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Magnesiumbisglycinat

Magnesiumbisglycinat ist eine Magnesiumverbindung, in der Magnesium an die Aminosäure Glycin gebunden ist. Sie wird als Magnesiumquelle in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Ein Vorteil gegenüber anderen Magnesiumverbindungen ist nicht belegt: Nach der jetzigen Datenlage wird Magnesium aus allen Verbindungen aufgenommen.

Bananen, Spinat, Haferflocken, Kidneybohnen und ein Glas Mineralwasser auf einem hellen Holztisch
Magnesium liefert vor allem pflanzliche Kost – Vollkorn, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse.

Was Magnesiumbisglycinat ist

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat Bisglycinate als Quellen für Kupfer, Zink, Calcium und Magnesium in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln bewertet. In der Verbindung ist Magnesium an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden; solche Verbindungen werden als Chelate bezeichnet. [1]

Wie es sich von anderen Verbindungen unterscheidet

In Nahrungsergänzungsmitteln werden vor allem Magnesiumcitrat, Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat und Magnesiumbisglycinat eingesetzt. Nach der jetzigen Datenlage ist davon auszugehen, dass Magnesium aus allen Magnesiumverbindungen aufgenommen wird. Es gibt seit einigen Jahren Hinweise auf eine gute Bioverfügbarkeit einzelner Verbindungen, die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig. [2]

Häufig wird Magnesiumbisglycinat mit einer besseren Verträglichkeit beworben. Belegt ist das nicht. Die tolerierbare Aufnahmemenge für zusätzlich zugeführtes Magnesium gilt unabhängig von der Verbindung und leitet sich aus leichten Durchfällen ab, die bei einem geringen Anteil Erwachsener bei höheren zusätzlichen Zufuhren auftreten können. [5]

Wozu der Körper Magnesium braucht

Magnesium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff und Cofaktor von mehr als 600 Enzymen. Es ist Regulator der Reizübertragung, der Muskelkontraktion, des Herzrhythmus, des Gefäßtonus, des Blutdrucks und des Knochenumsatzes. Bei üblichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist ein Magnesiummangel selten. Gute Lieferanten sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen sowie Fisch und Meeresfrüchte. [3] [4]

Referenzwerte, Höchstmenge und Grenzen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt Schätzwerte für eine angemessene Magnesiumzufuhr von 350 Milligramm pro Tag für Männer und 300 Milligramm pro Tag für Frauen ab 19 Jahren. Für das Bundesinstitut für Risikobewertung liegt die empfohlene Höchstmenge für den Zusatz von Magnesium zu Nahrungsergänzungsmitteln bei 250 Milligramm pro Tagesverzehrempfehlung eines Produkts; diese Menge sollte auf zwei oder mehr Portionen pro Tag verteilt werden. [3] [5]

Diese Obergrenze bezieht sich nur auf die zusätzliche Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Lebensmittel, nicht auf Magnesium aus üblichen Lebensmitteln. Über die Nahrung ist eine Überversorgung praktisch nicht möglich, weil die Niere die Ausscheidung fast vollständig erhöhen kann. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion ist die Ausscheidung dagegen vermindert; dann kann es auch zu einer Hypermagnesiämie kommen. [4] [5]

Ein Magnesiummangel entsteht in der Regel nicht durch die Ernährung, sondern sekundär bei gestörter Aufnahme im Darm oder erhöhter Ausscheidung über die Niere – etwa bei chronischen Durchfällen, Malabsorption, Nierenerkrankungen, chronischem Alkoholkonsum oder dauerhafter Einnahme bestimmter Medikamente. [4]

Hinweis

Dieser Beitrag fasst belegte Angaben der genannten Quellen zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zur eigenen Versorgung, zu Dosierung und zu Wechselwirkungen mit Medikamenten gehören in ärztliche Hand. Alle Mengenangaben beziehen sich auf die jeweils genannte Quelle und ihren Stand.

Weiterführend

Vitamine und Mineralstoffe
Der Überblick über beide Nährstoffgruppen
Magnesiumcitrat
Die Magnesiumverbindung mit Citrat und die Referenzwerte im Detail

Quellen

[1]Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) – „Opinion on certain bisglycinates as sources of copper, zinc, calcium, magnesium and glycinate nicotinate as source of chromium in foods“, EFSA Journal 2008;718:https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/718(Abruf 2026-10-10).
[2]Verbraucherzentrale – „Magnesiumcitrat“, Stand 24.03.2026:https://www.verbraucherzentrale.de/faq/magnesiumcitrat-22610(Abruf 2026-10-10).
[3](1, 2) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Magnesium:https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/(Abruf 2026-10-10).
[4](1, 2, 3) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – „Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium“:https://tinyurl.com/2da53s2e(Abruf 2026-10-10).
[5](1, 2, 3) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln:https://tinyurl.com/22kpqkc2(Abruf 2026-10-10).