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Ärzteorganisation IPPNW fordert umgehende Stilllegung der Atomkraftwerke

„Geplante Atomgesetz-Novelle hat sich überholt"

Im Falle einer Beteiligung Deutschlands an einem militärischen Vergeltungsfeldzug der USA steigt nach Einschätzung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW das Risiko für gezielte Terroranschläge auf die deutschen Atomkraftwerke an. Durch Flugzeugabstürze - aber auch Panzerabwehrraketen - könne die Sicherheitshülle der Atomkraftwerke zerstört und ein schwerer Kernschmelzunfall herbeigeführt werden. Panzerabwehrraketen seien in der Vergangenheit bereits mehrfach aus Bundeswehrbeständen entwendet worden. Deshalb fordert die IPPNW die geplante Atomgesetz-Novelle nicht zu verabschieden und alle Atomkraftwerke wegen Gefahr im Verzug unverzüglich stillzulegen.

"Bereits ein Angriff auf die ungeschützten Nebengebäude der Atomkraftwerke oder ein simpler Sprengstoffanschlag auf die Kühlwassereinlaufrohre kann einen Super-GAU herbeiführen – ungeachtet der technischen Diskussion um die Stärke der Betonkuppeln. Atomanlagen stellen deshalb bei einer weiteren Eskalation in dem derzeitigen Konflikt ideale Ziele dar", sagt die Sprecherin der IPPNW, Ute Watermann.

Eine interne Regierungsliste bescheinige zahlreichen Atomkraftwerken eine "fehlende bzw. unzureichende Auslegung gegen Flugzeugabsturz". Die Reaktorsicherheitskommission des Bundes habe inzwischen eingeräumt, dass bei der Genehmigung der deutschen Atomkraftwerke die Risiken durch den Absturz von Passagierflugzeugen keine Rolle gespielt hätten - obwohl zahlreiche Atomkraftwerke ganz in der Nähe großer Verkehrsflughäfen lägen. Dagegen habe die atomenergiefreundliche Gesellschaft für Reaktorsicherheit bereits 1978 empfohlen, Atomkraftwerke unterirdisch zu bauen und durch eine massive Betonschildplatte gegen Flugzeugabstürze und Bombenangriffe zu schützen. "Ein Widerspruch auf den die Atomkritiker seit langem hinweisen", sagt Watermann.

Die IPPNW hält das Vorhaben der Bundesregierung, Atommüll jahrzehntelang in einfachen "Mehrzweckhallen" zwischenzulagern, für extrem gefährlich. Weder Hallen noch Castoren halten nach Einschätzung von Sicherheitsexperten einem stundenlangen Kerosinfeuer nach dem Absturz einer vollbetankten Verkehrsmaschine stand.

Vor diesem Hintergrund hält die IPPNW die Atomgesetz-Novelle für überholt. "In den deutschen Atomkraftwerken beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Super-Gaus laut offiziellen Studien allein aufgrund technischen Versagens zwei Prozent. Jetzt kommt die akute Gefahr gezielter Terroranschläge hinzu", so Watermann.

"Im Falle einer Atomkatastrophe werden wir Ärzte den Menschen nicht helfen können. Deshalb appellieren wir an die Abgeordneten des deutschen Bundestages, die Bevölkerung vorbeugend zu schützen, die Atomgesetznovelle abzulehnen und sich für eine sofortige Stilllegung der Atomkraftwerke einzusetzen." Das sehe auch das Atomgesetz vor: Bei erheblichen Gefährdungen der Bevölkerung sei die Regierung gehalten, die Genehmigungen zu widerrufen und die Atomanlagen stillzulegen.

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