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Schöningen: Speere, Salz und Geschichte am Elm

Schöningen ist eine Stadt im Landkreis Helmstedt am Höhenzug Elm, etwa elf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Helmstedt. Weltbekannt wurde sie durch die Schöninger Speere, rund 300.000 Jahre alte Wurfwaffen aus Holz — die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. [1] [2]

Offener Braunkohletagebau mit steilen Erdböschungen und weiter Sohle
Der ehemalige Tagebau Schöningen: hier kamen 1994 die Speere zum Vorschein.

Schöningen auf einen Blick

Bundesland: Niedersachsen, Landkreis Helmstedt [2]

Einwohner: 10.937 zum 31. Dezember 2025 [2]

Fläche: 35,47 Quadratkilometer [2]

Höhe: 126 Meter über Normalhöhennull [2]

Erstmals erwähnt: 747 als Scahaningi — der älteste Ort im ehemaligen Herzogtum Braunschweig [2]

Die Zahlen stammen aus der Wikipedia-Infobox, die ihrerseits die amtliche Statistik zitiert. Die Statistik des Landes Niedersachsen selbst wurde für diesen Eintrag nicht abgerufen und bleibt ein offener Punkt.

Wo liegt Schöningen?

Die Stadt liegt im Landkreis Helmstedt am Elm, unmittelbar an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Zur Kreisstadt Helmstedt sind es etwa elf Kilometer, nach Königslutter am Elm rund acht Kilometer, nach Wolfenbüttel etwa zwanzig Kilometer. [2]

Die Schöninger Speere

Im ehemaligen Tagebau Schöningen wurden 1994 bei Ausgrabungen hölzerne Wurfwaffen gefunden, die rund 300.000 Jahre alt sind. Entdecker war der Archäologe Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, der ab 1983 mit seinem Team am Tagebau Rettungsgrabungen durchführte. Zwischen 1994 und 1998 kamen mehrere vollständig erhaltene Holzartefakte aus der Altsteinzeit zum Vorschein — weltweit einmalig. [1]

Gefunden wurden sieben Holzspeere, mehrere Speerbruchstücke, eine Lanze und ein Wurfholz. Sie lagen auf einem Jagdlagerplatz mit mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden und blieben wegen ungewöhnlich günstiger geologischer Verhältnisse erhalten. Die Funde belegen die aktive Jagd des Homo heidelbergensis und zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der Altsteinzeit in Europa. [1] [2]

Die Ausgrabungen dauern an und brachten weitere Funde: den Wurfstock von Schöningen als ältestem Exemplar weltweit, den Waldelefanten von Schöningen und mehrere Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium. 2023 wurden drei Fußabdrücke des Homo heidelbergensis freigelegt, ebenfalls rund 300.000 Jahre alt und damit die ältesten bekannten menschlichen Fußabdrücke. [1] [2]

Seit 2013 zeigt das Forschungsmuseum Schöningen, ursprünglich paläon genannt, die Funde am Rand des ehemaligen Tagebaus. Das Museum ist aus Fördermitteln des Landes Niedersachsen entstanden und arbeitet mit nationalen und internationalen Forschungspartnern zusammen. [1]

Geschichte: Salz, Königsgut und Zonenrand

Eine durchgehende Besiedlung ist für Schöningen seit etwa Christi Geburt nachweisbar. Wegen seiner Salzvorkommen erlangte der Ort besondere Bedeutung; die Saline bestand bereits in karolingischer Zeit. In dieser Zeit war Schöningen Königshof und wurde 747 zusammen mit Ohrum erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist Schöningen der älteste Ort im ehemaligen Herzogtum Braunschweig. [2]

Sowohl Pippin der Jüngere als auch Karl der Große zogen auf ihren Kriegszügen in Schöningen ein. 994 und 995 hielt König Otto III. mehrmals Hoflager. Im 13. Jahrhundert wurde dem Deutschritterorden die im Elm nahe Schöningen liegende Elmsburg übertragen. Die Welfen legten um 1347 mit dem Schloss Schöningen eine starke Befestigung zum Schutz ihrer östlichen Landesgrenze an. [2]

Von 1949 bis 1989 lag Schöningen im Zonenrandgebiet, unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Am 19. November 1989 wurde die Grenze geöffnet und die Straße in den Nachbarort Hötensleben mit der Brücke über die Schöninger Aue freigegeben. [2]

Sehenswürdigkeiten

OrtBedeutung
Forschungsmuseum SchöningenAusstellung der Schöninger Speere am Rand des ehemaligen Tagebaus
Schloss SchöningenBefestigung der Welfen aus der Zeit um 1347
SalineZeugnis der Salzgewinnung, die bis in die Karolingerzeit zurückreicht
Fußgängerzone1976 eröffnet, Kern der Innenstadt

Wirtschaft und Wandel

Schöningen war über Jahrzehnte vom Braunkohletagebau geprägt, an dessen Rand die Speere gefunden wurden. Der Tagebau und das Kraftwerk Buschhaus haben die Stadt und ihr Umland wirtschaftlich bestimmt. Mit dem Ende der Braunkohle verändert sich die Region; das Forschungsmuseum macht den Fundort zu einem kulturellen Anker. [1]

Der SoVD-Ortsverband

Der Sozialverband Deutschland ist in Schöningen mit einem eigenen Ortsverband vertreten. Er gehört zum SoVD-Kreisverband Helmstedt. Vorsitzender des Ortsverbands ist Jens Schulze, der zugleich 1. Kreisvorsitzender ist.

Hinweis zu den Zahlen

Alle Einwohner-, Flächen- und Höhenangaben beziehen sich auf den 31. Dezember 2025 und stammen aus der Wikipedia-Infobox. Die amtliche Statistik des Landes Niedersachsen wurde nicht abgerufen; wer eine belastbare Zahl braucht, sollte sie beim Landesamt für Statistik Niedersachsen prüfen.

Quellen

[1](1, 2, 3, 4, 5, 6) Stadt Schöningen: paläon Forschungsmuseum (https://www.schoeningen.de/tourismus/forschungsmuseum), Abruf 10.10.2026.
[2](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12) Wikipedia: Schöningen (https://de.wikipedia.org/wiki/Schöningen), Abruf 10.10.2026. Keine Primärquelle; die Zahlen sind als solche gekennzeichnet.