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SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Die Partei

Die SPD — Sozialdemokratische Partei Deutschlands — ist die älteste noch bestehende Partei Deutschlands. Ihre Geschichte beginnt 1863, lange vor der Gründung des Deutschen Reiches. Sie hat rund 348.000 Mitglieder (Stand 31. Dezember 2025) und ist damit nach der CDU die zweitgrößte Partei des Landes.

Bundesvorsitzende sind Bärbel Bas und Lars Klingbeil; beide wurden auf dem Bundesparteitag am 27. Juni 2025 gewählt. Klingbeil ist zugleich Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen in der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz, an der die SPD seit 2025 beteiligt ist. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 kam die Partei auf 16,4 Prozent.

Die Anfänge

Am 23. Mai 1863 wurde in Leipzig der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) gegründet — die Geburtsstunde der deutschen Sozialdemokratie. Sechs Jahre später folgte in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), die sich stärker an Karl Marx orientierte. Auf dem Gothaer Kongress vom 22. bis 27. Mai 1875 vereinigten sich beide zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP).

Der Name SPD kam 1890: Nachdem das Sozialistengesetz von 1878 die Organisation zwölf Jahre lang verboten und die Partei in die Illegalität gedrängt hatte, nannte sie sich nach dem Auslaufen des Verbots Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Im selben Jahr beschloss sie in Erfurt ihr erstes marxistisches Programm.

Von der Verfolgung zur Staatsführung

Aus der verfolgten Arbeiterpartei wurde im Ersten Weltkrieg eine Partei der Staatsführung. In der Novemberrevolution 1918 übernahm sie die Regierung, Friedrich Ebert wurde Reichspräsident. Die junge Weimarer Republik war eng an die SPD gebunden — und litt mit ihr. 1933 verboten die Nationalsozialisten die Partei; viele ihrer Funktionäre wurden verhaftet oder zur Emigration gezwungen.

Nach dem Krieg entstand die SPD neu. In der sowjetischen Besatzungszone wurde sie 1946 auf Druck der Besatzungsmacht mit der KPD zur SED zwangsvereinigt. In Westdeutschland blieb sie selbstständig und war zunächst in der Opposition. Mit dem Godesberger Programm von 1959 löste sie sich vom Marxismus als Programmgrundlage und öffnete sich zur Volkspartei.

Die Kanzler

Von 1966 bis 1969 regierte die SPD erstmals mit der CDU in einer Großen Koalition, Willy Brandt als Vizekanzler und Außenminister. 1969 wurde Brandt Bundeskanzler einer sozialliberalen Koalition mit der FDP. Seine Ostpolitik brachte ihm den Friedensnobelpreis und heftige Auseinandersetzungen im Bundestag. 1974 trat er zurück, ihm folgte Helmut Schmidt.

Schmidt regierte bis 1982, als die FDP die Koalition aufkündigte und Helmut Kohl Kanzler wurde. Es folgten sechzehn Jahre Opposition. 1998 kam Gerhard Schröder ins Kanzleramt und regierte bis 2005 in einer rot-grünen Koalition; in seine Zeit fielen die Agenda-Reformen, die die Partei innerlich tief zerrissen. Danach folgten zwölf Jahre Regierungsbeteiligung an Koalitionen unter Angela Merkel, unterbrochen von der Oppositionszeit 2009 bis 2013. 2021 wurde Olaf Scholz Bundeskanzler der Ampelkoalition, die im November 2024 zerbrach.

Heute

Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 verlor die SPD stark, blieb aber mit 16,4 Prozent zweitstärkste Kraft. Seit Mai 2025 regiert sie erneut mit der CDU/CSU in einer Großen Koalition unter Friedrich Merz. Lars Klingbeil führt als Vizekanzler und Finanzminister gleichzeitig das Parteiamt aus — eine Doppelbelastung, die in der Partei immer wieder diskutiert wird.

Wofür sie steht

Die SPD vertritt die soziale Demokratie: soziale Sicherung, Tarifbindung und Mitbestimmung, einen starken Sozialstaat, Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik, Bildungsgerechtigkeit und die europäische Einigung. Sie ist in der parteinahen Stiftungswelt über die Friedrich-Ebert-Stiftung verankert, ihre Jugendorganisation ist Jungen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands (Jusos).

Für die Regeln der Parteienfinanzierung gilt der Eintrag zu Parteispenden. Die Liste der Partei-Einträge führt die Rubrik Parteien.

Fakten auf einen Blick

Vollständiger NameSozialdemokratische Partei Deutschlands
KurzbezeichnungSPD
UrsprungAllgemeiner Deutscher Arbeiterverein, 23. Mai 1863 in Leipzig
Zusammenschluss1875 in Gotha, Umbenennung in SPD 1890
BundesvorsitzendeBärbel Bas und Lars Klingbeil, seit 27. Juni 2025
Mitgliederrund 348.000 (31. Dezember 2025)
Bundestagswahl 202516,4 Prozent
Bestes Bundestagsergebnis45,8 Prozent (1972)
Kanzler aus der SPDWilly Brandt, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder, Olaf Scholz
JugendorganisationJusos
Nahe StiftungFriedrich-Ebert-Stiftung

Note

Die SPD stellt seit 2025 gemeinsam mit der CDU/CSU die Bundesregierung. Angaben zu Vorsitz, Mitgliederzahl und Regierungsbeteiligung beziehen sich auf den Stand von 2026; bei Parteien ändert sich das Personal häufiger als die Programmatik.

Quellen

[1]Wikipedia: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (https://tinyurl.com/zcmd8fv), abgerufen am 12. Oktober 2026.
[2]Deutsches Historisches Museum, LeMO: Gothaer Einigungskongress (https://tinyurl.com/2yavtq73), abgerufen am 12. Oktober 2026.
[3]SPD: 1863, Gründung Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (https://tinyurl.com/24mbosjv), abgerufen am 12. Oktober 2026.
[4]SPD: Bärbel Bas und Lars Klingbeil als SPD-Vorsitzende gewählt, Pressemitteilung vom 27. Juni 2025.
[5]Deutscher Bundestag: Bundestagswahlergebnisse seit 1949 (https://tinyurl.com/2y5xzlvc), abgerufen am 12. Oktober 2026.
[6]Die Bundeswahlleiterin: Bundestagswahl 2025, endgültiges Ergebnis.