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Vitamin D3 und K2

Vitamin D3 und Vitamin K2 werden häufig gemeinsam in Nahrungsergänzungsmitteln angeboten – als Vitamin DK oder Vitamin D3 K2. Beide gehören zu den fettlöslichen Vitaminen und sind für Knochen und Blutgerinnung wichtig. Für die Kombination in einem Präparat gibt es jedoch keine offizielle Empfehlung: Die Annahme, dass sie sich besser auf die Knochengesundheit auswirkt als Vitamin D allein, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Grünes Blattgemüse, fermentierte Sojabohnen in einer Schale und eine Flasche Öl auf einem hellen Holztisch
Vitamin K2 kommt in fermentierten und tierischen Lebensmitteln vor, Vitamin K1 in grünem Gemüse.

Was die beiden Vitamine sind

Vitamin D3 (Cholecalciferol) ist die Form des Vitamin D, die der Körper in der Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht selbst bildet. Es reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Magen-Darm-Trakt und die Härtung des Knochens und hat Einfluss auf die Muskelkraft. [1]

Vitamin K umfasst mehrere Verbindungen und ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Blutgerinnung. Die bekanntesten sind das pflanzliche Vitamin K1 (Phyllochinon) und die Vitamin-K2-Verbindungen (Menachinone), die in tierischen und fermentierten Lebensmitteln vorkommen. Gute Lieferanten sind vor allem grüne Gemüsearten wie Spinat, Salat und Kohlsorten sowie Milch, Milchprodukte, Fleisch und Eier. [2]

Warum sie zusammen angeboten werden

Die Kombination beruht auf einer Überlegung: Vitamin D erhöht die Aufnahme von Calcium, Vitamin K ist am Knochenstoffwechsel beteiligt. Daraus wird abgeleitet, Vitamin K2 lenke das aufgenommene Calcium in die Knochen und schütze gleichzeitig vor Ablagerungen in den Gefäßen. Diese Überlegung ist theoretisch; die Verbraucherzentrale bezeichnet die Annahme, dass die kombinierte Einnahme sich besser auf die Knochengesundheit auswirkt als Vitamin D allein, als wissenschaftlich nicht belegt. Auch die Hypothese, dass Vitamin K unter hohen Vitamin-D-Dosierungen vor einer Gefäßverkalkung schützt, ist nach ihrer Einschätzung nicht ausreichend belegt. [3]

Was die Studienlage sagt

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale kann derzeit keine verlässliche Empfehlung zu einer kombinierten Einnahme von Vitamin D und Vitamin K getroffen werden. Es gibt keine offizielle Empfehlung, beide Vitamine zu kombinieren. Eine unabhängige randomisierte Studie hat 2026 erneut gezeigt, dass der Vitamin-K-Status keinen Einfluss auf die Wirkung einer Vitamin-D-Ergänzung auf den Knochenstoffwechsel hat. [3]

Die aktuelle S3-Leitlinie zur Osteoporose ist an dieser Stelle ebenfalls deutlich: „Vitamin K2 soll nicht zur spezifischen Therapie der Osteoporose verwendet werden.“ Ein Vitamin-K-Mangel, der bei chronisch Kranken vorkommen kann, soll ausgeglichen werden – unter Beachtung der Wechselwirkungen mit Vitamin-K-Antagonisten. [3] [4]

Für die normale Dauersupplementierung reicht nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Vitamin D allein aus. Eine Kombination mit Vitamin K2 bezeichnet sie als „nicht schlimm, aber eben auch nicht hilfreich“. [3]

Was zugelassen ist

Als Vitamin-K-Verbindungen sind in der Europäischen Union für Nahrungsergänzungsmittel nur Phyllochinon (K1) und Menachinon (K2) zugelassen. Vitamin K3 (Menadion) ist für Menschen toxisch und darf nur in Tiernahrung verwendet werden. [4]

Für Vitamin-K-Produkte sind nur zwei gesundheitsbezogene Aussagen zulässig: „Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei“ und „Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“. Krankheitsbezogene Aussagen, wonach Vitamin K vor Osteoporose oder Gefäßerkrankungen schützt, sind nicht wissenschaftlich belegt und für Nahrungsergänzungsmittel unzulässig. [4]

Wann Vorsicht gilt

Vitamin-K-Präparate sollten nicht von Personen eingenommen werden, die gerinnungshemmende Arzneimittel vom Cumarintyp einnehmen. Vitamin K ist der Gegenspieler dieser Wirkstoffe; die Wirkung der Arzneimittel kann dadurch beeinträchtigt werden. Wer solche Mittel verschrieben bekommt, muss die Ernährung nicht auf vitamin-K-arme Kost umstellen, sollte aber plötzliche Umstellungen vermeiden – etwa auf eine sehr fettarme Kost oder eine Ernährung mit sehr viel Blattgemüse. [3] [4]

Ein Vitamin-K-Mangel ist bei gesunden Personen mit abwechslungsreicher Ernährung unwahrscheinlich. Risikogruppen sind Neugeborene und Säuglinge sowie Menschen mit Erkrankungen, die die Vitamin-K-Aufnahme beeinträchtigen, etwa Kurzdarmsyndrom, Zöliakie, Pankreasinsuffizienz oder zystische Fibrose. Neugeborene erhalten zum Schutz vor Blutungsneigungen direkt nach der Geburt prophylaktisch Vitamin K. [2] [4]

Höchstmengen

Für Vitamin D empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Tageshöchstmenge von 20 Mikrogramm (800 Internationale Einheiten) in Nahrungsergänzungsmitteln. Für Vitamin K2 nennt die Verbraucherzentrale eine Obergrenze von 25 Mikrogramm pro Tag. [3] [5]

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist außerdem darauf hin, dass die Einnahme hoher Einzeldosen Vitamin D im Abstand von Tagen oder Wochen gesundheitliche Risiken birgt und die Wirkung von Kombinationspräparaten mit hochdosiertem Vitamin D und K2 kaum untersucht ist. [6]

Referenzwerte für Vitamin K

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt Schätzwerte für eine angemessene Vitamin-K-Zufuhr von 70 Mikrogramm pro Tag für Männer und 60 Mikrogramm pro Tag für Frauen ab 15 Jahren; ab 51 Jahren gelten 80 beziehungsweise 65 Mikrogramm, für Schwangere und Stillende 60 Mikrogramm. [2]

Hinweis

Dieser Beitrag fasst belegte Angaben der genannten Quellen zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zur eigenen Versorgung, zu Dosierung und zu Wechselwirkungen mit Medikamenten gehören in ärztliche Hand. Alle Mengenangaben beziehen sich auf die jeweils genannte Quelle und ihren Stand.

Weiterführend

Vitamine und Mineralstoffe
Der Überblick über beide Nährstoffgruppen
Vitamin D3
Die Form des Vitamin D, die der Körper selbst bildet

Quellen

[1]Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – „Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D“:https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-d/(Abruf 2026-10-10).
[2](1, 2, 3) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Vitamin K:https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-k/(Abruf 2026-10-10).
[3](1, 2, 3, 4, 5, 6) Verbraucherzentrale – „Vitamin D besser mit Vitamin K2?“, Stand 15.07.2026:https://tinyurl.com/29qde4oh(Abruf 2026-10-10).
[4](1, 2, 3, 4, 5) Verbraucherzentrale – „Vitamin-K-Produkte – was ist sinnvoll?“, Stand 05.12.2025:https://tinyurl.com/235wnrgy(Abruf 2026-10-10).
[5]Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln:https://tinyurl.com/24nj27c8(Abruf 2026-10-10).
[6]Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – „Einnahme hoher Einzeldosen Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel im Abstand von Tagen oder Wochen birgt gesundheitliche Risiken“, Stellungnahme Nr. 031/2025 vom 03.09.2025:https://tinyurl.com/26b9fszg(Abruf 2026-10-10).