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Vitamin D3

Vitamin D3, auch Cholecalciferol genannt, ist die Form des Vitamin D, die der Körper in der Haut selbst bildet. Es reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Magen-Darm-Trakt und die Härtung des Knochens und hat Einfluss auf die Muskelkraft. [1] [2]

Gebratener Fisch mit Spiegelei und Pilzen auf einem hellen Teller, daneben Eier und ein Glas Saft
Vitamin D steckt in wenigen Lebensmitteln – vor allem in Fettfischen, Eiern und Speisepilzen.

Was Vitamin D3 ist

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und nimmt unter ihnen eine Sonderstellung ein: Es ist das einzige Vitamin, das der Körper aus Vorstufen selbst herstellen kann. Die Bildung läuft in der Haut ab und braucht Sonnenlicht, genauer UVB-Strahlung. Vitamin D3 ist dabei die Form, die bei dieser Bildung entsteht. [1] [3]

Unter normalen Lebensbedingungen in Deutschland trägt die körpereigene Bildung 80 bis 90 Prozent zur Vitamin-D-Versorgung bei. Auf die Zufuhr über die Ernährung entfallen nur 10 bis 20 Prozent. Deshalb lässt sich der Versorgungszustand nicht aus dem Essverhalten ableiten. Als Maßstab dient die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin-D im Blutserum, weil dieser Wert sowohl die Zufuhr über die Ernährung als auch die körpereigene Bildung widerspiegelt. [1]

Aufgaben im Körper

Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Magen-Darm-Trakt sowie die Härtung des Knochens. Es reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, hat Einfluss auf die Muskelkraft und ist an weiteren Stoffwechselvorgängen beteiligt. [1] [2]

Eine gute Vitamin-D-Versorgung kann bei älteren Menschen das Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Kraftverlust, Mobilitäts- und Gleichgewichtseinbußen sowie für vorzeitigen Tod senken. Für eine Risikosenkung bei Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes mellitus Typ 2 gibt es nach der derzeitigen Datenlage dagegen keine hohe Beweiskraft. [1]

Wie der Körper Vitamin D bildet

Für die körpereigene Bildung genügt es nach derzeitigem Kenntnisstand, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen – und zwar für die Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Für Menschen mit Hauttyp II entspricht das bei einem UV-Index von 7 rechnerisch etwa zwölf Minuten. [1]

Die Bildung hängt von Breitengrad, Jahres- und Tageszeit, Witterung, Kleidung, Aufenthaltsdauer im Freien, Hauttyp und der Verwendung von Sonnenschutzmitteln ab. Sie schwankt deshalb von Mensch zu Mensch und lässt sich für Einzelpersonen nicht in Mengen angeben. In den Monaten Oktober bis März ist die Sonnenbestrahlung in Deutschland nicht stark genug für eine ausreichende Bildung. Vitamin D wird aber im Fett- und Muskelgewebe gespeichert, geringere Mengen finden sich in der Leber; diese Speicher tragen durch den Winter und werden ab dem Frühjahr wieder aufgefüllt. [1]

Versorgung in Deutschland

Bei der Mehrheit der Bevölkerung liegt kein Vitamin-D-Mangel vor. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erreichen aber fast 60 Prozent der Bundesbürger die wünschenswerte Blutkonzentration von 50 Nanomol pro Liter nicht. [1]

Das Robert Koch-Institut hat den Vitamin-D-Status der Erwachsenen in Deutschland untersucht. Danach waren 30,2 Prozent der Erwachsenen mangelhaft versorgt (29,7 Prozent der Frauen, 30,8 Prozent der Männer), eine ausreichende Versorgung erreichten 38,4 Prozent. Bei Frauen nimmt der Anteil der mangelhaft versorgten mit steigendem Alter zu. Erwachsene mit niedrigem sozioökonomischem Status sind signifikant häufiger mangelhaft versorgt als Erwachsene der hohen Statusgruppe. [4]

Referenzwerte und Grenzen

Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag. Der Wert gilt bei fehlender körpereigener Bildung und für alle Altersgruppen ab einem Lebensjahr; für Säuglinge im ersten Lebensjahr gelten 10 Mikrogramm pro Tag. Ein Mikrogramm entspricht 40 Internationalen Einheiten. [2] [5]

Von einem Vitamin-D-Mangel spricht man bei einer Serumkonzentration von 25-Hydroxyvitamin-D unter 30 Nanomol pro Liter (12 Nanogramm pro Milliliter). Eine für die Knochengesundheit gute Versorgung liegt bei mindestens 50 Nanomol pro Liter (20 Nanogramm pro Milliliter) vor. Ohne körpereigene Bildung wird dieser Wert mit einer Zufuhr von 20 Mikrogramm pro Tag erreicht. [1]

Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Höchstmengen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt als Tageshöchstmenge 20 Mikrogramm, das entspricht 800 Internationalen Einheiten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die tolerierbare Gesamtzufuhr aus allen Nahrungsquellen für Personen ab elf Jahren auf 100 Mikrogramm pro Tag festgelegt, für Kinder bis zehn Jahre auf 50 Mikrogramm. [5] [6]

Lebensmittel mit Vitamin D

Nur wenige Lebensmittel enthalten nennenswerte Mengen Vitamin D, überwiegend tierischer Herkunft. Über die übliche Ernährung nehmen Menschen in Deutschland 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag auf. Eine generelle Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D hält die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nicht für empfehlenswert. [1]

Vitamin-D-Gehalt ausgewählter Lebensmittel
LebensmittelMikrogramm pro 100 Gramm
Hering7,80 – 25,00
Lachs16,00
Hühnereigelb5,60
Makrele4,00
Hühnerei, gesamt2,90
Margarine (angereichert)2,50 – 7,50
Pfifferlinge2,10
Champignons1,90
Rinderleber1,70
Goudakäse, 45 % Fett i. Tr.1,30
Butter1,20
Vollmilch, 3,5 % Fett0,09

Wann eine Ergänzung sinnvoll ist

Die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten wird nur dann empfohlen, wenn eine gezielte Verbesserung der Versorgung weder über die Ernährung noch über die körpereigene Bildung zu erreichen ist. Das betrifft vor allem Risikogruppen: Menschen höheren Alters, Personen, die sich bei Sonnenschein kaum oder nur mit bedecktem Körper im Freien aufhalten, Personen mit dunkler Hautfarbe sowie mobilitätseingeschränkte, chronisch kranke und pflegebedürftige ältere Menschen. Für Menschen, die in Pflegeheimen leben, wird eine generelle Ergänzung von 20 Mikrogramm pro Tag empfohlen, für Säuglinge im ersten Lebensjahr eine Gabe in Höhe des Schätzwertes. [2] [5]

Die Bestimmung der Vitamin-D-Versorgung sollte nur bei begründetem Verdacht auf einen Mangel oder bei Risikopersonen erfolgen. Die Kombination mehrerer Vitaminpräparate nach eigenem Ermessen ist nicht zu empfehlen; eine Ergänzung gehört an einen diagnostizierten Mangel gebunden. [1] [5]

Was Präparate nicht leisten

Vitamin D trägt zur Knochenstabilität und zum Zahnerhalt bei und ist für das Immunsystem wichtig. Ein gezielter Schutz vor bestimmten Erkrankungen ist bei gesunden Erwachsenen nach derzeitigem Stand aber nicht wahrscheinlich. [5]

Auf Vitamin-D-Produkten sind nur bestimmte Gesundheitsaussagen zulässig, sofern eine Tagesdosis mindestens 0,75 Mikrogramm Vitamin D enthält – darunter „trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei“ und „trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei“. [5]

Risiken einer Überdosierung

Bei einer regelmäßigen täglichen Zufuhr von mehr als 100 Mikrogramm können bei Erwachsenen unerwünschte gesundheitliche Wirkungen auftreten. Vitamin D reichert sich im Fettgewebe an. Eine Überversorgung kann zu Übelkeit, Bauchkrämpfen und Kopfschmerzen führen, den Muskeltonus senken und bis zu Nierensteinbildung, Verkalkung von Gefäßen und anderen Organen oder einer Niereninsuffizienz führen. Ärztlich festgestellt wird sie über den 25-Hydroxyvitamin-D-Wert im Blut. [5]

Die tägliche Einnahme ist gegenüber Depotpräparaten vorzuziehen, die nur alle paar Tage oder Wochen genommen werden. Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene sind für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet und können bei ihnen zu Vergiftungen führen. Vorsicht ist geboten bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie Herzglykosiden und bei einer chronischen Nierenerkrankung. [5]

Für die Kombination von Vitamin D mit Vitamin K gibt es keine offizielle Empfehlung – auch nicht mit Blick auf Osteoporose. [5]

Hinweis

Dieser Beitrag fasst belegte Angaben der genannten Quellen zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zur eigenen Versorgung, zu Dosierung und zu Wechselwirkungen mit Medikamenten gehören in ärztliche Hand. Alle Mengenangaben beziehen sich auf die jeweils genannte Quelle und ihren Stand.

Weiterführend

Vitamine und Mineralstoffe
Der Überblick über beide Nährstoffgruppen
Vitamin D3 und K2
Die Kombination beider fettlöslicher Vitamine

Quellen

[1](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – „Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D“:https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-d/(Abruf 2026-10-10).
[2](1, 2, 3, 4) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Vitamin D:https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/(Abruf 2026-10-10).
[3]Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) – „Ausführliche Informationen zu Vitamin D“:https://tinyurl.com/24w4r2pd(Abruf 2026-10-10).
[4]Robert Koch-Institut (RKI) – „Vitamin-D-Status in Deutschland“, Fact sheet, Journal of Health Monitoring 2/2016, Stand 14.12.2016:https://tinyurl.com/2aps4pfx(Abruf 2026-10-10).
[5](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9) Verbraucherzentrale – „Vitamin D-Produkte – wann sind sie sinnvoll?“, Stand 10.08.2026:https://tinyurl.com/2cbn8rddund „Kann man Vitamin D überdosieren?“, Stand 27.02.2025:https://tinyurl.com/2dl9uwyy(Abruf 2026-10-10).
[6]Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Höchstmengenvorschläge für Vitamin D in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, Aktualisierung 2023:https://tinyurl.com/26ogp9sv(Abruf 2026-10-10).