Porsche
Porsche ist ein Sportwagenhersteller mit Sitz in Stuttgart und eine der bekanntesten Automarken der Welt. Das Unternehmen geht auf das 1931 von Ferdinand Porsche gegründete Konstruktionsbüro zurück, aus dem auch der Volkswagen hervorging. Die operative Porsche AG und die Familienholding Porsche SE, die zugleich größter Anteilseigner von Volkswagen ist, sind eng miteinander verflochten. [1] [2]
Porsche auf einen Blick
Gegründet: 25. April 1931 als Konstruktionsbüro von Ferdinand Porsche in Stuttgart [1]
Sitz: Stuttgart, Stadtteil Zuffenhausen [9]
Rechtsform: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, seit September 2022 börsennotiert [6]
Börsengang: 29. September 2022, Ausgabepreis 82,50 Euro je Vorzugsaktie [6]
Umsatz 2024: 40,08 Milliarden Euro [9]
Auslieferungen 2024: 310.718 Fahrzeuge [9]
Mitarbeitende: 42.615 zum Jahresende 2024 [9]
Größter Aktionär der Porsche AG: die Volkswagen AG; die Porsche SE hält 25 Prozent plus eine Stammaktie [7]
Geschichte
Am 25. April 1931 ließ Ferdinand Porsche (1875–1951) in Stuttgart die Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH, Konstruktion und Beratung für Motoren- und Fahrzeugbau ins Handelsregister eintragen. Zu den Mitgesellschaftern gehörte sein Schwiegersohn Anton Piëch. [1]
Ab 1933 arbeitete das Büro an einem preiswerten Kleinwagen. Im Januar 1934 legte Porsche ein Exposé „betreffend den Bau eines deutschen Volkswagens“ vor. Aus dieser Konstruktion ging der Volkswagen Typ 1 hervor, der als Käfer bekannt wurde. Auf Anordnung des nationalsozialistischen Regimes entstand ab 1938 bei Fallersleben in Niedersachsen ein eigenes Werk für den Wagen, der als KdF-Wagen über die NS-Organisation Kraft durch Freude vermarktet wurde. Der Preis von 990 Reichsmark sollte über ein Sparsystem vorfinanziert werden; keiner der Sparer erhielt je ein Fahrzeug. Bis Kriegsbeginn 1939 wurden nur rund 630 zivile Wagen gebaut, die an die Wehrmacht und andere Dienststellen gingen. [2] [3]
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die britische Militärregierung das Werk; die Stadt wurde 1945 in Wolfsburg umbenannt, und ab Dezember 1945 lief die Serienproduktion des Volkswagen an. Der Käfer wurde zum meistverkauften Auto der Welt. [2]
Ferdinand Porsche starb 1951 und erlebte die Serienfertigung unter seinem Namen nicht mehr. Bereits 1948 hatten sein Sohn Ferry Porsche und seine Tochter Louise Piëch mit dem Porsche 356 den ersten Sportwagen unter dem Namen Porsche auf den Markt gebracht. Aus diesen beiden Familienzweigen ging später die Porsche-Piëch-Familie hervor. [1]
Entwicklung
1963 zeigte Porsche auf der Frankfurter IAA den Nachfolger des 356, zunächst als Typ 901. Weil Peugeot Rechte an dreistelligen Zahlen mit einer Null in der Mitte besaß, kam das Modell 1964 als 911 auf den Markt. Der 911 wurde über sieben Generationen hinweg ohne Unterbrechung weitergebaut; im Mai 2017 verließ das einmillionste Fahrzeug das Werk in Zuffenhausen. [4]
Mit dem Taycan stellte Porsche im September 2019 sein erstes vollelektrisches Serienfahrzeug vor. Die ersten Varianten Turbo und Turbo S leisteten bis zu 560 Kilowatt und waren die ersten Serienfahrzeuge mit einer Bordspannung von 800 Volt statt der üblichen 400 Volt. [5]
Im September 2022 brachte die Volkswagen AG die Vorzugsaktien der Porsche AG an die Frankfurter Börse. Der Ausgabepreis lag bei 82,50 Euro je Vorzugsaktie; mit einer Bewertung von rund 78 Milliarden Euro war es der größte Börsengang Europas. Volkswagen platzierte 113.875.000 Vorzugsaktien, das entspricht 12,5 Prozent des Grundkapitals. Die Familienholding Porsche SE erwarb zugleich 25 Prozent plus eine Stammaktie und erhielt damit direkten Einfluss auf die Marke. Volkswagen bleibt mit der Mehrheit der Stammaktien im Konzernverbund. [6] [7]
Bedeutung
Porsche zählt zu den bekanntesten deutschen Industrieunternehmen. 2024 lieferte der Konzern 310.718 Fahrzeuge aus und erzielte einen Umsatz von 40,08 Milliarden Euro bei einer operativen Umsatzrendite von 14,1 Prozent. Das Stammwerk liegt in Stuttgart-Zuffenhausen in Baden-Württemberg, wo die Modelle 911 und Taycan gebaut werden; ein zweites Werk steht in Leipzig. [9]
Die wirtschaftliche Bedeutung reicht über das Sportwagengeschäft hinaus. Die börsennotierte Porsche SE mit Sitz in Stuttgart bündelt die Beteiligungen der Familien Porsche und Piëch, die alle Stimmrechte halten. Sie ist mit 53,3 Prozent der Stimmrechte größter Anteilseigner der Volkswagen AG und hält an der Porsche AG 25 Prozent plus eine Stammaktie. Auf diesem Weg üben die Familien Einfluss auf Europas größten Autokonzern aus. [7] [8]
Hinweis zu den Angaben
Note
Die Umsatz-, Absatz- und Beschäftigtenzahlen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2024 und stammen aus dem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht der Porsche AG. Die Angaben zur Beteiligungsstruktur folgen den Veröffentlichungen von Porsche SE und Volkswagen. Angaben zum Vermögen der Familie sind Schätzungen und wurden nicht in den Artikel übernommen.
Quellen
| [1] | (1, 2, 3, 4) Porsche Newsroom: Geschichte des Konstruktionsbüros Porsche (https://newsroom.porsche.com), Abruf 11.10.2026. |
| [2] | (1, 2, 3) Volkswagen Newsroom: VW Käfer, das wahre Wunder (https://www.volkswagen-newsroom.com), Abruf 11.10.2026. |
| [3] | Wikipedia: KdF-Wagen (https://de.wikipedia.org/wiki/KdF-Wagen), Abruf 11.10.2026. Keine Primärquelle. |
| [4] | Porsche Newsroom: 1.000.000 Porsche 911 (https://newsroom.porsche.com), Abruf 11.10.2026. |
| [5] | Porsche Newsroom: Weltpremiere des Porsche Taycan (https://newsroom.porsche.com), Abruf 11.10.2026. |
| [6] | (1, 2, 3) Porsche Newsroom: Porsche enters a new era with successful IPO (https://newsroom.porsche.com), Abruf 11.10.2026. |
| [7] | (1, 2, 3) Porsche SE: Kaufpreis für Stammaktien an Porsche AG festgelegt (https://porsche-se.com), Abruf 11.10.2026. |
| [8] | Wikipedia: Porsche Automobil Holding SE (https://en.wikipedia.org/wiki/Porsche_Automobil_Holding_SE), Abruf 11.10.2026. Keine Primärquelle. |
| [9] | (1, 2, 3, 4, 5) Porsche AG: Geschäftsbericht 2024 (https://newsroom.porsche.com), Abruf 11.10.2026. |