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Automobilindustrie in Deutschland

Die Automobilindustrie ist die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland. Rund 732.000 Menschen arbeiteten 2025 im Jahresdurchschnitt in der Herstellung von Kraftwagen und Teilen; der Umsatz lag bei 533,7 Milliarden Euro. [1] Seit einigen Jahren steht die Branche unter Anpassungsdruck durch schwache Exportmärkte, den Umstieg auf den Elektroantrieb und sinkenden Personalbedarf.

Die Branche auf einen Blick

Umsatz: 533,7 Milliarden Euro im Jahr 2025, nach 541,9 Milliarden Euro 2024 [1]

Auslandsumsatz: 363,2 Milliarden Euro, rund 68 Prozent des Gesamtumsatzes [1]

Beschäftigte: 731.928 im Jahresdurchschnitt 2025, nach 772.949 im Jahr 2024 [1]

Anteil am Verarbeitenden Gewerbe: rund 24 Prozent des Umsatzes entfallen auf den Kraftfahrzeugbau [2]

Pkw-Export: 3,18 Millionen Fahrzeuge 2024, Exportquote 78,2 Prozent [1]

Pkw-Inlandsproduktion: 4,15 Millionen Fahrzeuge 2025 [1]

Wichtigste Hersteller: Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW [3] [4] [5]

Geschichte

Als Geburtsstunde des Automobils gilt das Patent DRP 37435, das Carl Benz am 29. Januar 1886 in Mannheim anmeldete; sein dreirädriger Motorwagen war das erste Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. [6] 1926 schlossen sich die Firmen Benz und Daimler zur Daimler-Benz AG zusammen, aus der die Marke Mercedes-Benz hervorging. [6]

Die Zeit des Nationalsozialismus veränderte die Branche tiefgreifend. 1937 gründete die Deutsche Arbeitsfront die Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens, aus der das Volkswagenwerk bei Fallersleben hervorging. Das geplante Volksauto wurde nie an private Käufer ausgeliefert; mit dem Kriegsbeginn stellte das Werk auf Rüstungsproduktion um. Auf dem Werksgelände arbeiteten Zwangsarbeiter: Im April 1944 waren von 17.300 Beschäftigten rund 11.300 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa. [7]

Nach 1945 wurde das Volkswagenwerk unter britischer Verwaltung wieder aufgebaut; der VW Käfer wurde zum Massenprodukt. [7]

Die Hersteller

Die Volkswagen Group mit Sitz in Wolfsburg ist der größte europäische Autokonzern. 2024 lieferte er weltweit 9,03 Millionen Fahrzeuge aus, darunter 383.100 reine Elektroautos der Kernmarke Volkswagen. [3] Zu den Konzernmarken gehören unter anderem Audi, Škoda, SEAT/CUPRA und Porsche. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte am Konzern. [8]

Mercedes-Benz mit Sitz in Stuttgart und Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen haben ihre Wurzeln im heutigen Baden-Württemberg. Mercedes-Benz verkaufte 2024 weltweit 2,39 Millionen Pkw und Vans, [4] die BMW Group mit Sitz in München rund 2,45 Millionen Fahrzeuge. [5] Weitere Hersteller in Deutschland sind Audi (Ingolstadt), Opel (Rüsselsheim) und Ford (Köln).

Zulieferer und Beschäftigung

Der größte deutsche Automobilzulieferer ist gemessen am Umsatz Bosch, gefolgt von ZF Friedrichshafen und Continental. [9] Bosch beschäftigte Ende 2024 weltweit 417.900 Menschen. [9] Weitere große Zulieferer sind Mahle und Schaeffler. [9]

Die Zulieferindustrie verliert einen Teil ihres Geschäfts mit Verbrenner-Komponenten, ohne dass im gleichen Umfang neue Arbeitsplätze in der Elektromobilität entstehen. [9] Innerhalb eines Jahres bis Mitte 2025 wurden in der Autobranche netto rund 51.500 Arbeitsplätze abgebaut; kein anderer Industriezweig war stärker betroffen. [10]

Entwicklung und Wandel

Der Absatz von Elektroautos entwickelte sich in Wellen. 2024 gingen die Neuzulassungen reiner Elektroautos nach dem Ende der staatlichen Kaufprämie um 27 Prozent auf 380.600 Fahrzeuge zurück. [11] 2025 stieg ihr Anteil an den Neuzulassungen auf 19,1 Prozent, im ersten Halbjahr 2026 auf 24,8 Prozent. [11] Im Fahrzeugbestand war Anfang 2025 mit 1,65 Millionen Fahrzeugen erst ein kleiner Teil elektrisch; das frühere Ziel von 15 Millionen bis 2030 gilt als kaum erreichbar. [11]

Deutschland ist nach Angaben des Branchenverbands VDA der zweitgrößte Produktionsstandort für Elektroautos weltweit. [9] 2024 exportierte Deutschland 881.000 rein elektrische Pkw, ein Viertel aller exportierten Pkw. [1] Für die Jahre 2025 bis 2029 kündigte die Branche Investitionen von rund 320 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung an. [12]

Die Krise hat mehrere Ursachen: schwache Absatzmärkte, hohe Kosten am Standort Deutschland und der langsame Hochlauf der Elektromobilität. Der Volkswagen-Konzern kündigte an, bis 2030 bis zu 100.000 Stellen weltweit abbauen zu wollen; vier deutsche Werke — Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm — stehen zur Disposition. [13] Auch die Zulieferer Bosch, ZF und Continental haben den Abbau tausender Stellen angekündigt. [9]

Hinweis zu den Angaben

Note

Die Beschäftigten- und Umsatzzahlen folgen der amtlichen Statistik für die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen und weichen je nach Abgrenzung voneinander ab. Die Angaben zu Stellenabbau und Werksschließungen beruhen auf Unternehmensangaben und Medienberichten; sie sind teils geplant, nicht abgeschlossen. Die Absatzzahlen der Hersteller beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2024.

Quellen

[1](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7) Verband der Automobilindustrie (VDA): Jahreszahlen (https://www.vda.de), Abruf 11.10.2026.
[2]Statista: Umsatzanteile der Industriebranchen (https://de.statista.com), Abruf 11.10.2026. Keine Primärquelle.
[3](1, 2) Volkswagen Group: Geschäftsbericht 2024 (https://geschaeftsbericht2024.volkswagen-group.com), Abruf 11.10.2026.
[4](1, 2) Mercedes-Benz Group: Absatz 2024 (https://media.mercedes-benz.com), Abruf 11.10.2026.
[5](1, 2) BMW Group: Report 2024 (https://www.bmwgroup.com), Abruf 11.10.2026.
[6](1, 2) Wikipedia: Carl Benz (https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Benz), Abruf 11.10.2026. Keine Primärquelle.
[7](1, 2) United States Holocaust Memorial Museum: Volkswagen (https://encyclopedia.ushmm.org), Abruf 11.10.2026.
[8]Handelsblatt: VW und das Volkswagen-Gesetz (https://www.handelsblatt.com), Abruf 11.10.2026.
[9](1, 2, 3, 4, 5, 6) NZZ: Autozulieferer bauen Tausende Jobs ab (https://www.nzz.ch), Abruf 11.10.2026.
[10]Autohaus: Autobranche streicht über 50.000 Jobs (https://www.autohaus.de), Abruf 11.10.2026.
[11](1, 2, 3) Kraftfahrt-Bundesamt: Neuzulassungen und Bestand (https://www.kba.de), Abruf 11.10.2026.
[12]Verband der Automobilindustrie (VDA): Jahrespressekonferenz 2025 (https://www.vda.de), Abruf 11.10.2026.
[13]Deutsche Welle: Job-Kahlschlag bei Volkswagen (https://www.dw.com), Abruf 11.10.2026.