Antarktika
Antarktika ist der Südkontinent der Erde und liegt inmitten der Antarktis, der Polargebiete südlich des 60. Breitengrads. Der Kontinent ist mit einer Fläche von etwa 14 Millionen Quadratkilometern nahezu vollständig vom antarktischen Eisschild bedeckt und hat keine ständige Bevölkerung. Als eines der Kontinente wird er fast ausschließlich zu friedlichen und wissenschaftlichen Zwecken genutzt. [1] [2]
Lage und Abgrenzung
Antarktika ist der südlichste Erdteil der Erde und die Antipode der Arktis. Der Kontinent liegt vollständig südlich des 60. südlichen Breitengrads; dieser Wert gilt seit dem Antarktisvertrag von 1959 zugleich als politische Grenze des Gebiets. Geografisch wird zwischen der größeren Ostantarktika und der kleineren Westantarktika unterschieden. [1] [2]
Die höchste Erhebung ist der Mount Vinson im Ellsworthgebirge mit 4.892 Metern. [7]
Auf einen Blick
| Fläche | rund 14 Millionen Quadratkilometer [1] |
| Bevölkerung | keine ständige Bevölkerung; im Südsommer rund 4.000, im Winter rund 1.000 Menschen an Forschungsstationen [3] |
| Höchster Punkt | Mount Vinson, 4.892 Meter [7] |
| Niedrigste gemessene Temperatur | minus 89,2 Grad Celsius an der Wostok-Station, 21. Juli 1983 [6] |
| Politische Grenze | der 60. südliche Breitengrad [2] |
| Antarktisvertrag | unterzeichnet am 1. Dezember 1959, in Kraft seit 23. Juni 1961 [2] |
| Vertragsstaaten | zwölf Unterzeichner 1959; heute 58 Vertragsstaaten, davon 29 mit Konsultativstatus [2] |
| Nutzung | ausschließlich zu friedlichen und wissenschaftlichen Zwecken; keine territorialen Ansprüche anerkannt [2] |
Eis und Klima
Antarktika ist nahezu vollständig vom antarktischen Eisschild bedeckt, dem größten Eisschild der Erde. Das Eis liegt als Inlandeis auf dem Kontinent und reicht an den Rändern als Schelfeis über das Meer hinaus; dieses schwimmt zwar auf dem Wasser, ist aber mit dem Inlandeis verbunden und bricht in Form von Eisbergen ab. [1]
Die niedrigste je meteorologisch gemessene Lufttemperatur der Erde wurde am 21. Juli 1983 an der russischen Wostok-Station mit minus 89,2 Grad Celsius erreicht; die Weltorganisation für Meteorologie hat den Wert bestätigt. [6]
Die Antarktis ist vom globalen Klimawandel betroffen, allerdings regional sehr unterschiedlich. Auf der Antarktischen Halbinsel stiegen die mittleren Jahrestemperaturen in den vergangenen 50 Jahren um 2,6 Grad Celsius, während die Erwärmung über dem gesamten Kontinent deutlich schwächer ausfiel. Gleichzeitig verlieren die Eismassen an Masse: Für den Zeitraum 1992 bis 2020 weist die Forschung einen mittleren Verlust von rund 92 Gigatonnen Eis pro Jahr aus, der vor allem auf die Westantarktis und die Antarktische Halbinsel zurückgeht. [4] [5]
Leben am und im Eis
Antarktika hat keine ursprüngliche Bevölkerung. An Land und im Meer lebt jedoch eine eigene Tierwelt, die an die extremen Bedingungen angepasst ist, darunter Pinguine, Robben und Wale. [3]
Grundlage des Nahrungsnetzes ist der Antarktische Krill, ein wenige Zentimeter großer, garnelenähnlicher Krebs. Seine Gesamtbiomasse wird auf 300 bis 500 Millionen Tonnen geschätzt; er ist die wichtigste Nahrungsquelle für Wale, Robben und Pinguine. Die Krillbestände haben in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen, was unter anderem mit dem Rückgang des Meereises in Verbindung gebracht wird. [8]
Verändertes Meereis betrifft auch die Pinguine. Der Kaiserpinguin, die größte Pinguinart, ist im April 2026 auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) von „gering gefährdet“ auf „stark gefährdet“ hochgestuft worden. Als Hauptursache gilt das frühe Aufbrechen des Meereises; Modellrechnungen prognostizieren einen Rückgang der Bestände um die Hälfte bis in die 2080er Jahre. [9]
Forschung und Vertrag
Rechtsgrundlage für die Nutzung Antarktikas ist der Antarktisvertrag. Er wurde am 1. Dezember 1959 in Washington von zwölf Staaten unterzeichnet und trat am 23. Juni 1961 in Kraft. Der Vertrag lässt das Gebiet südlich des 60. Breitengrads ausschließlich für friedliche Zwecke zu, verbietet jede militärische Nutzung sowie Atomtests und die Beseitigung radioaktiver Abfälle und garantiert die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung. [2]
Unterzeichner waren Argentinien, Australien, Belgien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Japan, Neuseeland, Norwegen, die damalige Sowjetunion, Südafrika und die Vereinigten Staaten. Sieben von ihnen hatten Gebietsansprüche erhoben; der Vertrag erkennt diese nicht an, sondern friert sie für die Dauer seiner Geltung ein. Heute gibt es 58 Vertragsstaaten, von denen 29 den Konsultativstatus mit Stimmrecht auf den jährlichen Konsultativtagungen besitzen. Deutschland ist seit 1979 Vertragspartei. [2]
Geschichte der Erschließung
Die Existenz eines südlichen Kontinents wurde lange nur vermutet. Der britische Seefahrer James Cook drang im Januar 1774 weiter nach Süden vor als je ein Mensch zuvor, erreichte das antarktische Festland aber nicht. Erst im frühen 19. Jahrhundert wurde Antarktika entdeckt und betreten. [1] [3]
Ein Wendepunkt war das Internationale Geophysikalische Jahr 1957/58, in dem Wissenschaftler mehrerer Länder den Kontinent gemeinsam erforschten. Daraus ging 1958 das Wissenschaftliche Komitee für Antarktisforschung (SCAR) hervor; 1959 folgte der Antarktisvertrag. [2]
Quellen
| [1] | (1, 2, 3, 4, 5) Wikipedia: Antarktika (https://de.wikipedia.org/wiki/Antarktika), Abruf 12.10.2026. Keine Primärquelle. |
| [2] | (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9) Auswärtiges Amt: Die Antarktis (https://www.auswaertiges-amt.de), Abruf 12.10.2026. |
| [3] | (1, 2, 3) Umweltbundesamt: Menschen in der Antarktis (https://www.uba.de/n12676de), Abruf 12.10.2026. |
| [4] | Umweltbundesamt: Klimawandel in der Antarktis (https://www.umweltbundesamt.de), Abruf 12.10.2026. |
| [5] | Geosphere Austria, Klimaportal: Klimawandel in der Antarktis (https://klimaportal.geosphere.at), Abruf 12.10.2026. |
| [6] | (1, 2) World Meteorological Organization: Lowest Temperature (https://wmo.int), Abruf 12.10.2026. |
| [7] | (1, 2) USGS: Craddock Massif and Vinson Massif remeasured (https://pubs.usgs.gov), Abruf 12.10.2026. |
| [8] | Alfred-Wegener-Institut: Krillfischerei in der Antarktis (https://www.awi.de), Abruf 12.10.2026. |
| [9] | IUCN: Emperor penguin and Antarctic fur seal now Endangered (https://iucn.org), Abruf 12.10.2026. |
Note
Alle Zahlen beruhen auf den genannten Quellen und geben deren jeweiligen Stand wieder. Die Werte zur Bevölkerung beziehen sich auf das Personal der Forschungsstationen; Gebietsansprüche erkennt der Vertrag nicht an.