Beispiele aus dem Oxfam-Bericht
99 Prozent des Warenwertes als Subventionen
Oxfam berichtet, dass die Maisbauern in den USA in den letzten fünf Jahren eigentlich 20 Milliarden US-Dollar weniger eingenommen hätten, aber dieser Einnahmerückgang vom Staat mit 25 Milliarden US-Dollar überkompensiert worden sei. Ohne Subventionen wäre die US-Maisproduktion - allein in 2004 - um 15 Prozent zurückgegangen, es hätte keine Exporte gegeben und der Weltmarktpreis wäre um 7 Prozent höher, so die Studie. Bauern in Ländern wie Paraguay, Argentinien und Südafrika sowie Mexiko, Ecuador, Honduras, Peru und Venezuela, in denen der "gedumpte" US-Mais eingeführt werde, hätten 4 Milliarden US-Dollar mehr einnehmen können.
Die USA hätten außerdem von 2000 - 2004 jährlich im Schnitt 1,2 Milliarden US-Dollar an ihre Reisbauern gezahlt, was etwa 99 Prozent des Wertes der gesamten US-Reisernte entspreche. Wichtige Reisexporteure wie Thailand, Uruguay, Guyana, Indien und Surinam könnten allesamt starke Klagen gegen die USA wegen der Beeinträchtigung von Marktanteilen in Drittländern vorbringen, ebenso Länder, in die der subventionierte US-Reis exportiert werde, wie Haiti, Sambia, Ghana und Costa Rica.
Die EU zahlt nach Oxfam-Angaben 300 Millionen Euro im Jahr an Tomatenverarbeiter vor allem in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal - was 65 Prozent des Wertes der Tomatenernte ausmache und es ihnen ermögliche, der weltgrößte Exporteur von Tomatenmark zu sein. Produzenten in Südafrika, Chile und Tunesien hingegen gehörten zu den Verlierern.
Die EU subventioniere ihre Fruchtsaft-Industrie, vor allem in Spanien und Italien, mit 250 Millionen Euro pro Jahr. Produzenten in Argentinien, Brasilien, Costa Rica und Südafrika könnten jährlich 40 Millionen US-Dollar mehr verdienen, wenn die EU ihre Subventionen abschaffte und der Weltmarktpreis nur um 5 Prozent ansteige, so Oxfam.
Außerdem schütze die EU ihre Milchindustrie vor Wettbewerb und subventioniere die Hersteller von Molkereiprodukten mit 1,5 Milliarden Euro im Jahr. Argentinien, Brasilien und Uruguay könnten Butter exportieren, wenn nicht die EU-Exportsubventionen den Weltmarktpreis drücken würden, kritisiert die Entwicklungsorganisation. EU-Butter werde zu Dumpingpreisen nach Ägypten, Marokko und Südafrika eingeführt.
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Am 30. Nov. 2005 unter:
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« EU und USA drohen Klagen wegen illegalen Agrarsubventionen
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