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Awacs-Einsatz der Bundeswehr über der Türkei war verfassungswidrig

Rot-grüne Kriegs-Unterstützung

Der Einsatz deutscher Soldaten bei den Awacs-Aufklärungsflügen über der Türkei vor und während des Irak-Krieges im Jahr 2003 war verfassungswidrig. Die damalige rot-grüne Bundesregierung hätte dafür die Zustimmung des Bundestages einholen müssen, entschied das Bundesverfassungsgericht am 7. Mai in Karlsruhe. Die Bundesregierung müsse immer dann die Zustimmung des Parlaments einholen, wenn "die Einbeziehung deutscher Soldaten in bewaffnete Auseinandersetzungen konkret zu erwarten ist". Nach diesem Maßstab sei der Einsatz deutscher Soldaten bei den Awacs-Aufklärungsflügen der NATO über der Türkei vor und während des Irak-Krieges im Frühjahr 2003 verfassungswidrig gewesen. Wegen der "politischen Dynamik eines Bündnissystems" sei es umso bedeutsamer, dass die "größer gewordene Verantwortung für den Einsatz bewaffneter Streitkräfte in der Hand des Repräsentationsorgans des Volkes liegt", heißt es in dem Urteil. Dem Bundestag obliege "die Verantwortung für den bewaffneten Außeneinsatz der Bundeswehr". Es bestehe hier gerade kein eigenverantwortlicher Einscheidungsspielraum der Bundesregierung. Der Parlamentsvorbehalt sei Teil der Gewaltenteilung. Insofern sei die Bundeswehr ein "Parlamentsheer".

Defensive Awacs-Einsätze sind "Fiktion"

Bundeswehrverband

Nach Auffassung des Vorsitzenden des Deutschen Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, ist der von der Bundesregierung als defensiv bezeichnete Einsatz der Awacs-Aufklärungsflugzeuge in der Türkei unter Beteiligung der Bundeswehr eine "Fiktion". Man könne nicht zwischen rein defensiven und anderen Aufgaben unterscheiden.

Gegen einen Irak-Krieg

Demonstrationen am Wochenende und Sitzblockade am 15. März

Nachdem am 15. Februar eine halbe Million Menschen in Berlin auf die Straße gegangen sind, blockierten am letzten Wochenende im Rahmen von "Resist" über 3.000 Menschen für drei Stunden den Haupteingang der US-Airbase Rhein-Main. Das war die größte Blockade der Friedensbewegung seit den 80er Jahren. Am 15. März ruft Resist erneut zur Blockade der Rhein/Main-Airbase für mindestens 24 Stunden an mehreren Toren auf.