nachhaltigkeit Nachrichten & Informationen

Bundestag setzt "Beirat für nachhaltige Entwicklung" ein

Beratung für Regierung

Ein "Parlamentarischer Beirat für nachhaltige Entwicklung" soll nach dem Willen des Bundestages Vorschläge zur Fortentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands erarbeiten. Mit den Stimmen der rot-grünen Koalition und der FDP-Fraktion beschloss das Parlament am Freitag in Berlin die Einsetzung des Beirats, dem neun ordentliche und neun stellvertretende Mitglieder angehören sollen. Das Gremium soll die Nachhaltigkeitsstrategie der Regierung parlamentarisch begleiten und bei der Festlegung entsprechender Ziele und Maßnahmen mitberaten.

Wenn schon fliegen, dann "klimabewusst"

Verkehr

Fliegen schädigt das Klima. Mit einer einzigen Interkontinentalflugreise trägt jeder Fluggast, ob Rucksacktourist oder Konferenzteilnehmer, soviel zur globalen Erwärmung bei, wie durch viele Jahre Autofahren. Die wenigen, die das wissen, sind aber nicht immer gute Schwimmer und der Finger auf der Landkarte nicht unbedingt Ersatz. Eine Möglichkeit zur Kompensation stellt Germanwatch vor: Die Kompensation der Emissionen. Das Prinzip ist bei allen anbietenden Unternehmen gleich. Die klimaschädigenden Emissionen der Flugreise werden berechnet, der Kunde bezahlt eine entsprechende Abgabe, mit der Emissionen in gleicher Höhe durch ein Projekt, häufig in Entwicklungsländern, eingespart werden. Prominentes Beispiel ist die Flugreise der deutschen Regierungsdelegation unter Umweltminister Trittin zum Weltgipfel für Nachhaltigkeit in Johannesburg, 2002. Die Emissionen der Flugreise wurden durch energiesparende Häuser in Südafrika kompensiert.

Mangelnde Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie kritisiert

Umweltpolitik

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, hat in seiner Jahresbilanz 2003 einen "Stillstand in der Umweltpolitik" konstatiert und die "Abkehr von der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie" kritisiert. Steuer-, Wirtschafts- und Sozialreformen seien aber nur dann erfolgreich, wenn sie in eine Nachhaltigkeitsstrategie als "neues Überlebensprogramm" eingebunden würden, erklärte Weinzierl am Freitag in Berlin.

Nachhaltigkeitsberichte ab nächstem Jahr geprüft

Qualitätsstandards

Das Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und future e.V. prüfen ab 2004 neben Umweltberichten auch erstmalig die Qualität der Nachhaltigkeitsberichte von 150 Unternehmen in Deutschland. Ziel dieses Rankings sei es, herauszufinden, welchen Beitrag Unternehmen für eine ökologisch, sozial und ökonomisch zukunftsfähige Entwicklung leisten. Die Rangfolge der besten Berichte wird im Sommer 2004 veröffentlicht. IÖW und future e.V. führen seit 1994 Rankings von Umweltberichten durch.

Nachhaltige Entwicklung und Ernährungssicherheit weltweit umsetzen

WTO-Agrarverhandlungen

Die Welthandelsordnung (WTO) müsse die Ziele der Neuorientierung der Landwirtschaft in Deutschland und Europa unterstützen, fordert das Umweltbundesamt (UBA). Der Verankerung des Umwelt- und Tierschutzes sowie des Verbraucherschutzes im WTO-Agrarabkommen käme daher eine zentrale Bedeutung zu. Der derzeit vom Vorsitzenden des WTO-Agrarausschusses vorgelegte Entwurf für ein reformiertes Agrarabkommen kommt diesen Erfordernissen nicht nach. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, sagt: "Wir müssen den Spagat schaffen: Den Handel mit Agrargütern liberalisieren und zugleich hohe Qualitätsstandards in den Bereichen Umwelt- und Tierschutz sowie Verbraucherschutz verankern. Die Reform des Agrarabkommens muss außerdem den Entwicklungsländern helfen, ihre Bevölkerungen zu ernähren und an den globalen Agrarmärkten wesentlich stärker teilzunehmen. Nur so lassen sich die auf allen politischen Ebenen formulierten ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen."

NABU warnt vor Rückschritten in der Umweltpolitik

Clement und Union kritisiert

Der Naturschutzbund NABU hat angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Krisenstimmung vor einer "umweltpolitischen Rolle-Rückwärts" gewarnt. "Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sind zukunftsfähige und nachhaltige Konzepte gefragt", sagte NABU-Vizepräsident Christian Unselt. Einschätzungen von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, nach denen wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gegen Umweltschutzerfordernisse abgewogen werden müsste, verurteilte der NABU als erschreckend rückschrittlichen Versuch, längst überwundene Fronten neu aufzubauen. "Wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit ist nicht ohne modernen Umweltschutz zu haben", so Unselt. Die Bundesregierung habe in der letzten Legislaturperiode in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie selbst deutlich gemacht, dass die Perspektiven für Deutschland nicht in einem Gegeneinander von wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz gesehen werden könnten.

"Dinosaurier-Allianz" bleibt hart

Zum Abschluss der Beratungen in Johannisburg

Die Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrnt, ist von den Ergebnissen des UN-Nachhaltigkeitsgipfels in Johannesburg enttäuscht. Das Scheitern der Bemühungen, ein konkretes Ziel zum Ausbau erneuerbarer Energien zu vereinbaren, bedeute einen "schwarzen Tag für das Klima", sagte Zahrnt am Dienstag im Deutschlandfunk. Nach den Beratungen, die länger als eine Woche dauerten, hatten sich die 190 Teilnehmerstaaten des Gipfels am Montagabend lediglich darauf verständigt, den Anteil sauberen Stroms an der gesamten Energieproduktion anheben zu wollen. In den Verhandlungen hätten sich die "Profitinteressen" der OPEC-Länder durchgesetzt, die an ihren Erdölverträgen verdienen wollten.

BUND fordert konsequente Nachhaltigkeitspolitik

Umweltprogramm von CDU/CSU unzureichend

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das heute vorgestellte Umweltprogramm der CDU als unzureichend und rückwärtsgewandt kritisiert. Die angestrebte Renaissance der Atomkraft, die Aussetzung und Abschaffung der Ökosteuer und das beabsichtigte Kippen des Dosenpfands würden eklatante Rückschritte gegenüber den umweltpolitischen Erfolgen der letzten Jahre mit sich bringen. Die Union müsse sich von ihrer Flussausbau-Politik verabschieden.

Weltgipfel berät über Nachhaltigkeit

10 Jahre nach Rio de Janeiro

Strategien einer umweltschonenderen und gerechteren Politik stehen ab Montag im Zentrum des Weltgipfels für Nachhaltigkeit im südafrikanischen Johannesburg. Zu dem Mammut-Kongress werden Staats- und Regierungschefs aus rund 100 Staaten und etwa 50.000 Teilnehmer erwartet. Ziel des Gipfels ist es, zehn Jahre nach der Weltumweltkonferenz von Rio de Janeiro einen international verbindlichen Fahrplan für mehr Umwelt- und Klimaschutz sowie die Bekämpfung von Armut und Hunger festzulegen.

Jugendliche aus 7 europäischen Ländern radeln für die Umwelt

Bike+10 - Mit dem Fahrrad für das Weltklima

Unter Bike+10, vereinen sich rund 500 Jugendliche aus sieben europäischen Ländern, die sich am 1. August aus vier Richtungen auf den Weg nach Göttingen machen. Dort wird vom 11. bis zum 15. August das Abschlusscamp stattfinden. "Wir haben keine Lust, auf die spärlichen Bemühungen von Politikern zu warten. Wir wollen handeln", erklärt Stefan Förster, einer der Koordinatoren der Sternradtour. Denn "Bike+10" beschäftigt sich mit Umweltproblemen und will sich mit dem Nachhaltigkeitsprozess auseinandersetzen.

Zwei Milliarden Menschen haben noch keinen Zugang zu Energie

Bundestagsdebatte um Entwicklung und Umwelt

Zehn Jahre nach dem Umweltgipfel von Rio gibt es nach den Worten von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) große Defizite beim Verständnis der Nachhaltigkeit. Dies sei keine andere Form der Entwicklungshilfe, sondern ein Ausdruck "globaler Gerechtigkeit". Daher müssten vor allem die Industrieländer, wo 20 Prozent der weltweiten Bevölkerung 80 Prozent der Ressourcen verbrauchten, ihr Knowhow einsetzen. Das werde beim Energieproblem deutlich, wo zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität hätten.

Umweltverbände zur Regierungserklärung

Nachhaltigkeitsstrategie

Die Vorsitzenden der großen Umweltverbände, Angelika Zahrnt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND, Jochen Flasbarth vom Naturschutzbund NABU und Hubert Weinzierl vom Deutscher Naturschutzring DNR haben die Verabschiedung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie durch die Bundesregierung begrüßt. Bei der Überarbeitung der ersten Fassung seien wichtige Anliegen der Verbände übernommen worden. Mit dieser Nachhaltigkeitsstrategie vom Mittwoch habe die Bundesregierung ein verbindliches und ressortabgestimmtes Programm erarbeitet, das als deutscher Beitrag zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im August 2002 in Johannesburg vorgelegt werden könne.

Landesjugendringen wollen Regelförderung statt Sonderprogramme gegen Rechts

Angemessene Beteiligung gefordert

Die Konferenz der Landesjugendringe kritisiert die Vergabestrukturen des Sonderprogramms "Entimon" der Bundesregierung, mit dem das Engagement gegen Rechtsextremismus und für Toleranz bundesweit unterstützt werden soll. Die Bereitschaft, hierfür finanzielle Bundesmittel einzusetzen, wurde dabei von den Delegierten der 16 Landesjugendringe begrüßt. Auf Kritik stieß allerdings der vermehrt zu beobachtende Trend, solche Mittel für Jugendarbeit in Sonderprogramme zu geben, die einen enormen Verwaltungsapparat für sehr kurzfristige Projekte beanspruchten. Damit sei die Nachhaltigkeit pädagogischer Arbeit gefährdet, die erst mit langfristigem Engagement gewährleistet werden könne. Solches Geld sei besser in der Regelarbeit der Kinder- und Jugendverbände in Bund, Ländern und Kommunen aufgehoben. Diese Gelder werden allerdings immer weiter gekürzt.

Erweitertes Angebot Internetangebot zu Gentechnik

"TransGen" der Verbraucher Initiative

Mit rund 300.000 Zugriffen im Monat gehört die TransGen-Datenbank im Internet zu den zugriffsstärksten Angeboten beim Thema Gentechnik. Das seit 1997 bestehende Informationsangebot der Verbraucher Initiative hat jetzt erneut seine Themenpalette erweitert und den Bereich Nachhaltigkeit erheblich ergänzt.

Bundesregierung beschließt Projekte

Nachhaltige Entwicklung

Das "Green Cabinet", der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung, hat am Mittwoch konkrete Projekte beschlossen. Sie sind Bestandteil der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die nächstes Jahr auf der Rio-Folgekonferenz in Johannesburg vorgelegt werden soll. Nachhaltigkeit sei mehr als die Fortsetzung der Umweltpolitik mit anderen Mitteln. Es gehe um die Verknüpfung wirtschafts-, sozial und umweltpolitischer Ziele. "Wir machen jetzt mit konkreten Projekten deutlich, welches Innovationspotenzial in der Idee der nachhaltigen Entwicklung steckt", so der Staatsminister beim Bundeskanzler Hans-Martin Bury. Diese Innovationen zu fördern, bedeute Wachstum und Arbeitsplätze der Zukunft zu erschließen, indem der scheinbare Widerspruch zwischen Wirtschaft und Umwelt überwunden werde. Drei Handlungsfelder stünden im Vordergrund: "Klimaschutz und Energiepolitik", "Umweltverträgliche Mobilität" sowie "Umwelt, Ernährung und Gesundheit".

Ressourcenverbrauch weltweit zu hoch | National Geographic klagt an

Nachhaltigkeit unerreicht

Unser Lebensstil überfordert die regenerativen Kräfte unserer Erde: Zwei Hektar Land und Wasser stehen zur nachhaltigen Nutzung pro Erdenbürger zur Verfügung. Tatsächlich verbrauchen die Industrieländer durchschnittlich aber acht Hektar pro Einwohner, die Entwicklungsländer dagegen nur zwei, berichtet die Aktuelle Ausgabe des Magazins "National Geographic Deutschland". Die Menschheit verbraucht damit ein Drittel mehr Ressourcen, als die Natur zu ihrer Erhaltung wieder regenerieren kann.