Photovoltaik: Funktionsweise, Ertrag und Einspeisevergütung

Übersicht
- Was ist Photovoltaik?
- Photovoltaik in Deutschland
- Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?
- PV-Ertrag: Wie viel Strom erzeugt eine Anlage?
- Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit
- Einspeisevergütung für Photovoltaik 2026
- Steuerliche Regelung für Photovoltaikanlagen
- Häufige Fragen zu Photovoltaik
- Literatur und Quellen
Photovoltaik macht Sonnenlicht direkt für die Stromversorgung nutzbar – vom Steckersolargerät bis zur Freiflächenanlage. Eine PV-Anlage kann Strom für den Eigenverbrauch erzeugen, einen Speicher laden oder Strom ins öffentliche Netz einspeisen.
Was ist Photovoltaik?
Photovoltaik (PV) wandelt Licht mithilfe von Solarzellen in elektrischen Strom um. Die Technik gehört zu den erneuerbaren Energien.
PV-Module erzeugen zunächst Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt ihn in netzkompatiblen Wechselstrom um. Dieser kann direkt im Gebäude verbraucht, in einem Batteriespeicher zwischengespeichert oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.
Photovoltaik erzeugt Strom. Solarthermie nutzt Sonnenenergie dagegen zur Erzeugung von Wärme, etwa für Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung.
Photovoltaik in Deutschland
Nach der Auswertung des Marktstammdatenregisters durch die Bundesnetzagentur waren im September 2026 rund 6,4 Millionen Solarstromerzeugungseinheiten mit einer registrierten Bruttoleistung von rund 130,7 Gigawattpeak erfasst. Die Auswertung hat den Datenstand 13. Oktober 2026. Die jüngsten Monatswerte können sich durch Nachmeldungen noch ändern; die Statistik zählt auch vorübergehend stillgelegte Einheiten.
Photovoltaikanlagen erzeugten 2025 nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE rund 87 Terawattstunden Strom. Davon wurden etwa 71 Terawattstunden ins öffentliche Netz eingespeist und rund 16,9 Terawattstunden selbst verbraucht. Bei der öffentlichen Nettostromerzeugung lag Photovoltaik 2025 erstmals vor Braunkohle auf Platz zwei hinter der Windkraft.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Registrierte PV-Leistung, September 2026 | rund 130,7 GWp |
| Registrierte Solarstromerzeugungseinheiten, September 2026 | rund 6,4 Millionen |
| PV-Stromerzeugung 2025 | rund 87 TWh |
| Einspeisung ins öffentliche Netz 2025 | rund 71 TWh |
| Eigenverbrauch 2025 | rund 16,9 TWh |
| Gesetzliches Ausbauziel für 2030 | 215 GW |
Die Kennzahlen stammen aus unterschiedlichen Erhebungen und beziehen sich auf verschiedene Zeiträume. Installierte Leistung in GWp und erzeugte Strommenge in TWh sind unterschiedliche Größen: Die Leistung beschreibt die Nennleistung der Anlage, die Strommenge die tatsächlich erzeugte Energie über einen Zeitraum.
Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?
In einer Solarzelle setzt Licht elektrische Ladungsträger in Bewegung. Dadurch entsteht Gleichstrom. Mehrere Solarzellen bilden ein Solarmodul; mehrere Module zusammen bilden den Solargenerator einer Anlage.
Der erzeugte Strom kann auf drei Wegen genutzt werden:
- Direkter Eigenverbrauch: Strom wird zeitgleich im Haushalt oder Betrieb genutzt.
- Speicherung: Ein Batteriespeicher verschiebt einen Teil des Verbrauchs in eine spätere Zeit.
- Netzeinspeisung: Nicht selbst verbrauchter Strom fließt ins öffentliche Netz. Dafür kann eine gesetzliche Einspeisevergütung gelten.
Ein Stromspeicher erzeugt selbst keinen Strom. Er speichert einen Teil der Solarstromproduktion und gibt ihn später wieder ab. Mehr dazu im Artikel Stromspeicher für Photovoltaik.
PV-Ertrag: Wie viel Strom erzeugt eine Anlage?
Der Ertrag einer Photovoltaikanlage hängt unter anderem von der Sonneneinstrahlung am Standort, der Ausrichtung und Neigung der Module, Verschattung, Modultemperatur und Anlagenverlusten ab. Auch die Bauform beeinflusst, zu welchen Tageszeiten besonders viel Strom erzeugt wird.
Die folgenden Werte sind Beispiele aus einer Fraunhofer-ISE-Studie. Sie wurden mit dem Photovoltaic Geographical Information System der Europäischen Kommission berechnet und sind keine Garantie für ein einzelnes Dach.
| Standort und Ausrichtung | Beispielhafter Jahresertrag |
|---|---|
| Süddeutschland, Dachfläche nach Süden | rund 1.100 kWh/kWp |
| Süddeutschland, Ost-West-Anlage | rund 915 kWh/kWp |
| Norddeutschland, Ost-West-Anlage | rund 790 kWh/kWp |
Eine Ost-West-Anlage kann die Stromerzeugung stärker über den Tag verteilen. Ein nach Süden ausgerichtetes Dach erreicht in diesen Beispielen einen höheren Jahresertrag. Für die Planung zählen jedoch immer die konkreten Bedingungen vor Ort – insbesondere Dachneigung, Verschattung und Ausrichtung.
Kilowatt Peak (kWp) bezeichnet die Nennleistung der Module unter festgelegten Prüfbedingungen. Der tatsächliche Stromertrag wird in Kilowattstunden gemessen. Mehr dazu im Lexikoneintrag Kilowatt Peak (kWp).
Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit
Selbst verbrauchter Solarstrom ersetzt Strom, der andernfalls aus dem Netz bezogen würde. Wie wirtschaftlich eine Anlage ist, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
- den Anschaffungs- und Montagekosten,
- dem Stromverbrauch und den Verbrauchszeiten,
- dem Anteil des selbst genutzten Solarstroms,
- der Größe und den Kosten eines Batteriespeichers,
- der Einspeisevergütung und
- Finanzierung, Wartung und Lebensdauer der Anlage.
Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, verursacht aber zusätzliche Kosten. Seine Größe sollte zum Verbrauch und zum erwarteten Solarstromüberschuss passen. Einen Überblick bietet der Beitrag Solaranlage: Kosten und Preise; ein Beispiel für eine Hausanlage zeigt der Artikel 10-kWp-PV-Anlage mit Speicher: Kosten 2026.
Einspeisevergütung für Photovoltaik 2026
Für eingespeisten Strom kann eine gesetzliche Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gelten. Die Höhe hängt unter anderem vom Inbetriebnahmedatum, der Anlagenleistung und der Einspeiseform ab.
Die Bundesnetzagentur nennt für Gebäudeanlagen mit Inbetriebnahme vom 1. August bis zum 31. Dezember 2026 folgende Vergütungssätze:
| Leistungsstufe der Anlage | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| Bis 10 kW | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| Über 10 bis 40 kW | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
| Über 40 bis 100 kW | 5,44 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Bei Teileinspeisung wird ein Teil des erzeugten Stroms selbst verbraucht und der Überschuss eingespeist. Bei Volleinspeisung wird der gesamte erzeugte Strom ins Netz abgegeben. Bei Anlagen über 10 kW werden die Vergütungssätze auf die jeweiligen Leistungsstufen angewendet.
Hinweis: Die genannten Sätze gelten für Anlagen, die im angegebenen Zeitraum in Betrieb gehen. Für andere Inbetriebnahmedaten können andere Sätze gelten. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die jeweils maßgeblichen Werte. Für größere Anlagen können andere Vermarktungsregeln gelten.
Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass die derzeit veröffentlichten Fördersätze auf dem EEG 2023 beruhen, das bis zum 31. Dezember 2026 gilt. Eine Nachfolgeregelung für die Zeit danach befindet sich in der parlamentarischen Beratung.
Steuerliche Regelung für Photovoltaikanlagen
Einnahmen und Entnahmen aus bestimmten gebäudebezogenen Photovoltaikanlagen sind innerhalb der gesetzlichen Grenzen einkommensteuerfrei. § 3 Nummer 72 Einkommensteuergesetz nennt dafür unter anderem eine Grenze von 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit sowie insgesamt höchstens 100 kWp pro Steuerpflichtigem oder Mitunternehmerschaft.
Umsatzsteuerliche Fragen sind davon getrennt zu betrachten. Für Einzelfälle sollte die jeweils geltende Rechtslage geprüft werden.
Häufige Fragen zu Photovoltaik
- Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
- Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom. Solarthermie nutzt Sonnenenergie zur Erzeugung von Wärme.
- Was bedeutet kWp bei einer Photovoltaikanlage?
- Kilowatt Peak bezeichnet die Nennleistung der Module unter festgelegten Prüfbedingungen. Der tatsächliche Stromertrag wird in Kilowattstunden gemessen.
- Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage pro kWp?
- Der Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. In den genannten Fraunhofer-ISE-Beispielen reicht er von rund 790 kWh/kWp bei einer Ost-West-Anlage in Norddeutschland bis rund 1.100 kWh/kWp bei einem nach Süden ausgerichteten Dach in Süddeutschland.
- Ist selbst verbrauchter Solarstrom immer wirtschaftlicher?
- Eigenverbrauch kann den Bezug von Netzstrom verringern. Ob sich eine Anlage rechnet, hängt aber auch von den Kosten, dem Verbrauchsprofil, der Speicherlösung und den Vergütungsbedingungen ab.
- Welche Einspeisevergütung gilt 2026?
- Für Gebäudeanlagen, die vom 1. August bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gelten die in der Tabelle genannten Sätze. Für andere Zeiträume veröffentlicht die Bundesnetzagentur eigene Vergütungswerte.
Literatur und Quellen
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und -Fördersätze
- Bundesnetzagentur: EE-Statistik, Datenstand 13. Oktober 2026
- Fraunhofer ISE: Öffentliche Stromerzeugung 2025 – Wind und Solar erstmals als Doppelspitze
- Fraunhofer ISE: Dezentrale PV als Säule der Energiewende, Studie vom Februar 2026
- Einkommensteuergesetz, § 3 Nummer 72