hochwasser Nachrichten & Informationen

Hochwasser - Nachrichten die mich zweifeln lassen

Überschwemmungen in Bayern nach Dauerregen

Nach dem Dauerregen der vergangenen Tage sind Bayerns Flüsse weiter angestiegen. Betroffen sind vor allem der Main, die Regnitz und die Donau, wie das Landesamt für Wasserwirtschaft am Dienstag in München mitteilte. Im Maingebiet wurden örtlich an der Itz, der Aisch und an der Rednitz Keller und Straßen überflutet. Auch die nördlichen Zuflüsse zur Donau wie Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen sowie die südlichen Flüsse Paar, Vils und Rott führen Hochwasser. Überschwemmungen gibt es vor allem in den Gebieten um Gerolfingen in Mittelfranken, Cham in der Oberpfalz und Ruhstorf in Niederbayern.

Umweltschützer kritisieren Bundesrats-Entscheidung zum Hochwasserschutz

"Sofort-Maßnahmenkatalog"

Angesichts der Überschwemmungen an Donau und Iller wirft der baden-württembergische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seiner Landesregierung vor, wirksame Bestimmungen zum vorbeugenden Hochwasserschutz im Bundesrat verhindert zu haben. So sei ein geplantes Bauverbot und Einschränkungen des Ackerbaus von dem Gremium gekippt worden. "Mit dem Bauen in Überschwemmungsgebieten muss endlich Schluss sein", meint Brigitte Dahlbender. "Wir brauchen keine Gummistiefeleinsätze im Wahlkampf, sondern eine konsequente Politik auch bei trockenem Wetter", meint der BUND, der sich seit Wochen vehement zugunsten einer bestimmten Partei in den Wahlkampf einmischt. Die Umweltstiftung "Euronatur" hat unterdessen einen Maßnahmenkatalog für den Hochwasserschutz vorgelegt.

Neue Regeln für den Hochwasserschutz

Unter Ländereinfluss

Der Hochwasserschutz in Deutschland wird neu geregelt. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag in Berlin einstimmig einen Kompromiss des Vermittlungsausschusses. Gegenüber den ursprünglichen Regierungsplänen setzten die Länder in dem Verfahren Änderungen in drei zentralen Fragen durch. Demnach wird es kein Ackerbauverbot in erosionsgefährdeten Abflussbereichen geben, die Ausweisung neuer Baugebiete und die Errichtung neuer Ölheizungsanlagen in Überschwemmungsgebieten wird zudem nicht verboten. Durch die von den Ländern durchgesetzten Änderungen dürfte der Schutz vor Hochwasser und gefährlichen Umwelteinflüssen geringer ausfallen, als ursprünglich vorgesehen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin wertete die Regelungen dennoch als "Durchbruch". Grundsätzlich dürfe in Überschwemmungsgebieten künftig nicht mehr gebaut werden, so Trittin. Ausnahmen von dieser Regel seien nur unter Einhaltung von neun enggefassten Bedingungen möglich.

Windkraft-Wildwuchs gestoppt, Hochwasser nicht

Neues Baugesetzbuch

Der Bundestag hat am Freitag die Novelle des Baugesetzbuches beschlossen. Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) haben Kommunen nun bessere Möglichkeiten, unerwünschte Windkraftanlagen zu verhindern. Biomasse-Anlagen von Landwirten würden dagegen künftig privilegiert. Der NABU reagierte enttäuscht. Trotz einzelner Verbesserungen gegenüber geltendem Recht habe man sich bei den Änderungen im Wesentlichen auf die ohnehin zwingende Umsetzung von EU-Recht beschränkt. Der Bundestag habe eine wichtige Chance vergeben, das Städtebaurecht an die Notwendigkeiten des demographischen Wandels, des Hochwasserschutzes und der bedrohlichen Haushaltssituation in den Kommunen anzupassen, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt.

THW-Hochwassereinsatz in Südfrankreich beendet

Nach der Flut

Der Hochwassereinsatz des Technischen Hilfswerks (THW) im südfranzösischen Katastrophengebiet ist beendet. Nach knapp acht Millionen Kubikmetern Pumpleistung und 14 Tagen Arbeit werden die letzten der insgesamt 1.300 THW-Einsatzkräfte am Samstag zu Hause erwartet. 850 von ihnen waren in der Nacht zum 5. Dezember im Auftrag von Bundesinnenminister Otto Schily und auf Ersuchen der Europäischen Kommission in die Hochwasserregion um die Stadt Arles entsandt worden.

Sächsischer Umweltminister stellt Pläne für verbesserten Hochwasserschutz vor

Elbe

Drei Monate nach der Flut hat Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath erste Schlussfolgerungen aus der Hochwasserkatastrophe vorgestellt. Dabei schlug er ein Bündel von Maßnahmen in Land- und Forstwirtschaft bis hin zum Bau neuer Hochwasserschutzanlagen vor. Flath stellte klar, dass für einen besseren Hochwasserschutz in Sachsen ein gesamtgesellschaftlicher Konsens herbeigeführt werden müsse. "Erst in der Summe kommt der Effekt," sagte Flath. Daran müssten alle Bevölkerungskreise mitwirken. Einen hundertprozentigen Schutz könne es auch in Zukunft nicht geben, machte Flath deutlich. Die Flut habe jedoch Defizite im Schutzsystem deutlich gemacht.

Zwischen Dresden und Prag wieder zweigleisiger Zugverkehr

Bahnverkehr nach dem Hochwasser

Ab Mittwoch, 2. Oktober, fahren alle Züge der EuroCity-Linie 7 Hamburg - Berlin - Dresden - Prag wieder zwischen Dresden und Prag. Die Strecke wurde am 15. August wegen der Hochwasserschäden komplett gesperrt. Seit dem 20. September befuhren zunächst täglich vier Fernzüge das erste sanierte Gleis. Ab morgen stehen dann wieder beide Gleise zur Verfügung.

Bundesrepublik gibt 150.000 Euro für Flutopfer in Nordalbanien

Hochwasserkatastrophe in Albanien

Das Auswärtige Amt und Bundesministerium der Verteidigung haben für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Nordalbanien eine humanitäre Soforthilfe im Wert von 150.000 Euro bereitgestellt. Davon erhält das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zur Lebensmittel- und Hygienenotversorgung der Bevölkerung in der Gegend um den Ort Shqodër 60.000 Euro.

WWF fordert konsequente Umsetzung der EU Wasserrahmenrichtlinie

Lehren aus dem Hochwasser

Der WWF fordert ein Umdenken beim Hochwasserschutz in Europa. Die neue EU Wasserrahmenrichtlinie sei zwar auf dem richtigen Weg, weil sie festlege, dass bei der Bewirtschaftung von Flüssen das gesamte Einzugsgebiet betrachtet werden müsse, doch bei der Umsetzung hapere es. Entscheidend sei, Hochwasserschutz, Verkehrs-, Bau- und Agrarpolitik eng miteinander zu vernetzen.

Wegen Flutschäden höherer Bahn-Betriebsverlust befürchtet

Bahn AG nach dem Hochwasser

Wegen der vom Hochwasser angerichteten Schäden muss die Deutsche Bahn im laufenden Geschäftsjahr möglicherweise mit einem deutlich höheren Betriebsverlust rechnen als bislang angenommen. Wenn der Bund dem Unternehmen die durch die Hochwasserkatastrophe verursachten Erlösausfälle nicht ersetze, könne sich der für dieses Jahr erwartete Betriebsverlust von 550 Millionen Euro um 90 Millionen Euro erhöhen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Mittwoch.

EU-Hochwasserhilfen ab November frei

Aus dem Sonderfonds für Hochwasserschäden

Die von der Europäischen Kommission versprochenen Hilfsgelder aus dem Sonderfonds für Hochwasserschäden sollen ab November an die betroffenen Länder und Kommunen gehen. Wie EU-Regionalkommissar Michel Barnier am Dienstag in Berlin sagte, wird er am Mittwoch der Kommission in Brüssel die Modalitäten zur Vergabe der Gelder aus dem Fonds vorlegen. Im Anschluss muss das Europäische Parlament zustimmen. Der Ausschuss zur Vergabe der Gelder werde dann Anfang November erstmals tagen.

52 Millionen Euro Hochwasser-Hilfe blieben über Tage liegen

Sachsen

Sachsen hat 52 Millionen Euro Bundeshilfe zur Beseitigung von Hochwasserschäden verspätet abgerufen. Wie Finanzstaatssekretär Wolfgang Voß am Freitag in Dresden mitteilte, wird das seit Anfang September bereitgestellte Geld zu sparen erst am Montag von der Bundeshauptkasse überwiesen. Er räumte ein, dass das Geld schon länger abrufbar gewesen sei, betonte aber zugleich, dass den privaten Haushalten und Kommunen aus der bisherigen Vorgehensweise kein Schaden entstanden sei. Sachsen habe den Weg der Vorfinanzierung auch deshalb bewusst gewählt, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, "Bundesgeld zu horten und dafür Zinsen zu verdienen".

Korruption durch Hochwasser

TI warnt vor ungeprüfter Vergabe von Aufträgen

Die Organisation "Transparency International" (TI) warnt vor Korruption bei der Vergabe von Milliardenhilfen nach der Hochwasserkatastrophe. Die Bevorzugung lokaler Firmen beim Wiederaufbau sei zwar zu begrüßen, sagte der Vorsitzende der deutschen TI-Sektion, Dieter Biallas, am Dienstag in Berlin. Solche Ausnahmen von den üblichen Vergaberegeln für öffentliche Aufträge könnten "jedoch auch zu unwirtschaftlichem Filz und zu ungerechtfertigter Bereicherung führen". Die Anti-Korruptions-Organisation forderte deshalb von der öffentlichen Hand, vor der Auftragsvergabe zu prüfen, ob ein Bewerber bei früheren Ausschreibungen illegale Mittel angewandt hat.

medeor-Medikamente für Flutopfer in Tschechien und Asien

Hochwasserhilfe

Während sich die Lage in Deutschland entspannt, leiden rund um den Globus noch Millionen Menschen unter Flutmassen und chaotischem Wetter. In China wird für immer mehr Gebiete der Notstand ausgerufen, in Indien geht die Angst vor einer tödlichen Epidemie um, und in Tschechien werden jetzt erst die schlimmen Folgen sichtbar. Die Hilfsorganisation medeor schickt insgesamt 1027 Kilo Medikamente in die Notstandsgebiete.

Transnet warnt vor Stilllegung von Bahnstrecken nach Hochwasser

Gegen Benachteiligung des umweltfreundlichen Verkehrsmittels

Die Eisenbahnergewerkschaft Transnet hat Überlegungen des Freistaates Sachsen, nicht alle von den Hochwasserfluten zerstörten Bahnstrecken wieder aufzubauen, scharf kritisiert. Solche Denkweisen seien "unbegreiflich", sagte Transnet-Vorsitzender Norbert Hansen. Gerade angesichts der zunehmenden Naturkatastrophen dürfe nicht der Verkehr auf der Straße gestärkt werden, der die Umwelt am meisten belaste. Statt dessen müsse die Schiene als ökologisch bester Verkehrsträger ausgebaut werden. Hansen betonte, dass ein Verzicht auf die komplette Wiederherstellung von Bahnanlagen "unweigerlich Arbeitsplätze kosten" werde.

Hochwasser bedroht auch Wasserqualität der Nordsee

Dreck und möglicherweise Gifte

Die Jahrhundertflut bedroht nun auch die Wasserqualität der Nordsee. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) sagte am Mittwoch in Berlin, das Elbe-Hochwasser am Ende dieser Woche werde "große Mengen Schmutz und möglicherweise Schadstoffe" in der Deutschen Bucht und der Nordsee abladen. Ab sofort werde deshalb die Wasserqualität in den betroffenen Meeresgebieten zusätzlich mit Forschungsschiffen geprüft.

Bisher 138,3 Millionen Euro für Hochwasser-Opfer gesammelt

Größte Spendenaktion der Bundesrepubik

Für die Flutopfer sind bei der größten Spendenaktion in der Geschichte der Bundesrepublik bislang mehr als 138,3 Millionen Euro eingegangen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp. "Das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe ist für Deutschland ohne Beispiel, in der Bevölkerung haben sich starke Emotionen wie Solidarität und Mitleid entwickelt" begründete der Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, Burkhard Wilke, die enorme Spendenbereitschaft der Bundesbürger.

Ölkonzerne sollen für Hochwasser-Schäden bezahlen

Regenerative Energien statt Klimakollaps gefordert

Zwei LKW-Ladungen Sperrmüll von Flutopfern in Dresden und Grimma haben 20 Greenpeace-Aktivisten am Mittwoch Morgen in Hamburg vor der Zentrale des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), dem deutschen Dachverband der Ölfirmen, abgekippt. Damit protestieren sie gegen die klimaschädliche Politik der Ölkonzerne Esso, Aral/BP, Shell und TotalFinaElf. "Ölkonzerne profitieren, Flutopfer verlieren" stand auf einem Transparent. Greenpeace fordert von den Konzernen finanzielle Soforthilfen für die Beseitigung der Schäden an Elbe und Donau. Zudem sollen die Ölmultis endlich in Solar- und Windenergie, Wasserkraft und Biomasse investieren.

Hochwasserschäden bei der Bahn mehr als eine Milliarde Euro

Auch Agarwirtschaft stark betroffen

Das bereits kurz nach Beginn des neuen Jahrhunderts als Jahrhundertflut bezeichnete Hochwasser hat nach Angaben von Bahnchef Hartmut Mehdorn Infrastrukturschäden von mehr als einer Milliarde Euro verursacht. Auch Agrarministerin Renate Künast (Grüne) rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Rund vier Prozent der Getreideernte dürften vernichtet sein.

Dioxingehalt der Elbe soll sich wieder normalisieren

Nach dem Hochwasser

Aus dem vom Hochwasser betroffenen tschechischen Chemiewerk Spolana sind keine zusätzlichen Dioxinmengen in die Elbe gelangt. Analysen von Wasserproben hätten ergaben, dass die ermittelten Dioxinkonzentrationen "im Bereich von Messungen in früheren Jahren" lagen, teilte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Dienstag in Berlin mit. Er zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass sich die Wasserqualität der Elbe bald von den Hochwasserfolgen erholen und keine dauerhaften Rückschläge erleiden werde. Die Folgen des Schadstofftransports aus den Sedimenten für die Nordsee müssten allerdings genauestens verfolgt und analysiert werden.