Grüne Bündnis 90
Die Partei
Grüne Bündnis 90 — offiziell BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN — ist die Umweltpartei Deutschlands und die erfolgreichste Parteigründung der Bundesrepublik nach 1950. Sie hat rund 156.000 Mitglieder und stellt im 21. Deutschen Bundestag 85 der 630 Abgeordneten. Vorsitzende sind Franziska Brantner und Felix Banaszak, Generalsekretärin ist Pegah Edalatian.
Zwei Wurzeln
Die Partei hat zwei Herkünfte, die sich erst 1993 vereint haben.
Die westdeutsche Wurzel liegt in den Bürgerbewegungen der siebziger Jahre: der Anti-Atom-Bewegung, der Umweltbewegung, der Friedensbewegung und der Frauenbewegung. Am 12. und 13. Januar 1980 kamen in der Karlsruher Stadthalle rund tausend Delegierte zum Gründungsparteitag zusammen. Aus sehr verschiedenen politischen Richtungen entstand eine Partei, die sich als Alternative zu den etablierten verstand — der Gründungskongress gilt als chaotisch und lebhaft zugleich.
Die ostdeutsche Wurzel ist das Bündnis 90, das sich 1990 in der DDR aus Bürgerrechtsgruppen bildete. Nach der Wiedervereinigung traten beide Teile 1993 zur gesamtdeutschen Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zusammen. Der Doppelname erinnert bis heute an diese zwei Wege.
Der Weg in den Bundestag
Bei der Bundestagswahl am 6. März 1983 übersprangen die Grünen mit 5,6 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde und zogen erstmals in den Bundestag ein. Damals trugen sie noch den schlichten Namen „Die Grünen".
Bei der Wahl 1990 scheiterten die westdeutschen Grünen an der Hürde; im Osten trat das Bündnis 90 an. Nach dem Zusammenschluss folgte 1994 der Wiedereinzug. 1998 kam der Einschnitt: Von 1998 bis 2005 regierten SPD und Grüne gemeinsam im Bund. Joschka Fischer wurde Außenminister — für eine Partei, die zwanzig Jahre zuvor aus Protest entstanden war, ein Bruch mit der eigenen Herkunft, der innerhalb der Partei heftig strittig blieb.
Opposition, Ampel, Opposition
Nach 2005 folgten sechzehn Jahre Opposition. Bei der Bundestagswahl 2021 erreichten die Grünen mit 14,8 Prozent ihr bis dahin bestes Ergebnis. Sie bildeten mit SPD und FDP die sogenannte Ampelkoalition: Robert Habeck wurde Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Annalena Baerbock Außenministerin.
Die Koalition zerbrach im November 2024. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 kamen die Grünen auf 11,6 Prozent und gingen in die Opposition.
Wie die Partei arbeitet
Zwei Eigenheiten unterscheiden die Grünen von den meisten anderen Parteien.
Die erste ist das Frauenstatut. Es schreibt vor, dass Ämter und Mandate paritätisch mit Frauen und Männern besetzt werden — bei den Vorsitzenden, in den Fraktionen und auf den Wahllisten. Die Partei begründet das mit dem Ziel, Gleichberechtigung nicht nur zu fordern, sondern in der eigenen Organisation herzustellen.
Die zweite ist die Trennung von Amt und Mandat. Wer ein Parteiamt hat, soll nicht zugleich ein Parlamentsmandat ausüben. Diese Regel soll verhindern, dass sich Ämter und Einfluss in denselben Händen sammeln. 2026 hat die Partei beschlossen, die Struktur des Bundesvorstands zu reformieren.
Entschieden wird bei den Grünen von unten: Die Bundesdelegiertenkonferenz beschließt die Programme, die Mitglieder wählen den Bundesvorstand.
Wofür sie steht
Die Grünen sind aus der Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung entstanden, und das prägt ihr Programm bis heute. Ihre Kernthemen sind der Klima- und Umweltschutz, der Ausstieg aus der Kernenergie, der Ausbau der erneuerbaren Energien, der sozial-ökologische Umbau der Wirtschaft und ein geeintes Europa.
Mit dem Einzug in Regierungsverantwortung sind weitere Felder hinzugekommen: Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, Migration und Digitales. Die Partei beschreibt sich selbst als „jung" und führt ihre Wurzeln auf die Bewegungen der siebziger Jahre zurück.
Fakten auf einen Blick
| Vollständiger Name | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
| Kurzbezeichnung | GRÜNE |
| Gegründet | 12./13. Januar 1980 in Karlsruhe |
| Zusammenschluss | 1993 mit dem Bündnis 90 |
| Bundesvorsitzende | Franziska Brantner und Felix Banaszak |
| Generalsekretärin | Pegah Edalatian |
| Mitglieder | rund 156.000 |
| Bundestagssitze | 85 von 630 |
| Bundestagswahl 2025 | 11,6 Prozent |
| Bestes Bundestagsergebnis | 14,8 Prozent (2021) |
| Regierungszeit | 1998 bis 2005 (rot-grün), 2021 bis 2024 (Ampel) |
Note
Die Partei heißt offiziell BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. In diesem Lexikon steht sie unter dem Titel „Grüne Bündnis 90", weil die meisten Suchanfragen mit dem Wort „Grüne" beginnen. Beide Formen bezeichnen dieselbe Partei.
Quellen
| [1] | Wikipedia: Bündnis 90/Die Grünen (https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen), abgerufen am 12. Oktober 2026. |
| [2] | Wikipedia: Geschichte von Bündnis 90/Die Grünen (https://tinyurl.com/2a6fa6s5), abgerufen am 12. Oktober 2026. |
| [3] | Bundeszentrale für politische Bildung: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Bundestagswahl 2025 (https://tinyurl.com/2ahp6vwz), abgerufen am 12. Oktober 2026. |
| [4] | Die Bundeswahlleiterin: Bundestagswahl 2025, endgültiges Ergebnis (https://www.bundeswahlleiterin.de), abgerufen am 12. Oktober 2026. |
| [5] | Deutscher Bundestag: 6. März 1983 — Die Grünen ziehen in den Bundestag ein (https://www.bundestag.de), abgerufen am 12. Oktober 2026. |
| [6] | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Unsere grüne Geschichte (https://www.gruene.de/unsere-gruene-geschichte), abgerufen am 12. Oktober 2026. |