nur jedes 75. Kind unter sieben Jahren auf Sozialhilfe angewiesen, ist es heute mehr als jedes Sechste, wie aus dem vom Deutschen Kinderhilfswerk am 15. November in Berlin veröffentlichten "Kinderreport 2007" hervorgeht. Mittlerweile gälten 14 Prozent aller Kinder offiziell als arm. Schätzungsweise 5,9 Millionen Kinder lebten in Haushalten mit einem Jahreseinkommen der Eltern von bis zu 15.300 Euro. Dies entspreche rund einem Drittel aller kindergeldberechtigten Kinder. Seit Einführung von "Hartz IV" habe sich die Kinderarmut verdoppelt, "und sie wächst trotz zurückgehender Arbeitslosigkeit", sagte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger.

Interne Stellungnahme

340.000 Familien müssen bei Elterngeld angeblich mit Einbußen rechnen

Bis zu 340.000 sozial schwächere Familien sollen einem Zeitungsbericht zufolge zu den Verlierern des Elterngeldes gehören. Weil die Bezugsdauer des geplanten Elterngeldes kürzer sei als die des bisherigen Erziehungsgelds, entfielen für viele Familien Fördermittel für ein Jahr, berichtet die "Financial Times Deutschland". Das Blatt beruft sich dabei auf eine interne Stellungnahme der CDU/CSU zum Referentenentwurf des Elterngeldes. Das Elterngeld bedeute für "185.000 Klein-Einzelverdiener-Haushalte und 155.000 Kleinverdiener-Haushalte", dass sie im zweiten Jahr statt Erziehungsgeld nichts bekämen, heiße es in dem Papier.

Ausbildungsplatzabgabe gefordert

Katholische Jugend wirft Bundesregierung eine Politik für Gutsituierte vor

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) forderte am Wochenende die Bundesregierung auf, sich stärker gegen Kinderarmut und mehr für benachteiligte Jugendliche zu engagieren. Zwar begrüßt es der BDKJ, dass der Sockelbetrag beim Elterngeld nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden soll. Dennoch bedeute das Elterngeld nach jetzigem Planungsstand eine Verschlechterung für Familien mit niedrigem Einkommen. Dies gelte vor allem für solche Familien, die nach bestehender Gesetzeslage 24 Monate Bundeserziehungsgeld bezögen. "Es darf nicht dazu kommen, dass Familien mit niedrigen Einkommen schlechter gestellt werden und zugleich das Elterngeld der Bessersituierten mitfinanzieren", meint die BDKJ-Vorsitzende Andrea Hoffmeier. "Will man Kinderarmut verhindern, müssen diese Nachteile aufgehoben werden."

Überforderte Eltern

Familienministerin will Kinderarmut mit Familienhelferinnen bewältigen

Der Staat muss sich nach Ansicht von Familienministerin Ursula von der Leyen stärker um benachteiligte Kinder kümmern, die "auf der Schattenseite des Lebens" geboren wurden. "Dort müssen wir das Wächteramt des Staates früher ausüben", sagte die Ministerin dem "Tagesspiegel am Sonntag". Dies solle eine der drei zentralen Säulen ihrer Familienpolitik werden, kündigte die CDU-Politikerin an.

"Quasi über Nacht"

"Jedes siebte Kind lebt wegen Hartz IV in Armut"

Einer Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zufolge lebt jedes siebte Kind in Deutschland in Armut. Der drastische Anstieg der Kinderarmut sei auf "Hartz IV" zurückzuführen. Durch Hartz IV habe die Kinderarmut in Deutschland "quasi über Nacht" eine neue historische Dimension erreicht, meint Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Arme Kinder seien vom Gemeinschaftsleben "faktisch ausgeschlossen". Schneider warnte vor unabsehbaren Folgen für Gesellschaft und Gemeinwesen. Langfristige Konzepte seien nicht ausreichend. Kinder, die heute in Armut leben, bräuchten die Lösungen jetzt.

Spirale aus Armut und Bildungsarmut

Wissenschaftler sieht wachsende Kinderarmut als Bildungsrisiko

Die Arbeitsmarktreform "Hartz IV" wird nach Ansicht des Jenaer Erziehungswissenschaftlers Roland Merten einen dramatischen Anstieg der Kinderarmut zur Folge haben. Merten sagte der in Jena, durch die Angleichung von Arbeitslosenhilfe an das Niveau der Sozialhilfe werde die Einkommenssituation vieler Familien verschlechtert. So hätten im Jahr 2002 in Deutschland rund 800.000 Kinder in Familien gelebt, in denen die Eltern bislang Arbeitslosenhilfe über dem Sozialhilfesatz bezogen. Mertin sieht einen engen Zusammenhang zwischen Kinderarmut und Bildungserfolgen. Er verweist hierbei auf Dänemark, Finnland, Schweden und das Bundesland Bayern einerseits und auf die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland und Bremen andererseits.

Bevölkerungspolitik

Hilft geplantes Elterngeld gegen Kinderarmut?

Zur Ankündigung der Bundesfamilienministerin, ein einjähriges Elterngeld einzuführen, erklärt die Bundesfrauenreferentin der PDS, Monika von der Lippe: "Die PDS hält ein einkommensabhängiges Elterngeld für sinnvoll, um Frauen nicht länger für ein Taschengeld aus dem Arbeitsmarkt heraus zu komplimentieren. Damit es wirken kann, muss jedoch eine Absicherung nach unten geschaffen werden!" Im Blick habe das Familienministerium in erster Linie Akademikerfamilien: Sie erlitten "massive Wohlstandsverluste" durch Erziehungskosten, dementsprechend sei hier die Geburtenrate am niedrigsten.

Krasse Unterschiede

Unicef fordert Bekämpfung der Kinderarmut wie in Schweden

In den meisten reichen Nationen steigt nach Angaben der Kinderhilfsorganisation Unicef die Kinderarmut. Die Situation von Kindern in 17 von 24 untersuchten OECD-Staaten habe sich verschlechtert, sagte der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Reinhard Schlagintweit, am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung einer neuen Studie. Der Unicef-Vergleich zeigt krasse Unterschiede zwischen den reichen Ländern auf. Am niedrigsten ist die Kinderarmut in Dänemark und Finnland (unter drei Prozent). Besonders hoch ist der Anteil armer Kinder in den USA (über 20 Prozent). Deutschland liegt im Mittelfeld auf Platz 12. In Deutschland sei die Kinderarmut dabei mit 2,7 Prozentpunkten seit 1990 stärker angestiegen als in den meisten anderen Industrienationen. In Ländern mit höheren Sozialausgaben ist die Kinderarmut nach der Studie niedriger.

Armut

Immer mehr Kinder leben von Sozialhilfe

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind so arm, dass sie Sozialhilfe beziehen. Ihre Zahl stieg im letzten Jahr im Vergleich zu 2002 um 6,2 Prozent auf nunmehr 1.080.000 Personen. Damit erhält jedes 14. Kind in Deutschland Sozialhilfe (7,2 Prozent gegenüber 6,7 Prozent 2002 und 6,4 Prozent in 2001). Kinder sind in Deutschland mehr als doppelt so häufig von Armut betroffen als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der Sozialhilfeempfänger insgesamt erhöhte sich 2002 auf 3,4 Prozent.

Internationaler Tag gegen Kinderarbeit

Neuer Umgang mit Kinderarbeit zur Armutsbekämpfung gefordert

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordert das Deutsche NRO-Forum Kinderarbeit Politik und Medien zu einem neuen Umgang mit der Situation arbeitender Kinder und Jugendlicher auf: "Es ist sehr verständlich, wenn sich Medien und Politik auf die allerschlimmsten Formen von Kinderarbeit konzentrieren. Und in der Tat ist es auch vordringlich, Verbrechen wie die Versklavung von Kindern mit Entschiedenheit zu bekämpfen. Dennoch muss stärker als bisher berücksichtigt werden, dass die allermeisten arbeitenden Kinder und Jugendlichen nicht versklavt sind", so Klaus Heidel, Sprecher des Forums.

Wohlfahrtsverband warnt

In Deutschland bald 1,5 Millionen Kinder in Armut

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die in Armut leben müssen, wird in den nächsten zwei Jahren um 500.000 auf 1,5 Millionen ansteigen. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider. Eine Studie seines Verbandes belege, dass diese Steigerung mit der jetzt amtlich gewordenen Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (Hartz IV) eintrete.

Armut macht krank

Jugendärzte fordern Massnahmen gegen Kinderarmut

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)fordert stärkere Initiativen zur Bekämpfung von Armut unter Kindern. In Deutschland seien von Armut rund zwei Millionen Kinder betroffen, die durch die schlechte Lebensqualität allgemein auch krankheitsanfälliger seien, stellte der Verband anlässlich seines 5. Forums für Gesundheits- und Sozialpolitik am Mittwoch in Berlin fest.