Volkswagen AG
Die Volkswagen AG mit Sitz in Wolfsburg ist ein börsennotierter Automobilhersteller und der umsatzstärkste Automobilkonzern Europas. Das 1937 gegründete Unternehmen beschäftigt weltweit rund 663.000 Menschen. [1] [2]
Volkswagen auf einen Blick
Sitz: Wolfsburg, Niedersachsen [1]
Gegründet: 28. Mai 1937 als „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH“ [3]
Umsatz: 321,9 Milliarden Euro (2025) [2]
Fahrzeugabsatz: rund 9,0 Millionen Fahrzeuge (2025) [2]
Vorstandsvorsitzender: Oliver Blume [5]
Größte Anteilseigner: Porsche SE 53,3 Prozent der Stimmrechte, Land Niedersachsen 20,0 Prozent, Qatar Holding 17,0 Prozent [6]
Geschichte
Die Geschichte des Unternehmens beginnt in der Zeit des Nationalsozialismus. Am 28. Mai 1937 gründete die Deutsche Arbeitsfront, die Einheitsorganisation von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im NS-Staat, in Berlin die „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH“. Sie sollte den von Ferdinand Porsche entworfenen „Volkswagen“ fertigen. Am 16. September 1938 wurde die Gesellschaft in Volkswagenwerk GmbH umbenannt; im selben Jahr begann der Bau des Stammwerks im heutigen Wolfsburg. [3]
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde das Werk Teil der deutschen Rüstungswirtschaft. Statt ziviler Volkswagen wurden unter Einsatz von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern Militärfahrzeuge und Rüstungsgüter produziert. Die Aufarbeitung ist Teil der unternehmenseigenen Erinnerungsarbeit. [3]
Nach dem Kriegsende übernahm 1945 die britische Militärregierung das Werk treuhänderisch und ordnete die Serienfertigung der Limousine an. Mit dem Typ 1 (Käfer) und ab 1950 dem Transporter wurde Volkswagen zum Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. 1960 wurde das Unternehmen privatisiert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt; das Volkswagen-Gesetz sicherte dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität von rund 20 Prozent. [4]
Entwicklung
Der Käfer wurde zum meistverkauften Auto der Welt. Bis zur Einstellung der Produktion im Juli 2003 wurden 21.529.464 Exemplare gebaut. [7] Sein Nachfolger wurde der Golf, dessen Serienproduktion am 29. März 1974 in Wolfsburg begann. Von ihm wurden bis 2024 mehr als 37 Millionen Fahrzeuge gebaut; damit ist er das meistverkaufte europäische Auto. [8]
In den 1980er und 1990er Jahren wuchs der Konzern durch Zukäufe. 1998 übernahm Volkswagen die Marken Bentley und Lamborghini, ab 2007 kamen mit MAN und Scania schwere Nutzfahrzeuge hinzu. [1]
Die Abgasaffäre 2015
Im September 2015 wurde bekannt, dass Volkswagen in Dieselfahrzeugen eine Software einsetzte, die Abgaswerte im Testbetrieb niedriger anzeigte als im realen Betrieb. Am 3. September 2015 räumte der Konzern gegenüber den US-Umweltbehörden die Manipulation ein. Betroffen waren weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge mit Dieselmotoren des Typs EA 189. Der damalige Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn trat am 23. September 2015 zurück. [11] [12]
Die als Dieselgate bekannte Affäre wurde zur schwersten Krise der Unternehmensgeschichte. Volkswagen bildete Rückstellungen in Milliardenhöhe; die Gesamtkosten werden auf mehr als 30 Milliarden Euro geschätzt. Für das Jahr 2015 wies der Konzern einen Verlust von rund 1,6 Milliarden Euro aus. Die juristische Aufarbeitung dauert an; im Mai 2025 verurteilte das Landgericht Braunschweig vier frühere Führungskräfte. [11] [12] [13]
Bedeutung
Der Volkswagen Konzern zählt zu den größten Automobilherstellern der Welt. [2] Zum Konzern gehören zehn Marken aus fünf europäischen Ländern: Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, ŠKODA, SEAT, CUPRA, Audi, Lamborghini, Bentley, Porsche und Ducati. Hinzu kommen Finanzdienstleistungen und die Nutzfahrzeuggruppe TRATON SE mit den Marken Scania, MAN, Volkswagen Truck & Bus und International. Die Porsche AG ist zu 75,4 Prozent, die TRATON SE zu 87,5 Prozent im Besitz des Konzerns. [1] [9]
Das Werk in Wolfsburg zählt zu den größten Automobilwerken der Welt. [10] Beim Kapital der Volkswagen AG hält die Porsche SE rund 31,9 Prozent, über Stammaktien aber 53,3 Prozent der Stimmrechte. Neben dem Land Niedersachsen mit 20,0 Prozent ist die Qatar Holding mit 17,0 Prozent beteiligt; 9,7 Prozent liegen im Streubesitz. [6] Die Porsche SE, die Holding der Familien Porsche und Piëch, hat ihren Sitz in Stuttgart.
Hinweis zu den Angaben
Note
Die Kennzahlen für das Jahr 2025 stammen aus dem Geschäftsbericht des Konzerns und sind gerundet. Die Angaben zur NS-Zeit beruhen auf der unternehmenseigenen Chronik und auf Darstellungen der Zeitgeschichte. Die Gesamtkosten der Abgasaffäre sind Schätzungen und keine feste Bilanzgröße.
Quellen
| [1] | (1, 2, 3, 4) Wikipedia: Volkswagen AG (https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswagen_AG), Abruf 11.10.2026. Keine Primärquelle. |
| [2] | (1, 2, 3, 4) Volkswagen Group: Geschäftsbericht 2025 (https://www.volkswagen-group.com), Abruf 11.10.2026. |
| [3] | (1, 2, 3) Volkswagen Group: Historie, Chronik 1937 bis 1945 (https://www.volkswagen-group.com), Abruf 11.10.2026. |
| [4] | Wikipedia: Volkswagen Act (https://en.wikipedia.org), Abruf 11.10.2026. Keine Primärquelle. |
| [5] | Volkswagen AG: Impressum und Unternehmensführung (https://www.volkswagen.de), Abruf 11.10.2026. |
| [6] | (1, 2) Volkswagen Group: Aktionärsstruktur (https://www.volkswagen-group.com), Abruf 11.10.2026. |
| [7] | Wikipedia: VW Käfer (https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswagen_K%C3%A4fer), Abruf 11.10.2026. Keine Primärquelle. |
| [8] | Volkswagen Newsroom: 50 Jahre Golf (https://www.volkswagen-newsroom.com), Abruf 11.10.2026. |
| [9] | Porsche AG: Geschäftsbericht (https://newsroom.porsche.com), Abruf 11.10.2026. |
| [10] | Volkswagen Newsroom: Werk Wolfsburg (https://www.volkswagen-newsroom.com), Abruf 11.10.2026. |
| [11] | (1, 2) NDR: Chronologie der VW-Abgasaffäre (https://www.ndr.de), Abruf 11.10.2026. |
| [12] | (1, 2) Deutsche Welle: Chronik des Abgasskandals (https://www.dw.com), Abruf 11.10.2026. |
| [13] | FleetPoint: Four VW executives convicted over Dieselgate (https://fleetpoint.org), Abruf 11.10.2026. |