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Letzter lebender Zeuge im Engel-Prozess vernommen

Keine Erinnerung

Im Prozess gegen den ehemaligen SS-Offizier Friedrich Engel vor dem Hamburger Landgericht ist der einzige noch lebende Augenzeuge der Erschießungen vom 19. Mai 1944 bei Genua gehört worden. Der 80-jährige Karl-Heinz Günther aus Schleswig-Holstein sagte vor Gericht, er könne sich nicht erinnern, wer den Befehl zur Erschießung der 59 Häftlinge am Turchino-Pass gegeben habe.

Günther selbst gehörte nach eigenen Angaben als Soldat der Marine zum Erschießungskommando. Ob der Befehl zur Exekution von einem Angehörigen des Sicherheitsdienstes, zum Beispiel Engel, oder von der Marine gegeben wurde, habe er auch zum Tatzeitpunkt nicht gewusst, sagte er.

Günther beteuerte, er persönlich habe niemanden erschossen. Da er daneben geschossen habe, sei er ausgewechselt worden. Der 80-Jährige berichtete, die 59 Gefangenen seien in kleinen Gruppen zum Turchino-Pass geführt worden. Dort hätten sie sich an den Rand einer Grube stellen müssen. Aus einer Entfernung von etwa fünf Metern seien die Gefangenen dann von Marinesoldaten erschossen worden. Die Erschossenen fielen rückwärts in die Grube. "Dann ginge einer mit Gummistiefeln da rein und erschoss die, die noch nicht tot waren, erinnerte sich der Zeuge. Dabei habe es sich nicht um einen Marinesoldaten gehandelt.

Als weiteren Zeugen hatte das Gericht den 85-jährigen ehemaligen Flottillenchef Otto Reinhardt geladen. Reinhardt sagte aus, einen schriftlichen Befehl, ein Erschießungskommando zu stellen, habe es nicht gegeben.

Der 93-jährige Friedrich Engel ist wegen Mordes an 59 Zivilisten im Jahr 1944 am Turchino-Pass angeklagt. Er war damals Leiter des Sicherheitsdienstes von Genua und soll laut Anklage den Befehl zur Erschießung der Gefangenen als Vergeltung für einen Anschlag auf ein Soldatenkino am 15. Mai jenes Jahres in Genua gegeben haben. Engel hat vor Gericht die Verantwortung für den Erschießungsbefehl zurückgewiesen und behauptet, die Marine habe die Aktion befehligt.

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